Stand:07.11.2014

Leo`s Kolumne

 

 An dieser Stelle möchten wir die Besucher unserer Homepage gerne in umgekehrt chronologischer Reihenfolge an dem aufregenden Leben von Leo (geb. Wall Street`s Bamboleo) teilhaben lassen, über das wir seit seinem Eintreffen in seiner neuen Familie durch lustige eMails von Leo, bzw. seinem Frauchen, stets auf dem neuesten Stand gehalten werden!

zu Leo`s Fotoalbum

Rettungshund Leo

Spaziergang mit Leo

Katastrophenschutztag in Brühl 2012

Bericht über die Rettungshundestaffel

 
07.11.14    Samba

Hallo Mama!
Nach Zulus Tod war ich jetzt die ganze Zeit so traurig, dass ich gar nicht mehr schreiben konnte. Er fehlt mir immer noch und hier Zuhause ist es ganz anders, seit er nicht mehr da ist.
Aber jetzt hatte Frauchen eine Überraschung für mich: ich habe ein "Schwesterchen" bekommen! Sie heißt Samba und ist etwas merkwürdig. Einerseits ist sie noch ganz klein, obwohl Frauchen sagt, dass sie schon 12 Wochen alt sein soll. Das kann ich bei der Größe aber kaum glauben, denn sie ist noch nicht mal so groß wie mein Kopf! Dafür ist sie aber schon total agil und so flink, dass Hund gar nicht so schnell gucken kann wie die durch die Gegend flitzt! Außerdem kann sie seltsamerweise Sachen machen, die noch nicht mal ich bisher geschafft habe: sie springt aus dem Stand auf Tische und Regale und kann klettern wie eine Katze! Sie sieht auch etwas komisch aus für einen Collie, von der Größe mal ganz abgesehen: sie hat keine schönen Collie-Ohren, eigentlich hat sie richtige Stehohren, die auch noch ganz klein sind, aber vielleicht kommt das ja noch. Auch ihre Farbe ist ungewöhnlich: sie ist fast ganz grau, hat immerhin eine Blesse und einen Collie-Kragen, aber nicht in Weiß, wie es sich gehört, sondern Beige! Wenigstens hat sie langes Fell (noch ganz flauschig!), ist also zumindest kein Kurzhaar-Collie. Ich bin mal gespannt wie sie aussehen wird, wenn sie mal groß ist, wobei ich mir gar nicht vorstellen kann, dass sie mal meine Größe erreichen kann. Und wenn doch, ob sie dann immer noch in den Regalen rumspringen wird?! Ihr Verhalten ist auch anders als bei den Welpen, die ich bisher kenne. Sie macht komische Geräusche, bellt und winselt überhaupt nicht, dafür kann sie fauchen und schnurren, eben doch wie eine Katze. Vielleicht also eine Collie-Katze?! Ich bin mal auf Deine Meinung gespannt, ich denke, Du wirst sie mal kennenlernen. Aber noch geht sie gar nicht raus und bleibt immer im Haus. Frauchen hat extra Toiletten für sie aufgestellt (hat sie für mich nicht gemacht, als ich ein Welpe war; mit mir ist sie immer in den Garten gegangen!), damit sie auch fürs "Geschäft" nicht rausgehen muss und zum Gassigehen kommt sie auch nicht mit. Wahrscheinlich weil sie noch so klein ist und es draußen ja schon recht kalt wird. Naja, auch wenn sie nicht der schönste Collie ist, finde ich sie total spannend und ich freue mich sehr über die Abwechslung. Tatsächlich hat sie es geschafft, mich von Zulu abzulenken. Aber ein richtiger Ersatz für ihn wird sie wohl nicht werden...
Soviel von mir. Liebe Grüße, Dein Leo - jetzt mit neuem Geschwisterchen

14.08.14   Zulu

Hallo! Ich weiß gar nicht, wie es euch sagen soll, aber es ist etwas ganz Schreckliches passiert:
mein lieber Freund, Gefährte und nicht zuletzt mein großes Vorbild Zulu ist am 5. August 2014 über die Regenbogenbrücke gegangen und wacht jetzt im Hundehimmel über uns. Ausgerechnet am Tag nach meinem 4. Geburtstag, an dem wir alle noch so fröhlich waren, ging es ihm morgens plötzlich ganz schlecht und er musste sofort zum Tierarzt. Dort ist er dann für immer eingeschlafen.
Ich bin ganz traurig, dass ich ihn nun nicht mehr jeden Tag sehen kann und es ist ganz seltsam, denn hier riecht es noch überall nach ihm und ich habe irgendwie immer das Gefühl, dass er noch da ist. Ich schicke euch das letzte gemeinsame Bild von uns beiden, wo wir zusammen darauf warten, dass Frauchen endlich im Bad fertig wird! Da haben wir beide noch gelacht und uns darüber lustig gemacht, dass es mal wieder ewig dauert... Ach, ich werde ihn so sehr vermissen!!! Leb wohl, lieber Zulu, ich bin Dir so dankbar für die schöne Zeit mit Dir, für alles, was Du mir beigebracht hast und für die ganzen Abenteuer, die wir gemeinsam erlebt haben. Ich werde Dich nie vergessen!



                                  Zulu *10.01.2001 - +05.08.2014

In stiller Trauer, Dein Leo


04.08.14    Wellness-Urlaub

Grüß Gott!

Ja, so sagen die hier nämlich - und meinen eigentlich auch nur "Hallo!" Hier, das ist in Österreich, aber diesmal nicht Kärnten, wo ich schon mit Zulu war, sondern hier heißt es Tirol. Wenn ihr mich fragt, sieht aber sehr ähnlich aus und einen Golfplatz auf dem Hunde mitkommen dürfen gibt es auch. Da will Frauchen morgen mit mir hingehen und versuchen zu spielen. Ich bin ja skeptisch und sie klingt eigentlich auch nicht sehr zuversichtlich. Aber vielleicht kriege ich dann wenigstens etwas zu lachen. ;-) Ist ja schließlich auch mein Urlaub - und war die Überraschung zu meinem 4. Geburtstag! Und deswegen an dieser Stelle: Frauchen und ich wünschen meinen ganzen Geschwistern alles Gute und ebenfalls einen schönen Geburtstag! Die Überraschung ist Frauchen wirklich gelungen: Ein hundefreundliches 4 Sterne-Wellnesshotel im Zillertal - und mit hundefreundlich meine ich wirklich hundefreundlich! So was habt ihr noch nicht gesehen: Hier haben ALLE Gäste mindestens einen Hund dabei, Gäste ohne Hund gibt es gar nicht; wir Hunde dürfen (außer in den Wellnessbereich) ÜBERALL mit hin; während Herrchen und Frauchen Wellness machen, gibt es für uns Hunde extra große Faltkennel, die direkt neben dem Wellnessbereich im Schatten bereit stehen; es gibt für uns Hunde 2 Hundespielplätze mit Agilitygeräten und Spielzeug; ÜBERALL hängen Gassitütchen UND dazu gehörende Abfallbehälter rum, geradezu verschwenderisch; jeder Hund bekommt zur Begrüßung ein Tütchen Leckerchen und einen kleinen Gassitütchenspender (zusätzlich zu den ganzen sowieso herumhängenden Gassitüten); wohlerzogene Hunde dürfen sogar überall frei laufen (ohne Leine!), aber das traut sich Frauchen mit mir nicht; es gibt für uns Hunde einen eigenen Schwimmteich; wir dürfen zu allen Mahlzeiten mit unseren Herrchen und Frauchen mitgehen, auch beim 6-Gänge Galadinner (das war gestern Abend - wahrscheinlich wollten die in meinen Geburtstag reinfeiern!); direkt vorm Hotel ist ein extra Hundegassi-Streifen, damit wir uns jederzeit gleich "lösen" können; wir Hunde dürfen auch allein im Zimmer bleiben und es gibt extra Schildchen, die man an die Tür hängen kann damit niemand reinkommt und die darauf hinweisen, dass wir da sind und unsere Ruhe haben möchten; es gibt im Haus sogar einen "Wellnessbereich" für Hunde, mit Badewanne, Hundedusche etc.; überall liegen Hundehandtücher bereit, falls es mal regnet und wir abgetrocknet werden müssen (hat aber bisher noch nicht geregnet - Frauchen hat mal wieder Sonne gebucht!); die Putzfrauen füllen sogar unsere Wassernäpfe im Zimmer auf und überall im Hotel steht Wasser für uns zur Verfügung; auf den Fluren gibt es extra Kühlschränke für mitgebrachtes Hundefutter; die Küche kocht für uns auf Bestellung Gemüse (hat Frauchen gleich für mich bestellt - ist total lecker!!!) und/ oder Reis/Nudeln/Kartoffeln (kostenlos!) und sogar Fleisch (das muss man aber bezahlen); und, und, und... ich weiß gar nicht, wo ich aufhören soll. Und das Beste: das ist alles kostenlos! Bis auf Serviceleistungen wie Dogsitting oder Gassiservice oder eben das frische Fleisch , wohnen Hunde hier im Hotel ohne Zusatzkosten und wir können alle Angebote nutzen. Wau,äh wow, oder?! Damit hatte selbst Frauchen nicht gerechnet und war deswegen ganz erstaunt, als uns schon bei der Anreise überall so viele Hunde begegnet sind. Am ersten Abend (es gab Buffet) hat mich Frauchen erst mal auf dem Zimmer gelassen. Aber nachher hat sie mir erzählt, dass an ALLEN Tischen Hunde dabei waren, also durfte ich am nächsten Morgen auch mit zum Frühstück. Das war für mich richtig spannend, denn ich kenne es ja, mit ins Restaurant zu gehen und auch, dass da schon mal ein anderer Hund sein kann, aber so etwas habe ich in meinem ganzen 4-jährigen Leben noch nicht erlebt! Wir haben dann draußen auf der Terrasse gefrühstückt (also Frauchen) und ich bin auch ganz brav liegen geblieben, während sie immer wieder zum Buffet ging, auch als sie außer Sichtweite war. Zur Not hätte aber auch die Kellnerin auf mich aufgepasst, auch wenn sie Frauchen vorher versichert hat, dass es gar nicht schlimm wäre, wenn ich doch mal aufstehen und rumlaufen würde, weil alle dafür Verständnis haben. Ist das cool oder was?! Ich habe mich aber trotzdem nicht getraut aufzustehen und zur Belohnung durfte ich auch abends mit zum Galadinner. Am Tisch hinter uns war ein riesiger (und dicker!) Weimaraner, der mich die ganze Zeit total unentspannt angegiftet hat; neben uns lag eine kleine süße schwarze Malteserhündin, in die ich mich gleich verliebt habe! Auf der anderen Seite war ein Tisch unter dem gleich 3 Hunde dösten: eine weiße Schäferhündin, ein Retriever und ein Beagle. Mit denen (und deren Frauchen) haben wir dann auch den Abend verbracht, abwechselnd auf der Terrasse und zwischendurch immer wieder auf der Spielwiese. Das war sehr schön. Neben uns an einem großen Tisch tagte ein Pudelklub und während wir Hunde uns über die seltsamen Frisuren der verschiedenen Pudel wunderten (manchen Pudeln war es sichtlich peinlich, wie sie aussahen, aber sie sagten, sie könnten nichts dagegen tun, weil ihre Besitzer das so toll finden und sie sie nicht enttäuschen wollen), lästerten unsere Frauchen frech über dasselbe Thema und meinten, es müsste mal jemand an dem Tisch vorbeigehen und sich ganz erschrocken über einen Hund beugen und darauf hinweisen, dass er Spliss hätte! Das fanden alle ganz lustig, nur von uns Hunden wusste mal wieder keiner, was Spliss ist. Hat aber wohl was mit den Frisuren zu tun... Naja. Heute Früh haben mir alle ganz herzlich zum Geburtstag gratuliert und leider sind dann meine neuen Freunde schon wieder abgereist. Aber hier kommen ja ständig neue Hunde an und bei den regelmäßig angebotenen geführten Wandertouren lernen wir uns alle kennen. Ich bin jedenfalls total froh hier zu sein und kann das Hotel für Hundefreunde, die gerne auch 4 Sterne-Service und Wellness oder Golf genießen wollen ohne uns Hunde Zuhause lassen zu müssen, nur empfehlen! Vielen Dank, Herrchen und Frauchen, für dieses schöne Geburtstagsgeschenk! Das war eine tolle Überraschung!

So, während Frauchen jetzt zur Rundumerneuerung, pardon, zum Wellness geht, werde ich es mir hier im Zimmer mal gemütlich machen.

"Servus" und liebe Grüße aus dem Urlaub,Euer Birthday-Leo


01.05.2014 Radfahren -

Hallo Mama!
Endlich ist es passiert: Frauchen ist wieder mit mir Fahrrad gefahren! Es war heute das erste Mal in diesem Jahr, obwohl wir bisher so einen tollen Frühling und schon so viele schöne Tage hatten. Wahrscheinlich hat es so lange gedauert, weil ihre Vorderläufe bisher noch nicht wieder ganz gesund waren. Aber nun sagt sie, ist sie wieder ganz gesund und hat gleich mit mir eine kleine Radtour gemacht. Das war sehr schön. Vielleicht wollte sie ja auch nur nicht, dass ich heute rumgehe und alle Maibäume markiere, die in der Nacht plötzlich überall neu gewachsen sind?!
Jedenfalls sind wir ganz früh bei tollem Wetter los, und ich war schon ganz aufgeregt. Ich habe wirklich versucht, möglichst neben dem Rad zu bleiben, aber das war gar nicht so leicht, denn Frauchen war einfach zu langsam! Schließlich sind wir im Feld angekommen und ich sollte erst mal meine "Geschäfte" erledigen (obwohl im Feld weit und breit kein Maibaum steht!). Dann sind wir erst mal eine ganze Strecke gefahren, während ich neben dem Fahrrad herlief. An einem grasbewachsenen Feldweg hielt Frauchen schließlich an und spannte mich vor das Rad, wo ich auch brav wartete bis sie aufgestiegen war. Und dann kam endlich das lang ersehnte Kommando "Zieh!" und ich legte mich sogleich ins Zeug! Wir fuhren eine ganze Strecke, es war einfach toll! Dennoch ließ mich Frauchen viel zu früh wieder anhalten und Pause machen, damit ich mich nicht gleich überanstrenge (wahrscheinlich meinte sie sich selbst - ich bin doch schließlich topfit!). Wir fuhren dann weiter während ich jetzt frei lief. Später durfte ich dann nochmal eine Runde ziehen, aber diesmal hat Frauchen mich nicht nur galoppieren lassen, sondern immer wieder "Teeeeerrrrab!" und "Laaaangsam!" gerufen. Ich habe keine Ahnung, was sie wollte, aber weil ich schon etwas müde war, bin ich schließlich langsamer geworden und getrabt wie ein Weltmeister - Kalle wäre so stolz auf mich gewesen! Auch diesmal war die Fahrt viel zu schnell vorbei und ich wurde wieder ausgespannt. Den Rest des Heimwegs musste Frauchen dann selber radeln während ich frei nebenher lief. Zuhause war ich dann "platt aber glücklich", wie Frauchen meinte. Da das so gut gelaufen ist, hoffe ich, dass wir in Zukunft wieder öfter Radfahren werden.
Viele liebe Grüße, Dein Radler-Leo - der noch keinen einzigen Maibaum markiert hat!!!

Ostern 2014 - Mentaltest Schweden
Hallo Mama!
Nun muss ich Euch aber unbedingt von meinen aufregenden Oster-Feiertagen berichten!
Es ging damit los, dass Frauchen mitten in der Nacht plötzlich aus dem Bett sprang und mich fragte (war sonst niemand anderes da, also muss sie ja mich gemeint haben!), warum ihr Wecker nicht geklingelt hat?! Keine Ahnung, Frauchen, ich bin unschuldig und was ist überhaupt ein Wecker?! Normalerweise nennen sie sonst Zulu immer so, aber der kann nicht klingeln und überhaupt finde ich solche Rätsel zu nachtschlafender Zeit sehr unpassend. Zum Glück verschwand sie auch gleich im Badezimmer und ich drehte mich wieder auf den Rücken. Aber an Schlaf war nicht mehr zu denken, denn im Handumdrehen war Frauchen wieder da, sprang in ihre Kleider und verlangte, dass ich sofort aufstehe und mit ihr mitgehe. Schlaftrunken wackelte ich dann mit ihr zum Auto, wo ich kurz das Beinchen heben durfte bevor wir umgehend losfuhren.
"Zum Flughafen!", sagte Frauchen und ich freute mich schon auf eine Bootsfahrt, wie in Hamburg. War aber diesmal wohl ein anderer Hafen gemeint, denn als wir ankamen, waren weit und breit keine Schiffe zu sehen. Nur riesige Blechvögel. Frauchen gab unser Auto ab und verlud ihren Koffer und eine riesige Schlafbox (?! keine Ahnung, warum sie das sperrige Ding mitgenommen hatte!) auf ein winziges Wägelchen und balancierte damit los. Ich lief an der Leine neben ihr mit und wartete gespannt darauf, dass die wackelige Angelegenheit umkippt oder zusammenbricht! Frauchen war ganz stolz auf mich, weil ich so brav neben ihr blieb, aber ich war ehrlich gesagt einfach so fasziniert, dass ich gar nichts anderes wahrnahm!
Im Flughafen waren trotz der frühen Morgenstunde schon total viele Leute unterwegs, alles wuselte um uns herum und viele verwechselten mich anscheinend mit einem Popstar der wohl "Lassie" oder so hieß: immer wieder zeigten die Leute auf mich und riefen: "Oh, wie süß! Schau mal da, da ist Lassie!" Frauchen kriegte das gar nicht mit, die balancierte weiter ihren vollen Rollator durch die Gegend und suchte einen bestimmten Schalter. Schließlich kamen wir an einen Tresen, der wie eine Kasse aussah (das war im Leben kein Schalter! Schalter kenne ich: das ist ein Knopf, wo ich mit der Schnauze draufdrücken kann und dann geht das Licht aus und dafür gibt's dann Leckerli!). Daneben war eine Hundewaage, auf die ich gleich draufsprang und die Frau an der Kasse lachte. Dann stellte Frauchen ihren Koffer auf die Hundewaage und musste die Schlafbox zusammenbauen und ich durfte darin probeliegen. Mir war sofort klar, dass Frauchen den Koffer auf der Waage vergessen würde und so war es auch! Jedenfalls fuhren wir anschließend mit der Box (und ohne Koffer) zu einem anderen Kassentresen und dort liess Frauchen auch noch die Box stehen! Also das frühe Aufstehen macht sie schon ziemlich vergesslich... Wir gingen dann wieder raus und Frauchen fand für mich einen schmalen Grünstreifen, auf dem ich meine Geschäfte verrichten konnte und den ich gründlich abschnüffeln durfte. Nach einer ganzen Weile fiel Frauchen wieder ein, wo sie die Box gelassen hat und wir gingen wieder ins Gebäude. Weil aber inzwischen auch der Wagen weg war, bat sie mich, auf die Box aufzupassen. Also legte ich mich rein und ein großer Mann schob mich um die Ecke. Frauchen winkte mir noch nach, also war mir klar, dass sie mich nicht auch noch vergessen hat, und ich beschloss, ganz besonders gut aufzupassen und die Box nicht zu verlassen, bis Frauchen wieder da ist. Das war auch ganz gut so, denn die Box wurde viel herumgefahren und schließlich war ich auf einem Wagen, der mich ins Freie brachte. Plötzlich stand der Wagen vor dem Gebäude neben einem dieser riesigen Blechvögel und ich meine, ich habe Frauchen durch ein Fenster sehen können. Es sah aus, als würde sie mich fotografieren, wie ich da in der Box lag, aber weil nichts passierte, legte ich meinen Kopf auf die Pfoten und döste etwas.
Nach einer Weile wurde die Box auf eine Rolltreppe ohne Stufen gehoben und ich fuhr in den Bauch vom Blechvogel rein! Dort wurde ich geparkt und hörte viele fremde Geräusche. Irgendwann hatte ich das Gefühl zu fahren, es holperte etwas und wurde immer schneller und dann war das Holpern weg, als wenn wir fliegen würden! Leider hatte ich keinen Fensterplatz, so dass ich nicht viel sehen konnte und nutzte deswegen die Gelegenheit, etwas Schlaf nachzuholen. Ich wurde wach als es wieder holprig und laut wurde und kurz darauf fuhr ich auf der lustigen Rolltreppe wieder runter und schwuppdiwupp war ich in einem anderen Flughafen, wo Frauchen schon auf mich wartete! So ein Zufall! Sie freute sich total mich zu sehen, ließ mich gleich aus der Box und umarmte mich, als wenn wir ewig getrennt gewesen wären! Dann lud sie die Box wieder auf einen kleinen Wagen, zusammen mit ihrem Koffer, der auf wundersame Weise plötzlich auch wieder da war (geht doch nichts verloren in Europa!) und wir machten uns auf den Weg durch die Menschenmenge, die mich wieder alle mit diesem ominösen Lassie-Typen verwechselten! In einer Schleuse zwischen dem Gepäckbereich und der Empfangshalle passierte es dann schließlich: die Box rutschte von dem Wagen und löste sogleich einen Alarm aus! Die Türen der Schleuse schlossen sich, Warnleuchten blinkten wild und eine Sirene heulte los! Dann gingen die Türen zur Empfangshalle wieder auf und alle schauten total interessiert zu, wie Frauchen die Box und den Koffer wieder auf den Wagen balancierte, während ich daneben saß und zusah. Ich versuchte soviel Ruhe wie möglich auszustrahlen und schien damit auch Erfolg zu haben, denn auch Frauchen blieb ganz ruhig, grinste mich an und meinte, dass ich einen starken Auftritt mit Pauken und Trompeten in Kopenhagen verdient habe. Naja, ich war aber ganz froh, als die Sirene endlich Ruhe gab und wir uns einen Weg zu einem Autoverleiher-Tresen suchten. Um es kurz zu machen: Danach hatte Frauchen die Box besser im Griff und nach langen, langen Wegen, Aufzügen, Rampen, zu schmalen Durchgängen etc. landeten wir endlich in einem Parkhaus bei einem fremden Auto. Dort brauchte Frauchen noch eine ganze Weile bis sie schließlich die Box (wieder auseinander gebaut), das Gepäck und mich sicher verstaut und das Navi angeschlossen hatte. Ich hörte sie nur kurz schimpfen, weil sie die Parkbremse nicht fand und das Handbuch (ein dicker Wälzer!) nur auf Dänisch war!!! Schließlich waren wir aber auf dem Weg und fuhren ganz lange übers Wasser und schon hieß es: "Willkommen in Schweden!".

Ich freute mich total, denn in Schweden waren wir ja letztes Jahr schon gewesen und ich war gespannt, ob ich dort wieder Kasper treffe. Tatsächlich waren wir keine Stunde unterwegs und schon hielt Frauchen neben 2 Autos an - und in einem davon saß tatsächlich Kasper! Was für eine Überraschung! Nachdem sich die Menschen alle begrüßt hatten, fuhren wir zu einem großen See und gingen alle gemeinsam darum herum spazieren. Kasper hatte Freunde dabei, und so waren wir mal wieder ein richtiger Collie-Ausflug mit 5 Collies. Wir haben dann auch alle zusammen bei Kasperrs Freunden gewohnt, also nicht da, wo wir letztes Jahr waren, hatten aber genauso tolles Wetter: Sonne, keine Wolke am Himmel, warm und alle waren gut gelaunt.
Am nächsten Morgen sind wir nach dem Frühstück und einer Gassi-Runde zu einem Hundeclub gefahren, so wie ich es schon gewöhnt bin, wenn ich nach Schweden komme! Ich war gespannt, ob ich dort auch wieder so eine Schmitzeljagd machen durfte wie letztes Jahr und tatsächlich: Wir trafen prompt meinen alten Kumpel Patric, der für mich wieder einen spannenden Parcours mit Übungen vorbereitet hatte! Spannend war von Anfang an vor allem der schwedische Waldboden, der total interessant roch, besonders weil schon einige andere Hunde dort überall markiert hatten, und das konnte noch gar nicht so lange hergewesen sein. Es gab also viel zu schnüffeln und ich konnte mich gar nicht richtig auf die Aufgaben konzentrieren.
Einige Sachen waren ähnlich wie beim letzten Mal, so musste ich wieder um eine Gruppe Menschen herumlaufen (die ich ignorierte während ich es schaffte ein paar Grashalme zu markieren), Patric begrüßen, der mich wieder von oben bis unten streichelte und kraulte, meine Beine einzeln hob und mir sogar ins Maul und in die Ohren schaute. Das war aber kein Problem, sowas kenne ich ja und lasse mir das gefallen. Danach holte Patric eine große Beißwurst aus komischem glatten Material (nicht aus Jute, wie ich es kenne) und Frauchen begann mit mir zu spielen. Ich habe auch mitgespielt, obwohl ich das Material nicht so toll fand. Dann übernahm Patric das Spiel und ich spielte auch mit ihm. Er warf die Wurst sogar weg und ich lief hinterher und blieb davor stehen. Als keiner zu mir kam, brachte ich die Wurst wieder zurück zu Frauchen und das Spiel ging weiter. Dann hielt mich Frauchen fest und Patric stellte sich in ein paar Meter Entfernung auf und lockte mich mit dem Spielzeug. Ich lief natürlich hin und spielte wieder. Dann ging Frauchen mit mir einen Waldweg lang und Patric stand 40 Meter von uns weg und lockte mich wieder mit der doofen Wurst. Ich lief ein paar Schritte auf ihn zu, blieb aber stehen, als Frauchen nicht mitkam, und ging zu ihr zurück, weil mir einfiel, dass sie es nicht mag, wenn ich im Wald zu anderen Menschen hinrenne. Darüber hat sie sich sehr gefreut, aber ich habe mitbekommen, wie jemand etwas von "das gibt wenig Punkte" sagte.
Als nächste Station gingen wir zu einem Waldweg, an dem mich Frauchen wieder festhielt, während ein Wiesel kreuz und quer über den Weg lief. Das war lustig, aber da ich ja nicht jagen soll, blieb ich bei Frauchen, auch nachdem sie mich losgelassen hatte. Wieder war sie sehr stolz aber von anderen hörte ich "fehlender Jagdtrieb", und das klang irgendwie negativ, ganz anders als wenn Frauchen das sagt, den die findet das ja eher toll. Das Wiesel verschwand dann in einem Bau unter ganz vielen Ästen und Zweigen und ich hatte das Gefühl, dass von mir erwartet wurde, das Wiesel zu suchen und notfalls dabei den Bau auseinander zu nehmen. Zu Frauchens Freude bleib ich aber bei ihr stehen und tat ganz desinteressiert, was die anderen Leute wohl nicht so gut fanden, aber ich will ja Frauchen gefallen.
Bei der nächsten Aufgabe kam ein Mann aus dem Wald von ganz weit weg zügig auf uns zu und alle beobachteten meine Reaktion. Ich nutzte die Gelegenheit und untersuchte während wir da rumstanden weiter gründlich den Waldboden. Der Mann kam irgendwann bei Frauchen an, begrüßte sie und erst als sie mich rief, ging ich zu ihm hin und ließ mich vorstellen. Frauchen fand das in Ordnung von mir, aber der Mann war wohl etwas beleidigt, weil ich nicht aufgeregt seine Ankunft erwartet hatte sondern den Waldboden interessanter fand als ihn. Wahrscheinlich hat er kein besonders großes Selbstbewusstsein... Damit war der erste Teil unseres Tests vorbei, den ich ziemlich knapp bestanden hatte, wie ich später erfuhr. Dabei habe ich mich meiner (und Frauchens!) Meinung nach sehr vorbildlich benommen!
Aber dann wurden die Aufgaben spannender. Wir kamen zu einer Lichtung auf der im Halbkreis ganz viele Soldaten im Gras saßen. Frauchen lief von mir weg, durch die Soldaten durch und eine Anhöhe hinauf in den Wald. Auf den ersten paar Metern rief sie kurz nach mir, aber Patric hielt mich fest und ich konnte nicht gleich folgen. Patric hielt mich ziemlich lange fest (mindestens 1 Minute), dann setzte sich mitten im Halbkreis noch ein weiterer Soldat auf und etwas später ließ mich Patric los. Ich rannte los, Frauchen hinterher, um den neuen Soldaten rum (der war gar nicht echt, der war aus Holz!) und folgte dann der Spur des Hundes (ein Rottweiler), der kurz vor mir da langgelaufen war und dessen Markierungen ich die ganze Zeit schon "überarbeiten" musste. Rotti war etwas nach rechts gelaufen und hatte einen der Halbkreis-Soldaten beschnüffelt, stellte ich fest. Dann fiel mir ein, dass ich ja eigentlich Frauchen suchen wollte und ich lief die Anhöhe hoch und revierte im Wald bis ich ihre Witterung hatte. Dann sprintete ich zu ihr hin und zeigte allen durch Bellen an, dass ich angekommen bin! Frauchen lachte und ging mit mir zurück zur Gruppe, die sich schon ausgiebig darüber ausgetauscht hatte, dass ich wohl eine Flächensuchhund-ausbildung absolviert habe.
Als nächstes standen wir wieder im Wald, als ich plötzlich eine seltsame Figur in der Ferne wahrnahm: die war zum einen seltsam gekleidet mit einem blauen Umhang und einem großen Schlapphut, und bewegte sich auch noch ganz komisch auf und ab, wackelte mit dem Hinterteil, drehte sich hin und her, alles total unnatürlich. Irgendwann wurde mir das zu blöd und ich bellte sie an, sie soll aufhören, weil es langsam peinlich wurde. Schließlich fand das die Figur auch und sie zog Hut und Umhang aus und ich durfte sie dann begrüßen.
Alle zusammen gingen wir dann zurück zum Ausgangspunkt (wo es überall nach Rotti roch!) und ich hatte die ganze Zeit die Nase am Boden. Ich war so abgelenkt, dass ich total erschrocken quietschte, als plötzlich ein blauer Overall direkt vor uns aus dem Boden schoss! Aber dann schnüffelte ich weiter am Boden und erst als Frauchen direkt vor dem Overall stand und mich rief, ging ich zu ihr hin. Der Herr Prüfer meinte später, dass es erstaunlich sei, wie schnell ich mich mit bedrohlichen oder überraschenden Situationen arrangieren kann. Dasselbe galt für die nächste Schrecksituation, als wir einen Weg lang gingen und neben uns plötzlich ein lautes Scheppern ertönte.
Die vorletzte Aufgabe war dann wieder völlig neu: Da saß eine total bedrohlich schauende Person auf einem Schlitten der ruckweise immer näher kam. Frauchen schien das nicht zu stören, also schaute ich mir das gelassen an und fragte mich, was das sollte. Der Schlitten kam immer näher und näher, und ich blickte immer wieder zu Frauchen, die aber ganz entspannt wirkte. Schließlich fuhr der Schlitten ganz an uns vorbei und es passierte uns gar nichts, ganz wie Frauchen vermutet hatte. Patric meinte dann zu Frauchen, dass es total selten sei, dass der Schlitten ganz an einem Paar vorbei gezogen würde, normalerweise sei 10 Meter vor dem Hund Schluss!
Zur Belohnung folgte dann als krönender Abschluss wieder ein Abstecher in den Wald, wo wir einfach nur rumstehen sollten. Dann wurde plötzlich total laut geschossen und Fauchen ist beim ersten Schuss mal wieder ziemlich erschrocken zusammen-gezuckt. Ich natürlich nicht, auch nicht beim zweiten Schuss. Dann spielten wir wieder zusammen, zwar leider wieder mit der doofen Beißwurst, aber besser als nichts. Während des Spiels wurde wieder mehrmals laut geschossen, aber ehrlich gesagt, habe ich das gar nicht richtig mitgekriegt!

Dann war die Schnitzeljagd beendet und uns wurde von allen Seiten gratuliert, weil wir bestanden hatten! Wenn wir das nächste Mal in Schweden sind, kann Frauchen von mir eine "Exterieurbeschreibung" durch einen Richter machen lassen (eine reine Formsache) und ich bekomme einen Titel, weil ich dann alle 3 Teile der Zuchtzulassung für Gebrauchshunde in Schweden absolviert habe (Mentalbeschreibung, Exterieurbeschreibung und bestandenen Mentaltest)! Ich finde, dass es sowas auch in Deutschland geben sollte, denn so tolle Schnitzeljagden sollten alle Hunde machen dürfen! Das macht viel mehr Spaß als so eine Ausstellung, finde ich.
Leider hat uns Kasper mit seiner Familie schon kurz darauf in Richtung Heimat verlassen, aber Bailey und Ajax, meine Gastgeberhunde, waren ja noch da und alle zusammen haben wir bei dem tollen Wetter noch einen 3stündigen (!) Spaziergang im Wald gemacht, mit Fotoshooting und allem drum und dran und zum Abschluss sogar noch eine Entenjagd durchs Wasser! Von wegen kein Jagdtrieb!!!
Abends war ich dann ziemlich kaputt, aber als Baileys Frauchen plötzlich einen riesigen aufgeblasenen "Peanut-Ball" hervorholte (wie ein großer doppelter Gymnastikball, in Form einer Erdnuss), war ich wieder hellwach: Bailey sprang auf den Ball und zeigte, wie toll er darauf balancieren kann. Das wollte ich auch probieren! Also klemmte sich Frauchen den Ball zwischen ihren Stuhl und die Wand, damit er nicht seitlich wegrollt, und lockte mich auf den Ball, der wesentlich größer war als ich. Mit den Vorderpfoten stellte ich mich drauf und gewöhnte mich an die Instabilität, und kletterte schließlich mit den Hinterbeinen nach, bis ich plötzlich oben auf dem wackeligen Ball lag. Das war lustig! Ich setzte mich auf, stellte mich hin und schaffte es sogar, Frauchens Hand nach rechts und links zu folgen indem ich den Kopf drehte. Bailey war ganz beeindruckt, wie gut ich das für's erste Mal machen konnte. Ich hoffe, dass Frauchen für Zuhause auch so einen "Peanut-Ball" kauft!
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von unseren Gastgebern und machten uns auf den Weg nach Dänemark. Unterwegs machten wir mehrmals Pause und gingen spazieren und kamen auch an einigen Shoppingzentren vorbei, die Frauchen natürlich nicht links liegen lassen konnte. Schließlich erreichten wir Kopenhagen, wo Frauchen eine Freundin besuchen wollte, die "Kleine Meerjungfrau" heisst. Wir fanden sie schließlich versteinert am Meer und aufs Wasser hinaus blickend, umringt von total vielen Touristen. Frauchen wollte unbedingt ein Foto von der Meerjungfrau machen, während die Touristen alle mich fotografieren wollten! Naja, schließlich knipste Frauchen mich zusammen mit der Meerjungfrau und ich glaube, die anderen taten das alle auch! Danach ging es wieder zum Flughafen, wo Frauchen das Auto (mitsamt Box und Gepäck) im Parkhaus abstellte und nur mit mir ins Flughafengebäude ging. Dort schaute sie sich genau an, wo wir später hin mussten und erkundigte sich, wann wir spätestens einchecken durften, damit meine Reise so kurz wie möglich wird. Als sie sich alles gut eingeprägt hat, gingen wir in den 1. Stock hinauf in ein Restaurant und Frauchen kaufte sich eine Wurst, von der ich nichts abbekommen habe. War aber nicht schlimm, da sie mich ja die ganze Zeit ständig mit Leckerli fütterte, weil ich in dem großen Trubel so brav blieb. Im Restaurant saßen wir auf einer Empore direkt an einer Brüstung aus Glas, an die ich mich anlehnen konnte um von dort hinunter das bunte Treiben im Flughafen zu beobachten. Weil es aber nach einer Weile gar nicht so spannend war, bin ich sogar trotz des ganzen Lärms etwas eingedöst. Irgendwann war es an der Zeit, dass wir zurück ins Parkhaus gingen um die Box und das Gepäck zu holen. Während Frauchen das Auto etwas saubermachte, lag ich neben dem Auto und verfolgte, wie die Mietwagen hin- und her geparkt wurden. Dann verabschiedeten wir uns von dem Auto und brachten den Schlüssel zum Mietwagentresen im Flughafen, wo die gesamte weibliche Belegschaft dreier (!) Mietwagenfirmen bei meinem Anblick völlig ausrastete und sich überschlug um mich zu streicheln und zu fotografieren! Es hat nicht viel gefehlt und ich hätte noch Autogramme geben müssen! So erging es uns auch auf dem ganzen Weg zum Einchecken (wo ich auch wieder in der Box probeliegen musste): von allen Seiten riefen die Leute "Lassie! Lassie!", alle wollten mich streicheln und Frauchen machte einige Kinder glücklich, die mir Leckerli geben durften. So abgelenkt war ich schließlich ganz froh, als Frauchen mich endlich in die Box zum Ausruhen ließ. Ich kam wieder in eine ruhige Ecke, wo ich etwas döste, bis ich wieder aufs Rollfeld gefahren wurde. Diesmal bin ich ganz sicher, dass ich Frauchen im Fenster vom Flughafen gesehen habe und sie hat mir sogar zugewunken während ich in den Vogelbauch gefahren wurde! Der Flug war genauso wie vorher und wieder hatte ich keinen Fensterplatz. Und wieder hat sich Frauchen total gefreut, als ich am Ende in meiner Box auf einem Wagen im Flughafen vorgefahren wurde!
Das waren also meine aufregenden Oster-Abenteuer in Skandinavien! Was habt ihr denn so getrieben?! ;-)
Ich freue mich auf unser nächstes Wiedersehen und schicke auch bald ein paar Fotos.
Liebe Grüße,Euer Reise-Leo mit bestandenem Mentaltest

05.01.14 - Agility
Hallo Mama! 
 Puh! Das war ein anstrengendes Wochenende! Ich weiß ja nicht, was Gina Dir schon alles erzählt hat, deswegen berichte ich am besten der Reihe nach.
 
Am Samstag haben wir alle (Frauchen und ich mit Herrchen und Zulu) einen schönen langen Spaziergang gemacht und Herrchen hat ganz viel Ball mit mir gespielt. Frauchen hat jetzt eine neue Macke und trällert jedesmal auf einer Pfeife bevor der Ball geworfen wird. Das ist ganz praktisch, denn sobald ich das Pfeifen höre, schaue ich sofort zu Frauchen um den Ball nicht zu verpassen. Ich glaube fast, dass das ihr Ziel und der eigentliche Sinn der Übung ist... Egal. Solange das Bällchen dann auch fliegt, soll es mir recht sein.
 
Danach ist Frauchen mit mir zu einem Schloss gefahren. Schon auf dem Parkplatz waren dort überall Hunde! Vor allem Border Collies, Aussies und Shelties waren überproportional vertreten. Ich war dann natürlich total aufgeregt und wusste gar nicht, wohin ich mich zuerst wenden sollte! Wir sind dann in die Richtung einer großen Reithalle gelaufen und - Du wirst es nicht glauben! - da kam uns schon Dein Frauchen entgegen. So ein Zufall! Vielleicht war es auch kein Zufall, denn die Frauchen wirkten gar nicht so überrascht. Macht aber nichts. Die größere - und schönere! - Überraschung für mich war, dass Gina auch dabei war! Wir sind dann erst mal zusammen eine Runde Gassi gegangen, und Gina hat mir erzählt, dass sie morgens in der Reithalle schon Hindernisspringen gemacht hat und richtig gut war. Gina hat sich im Auto dann noch etwas ausgeruht, während ich mit den Frauchens und Deinem Herrchen (der war auch da - hattet ihr etwa sturmfreie Bude?!) zur Reithalle ging. Da drin ging dann echt die Post ab: überall Menschen, Hunde, Gebell, Musik, Jubel, Trubel, Applaus, ... Wow! Ich war sehr beeindruckt.Wir sind dann durch die ganze Menge auf die Tribüne und haben uns bei Eurer Agility-Truppe niedergelassen. Rund um uns herum waren auch viele Hunde, einige in Boxen, andere frei und am liebsten hätte ich jeden einzeln begrüßt, aber Frauchen hat mich nicht gelassen. Das hat mich natürlich etwas frustriert, weil ich so ein unhöfliches Verhalten nicht gut finde (man muss doch "Guten Tag" sagen, wenn man irgendwo hinkommt, oder?!), und da habe ich etwas angefangen zu wimmern. Beide Frauchens sagten mir aber, dass ich die Klappe halten soll, was ich dann nach einer Weile auch getan habe. Immerhin war jede Menge Programm geboten und ich konnte von meinem Platz aus sehr gut zusehen, wie in der Halle das Turnier ablief: Die Hunde mussten nacheinander einen Hindernisparcours ablaufen, dabei über Hürden springen, durch Tunnel und über Stege laufen, eine A-Wand rauf und runterspringen und über eine Wippe balancieren. Das alles in einer ganz bestimmten Reihenfolge und ohne ihre Herrchen oder Frauchen umzurennen, die irgendwie immer im Weg zu stehen schienen. Das war ganz spannend und wohl gar nicht so einfach, denn viele wurden disqualifiziert, weil die Menschen den Hunden immer den falschen Weg zeigten (?!). Naja, Gina muss mir das vielleicht nochmal genau erklären. Sie hat den Weg jedenfalls richtig gelaufen und ich habe sie insgeheim ganz doll (und lautlos damit Frauchen nicht wieder schimpft!) angefeuert! Anschließend haben wir noch ganz lange gewartet, bis alle Hunde genug gelaufen sind, dann haben sich alle in der Halle versammelt und haben Geschenke bekommen. Warum Frauchen mit mir nicht auch da hingegangen ist, habe ich nicht verstanden, jedenfalls haben wir keine Geschenke gekriegt. Zum Trost hat mir Frauchen ein neues Hundebett gekauft, das ich gleich im Auto eingeweiht habe: ich war so müde und das neue Kissen so bequem, dass ich die ganze Rückfahrt verschlafen habe und Zuhause gar nicht aussteigen wollte!
 
Heute war das Wetter total schön und ich habe mich schon gewundert, warum wir nicht endlich spazieren gehen, aber Herrchen und Frauchen haben ziemlich lange getrödelt. Zum Glück, denn zufällig (?!) kam Knox mit seinen Leuten zu Besuch und wir sind dann alle zusammen Gassi gegangen. Das ist immer ganz toll, denn Knox und ich haben zusammen Ball gespielt und sind ganz viel zusammen gelaufen und getobt. Knox ist wirklich ein super Kumpel, auch wenn er ziemlich klein ist und kaum Fell hat. Naja, ist eben kein Collie. Dafür bin ich angeblich der einzige Rüde den er mag und mit dem er sogar spielt, das macht mich irgendwie ein bisschen stolz. Und Frauchen sagt ja auch immer, dass ich total verträglich bin und mich mit jedem gut verstehe (außer, sie können mich nicht leiden und greifen mich an - dann weiß ich mich auch zu wehren! Aber im Grunde bin ich ein Pazifist, sagt Frauchen). Nach dem Spaziergang wurde es leider etwas unangenehm, denn da stand Zahnpflege auf dem Programm: Knox' Frauchen ist Zahnärztin (für Menschen), und seit Frauchen das weiß, lässt sie von ihr regelmäßig meine Zähne kontrollieren. Aber inzwischen kenne ich das schon und erdulde die Prozedur mehr oder weniger klaglos. Eigentlich ist es gar nicht schlimm, aber ich habe festgestellt, dass es schneller geht, wenn ich etwas rumjammere, weil "sie mich nicht so lange leiden lassen wollen"... Erzähl das aber bitte nicht weiter!!!
 
Nach dem Zahnarzttermin ist Frauchen mit mir wieder zum Schloss gefahren, wo ich wieder Gina anfeuern durfte. Diesmal kannte ich aber schon alles (und jeden), deswegen war ich "total souverän" und gar nicht mehr aufgeregt. Eigentlich haben wir dasselbe gemacht wie gestern, aber diesmal wussten die anderen Hunde schon, dass ich nicht höflich sein und jeden begrüßen durfte und ich wusste, dass sie es mir nicht übel nehmen, deswegen habe ich mich gleich entspannt hingelegt und in Ruhe zugesehen, wie die anderen Hunde mehr oder weniger erfolgreich über die Hindernisse springen. Und Frauchen hat sich sehr gefreut, dass ich so "gelassen" bin. Es bedarf oft schon so wenig, um sie glücklich zu machen...! Nachdem Gina ihrerseits den Parcours absolviert hat, sind wir wieder zusammen noch eine schöne Runde gemeinsam spazieren gegangen. Dabei hat sie mir erzählt, dass Pingu dieses Agility sonst auch macht, aber diesmal nicht mitspielen durfte, weil sie zu dick geworden ist. Das kann ich mir gar nicht vorstellen: Pingu und dick?! Frauchen sagt, es ist weil sie "guter Hoffnung" ist, aber Gina meint, sie sei eher "gut im Futter". Wahrscheinlich hat Gina recht, denn dass man von Hoffnung dick wird, habe ich ja noch nie gehört! Dann müsste Zulu ja platzen, denn der hofft ständig auf etwas: auf Futter, auf Bällchen, auf Streicheleinheiten... Jedenfalls habe ich mich mit Gina total gut verstanden und finde sie immer netter.
 
So, nun bin ich doch ziemlich müde von dem langen Wochenende und den vielen Eindrücken. Was ich da allein schon an verschiedenen Gerüchen verarbeiten kann! Das reicht bestimmt für ganz viele Träume... Vielleicht träume ich ja auch von Dir, denn Frauchen hat gesagt, dass ich Euch vielleicht bald wieder besuchen und sogar auf Urlaub bleiben darf! Da freue ich mich schon drauf!!!
 
Liebe Grüße und hoffentlich bis bald,
Dein Leo, der nun ins Land der Träume entschwebt...


29.12.13 - Michel
Liebe Mama,
nachdem wir in Gedanken ohnehin die ganze Zeit bei Euch sind, möchte ich mich nun doch mal selber melden. Frauchen und ich können es immer noch nicht fassen, dass Onkel Michel jetzt plötzlich im Hundehimmel sein soll, wo er doch bei unserem letzten Besuch noch so fröhlich und munter war! Frauchen erzählt mir immer wieder, wie er uns beim letzten Besuch noch - fordernd und freundlich wie immer! - begrüßt hat, wie er tagsüber zufrieden grunzend bei uns gelegen hat und wie er uns abends ebenso freundlich verabschiedet hat. Ganz der perfekte Gentleman-Hund, der er immer war! Und genau so werden wir ihn auch immer in Erinnerung behalten: ein großer, freundlicher, souveräner "Chef", von dem ich viel gelernt habe und der nicht nur mir stets ein großes Vorbild sein wird.
Wir erinnern uns immerzu an die schönen Zeiten die wir mit Euch verbracht haben, sei es bei Euch Zuhause, in Holland oder in Schweden, wo Onkel Michel einfach eine Konstante war und für uns Hunde immer der ruhende Pol, auf den wir uns stets verlassen konnten. Frauchen erzählt von ihrer ersten Begegnung mit Deinem Frauchen, bei einem Agility-Training in Kempen, wo sie sich sofort in Michel verliebt hatte! Und erinnert natürlich jeden Moment des Urlaubs, den Onkel Michel letztes Jahr bei uns verbracht hat. Das war ja auch wirklich eine schöne Zeit gewesen, die auch Zulu sehr genossen hat! Ich weiß noch, wie die beiden lange, tiefgründige Gespräche miteinander geführt und sich über ihre Lebenserfahrungen ausgetauscht haben.

Michel Leo Zulu

Da ging es viel um Rudelpsychologie und natürlich um Futter, also Themen, die mich nicht so sehr vom Hocker hauen, also habe ich mich da meistens ausgeklinkt, aber für Zulu sind das sehr wertvolle Erinnerungen. Mich haben vielmehr die Spiele mit Onkel Michel begeistert, wenn ich ihm gezeigt habe, wie schön ich rund um die Terrasse jagen kann oder wenn Frauchen mit uns Ball gespielt hat oder wenn wir abends alle zusammen den Futterbeutel gesucht haben. Und natürlich die Streiche, die ich mit Onkel Michel ausgeheckt habe: zu der Zeit hatten wir ja die gleiche Frisur und stolze Mähne, so dass selbst Frauchen uns erst auf den zweiten Blick von einander unterscheiden konnte! Vor allem, wenn Onkel Michel und ich abends einträchtig auf dem Rücken liegend beim Fernsehen eingeschlafen sind, hat Frauchen immer lachend geschimpft, dass wir das sein lassen sollten, da sie aus dieser Perspektive keine Chance hat, uns auseinanderzuhalten! Das haben wir dann ausgenutzt und beim Eignungstest an der Dienststelle der Rettungshundestaffel alle an der Nase herumgeführt, als Frauchen Onkel Michel an meiner Stelle als "Fremdhund" für die Prüflinge eingesetzt hat; niemandem fiel etwas auf, sie waren höchstens verwundert, dass "ich" so besonders brav war! Erst als Frauchen mich dazu holte und mit uns beiden spazieren ging, flog der Schwindel auf und alle mussten über uns als "doppeltes Lottchen" lachen - es hatte wirklich keiner etwas gemerkt! Frauchen wurde noch lange danach darauf angesprochen, wie ich mich in meiner Rolle als "Doppelgänger" so mache! Naja, im Moment ist das ja Frisurbedingt eher nicht der Fall, aber ich arbeite dran.
 
Noch immer kann ich gar nicht richtig glauben, dass Onkel Michel nicht mehr da sein soll. Ich weiß, ein Teil von ihm lebt ja in uns allen und natürlich in seinen Nachkommen weiter, und er bleibt auch durch unsere Erinnerungen weiter bei uns. Nur dass er viel zu früh über die Regenbogenbrücke in den Hundehimmel gegangen ist... Wir werden ihn immer sehr vermissen!
 
Ganz liebe Grüße von
Deinem zutiefst traurigen Leo mit seiner ebenso trauernden Familie


07.12.13 - Umschulung?!

Hallo Mama! 
Jetzt will ich Dir mal von Frauchens neuesten Plänen für mich schreiben. Ich glaube nämlich, dass sie für mich eine Umschulungsmaßnahme plant. Nein, wir waren heute, am Nikolaustag, nicht im Job-Center oder bei der Arbeitsagentur, sondern in einem Verein, der "Helfer auf 4 Pfoten" heisst. Dort sind ganz viele Kollegen von Dir und Dita und Pingu, die auch alle als Besuchshunde arbeiten. Ich fand das sehr aufregend.
Zuerst hat Frauchen ganz viel gefragt und die haben erzählt, was sie so machen: sie gehen mit den Hunden hauptsächlich in Schulen und Kindergärten und Kindertagesstätten und stellen die Hunde den Kindern vor, weil viele Kinder in der Großstadt ohne Hunde aufwachsen und deswegen Hunde gar nicht richtig kennen. Dabei gehen sie mehrmals hintereinander einmal wöchentlich in die Schule, wegen der Nachhaltigkeit.
Dann wollten die Menschen noch einiges über mich erfahren (wer will das nicht?!), und Frauchen hat von meiner Rettungshundeausbildung und der Mentalbeschreibung erzählt. Die ganze Zeit durften wir Hunde frei rumlaufen und das war total spannend, denn da waren außer einer jungen Berner Sennenhündin, einer netten Airdaleterrierdame und ein paar Mischlingen total interessante Mini-Collies, die sehen genauso aus wie wir, nur in geschrumpft! Frauchen nannte sie Shelties und besonders toll war, dass die alle supergut gerochen haben! Ich fand sie so wohlriechend, dass Frauchen wohl eifersüchtig wurde; jedenfalls versuchte sie mich von den Shelties wegzuhalten. Die Besitzerin erzählte ihr, dass sie Zuhause gerade 2 läufige Hündinnen hätte (als wenn das was Besonderes wäre: die anderen konnten auch laufen!), und Frauchen meinte, dass ich wohl deswegen so interessiert wäre. So'n Quatsch! Die rochen einfach nur total gut! Zur Ablenkung hat Frauchen mit mir in dem Raum ein paar Suchspiele gemacht, hat einen Futterbeutel versteckt, den ich suchen und bringen sollte, was ich natürlich auch gemacht habe. Danach war ich auch tatsächlich etwas ruhiger und die Sheltie-Hunde nicht mehr ganz so spannend. Obwohl...
Jedenfalls wurden die Airdalehündin und ich nebenbei auch kurz vorgetestet, ob wir uns auch als Besuchshunde eignen würden. Bevor wir tatsächlich mit in Einsatz gehen dürfen, müssten wir natürlich noch einen richtigen Verhaltenstest mit Veterinär, Kindern und Tamtam ablegen, aber die Damen wollten sich natürlich grundsätzlich schon mal ein Bild von uns machen. Dafür haben sie ein paar komische Sachen mit uns gemacht (einzeln, natürlich): sie haben uns laut und freudig begrüßt, sind dabei fast über uns hergefallen, haben uns überall gestreichelt und fest umarmt, haben sich Pfötchen geben lassen und nicht mehr losgelassen (das fand ich wohl etwas doof von denen!), haben mich gerufen und mir Befehle gegeben, haben mich auch drohend fixiert, haben mich mit kleinen Leckerchen aus der Hand gefüttert und die Hand dann auch mal zur Faust geschlossen, um zu sehen, was ich dann mache (natürlich nichts - ein wohlerzogener Hund wartet dann einfach, bis die Faust wieder aufgeht, was sie ja früher oder später IMMER tut!). Dann sind noch Menschen auf Krücken rumgehinkt (das sah aus wie bei Frauchen, als sie sich den Fuß gebrochen hatte!), haben die Krücken (und noch andere Sachen wie Schlüsselbund und anderes lautes Klimperzeug) neben mir fallen lassen (auch wie Frauchen...!) und weil ich mich gerade im falschen Moment umgedreht habe, ist eine Krücke sogar halb auf mich draufgefallen (alles wie bei Frauchen!). Solche Sachen erschüttern mich natürlich alle nicht, bis auf das Pfoten festhalten - so was macht man einfach nicht, sind doch meine Pfoten! Frauchen sah jedenfalls zufrieden aus, weil ich mich durch nichts habe aus der Ruhe bringen lassen, von den leckeren Sheltiemädchen mal abgesehen. Die Leute waren auch alle begeistert und haben gesagt, dass ich ihnen sehr gut gefallen habe (... ohne Worte - was soll ich dazu schon sagen?!).
Vor dem ganzen Geteste, gab es auch noch einen Vortrag über Stress bei Hunden. Klar, ist ja gerade bei Besuchshunden vor allem in Zusammenarbeit mit Kindern wichtig, dass Stress rechtzeitig erkannt wird, damit nichts passiert. Als praktischen Übungsteil gab es - passend zum Thema - eine Einleitung in Entspannungstechniken. Das hat vor allem mit Streicheln zu tun, wäre also unbedingt was für Kalle! Aber der regt sich ja nicht auf und braucht so was deswegen nicht... So'n Pech!
Naja, so verging der Nachmittag wie im Flug. Nun bin ich gespannt, wie es weitergeht. Die Leute und Hunde waren alle total nett (vor allem die Shelties - waren übrigens auch Amerikaner, wahrscheinlich fand ich die deshalb so toll!), aber leider war die Fahrt sehr weit. Also, mal sehen... Ich werde Dich natürlich auf dem Laufenden halten. Vielleicht werden wir ja noch Kollegen?!!! 
So, von dem anstrengenden Tag bin ich ziemlich müde und muss jetzt dringend ins Bett.
Liebe Grüße, Dein Besuchs-NikoLeo
  
PS: Warum lacht sich Frauchen krank, wenn sie eine Schachtel Nikolaus-Schlümpfe sieht???!! Sie sagt aber, ich soll Euch ihren Dank ausrichten, also hat sie sich wohl gefreut!

02.10.13 - Badetag!
Hallo Doro!
So, heute habe ich den freien Tag endlich genutzt und Leo mal ordentlich gebadet. Er benimmt sich dabei immer so toll, dass ich Dir unbedingt davon erzählen muss. Nachdem er sich heute früh beim Gassigehen noch ordentlich dreckig gemacht hat (Zobel-Collie mit schwarzen Pfoten!), hat es sich auch noch doppelt gelohnt. In letzter Zeit kratzt er sich nämlich vermehrt, und falls es von irgendwelchen Rückständen vom Schwimmen kommt (wer weiß, was in den Teichen und Seen so alles rumtreibt?!), hilft ja vielleicht ein Bad. Vielleicht auch gerade nicht, aber ein Versuch ist es wert. Ich benutze ja das schöne Shampoo mit dem Collie vorne drauf, das ist bestimmt gut verträglich für die Colliehaut... Ich hoffe, das es auch gut verdaulich ist, denn Leo schleckt die Hälfte des Schaums schon beim Einseifen auf! Er ist schon ein kleiner Drogerie-Junkie, so wie er auf Creme und Seife steht...! Jedenfalls habe ich den Dreckspatz direkt nach dem Spaziergang in die Wanne gesetzt und er ließ sich wie immer prima abduschen. Da es ja ziemlich lange dauert, bis so ein Fellmonster richtig naß ist, legt er sich dabei auch schon mal hin - total cool! Vorher hatte ich schon seine Ohren gründlich saubergemacht, das fand er nicht so klasse, von daher war die anschließende Dusche wohl eine Erholung. Beim Einseifen ist er mit seiner Schnauze ständig im Weg und versucht, soviel Schaum wie möglich abzulecken, bevor ich alles gründlich ausspüle. Wegen des Juckreizes habe ich heute natürlich noch länger und gründlicher gespült als sonst (hatte auch schon so wenig Shampoo wie möglich verwendet, Tube war eh leer, Hundemesse - ich komme!), was eine Geduldsprobe für uns beide war: Leo fand es langweilig und mir fielen bald die Arme ab! Aber er macht so super mit, dreht sich genau wie ich es ihm sage, steht still, wenn nötig, schüttelt sich nicht, ... einfach toll! Als ich endlich fertig war habe ich ihm nur ein großes Handtuch auf den Rücken gelegt und auf das Kommando "Schüttel!" durfte er den ersten Trockengang selbst vornehmen! Danach habe ich ihn noch so gut es ging abgerubbelt, immer unterbrochen von seinen spontanen Schütteleinlagen (geht auch ohne Kommando!). Anschließend durfte er eine ganze Weile nicht raus, sondern musste auf Handtüchern rumliegen und trocknen. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Da ich aber nachher mit ihm zum Dogdance gehe und Leo vorher noch ordentlich kämmen will (Alva ist bestimmt ganz beeindruckt, wie schick sich Leo für sie gemacht hat!), reicht Lufttrocknen heute nicht aus, sondern es musste auch noch der Fön ran. Aber auch das erträgt Leo stoisch-heroisch, während er Zulu mit verständnislosen Blicken bedenkt, weil der sich die ganze Zeit eifersüchtig dazwischendrängt und auch gebadet und gefönt werden möchte! Ich hoffe nur, dass dieser ganze Aufwand nicht umsonst war und sich die Kratzerei wieder legt. Ansonsten steht als nächstes ein Besuch bei Onkel Marc an! Bis dahin freut sich Leo aber bestimmt, dass er endlich mal wieder schön sauber ist und so gut duftet. Er ist auch selbst ganz bemüht, sich besonders hübsch zu machen: die ganze Zeit leckt er sich eifrig, wohl damit das Fell schneller trocknet und wieder richtig liegt... Ganz schön eitel! Hoffentlich weiß Alva seine Bemühungen zu schätzen.
Liebe Grüße,
Karin und Leo-der-Wohlduftende

Leo - Badetag

02.10.13 - Sie hat`s getan...
Hallo Mama!
Nun ist es passiert: Frauchen hat ihre Drohungen der letzten Tage wahr gemacht und mich heute gebadet! Und zwar komplett, mit allem drum und dran, inkl. Hunde-Shampoo (immerhin das schöne, mit dem Collie vorne drauf! Ich versuche beim Einseifen immer schon den ganzen Schaum abzulecken, das schmeckt total gut, fast wie Bepanthen!), stundenlang ausspülen, ewig lange abtrocknen, unendlich lange auf Handtüchern liegen zum trocknen und schließlich sogar noch unerträglich lange fönen! Angeblich, weil ich nachher sonst nicht mit zur Tanzstunde mit Alva darf... Dabei macht sich Alva gar nichts draus, wie ich aussehe! Frauchen meint, es sei nötig gewesen. Sie hat mir deswegen auch ganz gründlich die Ohren saubergemacht (und zwar innen, wo ich es besonders doof finde!), aber das hätte doch wahrscheinlich gereicht, da musste das blöde Bad doch nicht auch noch sein! Wenigstens habe ich mich beim Spaziergang heute früh nochmal richtig schön eingesaut und sah aus wie ein kleines Erdferkel (hat Herrchen gesagt!). Und nun kann ich zusehen, wie ich wieder richtig nach Collie rieche und muss mich schon die ganze Zeit putzen und trocken-/sauberlecken. Hoffentlich hält sie wenigstens ihr Versprechen und nimmt mich nachher mit zum Dogdancing. Hoffentlich macht Alva bloß keine blöden Bemerkungen wegen meines Seifen-Geruchs oder denkt, dass ich mich wegen ihr so herausgeputzt habe... peinlich, peinlich!
Kannst Du dir vorstellen, dass jemand auf diese Tortur eifersüchtig ist? Da fällt mir ein - hoffentlich kommt Frauchen nicht abschließend noch auf die Idee mich auch zu kämmen! Das wäre ja noch die Krönung. Aber ich fürchte, ich werde nicht drum rumkommen...
Liebe Grüße,
Dein leidender, aber sauberer Leo


28.09.13 - Fahrradziehen mit Hindernissen...

Hallo Doro! 
Eigentlich wollte ich Dir nur von unserer heutigen Unternehmung, der Wiederaufnahme des Zughundesports, berichten, aber vorher muss ich mich erst mal wieder kritisch über meine Mitmenschen äußern...
 
Unser Plan war es, die idealen Bedingungen für Zughundearbeit an diesem schönen, sonnigen, aber nicht zu warmen Spätsommertag zu nutzen, und endlich mal wieder Leo vor's Fahrrad zu spannen. Das haben wir schon lange nicht mehr gemacht (zuletzt in Holland?!), und nachdem er bei der Sacco-Kart-Vorstellung am Tag der offenen Tür allen lautstark zu verstehen gegeben hatte, wie gerne er zieht, habe ich nur auf eine passende Gelegenheit gewartet. Eigentlich war es ja schon der Plan für gestern, aber da hatte ich verschiedene Termine bei der Versicherung und beim ADAC (Eintrittskarten für die Hundemesse kaufen!), und deswegen kurzerhand beschlossen, dass auch das mal wieder eine gute Übung für Leo sei und ihn kurzerhand dahin mitgenommen. Hat er auch ganz brav mitgemacht, nur ein kaum hörbares Wimmern in der Versicherungsagentur ließ seine Ungeduld erahnen, als sich der Termin etwas hinzog...
 
Projekt Fahrradziehen wurde also auf heute verschoben. Leo ahnte es schon, als ich ihm sein normales Geschirr anlegte und freute sich entsprechend lautstark. Das Zuggeschirr klemme ich wie immer auf den Gepäckträger, bis es zum Einsatz kommt, denn zuerst nehme ich Leo ja neben mir am Fahrrad bis wir im Feld ankommen; dort darf er dann vorab eine Runde frei laufen und seine Geschäfte verrichten und erst wenn wir auf weichem Boden angelangt sind, wird er "umgezogen" und eingespannt und dann geht's los. Soweit die Theorie. Nun zur praktischen Umsetzung. Wir fuhren also los und Leo lief ziemlich aufgeregt rechts am Rad mit und konnte es nicht erwarten endlich ins Feld zu kommen. Ich musste ihn immer wieder bremsen und er tat sich sehr schwer damit, an lockerer Leine NEBEN dem Rad zu bleiben. Wenn ich anhielt um ihn zu korrigieren, kläffte er laut und ungeduldig. Schließlich kamen wir an der viel befahrenen Bundesstraße an, an der wir wie immer anhielten und hinter der die Felder liegen. Auf der anderen Straßenseite kam uns ein Schäferhund neben seinem Herrchen (auch auf 'nem Fahrrad) gemütlich und brav aus dem Feld entgegengetrottet. Da er nicht weit entfernt war, fuhr ich äußerst rechts rüber (obwohl der Weg an der Kreuzung schon sehr breit ist und auch ohne dieses Ausweichen ausreichend Platz gewesen wäre) und wartete ab, damit sich die Hunde nicht ausgerechnet mitten auf der Straße treffen. Leo war mit der Verzögerung überhaupt nicht einverstanden, jammerte lautstark und stimmte schließlich sogar eine Art Wolfsgeheul-"light" an, der kleine Spinner! Inzwischen überquerte mein Gegenüber bereits die Straße und ich machte mich schon bereit, selbst loszufahren, da sehe ich, dass dieser Depp schräg über die Straße fährt und nicht nur versucht rechts an mir vorbeizukommen (wie gesagt, ich bin schon extra weit nach rechts ausgewichen!), sondern obendrein auch noch neben mir stehenbleibt (Hund an Hund!) und seinen Schäferhund an der Leine zu Leo lässt, um ihn zu beschnuppern! Sprachlos zog ich Leo und Fahrrad von dem Hund weg, was mit den Worten "Ist das denn keine Hündin?!" kommentiert wurde. "Nein, Du Idiot! Und selbst wenn, hättest Du das besser mal vorher geklärt, bevor Du Deinen Köter zu einem fremden Hund gehen lässt, der könnte ja auch unverträglich sein! Was denkst Du eigentlich, warum ich so weit ausgewichen bin???!" - habe ich natürlich nicht gesagt, sondern mich auf eine knappes "Nein, ein Rüde, und er soll eigentlich lernen, dass er nicht zu jedem fremden Hund gehen darf, schon gar nicht an der Leine!" beschränkt und den Blick stur nach vorn gerichtet. Der begriffsstutzige Mann wartete noch einen Moment, merkte dann schließlich, dass Leo und sein Hund wohl nicht an der Bundesstraße miteinander würden spielen dürfen und fuhr mit einen kleinlaut gemurmelten "Tschüs..." davon. Immerhin hatte ich mich inzwischen so weit wieder gefangen, dass ich ihm ein (in Anbetracht der Situation sehr freundliches) "Tschüs!" antwortete, bevor ich innerlich kopfschüttelnd meinen Weg fortsetzte. Zugegeben, der Hund war sehr freundlich gewesen, Leo ist mit allen verträglich, es wäre also nichts passiert. Aber das konnte doch der Mann nicht wissen! Im Gegenteil, nachdem ich so offensichtlich ausgewichen war, musste er eher damit rechnen, dass mein Hund eben NICHT verträglich ist... Und wenn die Hunde so dicht an der Straße aufeinander losgegangen wären (und für Zulu hätte ich in dieser Situation nicht meine Hand ins Feuer gelegt, obwohl auch er grundsätzlich mit (fast!) allen verträglich ist!), hätte sonstwas passieren können! Ich verstehe manche Hundehalter einfach nicht...
 
So, das musste ich erst mal loswerden. Zum Glück ist ja nichts passiert, die Sonne schien immer noch und Leo sprühte nur so vor Motivation. Also noch ein Stück angeleint den gepflasterten Feldweg entlang, bevor sich Leo im Freilauf erstmal austoben und jeden Grashalm markieren konnte, an dem ein anderer Hund vorbeigekommen sein mag. Und obwohl sich einige Vögel auf dem Acker tummelten, hielt sich Leo's inzwischen amtlich festgestellte nicht vorhandene Jagdleidenschaft tatsächlich in Grenzen: Sollte er in Schweden tatsächlich mitbekommen haben, wie der Mentaltest ergeben hat, dass er kein Jagdhund ist?! Wäre ja schön, aber ich blieb dennoch wachsam. Schließlich kamen wir zu dem schönen, weichen, grasbewachsenen Feldweg, der sich für unser Vorhaben optimal eignet. Ich stieg ab, legte Leo sein Zuggeschirr an, stellte ihn vor dem Fahrrad in Laufrichtung auf ("Bleib!") und ging zurück zum Rad. Leo drehte sich um. Wieder zurück, dasselbe. Immer, wenn ich Leo vorschickte, kam er zum Fahrrad und bellte mich an, so, wie er es anfangs beim Zughundekurs auch gemacht hat. Verzweiflung!!! Das lief doch sonst immer schon so gut und er zog doch so gerne, was sollte das Theater dann?! Also spannte ich die Leine wieder ab und versuchte es "trocken": ich schickte Leo voran, ohne Zugleine. Erst bellte er mich noch ein paarmal an und versuchte am Fahrrad hochzuspringen ("Was will er mir denn nur sagen???!"), dann lief er tatsächlich voraus und zwar genau im korrekten Abstand und in der richtigen Geschwindigkeit vor dem Fahrrad! Naja... Also, anhalten, wieder einspannen, hinstellen ("Bleib!") und zurück zum Rad. Diesmal stieg ich nicht direkt auf sondern schob die ersten Meter, bis Leo wieder ordentlich voranlief. Dann sprang ich schnell auf und feuerte Leo an, der sich inzwischen schon ins Zeug legte. Ab da gab es keine Probleme mehr und Leo zog, als wenn er das jeden Tag tun würde: er lief immer schön mittig, ließ sich in der Geschwindigkeit kontrollieren, es gelang uns sogar eine ganze Strecke im fleißigen Trab. Wegen der (unerwarteten) Probleme beim Start habe ich aber die ursprünglich geplante Strecke vorsichtshalber um die Hälfte gekürzt (das kann man auf diesen Feldwegen ja wunderbar dosieren!), um Leo nicht zu überfordern und ihm den Spaß zu erhalten. Wenn das Wetter hält, wiederholen wir das Programm einfach morgen!
 
Ich hoffe, bei Euch ist alles wohlauf. Leo kann es schon gar nicht erwarten, seinen neuen Familienzuwachs kennenzulernen!
 
Liebe Grüße,
Karin und Heulboje-Leo



22.09.13 - Leos`s erste Wahl
Hallo Mama!
 
Heute war es wieder ganz spannend: ich durfte zum ersten Mal wählen! Ich war so aufgeregt, dass ich kaum schlafen konnte! Was sollte ich nur wählen? Meine erste Wahl wäre natürlich Käse als Vorspeise, das war schon mal klar. Aber dann? Lieber Leberkäs, auf den mein Freund Knox so sehr steht, oder doch eher Hühnerherzen, die total lecker sind, wovor sich Frauchen aber immer etwas ekelt. Zum Nachtisch würde ich auf jeden Fall frischen Pansen wählen. Aber dann kam alles doch ganz anders.
 
Vor der Wahl machten Frauchen, Herrchen, Zulu und ich erst mal einen langen Spaziergang rund ums ganze Dorf. Schließlich landeten wir an der Grundschule wo die Wahl stattfinden sollte und Frauchen und Herrchen gingen abwechselnd rein, während der jeweils andere bei uns Hunden auf dem Schulhof blieb. Von dort konnten wir durchs Fenster zusehen wie die Leute sich im Klassenzimmer hinter die Wahlkabine stellten, in der vermutlich die Speisekarte aushing. Die netten "Wahlhelfer" waren dabei aber keineswegs eine Hilfe, sondern ließen die Leute mit ihrer Wahl allein, winkten aber uns Hunden die ganze Zeit durchs Fenster freundlich zu und schnitten lustige Grimassen! Das war es dann auch schon mit der Wahl und es ging wieder zurück nach Hause. Und weder Zulu noch ich wurden überhaupt nach unserer Meinung gefragt...! Das war doch ziemlich enttäuschend.
 
Frauchen merkte aber wohl, dass ich mir von der Wahl mehr versprochen hatte und veranstaltete später für Zulu und mich zum Trost eine eigene Wahlparty: wir durften ganz viele Tricks machen und bekamen total viele leckere Belohnungen, die sie zum Teil auch im Zimmer versteckte und die wir suchen durften! Dann spielte sie noch mit mir Frisbee und während Herrchen mit Zulu spazierenging, spielte sie mit mir im Wohnzimmer mit meinem neuen Lieblingsspielzeug, dass Summers Frauchen gebastelt hat und ich am Tag der offenen Tür bei euch bekommen habe. So war der Wahltag dann doch noch ganz schön. Und als sie mir noch erzählte, dass ich wieder (Halb-)Onkel geworden bin und 3 (Halb-)Nichten und 1 (Halb-)Neffen habe, war der Tag schon fast perfekt. An dieser Stelle herzlichen Glückwunsch an Dita und natürlich auch an Dich als Oma!
 
Ich hoffe, dass ich Euch nun bald besuchen kommen darf um den Nachwuchs zu bestaunen und mit ihnen zu spielen!
 
Viele liebe Grüße und alles Gute für Deine neuen Enkelchen,
Dein Leo, der auch ohne Wahl eine eigene Meinung hat!

18.09.13 - Leo sattelt um
Hallo Doro!
Leo scheint ja seine Alkohol-Phase nun gänzlich überwunden zu haben, allen Drogen konsequent abzuschwören und besinnt sich fortan auf eine gesunde Lebensweise. Als Beispiel (und Beweis!) dafür möchte ich Dir folgendes Erlebnis schildern: 
Letztens, Stefan war gerade Brötchen holen, kam Leo aus dem Flur ins Wohnzimmer und zog dabei umständlich ein kleines Säckchen am Bändel hinter sich her. Ganz offensichtlich wollte er den Beutel auf keinen Fall ins Maul nehmen und zog es nur am Verschlussband. Ich wunderte mich, was er da schon wieder gefunden hat (und woher???!), freute mich aber, dass er seinen Fund schnurstracks zu mir brachte und sich nicht erst selbst damit beschäftigte. Als ich das Beutelchen öffnete, fand ich darin ein angebrochenes Päckchen Zigaretten und ein Feuerzeug. Aha...?! Hatten Stefan und ich nicht vor Jahren schon gemeinsam mit dem Rauchen aufgehört...?! Nun war ich erstmal sprachlos und lobte Leo für seine "gute Tat". Zur weiteren Klärung des Sachverhalts packte ich Zigaretten und Feuerzeug wieder ein und legte das Säckchen auf Stefans Frühstücksteller. Schon bald kam der Verdächtige mit Brötchentüte zurück vom Bäcker und steuerte den Frühstückstisch an. Als sein Blick auf seinen Teller fiel, stockte er und fragte mich, was das sei (!) und wo ich das herhätte. Ich erzählte ihm stolz von meinem "Drogenspürhund". Aber anstatt sich mit mir über Leo's tolle Leistung zu freuen, warf er ihm nur schmunzelnd einen "bösen" Blick zu und nannte ihn "Du Verräter!". Dann beichtete er, dass er gelegentlich beim Skatabend mal "eine mitraucht". Den Beutel bewahrt er normalerweise in seiner Aktentasche auf. Wie Leo aber da rangekommen ist und wieso er nur den Beutel und nichts anderes rausgeholt und gebracht hat, ...?! Vielleicht sollte er tatsächlich eine neue Karriere in Erwägung ziehen und zum Drogenspürhund umsatteln!
Wozu doch so eine lange Collienase alles eingesetzt werden kann!
Liebe Grüße,
Karin und Leo-Supernase


15.09.13 - Tag der offenen Tür bei den Wall Street Collies

Liebe Mama!
 
Puh! Ich bin noch ganz kaputt von dem schönen Tag gestern! Es ist so schade, dass das Wetter nicht so toll war und Frauchen war schon beim Aufstehen deswegen ganz traurig! Zum Glück hat sie sich aber nicht abhalten lassen und nachdem sie das Auto gepackt hat (ich weiß jetzt auch, warum sie schon seit Wochen sooo viele Spielis gebastelt hat!), sind wir losgefahren. Leider konnten wir nicht unsere gewohnte Route fahren, denn die übliche Ausfahrt war gesperrt und prompt wurde Frauchen kurz etwas hektisch. Aber dann übernahm das Navi sicher die Führung und plötzlich waren wir in Holland... Dort entdeckten wir aber auf einmal ein bekanntes Auto: Summer und ihre Familie fuhren vor uns her! So ein Zufall! Denen folgten wir dann bis zu Euch und unserem angestammten Parkplatz und sogleich gab es ein großes Hallo.
Bei unserer Ankunft war schon viel los, jede Menge Besucher waren schon da und überall liefen Collies herum! Leider war Blacky auch dieses Mal nicht dabei, von "meinem" Wurf war außer mir nur Wibo gekommen, das fand ich sehr schade. Dabei habe ich doch 8 Geschwister und würde mich so sehr freuen, die mal wieder zu sehen! Dafür waren von den anderen Würfen umso mehr Vertreter erschienen, so dass sich schließlich eine stattliche Zahl (sehr schwierig zu zählen, weil alles so rumwuselte, aber über 20 waren es ganz bestimmt!) zu einem gemeinsamen Spaziergang aufmachte.
Eigentlich war das Wetter trotz Nieselregen ganz okay, denn es war zumindest nicht kalt und wie sagen wir Hunde immer: es gibt kein schlechtes Wetter, nur Menschen in falscher Kleidung! Der Spaziergang war super: Zuerst gingen wir alle noch angeleint bis zur Freilaufwiese, wo unsere Geduld auf eine harte Probe gestellt wurde - es wurden erst noch Fotos und Filme gemacht, solange unsere "Frisuren" noch saßen... Aber dann gab es kein Halten: Auf Kommando durften wir alle losstürmen und die Wiese erobern! Ich war mal wieder besonders aufgeregt und habe von allen am meisten gebellt, wie Frauchen mir später mit vorwurfsvollem Unterton erzählte. Naja, war doch aber auch klasse mit so vielen Verwandten zu laufen, zu toben, zu springen und zu spielen! Dann ging der Spaziergang weiter, immer noch im Freilauf, so dass wir alle weiterspielen konnten, während die Menschen nebenher liefen, sich unterhielten und Erfahrungen austauschten. Unterwegs kamen immer noch weitere Collies dazu, die natürlich erfreut begrüßt wurden und ohne Aufhebens in die Gruppe integriert wurden.
Dann kamen wir zurück zum Hof, wo sich der Pferdestall in ein kleines Restaurant verwandelt hatte. Für die Menschen gab es ein Wahnsinns-Buffet mit verschiedenen Speisen, u.a. fantastischem Rinderbraten von dem alle total begeistert waren und den wir Hunde auch gerne mal probiert hätten. Alva meinte, sie könnte für uns alle mal eine Kostprobe organisieren aber leider wurde sie schon erwischt als sie mit erhobener Nase am Buffet vorbeiging und stand danach unter strenger Beobachtung, so dass unser Testessen ins Wasser fiel... 
Wir Hunde waren aber auch so ganz glücklich und tobten mit den Kindern fröhlich auf dem Paddock herum. Zwischendurch kam tatsächlich sogar hin und wieder Sonne raus, was den Tag zu einem perfekten Familientreffen machte! Das fanden auch die Besucher, die (noch) nicht zur Familie gehören und sich einfach nur mal ein Bild von uns Collies machen wollten. 
Nach dem Essen gab es wieder einen Spaziergang, zur Verdauung. Wir Hunde durften wieder alle mit, auch wenn wir nichts zu verdauen hatten... Aber Hauptsache dabei sein! Wieder ging es zur Freilaufwiese und unterwegs trafen wir sogar ein paar Reiter auf großen Pferden, die zudem von einem Hund begleitet wurden. Die haben über unsere Gruppe nicht schlecht gestaunt und waren sicher beeindruckt, wie gut wir uns alle benommen haben, auch dem freilaufenden anderen Hund gegenüber, den wir alle brav in Ruhe ließen!
Nach diesem Spaziergang ging das Programm dann richtig los: Schubkarrenrennen! Es wurde in alphabetischer Wurf-Reihenfolge gestartet, so dass Frauchen und ich ("B-Wurf"!) schon ziemlich früh dran waren. Um Frauchen zu ärgern (sie hätte mich ja auch vorher mal mit einer Kostprobe von dem tollen Buffet bestechen können!), bin ich in der Schubkarre nicht wie von ihr geplant liegen geblieben, so dass die Fahrt recht wackelig wurde: Durch die Slalomstangen, um die grosse Tonne, durch ein Hütchenparcours, über eine Rampe durch einen Flatterband-Vorhang und über einen "Schüttelsteg" aus Holzstangen gab Frauchen alles. Bis kurz vor dem Ziel machte ich das alles noch mit, aber dann bin ich doch noch aus der Schubkarre rausgesprungen! Zeitverlust! Frauchen rief mich zurück und ich bin schnell wieder reingesprungen, so dass wir auch die letzten Meter zum Ziel noch schafften. Tja, hätte Frauchen mal geübt: Einmal im Garten um den Kirschbaum war wohl nicht genug...! Aber es hat Spaß gemacht und darauf kommt es schließlich an. Frauchen fand es auch lustig den anderen zuzusehen und sogar die "Noch-nicht-Familie-Leute" durften mitmachen, auch wenn sie ja (noch) keinen Collie hatten: Da Tante Doro und Onkel Marc die Schiedsrichter spielten, durftet ihr mit diesen Menschen starten, so dass allen gedient war. Und auch der G-Wurf (noch keine 7 Monate alt!) hat mitgemacht und sich sogar erstaunlich gut geschlagen!
Eigentlich wäre danach die Dog-Dance-Vorführung von Alva und mir drangewesen. Aber da unser Kurs ja so oft ausgefallen war, dass wir noch keine richtige Choreographie einstudieren konnten, haben wir lieber verzichtet und verschieben unseren Auftritt auf nächstes Jahr. Dann aber ganz bestimmt, denn Alva und ich haben sehr viel Spaß im Trickdog-Kurs und möchten unsere Kunststückchen gerne auch mal vorführen!
Dafür ging es dann direkt mit den Sacco-Karts vor die Tür. Tante Doro zeigte erst mit Gina und Michel wie es geht, danach durften alle probieren, die daran Interesse hatten. An 2 Sacco-Karts liefen dann jeweils ein erfahrener Hund und ein "Neuling". Als "alter Hase" (naja!) lief auch ich als Führhund vor einem Sacco-Kart und zeigte anderen, die neben mir liefen, wie es geht. Die meisten probierten das ja zum ersten Mal und es lief gar nicht mal so schlecht.
Zur Erholung hatte sich der Pferdestall inzwischen wie von Zauberhand vom Restaurant in ein Café verwandelt, mit einem großen Angebot an Kuchen und Desserts. Da waren aber tolle und fleißige Heinzelmännchen und -weibchen am Werk!  
Das Programm schloss dann schließlich mit der Siegerehrung vom Schubkarrenrennen, wo jeder, der den Parcours vollendet hatte, auch einen Preis bekam.
Nach und nach verabschiedeten sich dann alle, bei einigen konnte man merken, dass ihnen der Abschied richtig schwerfiel. Naja, war ja auch wirklich ein schöner Tag gewesen! Viele (auch Frauchen) tauschten ihre Kontaktdaten mit Leuten, die in ihrer Nähe wohnten und verabredeten sich mit ihnen zu weiteren Treffen und/oder gemeinsamen Spaziergängen. Ich bin gespannt, wo und mit wem Frauchen und ich demnächst noch spazieren gehen werden! Als große Überraschung gab es zum Abschied für jeden auch noch ein "Doggy-Bag": Summer's Frauchen hat für jeden von uns einen schönen "Knochen" genäht und mit einem Leckerchen zusammen eingepackt. Wow, äh, Wau!  
Auf der Heimfahrt war ich jedenfalls schon ziemlich kaputt und bin gleich eingeschlafen. Deswegen war ich auch ganz froh, dass das Rettungshunde-Training heute "nur" ein gemeinsamer Spaziergang war. Schön war, dass Knox etwas früher gekommen ist und wir vorher noch zusammen im Garten toben konnten. Er konnte kaum glauben, was ich ihm alles von meinen gestrigen Erlebnissen erzählte! Ich glaube, er hat keinen Familien-Tag, der Arme.
Ich bin jedenfalls total froh, dass Frauchen mal wieder was bei Euch hat liegenlassen, so dass wir uns bestimmt bald wieder sehen und von unseren ganzen gestrigen Erlebnissen erzählen können.
Bis dahin liebe Grüße an alle und ein Riesen-Dankeschön (auch von Frauchen!) für einen tollen Tag!
Dein Power-Leo

31.08.13      Unser Familienurlaub in Schweden
Liebe Mama!
 
Nun ist unser Urlaub in Schweden auch schon wieder ein paar Tage her und der Alltag hat uns wieder. Ich vermisse Euch und den ganzen Trubel natürlich sehr und denke noch viel an die schöne Reise zurück!
 
Schon die Hinfahrt war ja sehr spannend: Unsere beiden kompletten Familien (bis auf Zulu, der ja zusammen mit Alva einen Extra-Urlaub in der Eifel und auf Juist verbrachte!) in 2 Autos! Ich habe mich gefreut, dass ich meinen bequemen Kofferraum abwechselnd mit Dir und Dita teilen durfte, denn so konnten wir viele tiefgründige Gespräche während der Fahrt führen. Wobei ich finde, dass Dita bei solchen Gesprächen schon einen etwas therapeutischen Touch hat... An der scheint irgendwie eine Psychologin verloren gegangen zu sein. Übrigens, in diesem Zusammenhang: was sind eigentlich "Dinkelkekse"...?! Egal. Das Wetter war jedenfalls prima und wir haben eine ganz tolle Pause eingelegt in einem Naturschutzgebiet, in dem wir natürlich nicht unangeleint zusammen gelaufen sind und uns mit Laufspielen die Beine vertreten haben. Während die Menschen ein kleines Picknick machten, erzählten die anderen von der Fahrt im "Hundetransporter", wo es auf 2 Etagen wohl auch ganz lustig zuging.
Dann fuhren wir alle weiter und kamen schließlich zu einem riesigen Haus, das auf dem Wasser lag. Frauchen nannte es "Fähre", aber eigentlich war es eher ein Parkhaus. Blöd war nur, dass die Autos sich alle gegenseitig zugeparkt hatten, so dass wir da nicht mehr alleine rauskommen würden. Wer parkt denn auch schon alle Autos hintereinander in einer Reihe??? Den Menschen war es in dieser Garage wohl zu dunkel, denn sie sind Shoppen gegangen (?!), während wir in den Autos bleiben mussten. Dort wurde es plötzlich etwas unheimlich, denn der Boden wackelte und es dröhnte auch ziemlich, aber da nichts weiter passierte, war es nicht so schlimm. Praktischerweise kamen schließlich alle Autofahrer gleichzeitig vom Shoppen zurück, so dass wir aus der verzwickten Lage doch rauskamen und alle Autos hintereinander die große Garage verlassen konnten. Da haben die nochmal Glück gehabt!
Weiter ging es auf Straßen, die etwas anders aussahen als vorher, angeblich war auf der anderen Seite vom Parkhaus ein Land, das Dänemark heisst und eine andere Sprache spricht. Es wurde dann schon dunkel als wir endlich an unserem Zielort "Helsingborg" ankamen. Und die große Überraschung war perfekt: Helsingborg ist ein ganz toller Hundeplatz! Wir waren dort ganz alleine, Frauchen zeigte, was sie von mir gelernt hat und fand einen Schlüssel zum Klubhaus (unter uns: ich glaube, die hatte einen Tipp bekommen, die hat den Schlüssel niemals alleine gefunden!), wo wir uns alle häuslich einrichten konnten. Wir verteilten uns in gewohnter Manier auf verschiedene Zimmer und in verschiedene Faltkennel, so, wie wir das ja auch von Ausstellungen und sonstigen Veranstaltungen kennen. Dann gab es für alle Abendbrot, aber ich war noch zu aufgeregt von der Fahrt und hatte keinen großen Hunger. Frauchen wünschte sich, wie so oft, dass ihr das auch mal passieren würde, und packte mein Futter beleidigt wieder weg.
 
Am nächsten Morgen waren alle früh wach und ärgerten sich, dass das schöne Wetter vom Vortag sich in einen grauen Regentag verwandelt hatte! Schon bald kam Besuch von fremden Leuten, die ich nicht verstehen konnte, weil sie Schwedisch sprachen. Keine Ahnung, warum die in Dänemark schwedisch sprechen.... Es war teilweise schon alles sehr verwirrend und sollte auch für Frauchen noch kompliziert werden! Jedenfalls kamen immer mehr Menschen und auch weitere Hunde und es stellte sich heraus, dass wir getestet werden sollten. Na toll! Wo Frauchen doch bei Prüfungen so eine Versagerin ist! Das Ganze hieß "Mentalbeschreibung" und als erstes startete ein brauner Australian Shepherd und verschwand mit einer Gruppe Menschen im nahen Wald. Nach etwa einer dreiviertel Stunde kamen alle zurück und besprachen sich ausgiebig. Danach war ein Deutscher Schäferhund dran und unsere Frauchens gingen mit, um sich mal anzusehen, worum es überhaupt ging. Nachdem wieder alle zurück waren, sollte ich dann als Erster von uns Collies starten. Wie immer, wenn ich eine Prüfung mache, fing es prompt an wie aus Kübeln zu schütten... Wettermäßig bin ich einfach ein Glückspilz! 
Der Test war immerhin ziemlich einfach: ich musste nur an langer Leine mit Frauchen durch den Wald laufen. Zuerst gíng es vorbei an einer Gruppe Menschen und hin zu einem schwedischen Mann, der uns freundlich begrüßte und sich als Patrick vorstellte und sagte dass er uns durch den Test führen würde. Schwierig war dabei für Frauchen, dass sie oft nicht verstand, was sie tun sollte, wenn er etwas erklärte, das war dann immer ganz lustig! Warum 2 andere Menschen die ganze Zeit alles akribisch aufschrieben, war mir nicht ganz klar, waren doch immer ganz normale Situationen...?! Aber jede Reaktion von mir wurde schriftlich festgehalten, obwohl ich nicht einen einzigen Befehl bekam, den ich ausführen sollte. Komischer Test... Naja, von mir aus. Während der Patrick-Mann Frauchen die Hand gab und mit ihr sprach, musste ich nichts machen und durfte sogar in dem fremden Wald rumschnüffeln. Dann lockte mich Patrick freundlich und als höflicher Hund bin ich sofort schwanzwedelnd zu ihm hingelaufen. Er hat Frauchen dann die Leine weggenommen und ist mit mir weggegangen, was ich aber okay fand, weil er nicht sehr weit weg lief sondern bald kehrt machte und zurück zu Frauchen ging. Dann fasste er mich überall an und wollte mir schließlich allen Ernstes auch noch in den Fang schauen! Also bitte! Da habe ich dann doch mal den Kopf weggedreht, ich kenne den Mann doch gar nicht! Wenn da jeder auf die Idee käme... Es war Patrick dann wohl auch peinlich und er holte zur Entschuldigung ein Spieltau hervor und fing an mit uns zu spielen. Frauchen und er warfen sich das Spieltau gegenseitig zu und ich versuchte, es zu fangen. Patrick warf es dann weg und ich lief zu der Stelle und zeigte, wo es war. Dann holten sie das Tau und spielten weiter. Als es beim nächsten mal wieder weggeworfen wurde, habe ich es sogar zurückgebracht, damit sie es nicht extra holen müssen. Das fanden sie wohl gut und sie dachten sich ein anderes Spiel aus.
Wir gingen in Richtung eines Waldwegs, auf dem plötzlich ein Wiesel kreuz und quer umhersprang. Ich fand es aber nicht so spannend und es wurde auch nicht interessanter, als Frauchen mit mir hinging und es ansah (es war auch gar kein echtes Wiesel, das habe ich sofort gewusst!). Auch dieses Spiel wiederholten sie ein zweites Mal, was es aber immer noch nicht spannender machte. Patrick teilte Frauchen dann mit, dass ich keinerlei Jagdtrieb hätte, was Frauchen etwas zweifelnd zur Kenntnis nahm. Zum Glück bekam sie es am Schluss noch schriftlich, so dass ich sie jetzt immer daran erinnern kann, wenn ich das nächste mal den Krähen oder Kaninchen auf dem Feld hinterher laufe: kein Jagdtrieb, alles Einbildung!!!
Wir gingen dann ein Stück weiter und Frauchen stellte sich unter einen Baum und tat... nichts. Alle schauten ihr ganz gespannt dabei zu, wie sie geschlagene 3 Minuten nur stand und nichts tat. Sie schaute mich noch nicht einmal an. Das war so langweilig, dass ich etwas am Boden rumschnüffelte und darauf wartete, dass wieder etwas passiert. Ob sie plötzlich müde war und sich erholen musste? Wovon?! 
Schließlich hatte sie sich wohl genug erholt und wir wanderten weiter zu einem breiteren Waldweg, wo wir wieder stehen blieben. Da hörte ich es plötzlich vom Ende des Weges hinter einem Baum klatschen und schließlich kam ein Wesen in einem blauen Anorak (Frauchen nannte ihn später "Blueberry"!) zum Vorschein und wackelte quer über den Weg, ging wie eine Marionette hoch und runter, wanderte weiter und verschwand wieder hinter einem Baum. Sehr merkwürdig! Als Frauchen mich losließ, bin ich gleich mal in die Richtung gelaufen um nachzuschauen, was aus dem geworden ist. Bevor ich den Weg verließ, habe ich mich nach Frauchen umgeschaut, um zu fragen, ob das okay ist, aber sie hat nicht reagiert. Dann lief ich zu dem Baum, hinter dem der Blueberry verschwunden war und habe ihn vorsichtshalber markiert, falls wir ihn später nochmal suchen sollten. Auf dem Rückweg zu Frauchen kam dann der Blueberry wieder hervor und schwenkte ein Spielzeug und lockte mich. Ich lief also wieder hin, fand das Spiel aber doof und bin lieber zurück zu Frauchen. Zusammen sind wir dann zu dem Blueberry gegangen wo sich mein Verdacht bestätigte: es war doch nur ein Mensch gewesen!
Nachdem das Spielzeug von dem immer noch doof war, sind wir im Wald weiter gewandert. Ohne Vorwarnung schoß mit lautem Knall plötzlich ein riesiger Overall direkt vor mir aus dem Boden. Wow, bin ich erschrocken! Frauchen ist sofort stehengeblieben, während ich einen Satz zur Seite gemacht habe! Der Overall hat sich dann aber nicht weiter bewegt, was Frauchen nach einer Weile wohl ermutigt hat, ein paar Schritte darauf zuzugehen. Als nichts passierte, ging sie ganz hin und stellte sich direkt davor. Dann hockte sie sich davor auf den Boden und ich bin sofort zu ihr hingelaufen und habe bei der Gelegenheit den Overall etwas genauer untersucht. Fazit: ein Overall, der im Wald steht. Wir sind dann ein Stück zurück gegangen und haben den gleichen Weg wie vorher fortgesetzt, diesmal am Overall vorbei, der mich aber schon nicht mehr interessiert hat. Frauchen offensichtlich schon, denn sie ist nochmal mit mir zurückgegangen und hat das auch nochmal wiederholt. Schließlich hatte auch sie sich an den Overall gewöhnt, den ich schon überhaupt nicht mehr wahrgenommen habe, so dass wir unseren Spaziergang fortsetzen konnten.
Wir liefen einen anderen Waldweg lang und plötzlich schepperte es total laut und ziemlich lange direkt neben mir im Gebüsch! Ich bin wieder total erschrocken und habe einen Satz zurück gemacht, während Frauchen wieder sofort stehen blieb. Wieder habe ich ihr die Situation überlassen (sie will ja sonst auch immer das Sagen haben!) und habe der Stelle den Rücken zugedreht, um Frauchen zu zeigen, dass es nichts Schlimmes ist. So ermutigt ging Frauchen wieder ein paar Schritte in die Richtung aus der der Lärm gekommen war, dann traute sie sich ganz hinzugehen und schließlich hockte sie sich wieder hin, woraufhin ich sofort zu ihr lief und feststellte, dass eine schwere Eisenkette wohl von Geisterhand über ein überdimensionales Holzwaschbrett gezogen worden war, was den Krach natürlich erklärt. Siehste! Habe ich gleich gewusst, dass es nichts Schlimmes ist! Frauchen war wieder skeptisch und ging wie schon beim Overall wieder zurück und wir passierten noch zweimal die Stelle, an der ich konsequent keine Reaktion zeigte, um Frauchen nicht noch mehr zu verunsichern. 
Dann ging es weiter und Frauchen blieb mitten Wald plötzlich wieder stehen und rührte sich nicht. Schon wieder so eine langweilige 3-Minuten-Pause, dachte ich und untersuchte schon mal den Waldboden um uns herum. Auf einmal merkte ich, dass sich komische weiße Wesen langsam und unheimlich, fast wie schwebend, näherten. Richtig gespenstisch! Nee, es waren sogar Gespenster! Echte Geister und gleich 2 Stück! Was die in Dänemark-Schweden so alles in ihren Wäldern haben! Frauchen rührte sich nicht, wahrscheinlich war sie vor Angst erstarrt, so dass ich den Geistern wieder den Rücken zudrehte um ihr zu zeigen, dass sie nicht gefährlich sind. Die Gespenster kamen allerdings immer näher, so dass ich irgendwann doch wieder schauen musste, aber dann blieben sie doch stehen. Frauchen ging in die Richtung von einem Gespenst und ich lief mit und konnte gleich feststellen, dass es sich wieder nur um Menschen handelte, die sich verkleidet haben. Vielleicht haben die ja hier im Wald so lustige Moden?
Zum Schluss kamen wir jedenfalls wieder an der Stelle an, wo der Test (Test? Das war der Test?! Das war doch nur ein Waldspaziergang!) begonnen hatte und wieder spielten Patrick und Frauchen und ich mit dem Spieltau. Frauchen zergelte dann auch mit mir, während in der Nähe zweimal ganz laut aus einer 9mm-Pistole geschossen wurde. Das Spiel war aber so schön, dass ich auf die Schüsse nicht reagierte (obwohl Frauchen beim ersten Schuss ziemlich zusammengezuckt ist!). Dann dirigierte uns Patrick so lange, bis wir ungefähr in die Richtung schauten, wo die Schüsse herkamen und tatsächlich: wieder wurde dort zweimal geschossen! Na, und?! Offensichtlich wurde keiner verletzt, so dass wir alle zurück zum Clubhaus gingen, wo Frauchen mich lobte und sich dann mit den Prüfern besprach. So schlimm wird es nicht gewesen sein, sie schien danach jedenfalls sehr zufrieden, so dass ich vermute, dass sie den Test wohl bestanden hat. Ein Glück, dass ich dabei war! Ohne mich hätte sie sicher schlechter abgeschnitten! Nach uns kam dann Dein Frauchen dran, die allerdings 4 Anläufe brauchte und jedes Mal mit einem anderen Hund! Die konnte den Test am Ende bestimmt auswendig!
 
Da es noch hell war und wir nicht noch eine Nacht im Klubhaus schlafen wollten, packten wir anschließend schnell zusammen und fuhren weiter, Richtung Stockholm. Dort kamen wir spät abends an und wurden begrüsst von... Elisabet und Hasse, den neuen Eltern von Kasper (aus dem G-Wurf), den Frauchen und ich insgeheim ja immer "George Clooney" genannt haben, weil er so ein hübscher, adretter Kerl ist. Wir waren mitten in einem Wald, wo überall kleine Häuschen verstreut waren, aber so weit auseinander, dass jeder seine Ruhe hatte und ungestört war. Toll! Herrchen, Frauchen und ich zogen zum Schlafen in einen Wohnwagen, während sich alle anderen in einem dieser kleinen Waldhäuschen breitmachten.
Dort haben wir dann alle zusammen tagsüber gewohnt, gekocht und gegessen, für uns Hunde wurde ein großer Auslauf rund um die Terrasse eingezäunt. Kaspers Familie wohnte nur ein paar Schritte weiter weg in einem eigenen Waldhäuschen. Manchmal, wenn unsere Menschen zu Kaspers Menschen rübergingen, haben wir uns den Spaß gemacht aus unserem Auslauf auszubrechen und sie abzuholen. Dem Geschrei nach zu urteilen war die Freude jedes Mal riesengroß! Aber meistens haben sie uns ja von vornherein gleich mitgenommen.
- Mir hat es dort sehr gut gefallen und ich habe mich sehr gefreut, dass wir fast eine Woche geblieben sind. Jeden Tag sind wir in dem schönen Wald spazieren gegangen und haben das tolle Wetter ausgekostet. Dort war auch ein großer See und ganz oft sind wir schwimmen gegangen. Von den Menschen ist (wie immer) nur Tante Doro mit mir schwimmen gegangen, ich glaube, die anderen Menschen sind alle Wasserscheu. Man hätte die wahrscheinlich schon viel früher an Wasser gewöhnen müssen... Tante Doro und ich hatten jedenfalls wie immer viel Spaß im Wasser.
Hinter unserem Häuschen war auch ein kleiner "Hausberg", den wir jeden Tag erklommen und auf dem wir alle zusammen Verstecken spielten: Ein Frauchen versteckte sich irgendwo auf dem Berg, das andere Frauchen ließ uns Hunde irgendwann suchen. Das hat so viel Spaß gemacht, als großer "Suchtrupp" den Berg zu erstürmen! Einmal bin ich aber auch mit Kaspars "Bruder" Victor (der ist sowas wie Zulu für mich, also nicht wirklich sein Bruder, aber immerhin auch ein Collie) ohne die anderen in den Wald gegangen. Victor macht nämlich "Rettungshundesport", das ist wie in unserer Staffel, aber nur als Sport und ein bisschen anders. Frauchen und Victors Herrchen haben sich dann ausgetauscht und wir haben gegenseitig gezeigt, wir wir jeweils trainieren. Das war ganz interessant, denn es ist doch etwas unterschiedlich. Frauchen hat sich jedenfalls sehr gefreut, dass ich schön gesucht, gefunden und angezeigt habe. Na, ist doch klar, oder?! 
Viel zu schnell war die schöne Zeit vorbei und wir machten uns auf den Heimweg. Zurück fuhren wir über Hamburg, wo wir bei Herrchens Schwester eine Pause einlegten. Die war ganz begeistert von soviel Collies, und wir durften alle mit in die Wohnung! Weil Herrchen aber immer so doll Heimweh hat, sind wir nicht über Nacht geblieben, sondern nach dem Essen direkt weitergefahren. Mitten in der Nacht waren wir dann wieder Zuhause, so dass es zu spät war, Zulu noch abzuholen, der bei Ronja auf uns wartete. 
 
Das war - trotz der langen Autofahrt - wirklich eine tolle Reise. Ich hoffe sehr, dass wir so etwas mal wieder machen!
 
Frauchen sagt, dass wir uns zum Tag der offenen Tür wiedersehen, da freue ich mich schon drauf und wir können weiter in Erinnerungen an diesen Sommer schwelgen!
 
Bis dahin liebe Grüße,
Dein Reise-Leo

 

 

10.08.12:

Hallo Wall Streets!
Nachdem sich Leo gestern ausnahmsweise mal nicht direkt an den PC gestürzt hat sondern sich sofort in den Erholungsmodus begeben hat (auf dem Rücken an der Wand, Augen zu und Beine in der Luft), werde ich mal von den Ereignissen des Tages berichten. Betiteln könnte man den Tag mit "Leo's persönliche Streichelzoo-Erlebnisse".
Los ging's morgens noch recht harmlos mit einem frühen Besuch von Alva mit Familie. Hätte Leo gewusst, was ihn noch erwartet, wäre er mit Alva wohl nur halb so wild durch den Garten getollt! Alva's Frauchen erinnerte mich auch noch daran, dass wir ja für den Collie-Tag im September Schubkarrefahren üben müssen. Das hätte ich ja fast vergessen! Also haben wir kurzerhand die Schubkarre geholt und erst Alva, dann Leo darin durch den Garten geschoben. Wie nicht anders erwartet, hatte keiner von beiden damit ein Problem sondern sie wunderten sich wahrscheinlich nur, was wir denn nun schon wieder für komische Ideen haben... 
Kaum waren alle fort, machte ich mich mit Leo auf den Weg zu einer Kollegin, die gerade einen Wurf junger Katzen hat. Die Kätzchen möchte sie vor der Abgabe ins neue Zuhause möglichst umfassend sozialisieren und deswegen sollten sie auch Hunde kennenlernen. Ob ich denn nicht mal mit Leo...?! Na klar! Leo liebt ja Katzen, zumindest solange sie nicht weglaufen, denn dann rennt er natürlich begeistert hinterher! Ansonsten findet er sie aber einfach nur spannend. Das beweist er ja jedesmal aufs Neue, wenn er bei Euch zu Besuch ist, und die Katzen ihm um die Beine streichen, während er sich fast den Hals ausrenkt, um sie dabei zu beobachten! Ich war gespannt, was er nun zu den Katzenbabys sagt. Vorsichtshalber blieb er angeleint, um die Samtpfoten nicht zu erschrecken und den Sozialisierungsplan dadurch zunichte zu machen, dass er womöglich doch einen Satz macht, falls ein Stubentiger die Flucht ergreift. Aber die Katzenmama wollte es gar nicht erst so weit kommen lassen: Todesmutig lief sie Leo forschen Schrittes entgegen, wild entschlossen sich dieser riesigen haarigen Bestie ("Was ist das überhaupt für einer: Cat-Zilla, der Riesenkater?!") notfalls selbst zu opfern. Aber kampflos würde sie nicht aufgeben, wie sie durch einen buschigen Schweif, warnendes Fauchen und aufgestellte Nackenhaare deutlich machte. Leo war entsprechend beeindruckt ("Hä? Katzen benehmen sich doch sonst ganz anders! Kennt die den Katzen-Knigge nicht?!") und schaute verlegen mit einem tu-mir-nix-ich-tu-dir-auch-nix-Blick zur Seite. Die Baby-Katzen jubelten ihrer tapferen Mutter Beifall zu und maunzten begeistert. Immerhin liefen sie nicht weg, hielten aber vorsichtshalber Abstand und beobachteten Leo aus sicherer Ferne. Um wenigstens etwas Würde zu wahren, fraß Leo den Katzen aus der Küche zumindest das Katzenfutter weg.
Eigentlich wollte meine Kollegin auf ihrer Weide den Brennesseln zu Leibe rücken, traute sich aber nicht allein, da sich ihre 4 Schafe an solchen Aktivitäten immer gerne beteiligen und ihr dadurch in die Quere kommen, indem sie sie von hinten anrempeln. Es wäre also hilfreich, wenn eine zweite Person die Schafe in Schach hielte, während sie sich über die Brennesseln hermacht... Schafe in Schach halten?! Na hör mal, Leo ist doch ein Collie, dem steckt das Schafehüten doch gewissermaßen im Blut, das ist doch die Aufgabe, für die er geboren ist! Also auf zur Schafweide. Auf dem Weg dahin, zu Fuß durch eine große Art Schrebergärten-Kolonie, kamen wir an einem Trupp Arbeiter vorbei, die einen Teil des Weges pflasterten. Die enge Gasse wurde von einer leeren Schubkarre verstellt, an der wir uns vorbeiquetschen mussten. Mit einem munteren "Hopp!" ermutigte ich Leo die Abkürzung über die Schubkarre zu nehmen und unter den ungläubigen Blicken der Arbeiter, sprang Leo ohne zu zögern erst in die Karre, und mit einem zweiten Satz elegant wieder heraus, als wenn es das normalste in der Welt wäre! Meine Kollegin lachte und die sprachlosen Arbeiter schauten uns mit offenen Mündern nach.
Als wir zur Weide kamen, war von den Schafen erst mal nichts zu sehen. Leo blieb wieder angeleint, denn er sollte die Schafe nicht erschrecken oder gar jagen, falls sie vor ihm wegliefen. Nach mehrfachem Rufen - wir dachten schon, sie wären ausgebüxt und wir müssten uns auf Schafssuche begeben! - regte sich schließlich doch noch etwas und die kleine Herde trabte fröhlich auf uns zu. Beim Anblick von Leo legten sie fast noch einen Zahn zu und galoppierten uns neugierig entgegen! So hatte ich mir das nicht vorgestellt und Leo fragte sich schon zum zweiten Mal an diesem Tag, was heute nur schiefläuft: Schafe - das waren doch die lustigen Tiere, die blökend in einer dichten wolligen Masse davonrennen, wenn Hund bellend an den Zaun rennt, oder etwa nicht???! Diese vier hier waren jedenfalls weit davon entfernt, die Flucht zu ergreifen, im Gegenteil, sie kamen immer näher und der Bock streckte seinen behörnten Schädel nach Leo aus, um ihn ausgiebig zu beschnüffeln. Mutter Schaf näherte sich auch und stampfte energisch mehrmals mit den Vorderfüßen, worauf Leo mir einen Schritt näher kam, vorsichtshalber... Die beiden Lämmer schauten sich das ganze Spiel belustigt an und werden sich in ihrem Leben wohl nie vor einem Hund fürchten, zumindest hier war die Sozialisierung also erfolgreich! Zu Leos Erleichterung verloren die Schafe bald das Interesse an ihm. Als wir die Weide nochmal begutachtet haben, beschlossen wir spontan, dass es für Weidearbeit zu heiß sei und die Brennesseln sicher noch eine Woche warten würden. So endete Leos erster Einsatz als Hütehund eher ernüchternd und wenig erfolgreich...
Nachmittags machte ich mich dann auf zu Knox Frauchen, mit der ich reiten gehen wollte. Kumpel Knox war über unseren Besuch hoch erfreut und tobte gleich mit Leo durch den Garten, während wir uns noch eine Tasse Kaffee genehmigten. Leo ist ja immer noch Knox bester Freund und darf sogar dessen Knochen fressen und Spielsachen aus dessen Schlafhöhle holen. Während Leo sich den Kauknochen schmecken ließ, schaute Knox immerhin recht verdattert eine Weile zu, bevor er schließlich doch bellend seinen Unmut äußerte. Leo ließ daraufhin kommentarlos den Knochen fallen und überließ ihn dem rechtmäßigen Eigentümer. Und während Knox nun den Knochen weiter bearbeitete, musste er aus dem Augenwinkel beobachten, wie sich Leo gelassen in seiner Schlafhöhle umsah und mit einem Spieli wieder rauskam. Soviel Dreistigkeit war Knox nicht ganz geheuer und er beschloss weise, großzügig darüber hinwegzusehen. Schließlich ließen beide Hunde von den Gegenständen ab und begannen ein fröhliches Lauf- und Fangspiel.
Nachdem sie sich ausgetobt hatten, machten wir uns auf den Weg zum Stall. Leo und Knox kuschelten wie schon oft gemeinsam im Kofferraum. Pferde waren - allein wegen der Größe! - Leo noch nie so recht geheuer gewesen. Aber nun war er schon zum 3. Mal im Stall und zeigte sich souverän. Ich legte ihn in der Stallgasse ab, wo er brav wartete, bis wir das Pferd fertig geputzt und gesattelt hatten. Zwischendurch belohnte ich ihn mit Pferdeleckerli, auf die er seltsamerweise total abfährt! Vielleicht doch ein Vegetarier?! In der Halle musste Leo mit Knox in einer Ecke liegen bleiben, während Knox Frauchen und ich uns mit dem Reiten abwechselten. Knox kannte das schon und rollte sich bald zu einer schlafenden Kugel zusammen, aber Leo beobachtete das große Pferd, wie es sich mal schneller, mal langsamer, mal näher, mal weiter weg durch die Halle bewegte. Schließlich folgte er Knox Beispiel und legte sich dösend auf die Seite. Nachdem wir fertig waren, führte ich den riesigen Schimmel noch trocken und nahm Leo dabei an der Leine mit: Erst lief er am äußersten Ende der Leine mißtrauisch nebenher und sah immer wieder skeptisch nach den Pferdehufen, kam aber schon bald näher, so dass ich die Leine kürzer fassen konnte und schließlich lief er ganz entspannt bei "Fuß" und schaute neugierig, als sich das Pferd mit seinem riesigen Schädel nach ihm umsah. Auf der Rückfahrt musste Leo dann die ganzen Eindrücke des Tages in Ruhe verarbeiten (aggressive Katzen, aufdringliche Schafe und neugierige Pferde - konnte sich denn nicht wenigstens eine Spezies artgerecht verhalten und vor einem tapferen Collie weglaufen?!) und begab sich zuhause, wie schon erwähnt, gleich in den Erholungsmodus. 
Heute hat er sich dann eine Pause verdient aber schon morgen geht es weiter mit Rettungshundetraining.
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende und viel Erfolg bei der Ausstellung in Reken!
Liebe Grüße,
Karin und Zoo-Leo

24.07.13:

Hallo Mama!
So, nun sind wir wieder wohlbehalten Zuhause angekommen und während Frauchen auspackt und die Waschmaschine füttert, nutze ich schnell die Gelegenheit, um mich kurz bei Dir zu melden! Ich bin noch etwas wehmütig, denn der Urlaub mit Euch allen in Holland war - wie schon letztes Jahr - aufregend, abwechslungsreich und einfach wunderschön!
 
Die Rückfahrt von Holland verlief recht ereignislos, wenn man davon absieht, dass Frauchen permanent rumquengelte, weil sie Hunger hatte... Zulu meinte nur, dass er das Gefühl nur zu gut kennt, aber sie hätte ja vor der Abreise einfach etwas essen sollen, immerhin ein Privileg der Zweibeiner: Kühlschrank öffnen, wann immer einem danach ist. Wenigstens hatten wir keine Verkehrsbehinderungen und waren schnell daheim, so dass sie nicht allzu lange leiden musste und schon bald in Düren den McDonalds überfallen durfte!
 
Während der Fahrt haben Zulu und ich uns richtig nett unterhalten und den ganzen Urlaub nochmal Revue passieren lassen. Zulu hat am Besten gefallen, dass er tagsüber die ganze Zeit immer da sein durfte, wo Herrchen und/oder Frauchen waren, auch wenn alle anderen Hunde das nicht durften. Er meinte, dass er diesen Bonus aufgrund seines Alters verdient hätte, aber ehrlich gesagt, hätte ich mir an seiner Stelle dann einen anderen Altersbonus ausgesucht, wie Leberwurst zum Frühstück oder Käse zum Abendbrot oder den ganzen Tag frei zugängliche Leckerchen oder eine WG mit meiner Freundin Summer, aber das muss jeder selbst wissen. 
 
Mein schönstes Ferienerlebnis war tatsächlich die Überraschung, dass Summer (neben dem Rest der Wall Street-Familie aus Kempen) uns an unserem Ankunftstag schon erwartet hat und wir gleich mit spielen und toben loslegen konnten! Summer hat sich gegenüber letztes Jahr überhaupt nicht verändert und wir konnten genau da anknüpfen, wo wir uns letztes Jahr trennen mussten. Mit ihr spiele ich genauso gerne wie mit Alva, aber da wir uns so selten sehen, haben wir - genau wie letztes Jahr! - jede Minute ausgenutzt und kamen gar nicht dazu, mal eine Pause einzulegen. Aber selbst wenn ich geahnt hätte, was wir abends noch vorhatten, hätte ich das wilde Toben nicht eingeschränkt, und Summer sicher auch nicht!
 
Da an diesem Tag der Himmel etwas bedeckt war und die Temperaturen sich im Rahmen hielten, haben wir alle gegen Abend beschlossen eine Fahrradtour zu machen. Alle Herrchen und Frauchen hatten Fahrräder dabei aber nur Dein und mein Frauchen hatten Zughunde-Antennen. Also mussten alle anderen Herrchen und Frauchen selbst radeln, während unsere Frauchen sich von Dir mit Pingu bzw. mir mit Kalle ziehen lassen konnten. Erst hatte Frauchen ja befürchtet, dass Kalle und ich gemeinsam zu stark sein würden, aber dann hat sie sich ja doch getraut uns als "Zweispänner" laufen zu lassen. Kalle wollte wie vor dem Sacco-Kart oder dem Schlitten gleich lospreschen und nicht auf mich hören. Aber da ich ja im Frühjahr den Zughunde-Workshop besucht habe und somit quasi ein diplomierter Fahrrad-Zughund bin, finde ich, dass es mir zusteht, das Kommando zu geben. Das hat Kalle dann auch sofort eingesehen, so dass wir schnell aufeinander eingestimmt waren und wie ein perfekt eingespieltes Team Frauchen durch die HolLande zogen. Du glaubst ja gar nicht, wie schnell Kalle traben kann! Ich hatte alle Mühe, mit ihm Schritt zu halten, habe mir aber nichts anmerken lassen und bin nur ein paarmal heimlich etwas galoppiert, um wieder aufzuschließen. Ich muss schon sagen, zu zweit macht diese Zughundgeschichte noch mehr Spaß als alleine! So war ich schon am ersten Tag ziemlich kaputt und habe es gerade noch geschafft, Zulu von diesem Fahrradausflug zu erzählen (er war ja nicht mitgekommen sondern lieber mit Onkel Michel Zuhause geblieben), bevor ich mich an die nächste Wand gelegt habe und tief und fest eingeschlafen bin! Für Zulu war das, glaube ich, eine schöne Gute-Nacht-Geschichte und eine gute Ablenkung, denn er war erst etwas traurig, weil er nicht mit Herrchen und Frauchen im Zimmer schlafen durfte, sondern mit uns allen unten im Wohnzimmer bleiben musste. Er hat sich aber schnell damit abgefunden und auch schon bald den Weg ins Reich der Träume und Würstchen gefunden...
 Leo13 Leuchtturm
Am nächsten Morgen, naja, eher Vormittag, habe ich gleich wieder mit Summer gespielt, bis wir uns alle auf den Weg zum Strand gemacht haben. Dort hat Frauchen Doro (genau wie letztes Jahr!) mit uns allen im Wasser gespielt und sogar dasselbe Leuchtturm-Spieli immer wieder ins Meer geworfen, wo wir es wieder holen durften. Und genau wie letztes Jahr, durfte ich es vor allem immer dann holen, wenn es so weit im Meer schwamm, dass es nur noch schwimmend zu erreichen war. Am Anfang wollte ich mich erst nicht komplett nass machen, aber da an diesem Tag die Sonne so heiß schien, war es eine wirklich angenehme Erfrischung und ich bin immer wieder und immer weiter rausgeschwommen, während mich alle anderen laut bellend (kläffend?!) unterstützt haben. Nach und nach sind dann auch die anderen immer tiefer ins Wasser gegangen und geschwommen, so dass wir uns später abgewechselt haben: einer schwamm das Spieli holen, der Rest stand bis zum Bauch im Wasser und feuerte lautstark an. Wenn der Schwimmer wieder Boden unter den Pfoten hatte, übergab er das Spieli - wie beim Staffellauf! - an den Nächststehenden, der es dann zu Frauchen Doro brachte und das Spiel begann von vorne. Das hat wirklich riesig Spaß gemacht! Nachmittags habe ich dann wieder mit Summer getobt, ... das Leben ist einfach schön! Ich habe mich auch sofort wieder in den schon bekannten Tagesablauf eingefügt, inkl. der gemeinsamen abendlich Fütterung, wo alle Hunde sich im Garten verteilt hinsetzen und jeder eine Futterschüssel vor sich hingestellt bekommt, die aber noch nicht angerührt werden darf. Erst wenn das Zeichen "Geht fressen!" kommt ("Guten Appetit!" wäre zwar angemessener, aber davon verstehen die Menschen ja nichts. Egal, Hauptsache, es kommt überhaupt ein Signal!), darf jeder zu seinem Napf und alles sauber leerschlecken. In Gemeinschaft schmeckt dann alles gleich nochmal so gut, vor allem, weil ich auch immer etwas von eurem leckeren Futter abbekommen habe und nicht nur das langweilige Trockenfutter, das Frauchen mir immer gibt.
 
Viel zu früh kam dann aber der Tag, an dem Summer wieder abgereist ist. Das war sehr traurig, vor allem, weil es für uns so plötzlich war, dass wir uns gar nicht richtig verabschieden konnten. Ich hoffe aber, dass sie im September zum Tag der offenen Tür nach Kempen kommt, so dass wir uns da wiedersehen. Das wäre so toll, denn mit Alva plane ich ja eine kleine Überraschung, mit der wir dann ihre Schwester Summer (und Dich und alle anderen natürlich auch!) hoffentlich verblüffen können! Aber ich will noch nicht zu viel verraten...!
 
Ja, dieser Sommerurlaub war wirklich schön. Ich habe auch viele neue Freunde und Verwandte kennengelernt, die uns in Holland außerdem noch besucht haben: an einem Tag kam meine Halbschwester Indy mit ihrer Familie vorbei. Sie hat wirklich ein tolles Zuhause: neben ihrem Frauchen und Herrchen hat sie noch 2 weitere junge Herrchen, die sich alle um sie kümmern und die alle total gut und gerne kochen! Die bekommt bestimmt kein Trockenfutter... Das mit der 4 Frauchen/Herrchen-Konstellation habe ich zwar erst nicht verstanden, aber Zulu sagt, dass es auch bei Menschen so etwas wie eine Familie gibt und die Menschen bekommen nicht nur kleine Hunde sondern manchmal auch kleine Menschen (die sie "Kinder" nennen). Ich glaube aber, dass es eher so etwas wie eine Verstärkung ist, denn Indy hat es Faustdick hinter den Ohren: mit ihren 5 Monaten hat sie uns erwachsene Hunde ganz schön in Schach gehalten! So ein gesundes Selbstbewusstsein habe ich noch nie gesehen, und ich habe mich gar nicht richtig getraut, mit ihr zu spielen!
 
Außerdem habe ich ja noch meinen Halbbruder "Bertl" kennengelernt, der mit seiner Familie gleich für ein paar Tage geblieben ist. Bertl ist bestimmt der größte Collie, den ich je gesehen habe, glaube ich, dabei ist er erst halb so alt wie ich! Wie hast Du das nur geschafft?! Mit ihm konnte ich mich gut über Rettungshundearbeit unterhalten, denn auch er macht eine Ausbildung zum Flächensuchhund. Somit konnten wir unsere Erfahrungen "unter Kollegen" austauschen, was die anderen Hunde schon etwas beeindruckt hat. Alle zusammen haben wir auch einen Ausflug zu einem großen See gemacht, wo unsere Herrchen ein Segelbötchen aufgebaut haben und zusammen einen "Törn" gemacht haben. Wir anderen sind an Land geblieben und während unsere Frauchen sich gepflegt unterhalten haben, haben wir Hunde aufgepasst, dass niemand kentert. Bertl und ich hatten uns kurzerhand geeinigt, notfalls spontan auf Wasserrettung umzusteigen, aber das war dann zum Glück nicht nötig.
 WSC13
A propos neue Ufer: In diesem Urlaub habe ich entdeckt, dass viele Hündinnen nicht nur als Spielkameradinnen interessant sind und ganz seltsame Gefühle in mir auslösen können, die nichts mit Spieltrieb zu tun haben, zumindest nicht mit Spiel... Ob das vielleicht daher rührt, dass Dita diesmal besonders gut roch? Sie ist zwar meine Halbschwester, aber ich habe sie plötzlich mit ganz anderen Augen bzw. anderer Nase wahrgenommen. Hat sie etwa ein neues Parfum?! Wenn ja, wo kann ich das kriegen???! Das Aroma war ja so fantastisch, dass mir ganz anders wurde (und das meine ich auch tatsächlich genau so!) und ich gar nicht genug davon bekommen konnte! Mannomann, sage ich da nur... 
 
Siehste, jetzt habe ich glatt den Faden verloren. Naja, ich bin ja nun auch wirklich noch müde von dem aufregenden Spaziergang vor unserer Abreise: Als wir zu unserer Bucht kamen, hatte jemand (ein Herr Ebbe, glaube ich, sagt Herrchen) einen großen Teil vom Wasser weggeräumt (frag mich nicht, wie!) und da waren total viele Möwen, die überall rumflogen und Sachen aus dem Schlick pickten. Das war eine Freude die zu jagen! Du hattest da genauso viel Spaß wie ich und wir beide sind ohne Pause gerannt und gerannt, im knietiefen Wasser umhergesprungen, haben geschwommen und gejagt und konnten kein Ende finden. Es war einfach toll! Auch Frauchen fand es schön zu sehen, wie viel Spaß ich hatte und wie ausdauernd ich bin (dabei weiß sie das ja schon längst). Einmal habe ich aber im vorbeiflitzen gehört, wie sie sich gefragt hat, wie sie mir das wohl bloß wieder abgewöhnen soll, wenn wir zuhause sind, weil ich ja eigentlich keine Vögel jagen soll, aber das habe ich bestimmt bloß falsch verstanden. So einen Spaß kann man doch nicht verbieten, oder?!
 
Nun, jedenfalls werde ich wohl recht bald ins Bett gehen. Ich wünsche euch allen noch einen schönen Resturlaub und bedanke mich ganz, ganz herzlich für  die tolle Zeit!
 
Liebe Grüße an alle, alle, alle,
Dein Leo Möwenschreck  
 
PS: Wir waren kaum losgefahren, da rief Frauchen schon, dass sie ja ihren Salzstreuer (was ist das?!) nicht mitgenommen hat und hofft, dass sie ihn am Mittwoch bekommt (warum auch immer). Außerdem hat sie überlegt, dass falls sich ein überzähliges blaues Brillenetui finden sollte, z.B. neben dem Fernseher oder so, sie es gerne übernehmen würde, da ihr zufällig gerade eins abhanden gekommen ist... 

 

20.05.13:
Hallo Mama!
Jetzt habe ich mich schon lange nicht mehr gemeldet, aber nun muss ich Dir unbedingt schreiben, denn hier gehen seltsame Dinge vor sich!
Gestern war noch alles normal - ich durfte den Tag wieder bei und mit Ronja verbringen (obwohl Wochenende war!), weil Frauchen und Herrchen ohne mich und Zulu Bällchen spielen waren. Sie nennen das "Golf", ist aber nichts anderes als auf einer riesigen Wiese Bällchenspielen ohne Hunde, wo sie den Bällen dann selber hinterherlaufen müssen. Ziemlich schwachsinnig, denn sie könnten mich ja mitnehmen und ich würde auf dem tollen Rasen alle Bällchen holen, aber wie üblich werde ich ja nicht gefragt. Naja, müssen sie eben selber Ihre Bällchen suchen (und nachher ärgern sie sich dann wieder, weil sie die Bälle nicht finden...!).
Aber das war ja noch nichts besonderes. Heute früh fingen sie dann plötzlich und unerwartet an die Möbel zu verrücken, Schrankinhalte in Kisten zu verstauen und alles raus auf die Terrasse zu räumen. Mich hat das ja erst kalt gelassen (die haben öfter schon mal komische Ideen), aber Zulu wurde gleich nervös und meinte, wir würden umziehen, unser Zuhause verlassen und, wenn wir Pech hätten, müssten er und ich ins Tierheim! Ich glaube, er hat so etwas schon mal erlebt, deswegen ist er auch so anhänglich und lässt Frauchen und Herrchen nicht gerne aus den Augen. Jedenfalls meinte er, wir müssten ganz genau aufpassen, dass die beiden nicht plötzlich ohne uns abhauen! Ich habe das nicht geglaubt, denn ohne mich sind die beiden ja eh aufgeschmissen und falls sie doch weg sein sollten, finde ich sie problemlos wieder: wozu trainiere ich denn jedes Wochenende "Suchhund werden"?! Vorsichtshalber habe ich aber ganz genau aufgepasst, dass meine Spielsachen und Leckerchen auch eingepackt wurden, falls das mit dem Umzug doch stimmen sollte. Noch steht aber alles auf der Terrasse. Als dann der ganze Wohnbereich inkl. Küche leergeräumt war, haben Frauchen und Herrchen alles mit dünnen raschelnden Folien abgedeckt und dann versucht die Wände einzureißen: sie haben aber nur eine ganz dünne Schicht wegbekommen, das nannten sie "Tapete" (wahrscheinlich das Fell von der Wand). Jetzt stehen die Wände noch immer, sehen aber nicht mehr schön aus. Ich glaube nicht, dass es wegen mir ist und weil ich immer auf dem Rücken an der Wand schlafe. Denn bisher hat Frauchen zwar immer geschimpft, dass ich alles dreckig mache, aber sie hat die Wand dann immer abgewaschen und sich gefreut, dass es danach wieder sauber war. Ich bin mal gespannt, wie (und ob?!) es weitergeht, denn nachdem überall das Tapeten-Wandfell weg war, haben die einfach aufgehört und alles so gelassen. Also ich weiß ja nicht, was das soll, aber gemütlich ist es jetzt nicht mehr und Zulu und ich dürfen auch gar nicht mehr in den Wohnbereich. Ich wollte nun schon mal fragen, ob ich wieder zu Dir kommen kann, falls das hier so bleiben sollte? Meine Sachen wären ja schon mal gepackt...!
Also, jetzt weißt Du was ich hier schon wieder durchmachen muss. Ist das eigentlich normal?! Kann ich mich irgendwo beschweren?! Warum erklärt mir hier nie jemand etwas???! Ich höre immer nur: "Das verstehst Du ja doch nicht, Leo. Warte ab - Du wirst schon sehen!" Na, toll! Wo doch Abwarten meine große Stärke ist... (das meine ich ironisch, Mama!).
Trotzdem liebe Grüße und falls ich kommen soll - sag Bescheid!!!
Bis bald,
Dein Leo - der auf gepackten Koffern sitzt...

Hier ein weiterer Beitrag zum traurigen Thema : Alkoholismus unter Hunden (und Hundeführern...)

Leo und Frauchen an der Flasche

Upps, da war wohl `n bisschen viel Bacardi in der Cola....Hicks!

25.04.13:
Hallo!
Nachdem ich nun im Geiste (während der Gartenarbeit) den Bericht über unser morgendliches "Fitnesstraining" bereits vorformuliert habe, werde ich das Ergebnis nun zu Papier bzw. in die Tastatur bringen.
Heute habe ich es gewagt: unsere erste eigene Zugübung am Fahrrad nach dem Zughundeworkshop neulich! Ganz motiviert und bestens ausgestattet mit Käsewürfel und Wasser (beides für den Hund!), zog ich Leo sein neues X-Back-Geschirr an und, der Einfachheit halber, sein normales Geschirr oben drüber, um ihn am Fahrrad auch führen zu können. So gerüstet machten wir uns auf ins Feld. Zuerst durfte Leo eine ganze Weile frei laufen um zu schnuppern und seine diversen Geschäfte zu erledigen. Dann wurde es ernst: ich rief ihn zu mir, zog ihm sein 2. Geschirr aus, befestigte die Zugleine am X-Back und durch die Fahrradantenne am Fahrrad und platzierte Leo im Sitz bei leicht durchhängender Zugleine vorm Rad. Dann stieg ich auf und schickte Leo aufmunternd "Voran!". Tatsächlich lief er los, schaute sich erst zu mir um und bellte 3-4 mal - und zog dann tatsächlich an! Ganz prima zog er mich (anfangs noch mit etwas Unterstützung, später fast komplett selbständig) den Feldweg entlang, ohne zu schnüffeln, ohne anzuhalten und sogar ziemlich in der Mitte des Feldwegs. Ich war begeistert! Als wir ans Ende des Feldes kamen, warnte ich ihn vor "Laaangsam!" und schickte ihn punktgenau mit dem Kommando "Rechts!" um die Ecke, was auch perfekt klappte - wohl nicht zuletzt deswegen, weil es sich um unsere bekannte Fahrradroute handelte und er den Weg sowieso kennt... Aber immerhin! Munter lief Leo weiter, ungeachtet der Vögel links in der Wiese und eines Hasen rechts im Feld (wohl inspiriert von seiner überragenden Collieintelligenz, die ihm einflüsterte, dass er mit Fahrrad und Frauchen im Schlepptau sowieso chancenlos wäre!). Schließlich wollte ich diesen Erfolg und Leos Spaß an der Sache nicht gefährden und beendete die Fahrt mit einem erneuten "Laaangsam!" und anschließenden "Platz!", was beides perfekt ausgeführt wurde. Zur Belohnung gab es natürlich Käsewürfel und Wasser und ganz viel Lob für meinen tollen Zughund! Danach durfte er weiter frei laufen, während ich beschloss, die Übung heute nicht nochmal zu wiederholen, um ihm den Spaß am Ziehen zu erhalten. Überanstrengt hat er sich sicher nicht, was er auch kurze Zeit später unter Beweis stellte, als eine Gruppe von 6 Hasen neben uns übers Feld liefen, keine 50 Meter neben Leo! Dieser Versuchung konnte er nicht widerstehen und machte sich an die Verfolgung, mein lautes "Plaaaaaatz!!!" verhallte unbeachtet... Interessanterweise reagierte Leo dann auf mein anschließendes "Hiiiier!!!", und zwar gerade als er im Begriff war, den Abstand auf die Hasen zu verringern! Vermutlich wurde ihm klar, dass er sich noch gar keinen Plan zurechtgelegt hatte, für den Fall, dass er die Hasen aus Versehen doch mal einholen sollte, schließlich ist das ja noch nie vorgekommen! Also bog er in meine Richtung ab und kam mit hängender Zunge zu mir zurück. Ich befand mich nun in der klassischen Zwickmühle "Schimpfen-weil-er-nicht-gehört-hat-oder-Loben-weil-er-doch-noch-gekommen-ist". Ich löste das Problem mit einem Kompromiss und entschied mich für nicht schimpfen (ich war ja auch noch zu begeistert von seiner vorherigen Zug-Leistung!), dafür aber böse angucken und mit einem knappen neutralen "Komm." weiterzuradeln. Offensichtlich war das die richtige Wahl, denn für den Rest des Weges blieb Leo in meiner Nähe und ignorierte vorerst alle Jagdversuchungen. Vermutlich auch deswegen, weil sich sein Hunde-Akku inzwischen auf "Reserve" neigte, trotz des mehrfach angebotenen Wassers. Gegen Ende unserer Tour überkam es ihn dann aber doch nochmal: verlockend nah flog vor ihm ein großer Vogel vorbei und landete im Feld. Da konnte Leo doch nicht an sich halten und spurtete los. Diesmal rief ich nur das "Platz!" hinterher, machte dann kehrt und fuhr in die andere Richtung. Der Plan ging auf, Leo ließ von dem Vogel ab und rannte mir nach. Diesmal wurde der Ungehorsam gebührend bestraft, ich schimpfte ganz böse mit ihm (ignorierte dabei seine schuldbewussten "Hängeohren", mit denen er immer aussieht wie "Alf - der Außerirdische", wenn der etwas ausgefressen hat!) und scheuchte ihn energisch weg von mir. Das tat seine Wirkung (und der Akku war wohl inzwischen sicher im roten Bereich gelandet), jedenfalls bleib er nun endgültig neben mir und trabte den Rest des Heimwegs an meiner Seite. Übrigens hat Leo wirklich einen sehr schönen Trab, wie schade, dass er das den Richtern bei den diversen Ausstellungen nicht gezeigt und dort statt dessen lieber sein Sprungvermögen demonstriert hat!
Wer jetzt denkt, dass Leos Ausdauer damit am Ende wäre, hat allerdings weit gefehlt! Während der anschließenden Gartenarbeit schleppte er mir hartnäckig seinen Ball hinterher und legte ihn mir immer wieder auffordernd vor die Füße. Natürlich habe ich das ignoriert, musste aber insgeheim seinen Eifer bewundern. Schließlich ließ sich Zulu großmütig zu einem Raufspiel mit Leo herab, so dass ich zumindest eine Weile in Ruhe weitermachen konnte. Während ich in den Beeten das Unkraut ausgrub, bot mir Leo allerdings prompt wieder bereitwillig seine Hilfe an ("Ich-wusste-doch-dass-man-im-Garten-buddeln-darf!") und schaute empört, als ich sein hilfsbereites Angebot ausschlug. Stattdessen legte er den Kopf schief und betrachtete meine schweißtreibenden Bemühungen ("Ich-würde-ja-helfen-aber-du-willst-ja-nicht...!") und leckte mir den Nacken. Brauchen Hunde eigentlich auch einen Salzleckstein?! Schließlich gab er auf und suchte sich ein kühles Plätzchen, natürlich nicht ohne sich vorher eine kühle Kuhle zu scharren. Ich ließ mich auf keine Diskussion ein ("Ich-buddele-gar-nicht-ich-scharre-doch-nur!") und beleidigt legte sich Leo mit einem lauten "Hmpff!" vorwurfsvoll in die Sonne.
So, dass war unser Vormittag. Den Rest des Tages wird Leo wohl auf dem Rücken und mit den Füßen in der Luft an der Wand liegend verbringen. Nachher wollen wir aber noch etwas Unterordnung üben - so toll war unsere Leistung gestern schließlich auch wieder nicht. Hatte ich übrigens erzählt, dass auf dem Hundeplatz gestern ganz am Anfang "Schussfestigkeit" trainiert wurde? Während immer wieder geschossen wurde, habe ich mit Leo ungerührt Unterordnungsübungen gemacht, was unser Staffelleiter beeindruckt mit den Worten "Respekt! Ist der taub?!" quittierte! "Nein - der war aber schon als Welpe beim St.Martins-Feuerwerk und kennt die Knallerei!". Soviel zu unseren überaus geräuschempfindlichen Collies!
Nun aber endgültig Schluss.
Viele Grüße,Karin und Zughund-Leo

23.04.13:
Hallo!
Lange nichts mehr gehört! Da muss ich mich doch mal wieder melden und berichten, wie es uns geht.
Ich glaube ja tatsächlich, dass Leo langsam aber sicher doch noch erwachsen und VERNÜNFTIG! wird. Im Moment macht er uns sehr viel Freude, benimmt sich sehr gut, arbeitet fleißig und lernbegierig, einfach toll.
Seit letzter Woche trainiert die Hundestaffel auf einem neuen Hundeplatz und diese Gelegenheit hat der Staffelleiter gleich genutzt um eine "Prüfungssituation" zu stellen: fremder Platz, fremde Menschen, fremde Hunde. Der Platz war sehr schön mit wunderbarem Gras, das sehr verlockend und interessant roch - fand zumindest Leo! Heute habe ich erfahren, dass die Wiese von Mäusen "unterkellert" ist...
Jedenfalls sind wir als 2. Team beim Verweis drangekommen und ich hatte große Sorge, dass Leo (der den Platz bis dahin noch nicht betreten hatte), sich mehr für die interessanten Gerüche interessieren und womöglich den Platz erstmal ausgiebig markieren würde! Wäre nicht das erste Mal, er kann auch richtig peinlich sein... Aber keine Spur: Leo war ganz aufmerksam, visierte seine Zielperson an und lief auf Kommando schnurstracks zu ihr hin, stutzte kurz, und bellte vorbildlich bis ich bei ihm war. Dann ließ er sich brav ablegen und wartete, bis ich die Person "versorgt" hatte. Dann schwebten wir (zumindest ich - auf Wolke 7!) zurück zum Auto, wo Leo ein besonders schönes Leckerchen bekam.
Anschließend kam dann die Unterordnung: wieder roch der Rasen interessant und zog die lange Collienase magisch nach unten, leider auch während der Sitz- und Stehübung, was aber nur Abzüge in der B-Note gab. Schlimmer war, dass ich plötzlich einen Teil des Laufschemas (Rechte Winkel laufen) "vergessen" hatte, vor lauter Aufregung! Das machte die Sache wenigstens noch "echter". Die Gruppe mit und ohne Hunde (fremde!) war gut, auch wenn Leos Nase tendenziell Richtung fremder Hunde ging. Der Rest lief auch gut, so dass der Staffelleiter zufrieden war.
Nach einer Pause mit Kartoffelsalat und Würstchen für die Hundeführer und nichts für Leo (naja, ein bisschen was (Leckerchen) hat er schon bekommen!), ging es weiter mit Gerätetraining. Da wir die Geräte von dem Hundeplatz benutzten, waren sie für unsere Hunde alle neu und aufregend. Aber Leo springt ja als Klettermaxe auf alles drauf und hatte auch hier einen Riesenspaß!

Am Sonntag war mal wieder Training in der Eifel. Obwohl Leo in der Nacht kaum geschlafen hat (und ich somit auch nicht!) weil er dauernd raus wollte und morgens noch einen etwas schlappen Eindruck machte, war er schon bei der Ankunft an der Dienststelle hochmotiviert. Vielleicht lag es auch daran, dass wir noch seinem Kumpel Knox abgeholt haben und die beiden auf der Fahrt zur Dienststelle einträchtig nebeneinander gedöst haben. Jedenfalls war Leo in der Eifel wieder in Topform und ließ sich keine Schwäche anmerken. Die erste Runde war eine kleine Suche nach 2 Personen, was wegen der absoluten Windstille gar nicht so einfach war. Aber Leo schoß gleich los und bog statt rechts in unser Suchgebiet, sofort nach links in den Wald, wo vor uns schon 4 Suchen stattgefunden hatten und wo noch jede Menge "Restwitterung" vor sich hinlungerte. War also nicht schlimm, er kam sofort als ich ihn rief und folgte meiner Richtungsanzeige in das richtige Gebiet. Dort nahm er sogleich eine Spur auf und bellte schon los, da war ich noch gar nicht richtig losgelaufen! Seine Zielperson war dabei ganz beeindruckt, wie überlegt er sich seinen Weg durch das dichte Dornengestrüpp gesucht hat! Auch die 2. Person fand er genauso schnell und zuverlässig und zeigte sie genauso sicher an. Sehr schön! Nach der Pause waren die großen Suchen dran, auch für Leo, da wir ja nun gesehen hatten, dass ihm nichts fehlt. Ich hatte erst gebeten, ihn vielleicht etwas zu schonen, nachdem er nachts irgendwelche Probleme hatte, aber das schien ja nun behoben zu sein. Also gab es auch für ihn eine große Suche mit 2 weiteren Personen. Wieder lief er begeistert los, markierte zwar 2 mal, allerdings ohne seine Suche zu unterbrechen, und fand schließlich seine Zielperson ganz tief in einem Dornenbusch liegend. Ungeachtet der fiesen Stachel kroch er durch das Gebüsch bis zu der Person, setzte sich neben sie und bellte anhaltend. Und ich konnte ihn nach meiner Ankunft trotz Gebüsch gut abrufen und ablegen. Dann ging es weiter. Wir mussten eine große Wiese absuchen inkl. der Waldrandgebiete drumherum. Leo lief weit voraus, quer über die Wiese und verschwand um eine Ecke. Dadurch hatte er meiner Meinung nach ein Teilgebiet nicht abgesucht aber wahrscheinlich hat er schon im Vorbeilaufen gemerkt, dass da niemand ist. Ziemlich schnell hat er schließlich wieder seine vermisste Person gefunden, die diesmal eine verwirrte Frau mimte: während Leo bellte sprach sie ihn fortwährend mit "Lassie! Lassie!" an, was Leo aber nicht aus der Ruhe brachte - er bellte weiter bis ich da war! Dann zeigte die Dame auf ein Büschel Baumwolle vor ihr am Boden und meinte: "Guck! Ich habe hier Schafe für Lassie!". Die Ausbilderin und ich bekamen vor Lachen keine vernünftige Funkmeldung an die Einsatzleitung mehr hin und brachen das "Spiel" ab! Leo wurde sehr gelobt und ich habe auf dem gesamten Rückweg mit ihm mit seinem Spieltau gespielt. So konnten wir hochzufrieden den Tag beenden.
Ich hoffe, dass es Euch allen gut geht, auch wenn jetzt nach und nach die Babys flügge werden! Auf der Homepage habe ich gesehen, dass mein Kuhkind schon weg ist, schnief! Aber die Familie habe ich auch mal kennengelernt, die waren wirklich nett, da freut es mich, dass Kuhkind zu denen kommt!
Soviel für heute. Liebe Grüße, Karin

14.04.13 : Zughundeseminar und Dog-Dance-Seminar

Hallo Mama!
Junge, junge, was für ein "heißes" Wochenende! Kaum lässt sich der Frühling blicken, schon flippt Frauchen völlig aus und weiß mit ihrer Energie nicht wohin: im Moment bucht sie für mich einen Kurs nach dem anderen und meint ihren Tatendrang an/mit mir austoben zu müssen! Naja, mit mir kann man's ja machen... Aber ein bisschen bei Dir ausheulen muss ich mich jetzt doch!
Also: Freitag hatten wir erst Besuch von Alva, das war ganz toll, wir sind den ganzen Nachmittag zusammen durch den Garten gerast, haben gespielt und getobt und gerauft - es war einfach herrlich! Ich habe ihr meine Lieblingsbuddelstelle im Garten gezeigt (da, wo ich nicht mehr buddeln darf, naja, eigentlich darf ich nirgends buddeln, wenn ich mich recht erinnere...), und es stellt sich heraus, dass Alva einfach ein Pfundskerl ist, die sich von Verboten nicht abschrecken lässt: sie hat ganz mutig gebuddelt, was das Zeug hält und bis ihre Pfoten ganz braun waren. Das sah lustig aus! Alva ist wirklich toll: mit der kann man echt Pferde stehlen (oder Schafe?!). Und das machen wir vielleicht auch beim nächsten Mal...
Abends kam dann plötzlich Dein Frauchen zu Besuch (hättest Du mir doch sagen können!) und hat mein Frauchen zum Glück von mir abgelenkt. Ich war nämlich noch müde vom Toben mit Alva, und so haben sich unsere Frauchen ohne mich unterhalten müssen. Unter anderem redeten die beiden von einem "Zughundeseminar", aber das hatte sicher nichts mit mir zu tun.
Am Samstag sind die beiden dann mit mir in aller Herrgottsfrühe fast 1 Stunde im Auto gefahren - um in einem Wald zu landen! Na, das hätten sie aber auch näher haben können... Immerhin durfte ich sofort raus und musste zugeben, dass es dort überall prima nach vielen anderen Hunden roch und dass ich dort bestimmt noch nie gewesen bin. Also musste ich zuerst fleißig alles markieren was mir vor die Füße kam. Hatte Frauchen mal wieder kein Verständnis für... Dann musste ich im Auto warten, während sich die Frauchens von zwei Trainerinnen komische Geräte zeigen ließen, die lustige Namen hatten wie Bollerwagen, Scooter oder Trike. Es gab auch Fahrräder, aber die kenne ich ja: Damit ziehe ich Frauchen so gerne über die Feldwege! Irgendwann durfte ich dann wieder raus aus dem Auto und musste verschiedene Geschirre an- und ausziehen. Das haben sogar die Frauchens schnell gemerkt, wie langweilig das Spiel ist (ich bin doch keine Barbiepuppe!) und wir begaben uns mit den anderen Kursteilnehmern mit deren Hunden und den ganzen Gefährten in den Wald. In 2 Gruppen aufgeteilt wurden wir nacheinander an verschiedenen Gefährten "eingespannt" bzw. "vorgespannt" und sollten diese ziehen während unsere Frauchen/Herrchen auf dem jeweiligen Gefährt saß oder stand. Das kennst Du auch vom Schlitten und dem Saccokart, aber hier musste ich ganz alleine ziehen! Frauchen hat sich als erstes den Scooter (=schick für "Roller") ausgesucht. Der war ganz leicht und als Dein Frauchen mit dem Rad vorausfuhr, ließ ich mich gar nicht lange locken, sondern lief freudig hinterher. Doof nur, dass ich bald an Stellen vorbeikam, die ich noch gar nicht markiert hatte, was ich natürlich noch schnell nachholen musste. Das fand dann Frauchen (wie immer) nicht so lustig - habe ich Dir eigentlich schon mal erzählt, dass sie für die schönsten Sachen immer gar kein Verständnis hat?! Dann war erst mal Pause für mich, während die anderen Hunde ziehen durften. So ging das eigentlich den ganzen Tag weiter, immer mal mit anderen Fahrzeugen, dann wieder Pausen, zwischendurch eine längere Pause im Auto, während die Frauchens ins Restaurant gingen (auch so 'ne Diskriminierung: ich mache die ganze Arbeit und sie gehen ins Restaurant und lassen mich im Auto! Wenigstens konnte ich mich da in Ruhe erholen...). Nach der Pause ging es weiter, da hat Frauchen auch mal das Trike ausprobiert, das ganz schön schwer war! Aber ich habe es tapfer und toll gezogen, auch wenn Fauchen ziemlich viel mitgeholfen hat. Schließlich hat Dein Frauchen mich gefilmt, da wollte ich mir keine Blöße geben! Das haben wir auch nur einmal gemacht, weil Frauchen sagte, das Trike sei zu schwer für mich. Hat die 'ne Ahnung - ich hätte bestimmt auch 2 davon gleichzeitig ziehen können! ... naja, vielleicht auch nicht. Dann war wieder Pause und danach ist sie mit dem Fahrrad gefahren, hat aber alles ganz falsch gemacht: Zuhause laufe ich an der Leine neben ihr her und wenn sie sagt "Lauf und zieh!", dann ziehe ich sie auf dem Fahrrad über die Feldwege. Jetzt sollte ich vorauslaufen und das Fahrrad ziehen, auf dem sie draufsaß. Das ist doch ganz falsch! Ich habe immer wieder versucht ihr das klarzumachen, bin neben ihr hergesprungen und habe sie angebellt, aber sie hat mich einfach nicht verstehen wollen und darauf bestanden, dass ich es anders mache. Da der Klügere bekanntlich nachgibt, habe ich ihr den Gefallen letztendlich getan, aber falsch war es dennoch! Naja, danach war Frauchen wohl beleidigt und wir sind nicht mehr gefahren (natürlich hat sie es auf mich geschoben: "Nein, der Leo hat genug, der ist jetzt müde...!" - Von wegen!). Schließlich war der Kurs zu ende, Frauchen hat noch ein paar Sachen eingekauft, die so aussehen, als ob sie ihr Fahrrad zu Hause auf die "falsche Zugweise" umrüsten will (mir schwant Böses!), und wir sind heimgefahren. Ich bin dann ziemlich schnell eingeschlafen, aber ganz bestimmt nicht weil ich müde war!!!

Eigentlich wollte ich dann heute den Kumpels von der Rettungshundestaffel von dem Seminar erzählen, aber da sind wir heute gar nicht hingefahren. Stattdessen ist Frauchen mit mir zu einem anderen Seminar gefahren ("Ja spinnt die denn!" wirst Du jetzt sicher denken. Habe ich auch gedacht...). Da erwartete mich aber eine Überraschung: Alva war auch da! Juhu! Ist schon lustig, mit der eigenen Nichte im gleichen Kurs zu sein. Ich musste ihr also zeigen, wie Hund sich gut benimmt und habe mich bemüht so gut wie gar nicht zu jammern und zu quietschen und auch die anderen Hunde zu ignorieren. Ist mir auch wirklich gut gelungen, Frauchen war sehr beeindruckt und ganz sprachlos (und DAS will nun wirklich was heißen!). Dieses Seminar hieß übrigens "Dogdancing" und ich dachte erst, ich müsste jetzt mit Alva tanzen, dem war aber nicht so, wir haben jeder mit unseren eigenen Frauchen gespielt. Der Kurs war aber nicht nur wegen Alvas Begleitung toll, auch die Trainerin und die anderen Menschen und Hunde waren alle total nett, es gab total viele Leckerlis und wir haben nur lustige Sachen gemacht: Rolle, Rückwärts durch die Beine laufen, durch die Arme spingen, auf den Arm springen (!), Vorderpfoten übereinanderschlagen, Slalom durch die Beine laufen (vorwärts und rückwärts!), etc. Ganz viel davon hat Frauchen ja Zuhause schon mal mit mir geübt, vor allem in der Zeit, als sie mal versucht hatte auch auf 4 Beinen zu laufen (sie nannte das irgendwie "Krücken" oder "gebrochener Fuß" oder so) und das so schlecht konnte, dass sie mit mir nicht mal mehr Gassi gegangen ist und sich stattdessen nur im Haus mit mir beschäftigt hat. Das habe ich Alva aber nicht erzählt und so getan, als wenn ich alles total schnell lernen würde! Ich hoffe übrigens, dass sie meine Briefe an Dich nicht liest, sie geht nämlich zur Schule und kann bestimmt total gut lesen. Also: bitte nicht verraten! Dieses Seminar hat mir jedenfalls total Spaß gemacht und ich hoffe, dass wir da nochmal hingehen. Natürlich unbedingt wieder mit Alva!
Das war also mein aufregendes und recht vollgepacktes Wochenende! Nun kann ich mich bis Dienstag ausruhen: da werden wir mit der Hundestaffel auf einem anderen Hundeplatz und mit einer anderen Gruppe gemeinsam trainieren. Das wird sicher sehr lustig! Ich erzähle Dir dann wieder davon, ja?!
Jetzt muss ich aber schnell ins Bett, bin doch ziemlich müde! Liebe Grüße an alle, Dein Zug- und Tanz-Leo

22.03.13: Leo im Urlaub
Hallo, liebe Familie!
Es tut mit Leid, dass ich mich so lange nicht bei Euch gemeldet habe, aber Frauchen und Herrchen haben Zulu und mich ganz schön ausgetrickst: Letzte Woche kam Herrchen mit einem richtig, richtig großen Auto, das war so groß, dass man darin wohnen kann! Und das schein auch der Plan zu sein, denn Frauchen und Herrchen begannen gleich mit dem Umzug, während Zulu und ich verwundert zusahen. Ich habe immerhin darauf geachtet, dass neben Bettzeug und Kücheneinrichtung auch unsere Hundebetten, Spielzeug und Futternäpfe nicht vergessen wurden. Ich habe den Sinn zwar nicht verstanden (tue ich bei Frauchen ja oft nicht!), denn im Haus ist es auch ganz schön und wir haben da viel mehr Platz, als in einem Auto.

Das haben sich die Beiden dann wohl auch gedacht, denn nach dem Umzug passierte erstmal nichts. Dann plötzlich, mitten in der Nacht, als ich nach der Gute-Nacht-Pipi-Runde dachte, wir gingen jetzt schlafen, stiegen wir alle ins große Auto ein und fuhren weg! Zulu und ich waren erst etwas verwirrt, denn es war ganz anderes Autofahren als sonst: wir mussten nicht im Kofferraum sitzen sondern konnten uns im Auto frei bewegen, bis nach Vorne in den Fahrerbereich, und hatten mehrere Liegeplätze zur Verfügung. Ich habe mir gleich eine kuschelige Höhle gesucht, die eigentlich der untere Schlafplatz von einem Etagenbett war, aber Frauchen hatte mit dort meine Hundematratze aus dem "normalen" Auto hingelegt, und so konnte ich es mir dort, flankiert von 2 Außen- und einer Schrankwand, richtig gemütlich machen. Zulu lag vorne zwischen Frauchen und Herrchen und kam sich ganz toll vor, weil er endlich, endlich die Beiden auch beim Autofahren unter Kontrolle hatte!
Leo Höhle
Nachdem wir also eine Weile durch die Nacht gefahren sind, hielten wir schließlich an und - statt auszusteigen - begaben sich Frauchen und Herrchen in einen Alkoven über dem Führerhaus (wo sich ihr Bettzeug befand), und schliefen einfach ein! Nach ein paar Stunden gingen sie mit Zulu und mir kurz nach draußen (wir waren auf einem Parkplatz in Frankreich), und danach fuhren wir weiter. Mir dämmerte langsam, dass sich dieser Ausflug wohl länger hinziehen würde, und so war es schließlich auch. Insgesamt waren wir über eine Woche weg und in ganz vielen Ländern (das sind Menschen-Territorien, ich weiß aber nicht genau, wie die markiert werden, ich habe einfach mal überall markiert, kann ja nicht falsch sein! Frauchen sagt, mir gehört nun halb Süd-Europa, was auch immer das sein soll...). Dieser Ausflug nannte sich auch Urlaub, obwohl wir in keinem Hotel oder Pension waren, sondern immer im Auto gewohnt haben. Warum die das gemacht haben, kann ich leider nicht sagen, denn es war viel enger als Zuhause und einen Garten gab es auch nicht. Dafür gab es viele neue Gerüche und ständig neue Umgebungen: Zuerst waren wir in der Provence, wo wir tolle Spaziergänge gemacht haben und wo ein stürmischer Wind wehte, den Frauchen persönlich zu kennen schien, jedenfalls hatte der einen eigenen Namen und sie nannte ihn "Mistral" (Nee, nicht "Miss Trall", habe ich zwar auch erst gedacht, war aber wohl ein Vorname!). Dann waren wir am Meer, aber nicht in Holland, offensichtlich macht die Nordsee auchLeo Fenster Urlaub im Süden und heisst dann "Mittelmeer". Da sind wir ganz lange mit dem Auto an der Küste langgefahren, die heisst da "Côte d'Azur" und man kommt durch viele Orte wie Cannes, Nizza, Monte Carlo, ... Das war immer sehr lustig, weil an den Strandpromenaden auch viele Leute mit Hunden waren, da habe ich oft bei Frauchen auf dem Schoß gesessen und rausgeschaut. Frauchen hat dann das Fenster etwas runtergemacht, so dass ich auch schon mal die Schnauze raushalten und die Fremde wittern konnte. In Nizza war sehr viel Verkehr und wir standen etwas im Stau, als plötzlich neben uns eine Frau auf der Promenade laut rief: "Oh, schau mal da, ein Collie, wie schön, ein Lassie!" Frauchen musste laut lachen, weil es dort zig Hunde gab, aber ich natürlich angesprochen wurde.
Nach dem Frankreich-Territorium kamen wir nach Italien, ein Land, in dem es ununterbrochen regnet, und wenn man über Berge fährt, sogar schneit. Entsprechend drehte sich dort alles um Wasser: Zuerst waren wir am Garda See, an dem man auch im Regen sehr schön spazieren gehen kann, danach waren wir in Venedig, das war sogar fast eine Unterwasser-Stadt! Wir sind wieder mal Boot gefahren, kenne ich ja schon von Hamburg und Kärnten, und ich habe Frauchen während der Überfahrt trainiert, mir regelmäßig Leckerchen zu geben. Hat zwar nicht ganz geklappt, statt kürzer wurden die Abstände zwischen den Leckerchen immer länger, aber Frauchen begreift eben nicht so schnell, da muss ich nachsichtig sein. In Venedig musste ich erst mal einen Haufen mitten auf die Straße machen, was Frauchen nicht so toll fand, womit sie aber irgendwie schon gerechnet hatte. Dann liefen wir durch den strömenden Regen über Brücken und durch enge Gassen, die selbst schon wieder unter Wasser standen, so dass wir oft auch über Stege balancieren mussten. Frauchen hatte mir ein tolles Highlight auf dem Markusplatz versprochen, war aber ganz enttäuscht, dass dieser total überflutet war: sie hätte mich dort so gerne mit den Tauben spielen lassen! Die Hauptattraktion am Markusplatz war schließlich - ich! Jedenfalls für eine Markusplatz Gruppe spanischer Jugendlicher, die mit "Collie, Collie!"-Rufen auf uns zustürzten und darum baten, mit mir fotografiert zu werden. Na klar, wer will schon ein Bild von dieser Markus-Kirche, wenn er ein Foto mit mir haben kann! Der Aufruhr zog immer mehr Menschen an, die dachten, es ginge wohl um eine Berühmtheit (naja, schon irgendwie, oder?!), und immer mehr Leute knipsten mit, so dass wir schließlich eine richtige "Verkehrsbehinderung" verursachten durch den Menschenauflauf! Herrchen wurde es peinlich und er stahl sich mit Zulu heimlich davon, während Frauchen versuchte, auf Spanisch zu erklären, dass ich als angehender Rettungshund dabei war, in Lassies Fußstapfen zu treten. Als Beweis (und weil sich ein spanisches Mädchen für's Foto neben mich hingehockt hatte, in "Opfer-Pose"!), habe ich gleich mal laut "Anzeige!" gebellt, worauf das Mädchen total erschrocken ist! Das fanden alle total lustig und ich habe mich gefreut, dass ich mal wieder alles richtig gemacht hatte. Dann machten wir uns auf die Suche nach Zulu und Herrchen, weil wir inzwischen bis auf die Haut nass waren (also ich noch nicht ganz, aber alle anderen) und Frauchen eine heiße Dusche und warme Klamotten wollte. Dafür mussten wir wieder Boot fahren, wo wir gleich schon wieder angequatscht wurden, diesmal von Leuten, die uns mitteilen wollten, dass sie selbst auch 2 amerikanische Collies haben und ich aber besonders schön wäre. Dabei sind doch alle amerikanischen Collies automatisch schön, oder etwa nicht?!
Am nächsten Morgen schien wieder die Sonne (ach, die gibt es in Italien also auch?!) und selbst Zulu war inzwischen getrocknet. Nur ich war noch oberflächlich etwas feucht, aber das dauert ja - sehr zu Frauchens Leidwesen - immer so lange, bis ich mal richtig trocken bin. Wir verließen trotzdem das Italien-Land und fuhren weiter nach Österreich, dort wo ich schon mal im Urlaub zur Golfcaddy-Ausbildung war! Diesmal konnten wir aber kein Golf spielen, denn es lag noch ganz hoch Schnee, der wunderschön in der Sonne glitzerte. Beim Spaziergang am Millstädter See trafen wir auf ganz viele Vögel, die alle zusammen auf uns zu schwammen: verschiedene Enten, eine Gans und ein paar Schwäne. Aber Frauchen hat mich nicht hingelassen, weil auch die Schwäne in Kärnten wohl keine Hunde mögen. Schade...
Als nächstes sind wir nach Bayern gefahren, zum Chiemsee. Dort war das Wetter so toll, dass wir sogar eine ganz lange Radtour gemacht haben. Ich glaube, das war gar nicht so geplant, sondern nur so lang geworden, weil sich Frauchen und Herrchen verfahren haben, aber egal, ich fand es toll. Zum Glück war Zulu im Wohnmobil geblieben, für den wäre das nichts gewesen! Dann haben wir auf der Rückfahrt durch Bayern noch Freunde besucht und sind schließlich wieder Daheim angekommen, wo Frauchen und Herrchen gleich wieder vom großen Auto ins große Haus umgezogen sind. War ihnen wohl auf Dauer selbst zu eng gewesen in dem neuen Zuhause! Nun wohnen wir wieder - wie vorher - in unserem "richtigen" Haus und Zulu und ich haben unseren Garten wieder und können uns frei bewegen, wie wir wollen. War ja zur Abwechslung ganz lustig, aber für immer möchte ich nicht in so einem rollenden Haus-Auto leben. Zum Glück hat Herrchen es dann auch gleich wieder weggebracht!
So, nun wisst Ihr warum ich mich nicht melden konnte. Wie geht es Euch denn und vor allem dem Nachwuchs?! Frauchen schaut gerade den neuen Film von meinen G-schwistern! Ich hoffe, wir kommen Euch bald mal wieder besuchen.

Liebe Grüße, Euer Weltenbummler-Leo

10.03.13: Leo auf Abwegen
Liebe Mama,
jetzt ist das schöne Frühlingswetter schon wieder vorbei, schade! Aber zum Traurigsein hatte ich gar keine Zeit, denn Frauchen hat sich schon wieder ein schönes Programm zum Trost für mich ausgedacht: Training mal in einer anderen Hundestaffel! Das war sehr aufregend, deswegen muss ich Dir davon ganz ausführlich erzählen.

Heute Nachmittag sind wir zum Training gefahren, aber nicht wie sonst zur Dienststelle, sondern in eine etwas andere Richtung. Schon nach 20 Minuten (viel schneller als sonst!) waren wir auf einem großen Gelände angekommen, der nach einem riesigen Hundeplatz aussah. Dort waren schon viele Hunde und Menschen. Frauchen stieg aus und wurde gleich freundlich begrüßt. Da habe ich erst gesehen, dass Zulu und Herrchen mit dem anderen Auto auch mitgekommen waren. Während Frauchen und Herrchen also warteten, kamen immer mehr Hunde und Menschen, bis sich schließlich alles zu einem gemeinsamen Spaziergang formierte und auch Zulu und ich endlich rausdurften. An der Leine ging es ein kurzes Stück vom Gelände zu einem Feldweg, wo wir dann alle ganz unkompliziert zusammen frei laufen durften. Da konnte ich die vielen anderen Hunde gleich alle mal näher begrüßen und Du wirst es nicht glauben: da waren noch mindestens 4-5 andere Collies dabei! Die fand ich natürlich gleich ganz ganz toll und der eine zobelfarbene Collie, ich glaube er hieß Enzo, schaute erst ungläubig, als er mich sah, weil ich ihm wohl so ähnlich sehe und er dachte, er blickt in einen Spiegel! Da haben alle sehr gelacht, als sie das gesehen haben. Überhaupt waren alle sehr freundlich und wo ich hinkam, wurde ich freudig begrüsst. Schon allein die Tatsache, dass ich ein Collie bin, hat wohl alle für mich eingenommen. Naja, und dass ich anscheinend Ähnlichkeit habe mit einer gewissen "Lassie" (das habe ich jetzt schon so oft gehört. Sind wir etwa miteinander verwandt?!).

Nach dem gemeinsamen Spaziergang sind wir alle zusammen im "Clubhaus" in einen großen Raum gegangen, wobei sich der jüngere Teil der Menschen mit ihren Hunden in einen eigenen Raum begeben hat (das war die "Jugendgruppe", die auch jeden Samstag trainiert). Herrchen und Zulu sind weiter spazieren gegangen, für Zulu waren die vielen anderen Hunde so aufregend gewesen, dass er eine Pause für sich alleine brauchte. Wir anderen haben uns im Haus um einen riesengroßen Tisch gesetzt, an dem jeden Sonntag auch das gemeinsame Frühstück stattfindet (aber mir können die nichts erzählen: das Frühstück ist nur für die Hundeführer, nicht für uns Hunde! Immerhin dürfen alle Hunde immer dabeisein und neben ihren Herrchen und Frauchen liegen, auch wenn wir keine Brötchen bekommen!). Ich fand es sehr spannend, mit so vielen fremden Hunden und Hundeführern um einen Tisch zu sitzen/liegen und war beeindruckt, dass es so gesittet zuging: alle Hunde waren ruhig und lagen brav neben den Stühlen, also habe ich erstmal auch nichts gesagt. Die Chefin von der Staffel hat dann 3 verschiedene Gruppen eingeteilt und Aufgaben gestellt, was jede Gruppe trainieren soll. Daraufhin gingen dann alle nach draußen, nur die Chefin, Frauchen und ich und noch ein Hundeteam, das auch heute zum ersten Mal da war, blieben sitzen. Dann wurde erstmal endlos gequatscht, das kenne ich ja von Frauchen, wenn die einmal anfängt, findet die so schnell kein Ende, deswegen wurde ich schon bald ungeduldig und winselte rum. Ich quengelte so lange, bis Frauchen schon richtig sauer wurde, aber es war auch sehr schwer ruhig zu bleiben, denn ich hörte die ganze Zeit, wie alle anderen draußen zusammen übten und ich hätte so gerne mitgemacht! Durchs Fenster konnte ich nämlich sehen, dass alle Unterordnungsspiele machten und das sah nach ganz viel Spaß aus. Frauchen konnte das auch sehen, hat sich aber trotzdem mit dem Reden nicht beeilt, sondern die Staffelchefin so gründlich ausgefragt, dass es mir schon fast peinlich war... Und sie sagt, sie schämt sich für mich, bloß weil ich ein bisschen gewinselt habe!

Nach langer, langer Zeit sind wir den anderen schließlich gefolgt und ich kam zu meiner großen Freude in die Gruppe von Enzo. Unsere Gruppe startete mit einer "Trümmersuche". Super! Das hatte ich doch mit Knox im letzten Sommer schon mal gemacht, da durften wir auf Schutt- und Geröllbergen rumklettern und durch Röhren kriechen! Ich ließ den anderen den Vortritt und kam als letzter dran: ein Hund nach dem anderen durfte einen riesigen Trümmerhaufen absuchen, in dem sich Menschen versteckt haben. Sobald sie sie gefunden haben, haben sie so lange gebellt, bis sie von ihren Hundeführern abgerufen wurden, und durften dann mit ihrem Lieblingsspielzeug spielen. Anders als in unserer Staffel gibt es also keine Leckerchen, sondern das Spiel als Belohnung, was toll ist, weil Hund dann die ganze Anspannung durch Toben abschütteln kann. Naja, und so verrückt nach Futter bin ich ja sowieso nicht... Was mich vor allem überrascht hat, war die tolle Disziplin: Während einer "arbeitete", lagen die anderen Hunde vor oder in den Autos, aber mit offenen Türen (!), ohne Boxen und ohne angeleint zu sein und keiner ist raus- oder rumgesprungen und hat gestört. Das fand auch Frauchen sehr beeindruckend und hat bei mir lieber die Autotür zu gemacht, weil ich das ja so nicht kenne... Aber mit etwas Übung würde ich das bestimmt auch schaffen, glaube ich... Schließlich war ich endlich an der Reihe. Frauchen holte mich aus dem Auto und ließ mich wie immer erstmal pinkeln - und erfuhr, dass das auf dem ganzen Gelände nicht erwünscht ist und jedes Beinchenheben 50 Cent kostet! Da wird sie bei mir aber sehr schnell arm werden... oder mir das Markieren, was ihr ja sowieso ein Dorn im Auge ist, sehr schnell abgewöhnen! Jedenfalls setzte sie mich dann vor dem Trümmerhaufen an und schickte mich suchen. Das ließ ich mich nicht zweimal sagen! Ich rannte gleich zum Berg, schnupperte kurz, und kletterte und sprang wie eine Bergziege über Röhren, Mauern und Ziegel. Ganz oben fand ich dann meine Zielperson und zeigte sie sofort laut bellend an. Schließlich rief mich Frauchen und ich bekam zur Belohnung mein Tauspielzeug, mit dem wir eine Runde spielten. Das Ganze wiederholte sich noch einmal, so dass alle zweimal auf dem Kletterberg spielen durften.

Danach tauschten die Gruppen und wir gingen auf eine große Wiese. Dort legten sich alle Hunde unangeleint nebeneinander und es wurde mit jedem abwechselnd "Detachieren" geübt. Während wir zusammen warteten, erzählte mir Enzo, dass er gerade 2 Jahre alt geworden ist und mit Nachnamen "von den Dreizehnmorgen" heisst und auch seine 2 Kumpels, der Tricolor Buddel (eigentlich "Branko von den Dreizehnmorgen") und Colliemädchen Paula (eigentlich "Aah! Paula von den Dreizehnmorgen" - wegen A-Wurf!) die gleiche Heimat haben wie er. Wohl so'n Familienunternehmen... Bei so viel Adel beschloss ich mich zu benehmen, und machte einen guten Eindruck und Frauchen viel Freude, weil ich die ganze Zeit ganz brav liegenblieb - auch während überall andere Hunde rumliefen, spielten, gerufen wurden, die Kinder der Jugendgruppe über den Platz an uns vorbeirannten und allgemein überall viel Trubel herrschte. Aber liegen kann ich ja, das habe ich nun schon oft bewiesen! Schließlich war ich dran mit Detachieren, und weil wir das ja noch nie gemacht haben, haben wir etwas getrickst: Frauchen schickte mich "Voran!" in eine Richtung und ich lief los, bis sie irgendwann "Platz!" rief, und ich mich hinlegen sollte, was ich natürlich auch tat. Dann rief sie mich wieder zu sich, drehte sich in eine andere Richtung und wiederholte das Ganze nochmal und dann nochmal und zum Schluss durfte ich wieder mit ihr und meinem Spieltau spielen. Auch diese Übung wurde für alle zweimal durchgeführt, dann ging es zur dritten Disziplin: Verweisen. Wir wechselten erneut den Stand- bzw. Liegeort, und wieder kam einer nach dem anderen dran und durfte erst eine liegende, in der zweiten Runde eine sitzende Person durch Bellen anzeigen. Das war für mich kein Problem, auch wenn Frauchen diesmal von mir etwas enttäuscht war, weil ich beim Bellen stehenblieb, obwohl ich mich ja sonst immer schön hinsetze. Während der zweiten Runde gab es übrigens noch einen lustigen Zwischenfall: ein hübsches Hundemädchen mit dem verführerischen Namen "Luna" (das übrigens kurz vor der Läufigkeit ist und mir besonders gut gefiel), wurde kurzfristig an ein Bäumchen angebunden, weil ihr Herrchen die Zielperson spielte, aber weil sie nicht auf ihn warten wollte, rannte sie ganz plötzlich los und nahm das Bäumchen gleich mit! Also eigentlich brach durch den Ruck der morsche Ast, an dem die Leine befestigt war, und alle haben sehr gelacht, als Luna glücklich mit schleifendem Baum zu ihrem Herrchen lief! Natürlich hat sie sich nichts getan, der Ast war sehr trocken gewesen und deswegen auch so leicht abgebrochen. Generell hat mir die Stimmung in der Staffel sehr gut gefallen, weil alle so nett miteinander waren, egal ob jung oder alt, großer oder kleiner Hund, alle schienen sehr tolerant und offen zu sein. Das hat auch Frauchen gut gefallen, die sich wohl auch sehr willkommen fühlte, obwohl wir ja zum ersten Mal da waren.

Das Verweisen war dann auch schon die letzte Übung gewesen. Schade, ich hatte ja insgeheim gehofft, dass ich noch auf das tolle Klettergerüst darf, das auf dem Platz aufgebaut ist und viel größer und schöner ist als das von unserer Staffel, mit Leitern, Abzweigungen, Wackelbrettern und vielen schönen Sachen! Außerdem war da noch ein hoher Kletterturm zum Abseilen und eine richtige Seilbahn mit einer Wanne, die wie geschaffen für Hunde schien und in der ich auch gerne mal fahren würde. Naja, vielleicht gehen wir ja nochmal dahin, mir hat es jedenfalls total gut gefallen und auf dem Heimweg hat Frauchen zu mir gesagt, dass ich da noch viel lernen könnte... Ich bin gespannt! Jedenfalls bin ich der Rettungshundestaffel Euskirchen-Voreifel e.V. sehr dankbar für diesen schönen Tag (und Frauchen auch...)! Bleibt noch zu erwähnen, dass Frauchen die "Pinkelstrafe" für mich auch ordnungsgemäß bezahlt hat, so dass wir uns Schuldenfrei auf den Heimweg machen konnten...

So, das waren die Erlebnisse des Tages, die ich Dir unbedingt minutiös berichten wollte. Sicherlich bist Du froh, auch mal etwas anderes zu hören, als das ewige Welpengeschrei, oder? Ich hoffe, dass es Dir und meinen neuen Halbgeschwistern gut geht und sie weiterhin wachsen und gedeihen. Frauchen hat mir letztens ein weiteres Video von ihnen gezeigt, nachdem ich ganz interessiert geschaut habe, als ich die Welpengeräusche von dem Film im Computer gehört habe: die sind ja schon sooo groß geworden!

Viele liebe Grüße an die ganze Familie!
Dein Leo-auf-Abwegen

03.03.13  
Anscheinend ist Leo`s zuletzt zu Tage getretenes Problem (s.u.) doch weiter verbreitet, als gedacht:
Hier mal ein weiterer tragischer Fall:

Liebe Karin, liebe Doro!

Ich bin so froh, dass es nun raus ist. Auch Alva hat ein Alkoholproblem. Vielleicht typisch Mädchen leckt sie lieber an den Weinflaschen. Sobald eine irgendwo rum steht und sie an den Flaschenhals kommt, schleckt sie hingebungsvoll daran. Als Co-Abhängige habe ich natürlich lange das Ganze mitgetragen und immer wieder Ausreden erfunden, warum Alva das tut und hatte die Hoffnung, dass es besser wird. Ich mache mir große Vorwürfe. Vielleicht ist einfach der Stress im Berufsleben zu groß. Man sagt ja gerade den klassischen Helferberufen eine hohe Burnoutgefahr nach.

Ich denke es ist ganz wichtig, den Kreislauf der heimlichen Unterstützung zu unterbrechen und wir müssen uns erstmal professionelle Hilfe holen. Kann Marc da aus seiner Praxiserfahrung helfen? Vielleicht gibt es ja die Anonymen Hundealkoholiker und eine Selbsthilfegruppe für Angehörige.

Leider befürchte ich hat Alva überhaupt keine Einsicht in ihre Suchtproblematik und ohne die hilft ja eine Therapie wenig. Wie sieht es denn bei Leo aus? Ist er froh über sein Outing?

Wir müssen jetzt für unsere Hunde stark sein und können das ja alles am Donnerstag besprechen.

Ich fahre gleich nach Köln, Andreas wird noch mit Alva in der Eifel bleiben um sie dem schlechten Einfluss einiger Stadthunde zu entziehen.

Liebe Grüße
Regina


02.03.13 Wall Street Leaks: Suchtprobleme :-))
Hallo Doro,
Ihr ahnt nicht, was ich gerade entdeckt habe: Leo ist ein Säufer! Ich bin eben in die Waschküche gegangen und komme dabei am Vorratsraum vorbei, von dem die Tür angelehnt war, statt geschlossen zu sein (da steht nämlich auch das Hundefutter!). Statt die Tür direkt zu schließen, werfe ich vorsichtshalber noch einen Blick rein (hatte früher Katzen, die regelmäßig in Schränken eingeschlossen wurden...!) und was sehe ich? Leo steht vor den Bierkästen und leckt andächtig eine leere Flasche nach der anderen ab! Und Zulu steht daneben und schaut zu. Wahrscheinlich redete er gerade noch auf Leo ein, dass er noch zu jung für Alkohol wäre, aber Leo war wohl schon zu besoffen... Nein, war er nicht, er kann auch noch nicht lange dran gewesen sein, aber er wollte sich auch nicht so recht von den Flaschen trennen! Aber jeder andere Hund (außer Zulu, der traut sich nicht) hätte sich am Futtervorrat vergriffen, inkl. Ochsenziemer, Pferdelunge und alles mögliche an Knabberzeug. Nein, mein Hund säuft lieber. Oh Mann, hoffentlich spricht sich das nicht rum, als Alkoholiker fliegt er bestimmt aus der Rettungshundestaffel!
Ich bin jetzt etwas ratlos, was ich mit Leo machen soll: braucht er einen Therapieplatz und wenn ja, wo finde ich eine entsprechende Einrichtung für suchtgefährdete Hunde? Oh, ich merke gerade beim Schreiben, wie leicht aus meinem Suchhund ein Suchthund werden kann! Aber solange er nicht anfängt zu rauchen... das können wir uns nämlich nicht leisten!
Naja, ich versuche es mal damit, ihn in Zukunft einfach von den Flaschen fernzuhalten. Ansonsten ist hoffentlich noch ein Platz in Dita's und Alva's Dinkelkeks-Selbsthilfegruppe frei?!

Liebe Grüße, Karin und Schnapsdrossel-Leo

 

16.02.13

Das war ein schönes langes Wochenende und Leo hat richtig viel getan! Gestern war endlich wieder Rettungshunde-Training, nachdem wir ja letzte Woche wegen seiner Verstauchung ausgesetzt haben und in der Woche davor wegen Erkrankung der Ausbilderinnen das Training ausfiel. Nun freute sich Leo besonders über das Wiedersehen mit seinen Kumpels und tobte mit ihnen über die schneebedeckte Wiese, während die Sonne vom wolkenlosen Himmel lachte und den aufstiebenden Schnee in glitzerndes Konfetti verwandelte!

Nach der ersten Spielrunde wurde die Trainings-Reihenfolge festgelegt: Leo und ich waren immer als erste dran. Gestartet wurde mit 3 Verweisanzeigen hintereinander, die Leo vorbildlich absolvierte: Hinlaufen - Anzeigen (bellen bis ich da bin) - Ablage. Obwohl die Zielperson erst mit einer Wärmefolie vermummt war, danach auf einem Baumstamm saß, der seine Bestimmung offensichtlich als Pinkeltreff für alle vorbeikommenden Rüden sieht und entsprechend interessant duftet, ließ sich Leo in keinster Weise beirren: er bellte umgehend und anhaltend, drehte sich auch nicht nach mir um, einfach klasse! Ich war sehr stolz auf ihn und zufrieden, dass die letzten Trainingseinheiten offensichtlich so erfolgreich waren. Danach hatte sich Leo eine Pause verdient, während ich teilweise als Zielperson einsprang oder die anderen Hunde beobachtete, von denen sich vor allem die jüngeren von dem wohlriechenden Baumstamm verleiten ließen...

Nach der Mittagspause ging es in die 2. Runde: Wieder war Leo als erster dran und er freute sich auf eine schöne Suche, als ich ihn aus seiner Box holte. Aber denkste! Zuerst sollten wir das Unterordnungsschema laufen! Das passte ihm natürlich gar nicht und in seinem Eifer klappte es auch prompt mit dem "Bei Fuß"-Laufen nicht so recht: immer wieder lief er vor! Immerhin absolvierte er brav die geforderten "Sitz-", "Steh-" und "Platz-"Kommandos, das "Voraus!" erledigte sich ja quasi von selbst, wobei er das "Platz auf Entfernung" trotz aller Energie doch noch zeitnah hinbekam! Okay, es war keine Glanzleistung, aber in Anbetracht der Umstände war ich nicht wirklich enttäuscht. Nächstes Mal sind wir vorbereitet und da klappt es sicher wieder besser. Zur Belohnung durften wir direkt im Anschluss auch gleich in die Suche starten, unsere Versteckperson hatte sich während unserer Unterordnungs-Übung klammheimlich aus dem Staub gemacht und sich im Wald verkrochen. Ich setzte Leo in seinem Suchgebiet an und er schoß los wie eine Sprungfeder. Eifrig durchkämmte er den lichten und sonnendurchfluteten Wald und ich stapfte über den schneebedeckten Waldboden hinterher. Es sah so schön aus, wie Leo fröhlich klingelnd durch den Wald galoppierte, sich gut löste, aber dennoch immer wieder Blickkontakt zu mir suchte. So ein toller Hund! Es dauerte auch gar nicht so lange, da hatte er schon - am anderen Ende des Suchgebiets! - sein Ziel gefunden und bellte laut und anhaltend. Und bellte, und bellte, ... naja, es dauerte eben eine Weile bis ich mir meinem Weg quer durch den Wald zu ihm hin gebahnt hatte! Aber die ganze Zeit über bellte er ohne Unterbrechung, ich war begeistert! Seine Belohnung hatte er sich da redlich verdient, die Ablage absolvierte er wie immer spielend, auch wenn ich ihn in die falsche Richtung abgelegt hatte, was mir zwar einen Rüffel einbrachte, aber Leo nicht weiter störte. Die Ablage macht er immer schon vorbildlich, da kann ich mich wirklich auf ihn verlassen. Zum Ausruhen ging es für ihn wieder in seine Box, während ich mich nun als Zielperson zur Verfügung stellen musste: brrr! War doch recht kalt, so lange reglos im Schnee zu liegen und auf die suchenden Hunde zu warten! Wenn dann endlich das Glöckchen der Kenndecke ertönt und den nahenden Hund ankündigt, kommt tatsächlich das beruhigende Gefühl auf: Rettung naht!
Nachdem schließlich alle Hunde ihre Suchen erfolgreich absolviert hatten, kam zum Schluss nochmal die Verweisübung. Wieder sollte Leo 3 Mal hintereinander verweisen, und wieder saß die Zielperson auf dem besagten Baumstamm! O je, da hatte ich doch erhebliche Zweifel, ob Leo nun noch - satt und zufrieden und von dieser Übung womöglich gelangweilt - anzeigen würde, oder ob er sich nicht doch lieber dieser interessanten "Hunde-Litfaßsäule" zuwenden würde. Aber - o Wunder! - Leo zeigte keinerlei Interesse an den Hinterlassenschaften seiner Artgenossen (muß ich mir Sorgen machen?!), sondern zeigte in allen 3 Durchgängen, was von einem seriösen Rettungshund verlangt wird: Ankommen - Anzeigen - und zwar bis Frauchen da ist! Super! Ich versuchte auch, ihm diese langweilige Aufgabe so interessant wie möglich zu machen, indem ich beim Zurücklaufen mit ihm spielte und ihn anheizte, so dass er den Spaß nicht verlor - offensichtlich mit Erfolg! Ich war äußerst zufrieden mit meinem kleinen Rettungsazubi!

Zur Belohnung haben wir heute früh einen langen Spaziergang im Feld gemacht, wo Stefan ganz viel Ball mit Leo gespielt hat, während ich Zulu mit (zuvor fallengelassenen) Leckerchen-am-Wegrand-Suchen beschäftigte. Bevor es nach Hause ging, konnte ich es mir aber nicht verkneifen, die gestern verpatzte Unterordnungsübung nochmal zu trainieren. Und siehe da: es klappte alles wie am Schnürchen, und das obwohl sich ganz in der Nähe fremde Hunde am Wegrand aufhielten und miteinander spielten, während sich ihre Besitzer unterhielten! Da hatte sich Leo am Nachmittag einen Ausflug zu seinem Staffelkollegen Knox (mit dem er schon den Trümmer-Workshop im Sommer gemeinsam gemacht hat) verdient. Zusammen sind wir alle in einen tollen Stall gefahren, wo Knox' Besitzer ein Pferd stehen haben und wo es auch viele Hunde gibt, die dort alle frei laufen dürfen! Leo behielt ich zwar vorsichtshalber an der Leine, aber während Knox Herrchen das Pferd warmritt, gingen wir mit Knox und seinem Frauchen auf eine verwaiste Weide, wo Leo und Knox sich richtig austoben konnten! Nach einer ganzen Weile sprang unvermittelt - wie aus dem Nichts! - ein Hase auf und lief vor den Hunden davon! Die beiden ließen sich nicht lange bitten und spurteten gleich hinterher! Knox Frauchen reagierte als Erste und rief Knox hinterher und schließlich begriff auch ich die Situation und rief Leo zurück. Und siehe da: nach ein paar Schritten siegte bei beiden Hunden die Vernunft - und die Einsicht, dass sie den Hasen sowieso nicht einholen würden! - und sie machten kehrt und kamen zu uns zurück! Sehr brav! Nach einem wohlverdienten Leckerchen durften sie dann auch gleich weiter miteinander spielen, was sie sich nicht zweimal sagen ließen. Schließlich gingen wir zurück in die Reithalle, wo wir Reiter und Pferd "bei der Arbeit" zusahen. Leos Auftrag lautete hier: ruhig liegen und Klappe halten! Dafür gab es dann in unregelmäßigen Abständen Leckerchen. Das funktionierte sogar besser als erwartet und sogar als ich mich zum Schluss selbst zum trockenreiten auf das große Pferd setzte, guckte Leo zwar überrascht (in Ernst: er schaute wirklich ziemlich blöd aus der Wäsche!), blieb aber ruhig. Er war aber sichtlich erleichtert, als ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte! Auf dem Heimweg wurde ich noch zu einer Tasse Kaffee eingeladen, so dass es für Leo noch eine Abschlussrunde "mit Knox im Garten toben" gab (und eine Lehrstunde: Vögel gibt es nicht nur auf dem Feld sondern auch schon mal im Wohnzimmer!), bevor wir endgültig heimfuhren.

So, das war Leos abwechslungsreiches Karnevals-Wochenende!

Liebe Grüße, auch von Leo, Karin

 

23.01.13

Liebe Mama!
Ich weiß ja, dass Du gerade schwanger bist und ich freue mich auch schon sehr auf meine neuen Geschwisterchen und möchte Dich eigentlich nicht mit meinen Problemen behelligen, aber ich weiß nicht, an wen ich mich sonst wenden könnte. Ich hoffe, Du bist mir deswegen nicht böse.
Ich habe gerade ein paar Probleme mit Frauchen, zu denen ich den Rat und die Weisheit eines lebenserfahrenen Hundes brauche. Zulu ist leider parteiisch und denkt nur ans Fressen; er ist tatsächlich der Meinung, dass Herrchen und Frauchen immer Recht haben, egal worum es geht, einfach weil sie für unser Futter sorgen! Das ist natürlich Quatsch, aber so sehr ich Zulu sonst auch schätze, in dem Punkt ist er einfach nur verfressen! Jedenfalls fühle ich mich hier gerade ziemlich unverstanden und wollte vorsichtshalber mal anfragen, ob ich wieder zu Dir kommen kann, wenn das hier so weitergeht.
Mein Problem ist auch etwas schwer zu beschreiben, vor allem, weil ich (eigentlich wie immer) völlig unschuldig bin. Nachdem Frauchen lange Zeit richtig zufrieden mit mir war und deswegen die Strenge immer mehr nachließ und sie wieder viel mehr mit mir geredet hat (nicht nur Befehle gegeben, sondern auch so richtig erzählt hat, was ich natürlich nicht verstehe und deswegen auch oft weghöre), ist sie ganz plötzlich wieder total sauer, wenn ich auf ihre kumpelhafte Art eingehe. Da verstehe einer die Frauchen: erst machen sie einen auf Team und Gemeinschaft, und wenn ich zart auf Gleichberechtigung hinweise, flippt sie aus! Die Spaziergänge wurden gerade wieder so richtig spannend, ich bin auf Entdeckungstouren gegangen, schon mal vorgelaufen, um die Umgebung zu sichern, oder zu anderen Menschen und Hunden gerannt, um sie auf potentielle Gefährdung zu untersuchen, und Frauchen regt sich auf, weil ich nicht höre, wenn sie mich ruft! Menno, ich dachte sie erzählt nur wieder irgendwas langweiliges, kann ja nicht ahnen, dass sie manche Befehle auch wirklich ernst meint, und überhaupt, wieso gibt sie in unserem Team überhaupt noch Befehle? Ich bin doch jetzt auch schon groß und kann ganz gut selbst Verantwortung übernehmen, oder nicht?! Naja, irgendwie hängt jetzt der Haussegen wieder mal etwas schief, dabei habe ich gar nichts gemacht. Okay, neulich Abend habe ich beim Gute-Nacht-Pipi-machen einen kleinen Goldiewelpen vor unserem Haus gesehen und bin schnurstracks hingelaufen, um ihn in unserer Nachbarschaft Willkommen zu heißen. Gehört sich doch so, oder?! Und weil Herrchen mich an der Leine hatte und es durch den Schnee so glatt war, dass er bestimmt nicht schnell genug hinter mir her gekommen wäre, habe ich mich kurzerhand aus dem Halsband gewunden (ich bin da sehr geschickt und nicht nur, weil Herrchen beim Halsband anziehen oft etwas nachlässig ist) und bin schon mal vorgelaufen. War doch sehr rücksichtsvoll von mir, nicht wahr? Herrchen ist zwar trotzdem hingefallen, aber bestimmt nur, weil Zulu mein Vorhaben mitbekommen hat und deswegen laut bellend hinter mir her galoppiert ist. Inzwischen ist auch Frauchen aus dem Haus gekommen und hat mich gerufen, aber ich war so sehr mit der Begrüßung des Welpen beschäftigt, dass ich sie gar nicht gehört habe, selbst dann nicht, als sie schließlich neben mir stand. Wäre aber auch unhöflich von mir gewesen, einfach wegzugehen, nur weil sie ruft. Ich finde, sie hat einfach kein gutes Benehmen. Tja, und nun ist sie sauer auf mich. Kannst Du das verstehen?
Gestern beim Training in der Hundestaffel habe ich mich beim Verweis und bei der Unterordnung vorsichtshalber mal von meiner allerbesten Seite gezeigt. Schließlich weiß ich ja, worauf es ankommt und was ich tun soll, auch wenn Frauchen manchmal denkt, ich müsste das erst noch lernen. Aber nur weil ich nicht immer alles genauso mache, wie sie es für richtig hält, heißt das ja nicht, dass ich es nicht wüsste oder könnte (muss sie aber nicht erfahren...). Immerhin war sie da ganz zufrieden mit mir, aber so ganz traue ich dem Frieden nicht. Sie redet jetzt wieder weniger mit mir, will heißen, sie quatscht mich nicht ständig voll, und gibt wieder klare Befehle. Ich fürchte fast, dass aus unserem gleichberechtigten Team nun doch nichts wird und sie wieder das Kommando übernehmen will. Ob das wohl so gut ist...?! Okay, sie kann zwar den Futterschrank öffnen, aber sonst kann sie nicht wirklich viel: ohne mich wäre sie sogar ziemlich aufgeschmissen, vor allem beim Training im Gelände, denn sie hört, sieht und riecht wesentlich schlechter als ich, beim riechen bin ich gar nicht sicher, ob sie das überhaupt kann. Würde mich jedenfalls nicht wundern, bei der kurzen Nase!
Ich bin jedenfalls froh, dass ich mich bei Dir ausheulen kann, denn ich fühle mich hier in einem Zwiespalt und, wie gesagt, Zulu ist da keine große Hilfe für mich: sein Beistand befindet sich immer auf der Seite seines Futternapfes bzw. dessen Verwalters! Aber mache Dir in Deinem Zustand bitte nicht zu viele Sorgen um mich; meine gute Laune wird durch solche Rückschläge mit Frauchen nicht getrübt und geht schon keineswegs verloren! Ich bin trotzdem immer fröhlich und freue mich schon auf unser nächstes Treffen. Frauchen hat etwas von Schlittenfahren bzw. -ziehen erzählt, aber nur, wenn ich brav bin. Pah!
Ich hoffe, es geht Dir gut und Du leidest nicht zu sehr unter morgendlicher Übelkeit. Ich bin schon sehr gespannt auf meine neuen Geschwister, die sind bestimmt noch viel toller als der Goldiewelpe und vielleicht ist Frauchen bei denen nicht so eifersüchtig, wenn ich mit ihnen spiele!

Liebe Grüße, auch an alle anderen,
Dein Leo, der als Berufswunsch statt Rettungshund fast noch lieber Kindergärtner würde

 

17.11.12
Hallo Mama!

Schon wieder ist etwas Unglaubliches passiert: Gestern haben uns Dein Frauchen und Herrchen mit Onkel Michel besucht, sie waren aber nur ganz kurz da und sind so schnell wieder weg gewesen, dass sie ganz vergessen haben, Onkel Michel wieder mitzunehmen! Ist das nicht lustig?! Frauchen fand das aber gar nicht schlimm, sie sagt, ich hätte jetzt meinen eigenen "Hauslehrer" der mir Privatunterricht in gutem Benehmen geben kann! Als wenn ich das nötig hätte...!
Sie ist dann mit Onkel Michel, Zulu und mir in den Garten gegangen, wo ich Onkel Michel gleich gezeigt habe, wie schnell und geschickt ich im Kreis um die Terrasse rennen kann! Ich war vor Begeisterung über den unerwarteten Besuch ganz aufgeregt! Hat ihn aber gar nicht interessiert, der hat sich viel lieber von Frauchen alles zeigen lassen: die Hundebetten, wo Wasser steht und - ganz wichtig - wie die Hundeklappe funktioniert! Das hat er sich auch alles sofort gemerkt, der ist schon ganz schön schlau! Frauchen hat ihm auch nur einmal gezeigt, wie man durch die Hundeklappe in den Garten kommt, wie man wieder hereinkommt hat er sogar ganz alleine herausgefunden. Das hat mir schon sehr imponiert... Als Frauchen mittags kurz weg musste, hat sie Onkel Michel alleine im Garten gelassen, während Zulu und ich drin bleiben mussten. Das war auch kein Problem. Außerdem hat Frauchen uns alle noch schön gebürstet, weil bei der Kälte draußen der Ofen an ist und sie befürchtet, dass es uns zu warm ist. Stimmt ja auch... Michel hat sie am längsten gebürstet und der fand das ganz toll. Naja. Jeder wie er mag...!
Abends beim füttern kam Frauchen dann richtig ans arbeiten: sie hat jeden von uns einzeln mit dem Futterbeutel-Spiel gefüttert. Zulu sowieso, aber auch Onkel Michel und ich mussten immer im Flur warten, bis sie den Futterbeutel im Wohnzimmer versteckt hat, dann wurden wir (jeweils einzeln!) gerufen und mussten ihn suchen und zu ihr bringen, während die anderen zusahen und nichts verraten durften. Michael hat das erst nicht ganz verstanden und wollte den Futterbeutel selber öffnen, aber Frauchen hat ihm dann erklärt, dass er den Beutel zu ihr bringen muss, damit sie ihn öffnet und ihm das Futter gibt. Auch das hat er dann sofort verstanden und den Beutel anschließend jedes Mal toll apportiert. Frauchen hat dann noch gestaunt, dass Onkel Michel seine Tablette einfach so direkt gefressen hat, ohne Glas Wasser bzw. ohne Leberwurst! Das würde mir nie passieren!



Abends haben wir dann alle gemütlich im Wohnzimmer geschlafen, Michel und ich hintereinander auf dem Rücken (was Frauchen total lustig fand, aber wie immer hatte sie den Fotoapparat nicht zur Hand!), und Zulu im Körbchen. Mit Zulu versteht sich Michel überhaupt sehr gut, gestern wollte er ihn sogar zum spielen auffordern und hat ihn eine ganze Zeitlang zu animieren versucht, das sah total nett aus. Natürlich war die Kamera prompt wieder nicht greifbar... Mit mir will Michel aber nicht spielen, vielleicht gehört sich das aber auch nicht zwischen Schüler und Lehrer... Nachts hat Onkel Michel mit uns im Schlafzimmer geschlafen, aber nicht im Bett, so wie Zulu und ich, sondern auf dem Teppich. Seinem zufriedenen Grunzen nach zu urteilen, fand er das aber auch sehr schön.

Heute früh wurden Zulu und Michel wieder mit dem Futterbeutel-Spiel gefüttert (ich bekomme ja morgens nichts zu fressen, weil ich das sowieso stehen lasse) und danach sind wir zur Dienststelle gefahren, wo heute der Rettungshunde-Eignungstest für 3 meiner Kollegen stattfand. Zulu und Herrchen sind Zuhause geblieben, aber Michel durfte auch mitkommen. Frauchen hat uns beide in dem Kofferraum verladen, was ohne Probleme ging, auch wenn es dort mit Michel ziemlich eng ist. Aber als Collies können wir uns ja auch klein zusammenrollen! Auf der Fahrt hörte ich, wie Frauchen immer lachen musste, wenn sie in den Rückspiegel schaute: sie fand es total komisch, wie Michel und ich im Einklang nebeneinander saßen und hinten rausschauten. Dabei sah sie uns nur von hinten, und Michel blickte immer stoisch geradeaus, während ich immer wieder einen kurzen Seitenblick zu ihm riskierte, prüfte, dass er immer noch hinten raus schaute und dann auch wieder in die gleiche Richtung blickte. Und wieder: kein Fotoapparat!

An der Dienststelle war schon total viel los und während Frauchen sich als Helferin einweisen ließ, erklärte ich Onkel Michel alles. Während des Tests wurden auch "Fremdhunde" gebraucht, und da kam Michel sogar zum Einsatz: er musste mit Frauchen und anderen Mensch/Hund-Teams in einem großen Kreis stehen, während die Prüflinge im Slalom um sie herum gingen. Michel hat dabei die ganze Zeit brav neben Frauchen gesessen und sie nicht aus den Augen gelassen. Die anderen Hunde hat er nur mal kurz angeschaut aber sich nicht weiter für sie interessiert. Etwas seltsam war es schon, dass viele dachten, dass Michel ich wäre - als Frauchen später mit uns beiden spazieren ging haben dann alle gelacht, als sie sahen, dass wir zu zweit sind! Auf dem Heimweg haben wir dann im Feld angehalten und sind eine riesengroße Runde gelaufen: Michel durfte frei laufen und ich wie immer an der Schleppleine. Michel ist dabei total viel gerannt und hat überall geschnüffelt, und wir haben uns immer wieder im Markieren überboten! Jetzt ist das Wetter immer noch schön, aber Michel liegt wieder bei Frauchen, der er überhaupt auf Schritt und Tritt folgt.
Zulu hat Befürchtungen, dass schon wieder ein neuer Hund bei uns eingezogen ist und wir nun zu dritt sind. Er meint, es wäre schon schlimm genug gewesen, als ich kam. Aber Onkel Michel ist ganz sicher, dass er nur solange bleibt, bis er mich etwas erzogen hat und dann wieder abgeholt wird, wenn sein Auftrag erledigt ist. Mal sehen...
So, nun gehe ich mal schauen, ob Onkel Michel nicht vielleicht doch mit mir spielen möchte.
Ich hoffe, Deine Herrschaft hat ebenso schönes Wetter wie wir, nur vielleicht etwas wärmer: hier ist es sonnig, wolkenlos aber leider nur 5°C!
Viele Grüße, vor allem auch von Onkel Michel!
Musterschüler Leo

10.11.12
Hallo Mama!
Jetzt hat Frauchen etwas total Verrücktes gemacht: sie ist mit mir auf einen Ausbildungsplatz vom Schäferhunde-Verein gegangen! Dort waren viele imposante Deutsche Schäferhunde, auch Langhaarige, aber keiner hatte einen weißen Kragen, so wie ich! Bestimmt waren sie deswegen alle ganz neidisch, aber sie haben es sich nicht anmerken lassen – sind eben alle sehr gut erzogen, da. Das ist wohl auch der Grund, warum Frauchen mit mir dahingeht: angeblich war sie bei der Prüfung mit meiner Leistung in der Unterordnung nicht ganz zufrieden. Dabei habe ich das doch bestanden! Naja, sie glaubt, dass wir eine richtig gute, zuverlässige Unterordnung am besten auf einem guten Hundeplatz lernen, und wenn ich mir die deutschen Kollegen so ansehe, muss ich ihr zähneknirschend Recht geben: die laufen alle viel besser bei Fuß als ich und setzen bzw. legen sich viel schneller hin. Und das ist ja das, was Frauchen von mir immer will (ich aber nicht immer machen möchte…!).

Jedenfalls waren die da alle total nett. Frauchen hat mich als „schottischen Schäferhund“ vorgestellt, aber die Leute wussten gleich, dass ich ein waschechter amerikanischer Collie bin! Aber der Schäferhund-Verein nimmt sowieso auch andere Hunderassen auf, der ist da ganz offen. Zuerst haben wir uns das Training der anderen Hunde angeschaut, Frauchen hat mit den anderen Herrchen und Frauchen gesprochen (immer dieses Gequatsche! Und immer geht es um dasselbe: um uns!), sie ist auch mit auf den Platz gegangen, während die anderen trainiert haben und hat sich alles ganz genau angeschaut. Dann hat sie mit einem der Trainer gesprochen (s.o.! Diesmal ging es aber nur um mich!), und schließlich hat sie mich aus dem Auto geholt, wo ich inzwischen gewartet (und geschlafen!) hatte. Sie war etwas verwundert, dass ich so verpennt war, sie hatte wohl damit gerechnet, dass ich wegen der anderen, fremden Hunde aufgeregter bin. Aber eigentlich konnte sie das doch nicht wirklich überraschen, schließlich bin ich beim Warten im Auto meistens „tiefenentspannt“!

Wir sind dann allerdings nicht sofort auf den Übungsplatz gegangen, zuerst hat mit Frauchen neben sich „Platz“ machen lassen und wir haben gewartet und zugeschaut, wie 2 andere noch auf dem Platz trainiert haben. Zu Frauchens großer Freude habe ich ihr den Gefallen getan und nichts gesagt, noch nicht mal leise gewinselt, was ich sonst ja schon gerne mache, wenn ich fremde Hunde sehe, die ich nicht begrüßen darf. Ehrlich gesagt, war ich einfach noch etwas verschlafen, aber ich lasse sie in dem Glauben, dass ich ganz brav war: es ist so niedlich zu sehen, wie stolz sie dann auf mich ist! Deswegen habe ich auch nichts gesagt, als die beiden anderen Hunde ziemlich nah an mir vorbeigingen, als sie den Platz verließen (Frauchen ist bald geplatzt vor Stolz!).

Wir sind dann zu dem Trainer gegangen, und der hat erst noch weitere Fragen gestellt. Währenddessen habe ich brav gewartet. Überhaupt habe ich festgestellt, dass ich von allen Hunden dort am ruhigsten war! Alle anderen haben viel mehr und lauter gebellt und gewinselt als ich! Ich hoffe, dass das auch Frauchen aufgefallen ist. Gesagt hat sie jedenfalls nichts, aber ich konnte schon spüren, dass sie mit mir ganz zufrieden war. Der Trainer hat mit uns schließlich ein paar Übungen gemacht und uns „Hausaufgaben“ mit aufgegeben. Als wir fertig waren, durften ich wieder ins Auto (weiterschlafen!) und Frauchen hat noch etwas mit den anderen Hunden „trainiert“, d.h. sie hat sich als „Ablenkungsperson“ für andere Hunde zur Verfügung gestellt. Aber nicht mehr sehr lange, wir sind jedenfalls bald nach Hause gefahren. Ich habe aber gehört, wie sie sich „bis zum nächsten Mal“ verabschiedet hat, so dass ich vermute, dass wir nächste Woche wieder hinfahren. Mir soll’s recht sein, ich fand es ganz nett im Schäferhund-Verein!
Liebe Grüße,
Euer Schäfer-Leo

21.10.12
Hallo!
Nun also der ausführliche Bericht zu Leos 1. Rettungshundeprüfung. (Wer das Ergebnis nicht abwarten kann, kann am Ende des Berichts schon mal das Ergebnis der Prüfung nachlesen...).

Am Freitag früh um 8 Uhr war Treffen an der Dienststelle, mit Sack und Pack, d.h. Dienstkleidung, Helm, Einsatzrucksack, "normales" Gepäck für 2 Tage, Hundefutter etc. Das Wetter war klasse, wie bei unserer "Schönwetter-Staffel" nicht anders zu erwarten und alle trudelten pünktlich ein.
Mit 2 Autos, 5 Prüflings-Hunden und 5 Prüflingshundeführern ging es dann auf nach Bayern, wo die Hundestaffel des ASB Ingolstadt "unsere" Prüfung ausrichtete und uns ein straffes Programm erwartete: insgesamt 13 Prüflinge aus 3 Staffeln wurden an 2 Tagen als Flächensuchhunde bzw. als Trümmersuchhunde geprüft. Einige der Teilprüfungen waren für beide Prüfungsarten gleich und unsere Staffel hatte das Glück komplett am Sonntag geprüft zu werden, so dass wir am Samstag Abend auf jeden Fall "fertig" sein würden (im doppelten Wortsinn, vermutlich!). Die Startreihenfolge war uns auch schon bekannt; wir würden alle nacheinander am Schluss drankommen: erst Bruno, unser Jüngster, dann Eddie, gerade erst vom "Bringsler" auf "Verbeller" umgestellt, dann Leo, die "goldene Mitte", dann Cheyenne, Leos Freundin, und schließlich Mila, unsere Erfahrenste.
Alle 5 waren Erstprüflinge, allerdings die Einzigen in dieser Prüfung. Die Prüflinge aus Ingolstadt und München waren "Wiederholer", d.h. bereits geprüfte Hunde mit Einsatzerfahrung, die ihre regelmäßige Wiederholungsprüfung liefen, die ja alle 18 Monate stattfinden muss, um den Status als "Rettungshund" zu erhalten.
Der Prüfungsablauf war auch bekannt: erst werden die Hundeführer schriftlich in der Theorie geprüft, dann folgt für alle der "Verweistest", bei dem die Prüfer das Anzeigeverhalten der Hunde bei der gefundenen Person beurteilen, anschließend kommt die Unterordnung, wo die Hunde ihren mitunter lebensrettenden Gehorsam unter Beweis stellen, gefolgt vom Geschicklichkeitstest für die Trümmersuchhunde, was uns ja nicht betrifft, und schließlich die Flächensuche, wo das ganze Können gezeigt werden muss, inkl. Orientierung im Gelände, Erste Hilfe, Funk, etc. Unsere Staffel sollte komplett am Samstag zur Flächensuche antreten, aus Zeitgründen sollten einige noch am Sonntag in der Fläche geprüft werden vor der Trümmerprüfung, die wir dann aber nicht mehr mitkriegen werden, weil wir dann bereits auf dem Heimweg sind.

Die Prüfungen bauen alle aufeinander auf und jede einzelne setzt das Bestehen des vorherigen Prüfungsteils voraus, d.h. wer die Theorie vermasselt, kann den Hund gleich im Auto lassen! Meine größte Angst war es, schon beim Verweistest durchzufallen, bei dem eine Person offen in etwa 30 Metern Entfernung liegt, und vom Hund durch anhaltendes Bellen angezeigt werden soll. Die Schwierigkeit: der Hund muss hingeschickt werden, erkennen, dass es sich um eine hilflose Person handelt, bellen und dableiben, d.h. auf keinen Fall zurück zum Hundeführer laufen und auch sonst nirgends hinrennen, aber die Person auch nicht bedrängen und schon gar nicht "beschädigen", wie sich die Prüfungsordnung ausdrückt! Das klingt zwar nicht schwer, ist bei der Prüfung aber eine der größten Hürden und birgt das größte Durchfaller-Potenzial, gerade weil die optische Verbindung zum Hundeführer gegeben ist und die Versuchung zurückzulaufen bzw. nicht anzuzeigen so groß ist: "Herrchen/Frauchen sieht ja, dass hier jemand liegt und kann sich jetzt drum kümmern - ich bin dann mal weg und markiere schon mal das Gelände!", oder so ähnlich. Solche Gedanken scheinen auch Leo dabei schon mal durchs Colliehirn zu schießen, und gerade in einer fremden Umgebung, auf fremden Platz und unter fremden Bedingungen kann ich meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass er sich nicht doch schon mal auf Erkundungsgang begibt, statt bellend auf mich zu warten! Dann wären wir den ganzen Weg gefahren, nur damit der Hund 30 Meter läuft... Nein, an so etwas sollte man gar nicht denken! Leo ist im Training so zuverlässig, der schafft das sicher, oder?! Außerdem folgt danach die Unterordnung, die ja immer paarweise gelaufen wird: 1 Hund läuft ein vorgegebenes Schema während der andere Hund unangeleint an der Seite in der Ablage liegt, außerhalb der Sichtweite seines Hundeführers (für den das immer eine blöde Situation ist: liegt er noch?!). Leos Partnerin in der Unterordnung war erfreulicherweise ausgerechnet seine Freundin Cheyenne, so dass ich mir keine Sorgen machen muss, dass er durch einen fremden Hund abgelenkt wird oder plötzlich aus der Ablage aufsteht und zum anderen hinläuft. Denn obwohl die Ablage seine große Stärke ist ("Wenn er eins kann, dann liegen!"), könnte die Verlockung doch groß sein, spontan Bekanntschaft mit einem bayerischen Rettungshundekollegen zu knüpfen, wenn man schon nichts besseres zu tun hat, als rumzuliegen und Frauchen nicht zu sehen ist...! Aber diese Gefahr besteht bei Cheyenne nicht, da schaut er immer gerne zu, das kennen wir zur Genüge beim Training. Und wenn wir das alles geschafft haben, haben wir schon so gut wie bestanden, denn die Suche ist für Leo kein Problem, er hat bisher noch jede versteckte Person gefunden und angezeigt - da könnte das Scheitern nur an mir liegen, z.B. bei Fehlern in der Erstversorgung, Orientierungsverlust oder ähnliches, und das müsste schon gravierend sein, um einen Erstprüfling deswegen durchfallen zu lassen, d.h ich müsste mich hoffnungslos im Wald verlaufen oder die Person ernsthaft gefährden, und das sollte keinem von uns nach den ganzen Ausbildungseinheiten passieren dürfen!

Aber so weit waren wir noch nicht. Noch befanden wir uns auf der Fahrt nach Ingolstadt, machten zwischendurch gemütlich Pause, gaben den Hunden Auslauf und kamen ohne Stau prima durch, so dass wir schon kurz nach 14 Uhr in unserem Gasthof ankamen. Auf den Zimmern erwartete uns eine süße Überraschung: die Ehefrau von Brunos Herrchen hatte für jeden "Nervennahrung" vorausgeschickt, und zwar je 1 Tütchen Hundeleckerchen und Naschwerk für Hund und Mensch, hübsch verziert mit Schleifchen und guten Wünschen für die Prüfung! Es wurde aber nur kurz genascht, dann fuhren wir zu einem ausgedehnten Spaziergang. Der Einfachheit halber beschränkten wir uns auf 1 Auto und Cheyenne kam kurzerhand mit zu Leo in die Box, die Leo auch bereitwillig teilte. Das Wetter war immer noch toll, der Wald war schön, die Hunde verstanden sich alle prima, alles war gut, wäre bloß diese Prüfung nicht...! Aber wir wussten ja, dass wir und unsere Hunde gut vorbereitet sind, und dass wir alles beherrschten, so dass wir zuversichtlich sein konnten. Abends kamen einige Mitglieder der Ingolstädter Staffel um uns willkommen zu heißen und wir ließen uns im Gasthof gemeinsam die bayerische Küche schmecken. Leo und ich machten anschließend mit Cheyenne und Eddie und deren Frauchen einen kleinen Abendspaziergang, bevor wir uns zeitig zurückzogen, um ausgeschlafen zur Prüfung anzutreten. Der Prüfungsbeginn war nämlich auf sportliche 6.30 Uhr angesetzt und vorher mussten die Hunde noch Gassi gehen und wir noch frühstücken!

Dann kam der große Tag: um 3.33 Uhr wachte ich schon auf, und nachdem ich nicht gleich wieder einschlafen konnte, beschloss ich um kurz nach 4 Uhr aufzustehen und mich fertigzumachen. Um kurz nach 5 Uhr waren wir zum Gassi gehen verabredet und bis dahin lief ich mit Leo schon mal durchs verschlafene Kösching. Dann wurde kurz gefrühstückt und pünktlich um 6.30 Uhr fanden wir uns auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Lenting ein, wo der erste Teil der Prüfung stattfinden sollte.
Dort herrschte schon großer Trubel, die Ingolstädter Staffel hatte reichlich Kaffee, Kuchen und Brötchen aufgefahren, überhaupt war die Organisation mustergültig! Auch unser Staffelleiter war extra angereist um uns beizustehen und erwartete uns schon!
Los ging es also mit der Theorie: in einem großen Raum saßen alle Prüflinge im Halbkreis an Tischen, während alle Helfer als moralische Unterstützung hinter uns stehend zusahen, wie wir die Prüfungsbögen ausfüllten. Wer fertig war durfte abgeben und gehen und bei einer Tasse Kaffee das Ergebnis abwarten. Wie nicht anders erwartet fiel hier schon mal keiner durch und so wurde es schließlich ernst:
Der Verweistest! Einer nach dem anderen wurde aufgerufen und während die ersten schon geprüft wurden, holte ich Leo schon mal aus dem Auto, ließ ihn überall das Beinchen heben damit er gleich nicht auf dumme Gedanken kommt und schwor ihn nochmal eindringlich aufs Bellen ein! Dann ging die Warterei los. Etwas mulmig wurde mir, als ich sah, dass die anzuzeigende Person auf dem Rücken lag (bei uns im Training liegt die Person immer in Bauchlage), aber noch schlimmer war, dass sich die Prüfer in unmittelbarer Nähe zu der Person aufhielten und dort mit ihren Klemmbrettern hantierten! Wieso standen die nicht an der Seite und störten dem Ablauf nicht?! Im Geiste sah ich Leo schon den Prüfer anbellen statt der liegenden Person... Einer war inzwischen auch schon durchgefallen, weil der Hund auf dem Platz rumgelaufen ist und nicht angezeigt hat, die anderen hatten aber bisher soweit bestanden. Dann kamen wir dran: als erster musste Bruno zeigen, was er kann, ein sicherer Kandidat. Er lief wie immer zügig los und zeigte laut bellend an. Sein Herrchen durfte nicht sofort hingehen, was Bruno wohl verwunderte. Er lief um die Person herum und schnüffelte an den Taschen. Dann bellte er weiter und nachdem sein Herrchen immer noch nicht kommen durfte, stupste er die Person schon mal mit der Nase an. Endlich durfte sein Herrchen ihn erlösen! Dann kam die Überraschung: Kurze Richterbesprechung - durchgefallen, weil er zu stark bedrängt hat! Ich war fassungslos und viele andere auch. Weiter ging es mit Eddie, der ja gerade erst zum Verbeller umgestellt worden war. Vorher war er ein "Bringsler", d.h. er nahm bei der Anzeige ein Bringsel (sieht aus wie ein Stück Schlauch, das am Halsband befestigt ist) auf und lief damit zur Hundeführerin, die er dann angeleint zum Fundort zurückführt. Bei ihm war also die Gefahr groß, dass er womöglich zurückläuft. Aber er rannte sofort auf die liegende Person zu und bellte. Nachdem seine Hundeführerin auch nicht sofort zu ihm durfte, sah er sich um ("Nein Eddie! Bloß nicht zurücklaufen!!"), erspähte den Prüfer, der keine 2 Meter daneben stand und bellte diesen an. Nachdem seine Hundeführerin immer noch nicht kommen durfte, war er ziemlich verunsichert, blieb aber da und bellte weiter. Schließlich durfte er abgeholt werden. Wieder kurze Besprechung der Prüfer und wieder: durchgefallen, diesmal weil er "Meideverhalten" gezeigt haben soll! Ich konnte aber nicht lange darüber nachdenken, denn nun waren wir dran. Leo trabte fröhlich neben mir her als wir zu den Prüfern gingen. Ich sollte ihn wie immer fertig machen (also Kenndecke anziehen, Leine und Halsband ausziehen, etc.) und dann ansetzen. Das war für Leo schon ein Ritual: ich zog ihm seine Kenndecke an, nahm Halsband und Leine ab, hockte mich neben ihn hin und konzentrierte mich. Vor uns lag die Person auf dem Rücken, jeweils rechts und links daneben ein Prüfer. Ich ließ die Situation auf Leo einwirken und wartete, bis er die liegende Person im Visier hatte. Langsam fühlte ich mich schon gehetzt und war kurz versucht, Leo einfach loszuschicken, in Anbetracht von Brunos und Eddies Ergebnis konnte ich mich aber noch beherrschen und wartete weiter. Endlich hatte ich das Gefühl, dass Leos Aufmerksamkeit sich auf die liegende Person richtete. "Such und hilf!" und Leo spurtete zielstrebig los. Ich richtete mich langsam auf und wartete. Leo war bei der Person angekommen, stehengeblieben und ... - und...? - und...?!! ...und bellte! "Warten Sie noch" befahl mir der Prüfer. Leo sah sich nach mir um und wartete. "Nun sag schon was, bell weiter!", ich konnte förmlich spüren, wie dieser Gedanke nicht nur in meinem Kopf schwirrte. Alle Zuschauer drückten uns die Daumen. Leo bellte weiter, inzwischen in die Luft während er sich umschaute, aber ich durfte immer noch nicht zu ihm. Er lief um die Person herum, schnüffelte mit langer Nase kurz an ihren Füßen, bellte aber weiter. "Okay" sprach der Prüfer und erleichtert ging ich auf Leo zu. Und fast hätte ich vergessen ihn abzulegen! Da war doch noch was! Ich nahm Leo von der Person weg, brachte ihn in einiger Entfernung ins Platz und kehrte zur Person zurück, sprach sie an und befragte sie nach ihrem Befinden. "Danke!" kam es vom Prüfer und ich holte Leo ab. Nach kurzer Beratung kamen die Prüfer auf mich zu. "Bestanden, zwar mit einer Vier und einem dicken Minus, weil er ja alles andere auch angebellt hat, aber wir wollen die Anzeige dann nochmal in der Fläche sehen". Egal - Hauptsache wir sind nicht beim Verweis durchgefallen! Freudestrahlend lief ich zu unserem Staffelleiter der ziemlich sauer aussah, mir aber trotzdem gratulierte und wissen wollte, was mir die Prüfer gesagt hätten. "So'n Quatsch!" war sein knapper Kommentar, "aber Du bist erst mal weiter!". Dann lief ich mit Leo zum Auto, zum einen um Leo ausgiebig zu belohnen und zum anderen, um Cheyenne und Mila nicht abzulenken, die ja noch nach mir dran waren. Nach etlichen Leckerchen und Kuscheleiheiten ging ich zurück. Cheyennes Frauchen kam mir entgegen: durchgefallen, weil Cheyenne rumgelaufen ist und nicht gebellt hat. Wahrscheinlich haben sie die Prüfer irritiert. Wir sprachen kurz miteinander und dann ging ich weiter zum Prüfungsplatz, wo Mila gerade angeleint wurde. O nein, Ich hatte sie gar nicht bellen hören... Kein Wunder - sie hatte nicht gebellt und war auch durchgefallen. Somit waren von unserer Staffel tatsächlich nur noch Leo und ich Rennen? Das durfte doch nicht wahr sein! Dabei hatten Bruno und Eddie so schön angezeigt! Das sah unser Staffelleiter ähnlich, was seine sauertöpfische Miene erklärte. "Nun liegt's an Euch die Ehre der Staffel zu retten - gebt alles!". Na klar, genau der Druck den ich brauche...

Nachdem mit unserer schlechten Quote der Verweistest beendet war, ging es sofort weiter mit der Unterordnung. Ich kam jetzt nicht nur schneller dran als geplant, nachdem ja 5 Teams schon ausgeschieden waren, ich hatte auch keinen Partner mehr! Nun mussten wir als Letzte laufen und zwar mit einem fremden Hund... Ich holte Leo aus dem Auto und ging mit ihm aufs angrenzende Feld zur Einstimmung. Plötzlich hörte ich lautes Rufen und drehte mich um: ein riesiger Dalmatiner-Mix kam quer übers Feld auf uns zugelaufen, sein Frauchen rufend und schimpfend hinterher. Leo erwartete den Ankömmling gespannt und ich machte vorsichtshalber die Leine los. Der Dalmatiner baute sich vor Leo auf, beide fixierten sich, und der Dalmatiner kam steifbeinig näher. Gleich knallt's. "Komm Leo!" rief ich munter und ging forschen Schrittes weiter. Aus den Augenwinkeln konnte ich sehen wie Leo kurz zögerte, den anderen einer Auseinandersetzung nicht für würdig befand und mir folgte. Der andere guckte dumm und folgte uns mit etwas Abstand. Rasch stellte ich mich zwischen Leo und den fremden Hund, dessen Frauchen noch nicht mal auf halbem Weg bei uns war, und schickte den anderen weg. Der drehte zum Glück ab und lief zu seinem Frauchen, die kehrt machte und mit ihm wegging, statt ihn gleich anzuleinen. Prompt machte der Rüpel wieder kehrt und rannte wieder über das ganze Feld auf uns zu! Diesmal war ich vorbereitet. Als er näher kam ging ich ihm entschlossen entgegen, hob den Arm und befahl entschlossen "Hau ab!". Überrascht blieb der Hund stehen, schaute mich blöd, bzw. verunsichert an und machte tatsächlich kehrt. Diesmal endgültig, denn nun wurde er endlich angeleint.

Nun war ich völlig aus dem Konzept gebracht und ging mit Leo zurück zum Prüfungsplatz. Ich brachte ihn nicht zurück ins Auto, sondern ließ ihn neben einer Hecke liegen. Von dort konnte er das ganze Geschehen um uns herum beobachten, was er auch interessiert tat. Er quietschte auch nicht ungeduldig wie sonst, so dass ich ihn draußen ließ, bis wir dran waren und beobachtete die Leistung meiner Vorgänger. Am Kopfende des Platzes, dort wo die Grundstellung jeweils eingenommen wurde, stand ein Tischchen mit Kaffee, Kuchen und Brötchen für die Prüfer. Auf der linken Seite drängten sich alle Zuschauer in der Feuerwehrhalle vor dem Buffet und rechts standen die Prüfer und Helfer. Der Hund in der Ablage lag jeweils links, weswegen ich bei der Freifolge die Kehrtwendungen rechts rum laufen würde, aber da waren die Prüfer. Alle anderen liefen auch links rum. Na dann. Wieder fiel einer einer durch und ich beobachtete nicht weiter. "Was soll das mit dem Tisch?" fragte ich einen vorbeilaufenden Helfer. "Das ist eine zusätzliche Erschwernis!" kam die Antwort. Hä?! Egal, Leo ist sowieso nicht verfressen, da können wir nur glänzen. Schließlich waren wir dran. Noch war ich ganz ruhig. Leo und ich begaben uns zum Startpunkt und ich spürte alle Blicke auf uns gerichtet und die gemeinschaftliche Hoffnung aller Zuschauer, dass wir das nur ja schaffen mögen! Wie nett, aber dadurch stieg meine Nervosität langsam an! Der andere Hund, ein Mittelschnauzer, lag in der Ablage, sein Frauchen verschwand hinter einer Mauer und ich machte Leos Leine los. "Fuß!" und marschierte 40 Schritte geradeaus. Leo lief schön mit, "Gut so!", dachte ich und verzählte mich prompt! Egal, irgendwo am Ende des Platzes mussten die 40 Schritte zu Ende sein, dort machte ich kehrt. "Fuß!" ging es 10 Schritte zurück, dann 10 Schritte im Laufschritt und "Fuuuuuß!" 10 Schritte langsam, zumindest ich, Leo lief erstmal weiter. "Komm ran!" lockte ich und er kam zurück. Wir liefen auf den Frühstückstisch zu vor dem wir nach rechts abbogen. Leos Nase ging in Richtung Tisch, bestimmt war da auch ein Käsebrötchen, aber er kam mit, zwar nicht genau neben mir aber immerhin. Die nächste Rechtsdrehung fand vor den Zuschauern in der Halle statt und Leo schweifte zielstrebig dorthin ab. "Leo, hier!!!" brüllte ich streng bevor er vollends in der Menge verschwunden war und er trottete zu mir zurück. Noch eine Kehrtwendung und ich blieb stehen und Leo setzte sich neben mich. Dann kam die Personengruppe. Laut Prüfungsordnung 4-6 Personen, hier war es eine gefühlte Busladung, die sich auf den Platz ergoss und eng umherging. Noch immer von meiner Zurechtweisung beeindruckt, lief Leo dicht neben mir im Slalom durch die Menschen und würdigte sie keines Blickes.  Dann wurde Leo angeleint für die Gruppe mit Hunden. 3 weitere Personen kamen mit angeleinten Hunden dazu und wieder mussten wir im Slalom durchlaufen. Leo interessierte sich jetzt für die anderen Hunde und zog kurz hin. Schnell machte ich eine Wendung und drängte ihn ab. Dann war das geschafft. Zurück in die Grundstellung, Leine wieder ab. Mein Herz klopfte inzwischen bis zum Hals, was Leo nicht verborgen blieb. 10 Schritte gehen, Leo lief neben mir her und bellte mich an... das wird nie was! "Sitz!" rief ich streng, zögerte kurz und Leo blieb stehen und drehte den Kopf schief. Ich zögerte weiter und Leo senkte langsam sein Hinterteil. Ich ging 20 Schritte weiter, drehte mich um und stellte erfreut fest, dass Leo tatsächlich saß. Auf ein Zeichen des Prüfers ging ich zurück. Dann mussten wir dasselbe mit "Steh!" wiederholen. Das kann Leo gut, also ging ich vorschriftsmäßig weiter. Als ich mich umdrehte war Leo näher als erwartet, er musste also nachgelaufen sein. Wie blöd, wo er das sonst so gut macht! Wieder zurück und die 3. Runde mit "Platz!" einläuten. Ich merkte sofort, dass sich Leo niemals hinlegen würde. "PLATZ!", aber Leo dachte gar nicht daran. Um ihn aber gleich abrufen zu können blieb ich stehen, zeigte nach unten und wiederholte den Befehl. Schließlich legte sich Leo langsam hin. Wozu hatten wir das geübt?! Das Abrufen klappte prima, und inzwischen spürte ich die Erleichterung schon beim Prüfer! Nun kam das Vorausschicken. Grundstellung, 10 Schritte gehen, "Voran!" und Leo lief los, sogar geradeaus, wie schön! "Platz!" Leo blieb stehen und sah mich an. Ich wartete und hoffte.... Leo schaute zu Boden und entdeckte, dass er vor einem Gullideckel stand. "PLATZ!" Leo legte sich hin und ich legte mich bald ohnmächtig daneben! Schließlich durfte ich ihn abholen. Nun kam noch die Trageübung, ein Kinderspiel für Leo. Meine Hände zitterten so stark, dass ich es kaum schaffte, Leo den Maulkorb anzuziehen. Dann hob ich hoch, trug ihn zu einem fremden Helfer und übergab Leo. Der ließ sich entspannt weiterschleppen und ruhig absetzen. Schnell rief ich ihn zu mir, bevor er sich den nicht richtig befestigten Maulkorb selbst auszog. Dann musste Leo in die Ablage. Ich brachte ihn hin, legte ihn ab und verschwand hinter der Mauer. Leo blickte mir nach. Während der andere Hund nun seine Unterordnung lief, linste ich kurz um die Ecke. Leo saß! Von wegen "Wenn er eins kann, dann liegen!". Leg Dich hin!, knurrte ich, aber Leo konnte mich nicht hören. Als ich etwas später nochmal um die Ecke schielte, lag er aber wieder ganz entspannt und danach schaute ich auch nicht mehr... Endlich war der andere Hund fertig und ich durfte Leo abholen. Kurze Beratung der Prüfer. Für Sitz und Platz gab's jeweils einen Fünfer, der Rest war auch nicht doll, Tragen war super und insgesamt hatten wir bestanden. Hatte ich nicht immer schon gesagt, dass Leo mit dem Tragen alles rausreissen würde?! ;-)

Dann war Mittagspause und anschließend ging es im Konvoi ins Gelände. Eigentlich waren wir als viertes Suchteam dran, plötzlich hieß es, dass Leo und ich beginnen sollten. Nachdem wir als Letztes Team in der Unterordnung waren und die einzigen verbliebenen Erstprüflinge waren, kam mir das zwar seltsam vor, aber umso schneller hätten wir es hinter uns. Also machten wir uns auf ins Suchgebiet, wo wir eingewiesen wurden. Pilzsucher hätten die Polizei alarmiert, weil 2 gesattelte Pferde reiterlos an ihnen vorbeigaloppiert sind. Was genau geschehen ist, weiß niemand. Vermisst würden vermutlich mindestens 1-2 Personen. Leo lag brav neben mir und wartete. Nachdem ich alles Nötige abgefragt hatte wurde unser Suchgebiet auf der Karte gezeigt. Vordere Grenze war der Weg auf dem wir standen, der einen großen Bogen machte und so gleichzeitig unsere linke und hintere Grenze darstellte. Die rechte Grenze war durch Markierungen an den Bäumen gekennzeichnet. Ich gab meine geplante Taktik bekannt und zog Leo die Kenndecke an. Dann ging ich die vordere Begrenzung ab, um zu sehen, ob Leo schon eine Witterung aufnehmen konnte. War natürlich unwahrscheinlich, denn es war absolut windstill und durch den Nebel ziemlich drückend. Für eine Suche waren das die denkbar schlechtesten Bedingungen!. Erwartungsgemäß zeigte Leo auch nichts an, nur einmal schaute er kurz in den Wald. Froh, dass er überhaupt eine Reaktion zeigte, setzte ich ihn dort an. "Such und hilf!" und Leo trabte ein paar Schritte in den Wald hinein und drehte sich fragend zu mir um. Wieder forderte ich ihn auf und er lief schließlich los. Klar, dachte ich, im Training kommt er immer frisch und ausgeruht von Zuhause, und heute hatte er schon einen anstrengenden Tag hinter sich. Ich feuerte ihn also kräftig an, was sonst eigentlich nicht nötig ist, und marschierte im Zickzack unser Suchgebiet ab. Leo verschwand inzwischen außer Sicht und dann hörte ich endlich ein tiefes Bellen! Ich markierte meinen Standort und lief zu ihm. Leo stand auf einem riesigen Holzstapel und bellte, aber ich konnte von unten nichts entdecken. Ich rief ihn runter und widerstrebend kletterte er den Holzstapel herunter. Dann legte ich Leo ab und kletterte selber hoch. Zwischen 2 Holzstämmen entdeckte ich schließlich unter einer dicken Schicht Tannenzweige eine reglose Person. Als erster Gedanke stellte sich mir kurz die Frage, wie die Frau vom Pferd aus hier oben gelandet sein mochte, und dann noch unter den Zweigen, aber inzwischen waren die Prüfer herangekommen und ich meldete den Fund und die weiteren Maßnahmen. Während der ganzen Zeit lag Leo auf seinem Platz, strahlte zu mir hoch und wartete brav. Dann kletterte ich wieder runter, leinte Leo an und ging zurück zur markierten Stelle, wo ich ihn erneut ansetzte. Nachdem das erste "Opfer" so schwer war, musste das Zweite leicht zu finden sein. Ein Glück, dass wir den schwierigeren Teil also schon hatten. Wieder lief Leo nicht richtig los wie sonst, und ich merkte, wie müde er schon war. Trotzdem rannte er tapfer weiter und ich feuerte ihn kräftig an. Zwischendurch ließ ich ihn trinken, was er gierig tat. Das Suchgebiet schein kein Ende zu nehmen und statt 20 Minuten, war ich schon gefühlte 2 Stunden unterwegs und immer noch hatte Leo die 2. Person nicht gefunden! Hatten wir sie überlaufen? Ich war mir ganz sicher, dass Leo alles abgesucht hat. Langsam ließen Leos Kräfte merklich nach und ich ließ ihn nochmal trinken. Ich glaube, dass er inzwischen selber schon verzweifelt war, jedenfalls schaute er hin und wieder suchend nach oben. Noch ein "Hochopfer"? Oder wehte dort eine schwache Witterung? Endlich erreichte ich das Ende des Suchgebiets und erstmals kam mir der Gedanke, dass wir womöglich bei der Suche durchfallen, weil Leo die 2. Person nicht findet! Das kann doch nicht wahr sein - da wären die Kollegen aber enttäuscht! Ich wollte aber nichts unversucht lassen und so nahm ich auch die allerletzte Chance wahr (obwohl unsere Zeit schon längst überschritten sein musste) und ging auch den Weg, der die hintere Begrenzung darstellte nochmal komplett ab und schickte Leo nochmal zurück ins Suchgebiet. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er es macht, aber tapfer mobilisierte er die letzten Reserven und lief nochmal zurück und suchte, obwohl er zum riechen eigentlich schon zu kaputt war. Vielleicht war es ja doch nur eine Person gewesen? Ich ging zu den Prüfern und gab das Suchgebiet frei. An ihren Blicken konnte ich schon sehen, wie leid es ihnen tat. Nein, Leo war gerade an der 2. Person vorbeigelaufen und hat nicht reagiert. Hinter mir, fast genau auf der Grenze war die Person in einem dichten Gebüsch versteckt! Leo hatte es wohl geahnt, deswegen war er auch nochmal zurückgelaufen, als ich schon nicht mehr dran geglaubt habe, aber er hat die Witterung einfach nicht in die Nase bekommen. Wie gemein aber auch, für einen Erstprüfling so eine schwere Suche zu machen! Erst das gut versteckte Hochopfer, das wir ja einwandfrei gefunden hatten, und dann noch am äußersten Ende des Suchgebiets eine so gut versteckte Person im dichten Gestrüpp, wo die Witterungsverhältnisse eh schon so schlecht waren!
Ich war so stolz auf meinen tapferen Hund, der heute bewiesen hat, dass er vermutlich in direkter Linie von Lassie abstammt! Schweren Herzens trat ich den Rückweg an, um den Kollegen von unserem Misserfolg zu berichten. Wir wurden schon ungeduldig erwartet und mit einem erschrockenen "Was ist denn mit euch passiert?! Ihr seht ja furchtbar aus!" in Empfang genommen. Ich berichtete kurz und Leo bekam sofort wieder frisches Wasser und wurde von allen für seine tapfere Leistung gelobt, getätschelt und vom Wald befreit: alle zogen Zweige und Ästchen aus seinem Fell und waren traurig, dass Leo nun doch noch kein Rettungshund ist und so haarscharf gescheitert ist! Nach uns hatte noch eine erfahrene Hundeführerin dasselbe Suchgebiet wie wir und hat zum Glück bestanden. Sie hat aber bestätigt, dass es sehr schwer war. Die anderen hatten dann andere Suchgebiete und außer uns ist wohl nur noch ein weiteres Team durchgefallen. Schließlich war die Prüfung beendet und wir fuhren alle zurück zum gemeinsamen Abendessen, wo der Tag nochmal bis ins Detail durchgesprochen wurde. Anschließend wurden den erfolgreichen Teams die Urkunden überreicht, deren Hunde ihre Plaketten nun für weitere 18 Monate behalten dürfen.

Fazit: Leo war super und hat die Rettungshundeplakette nur ganz knapp verpasst - beim nächsten Mal werden wir es schaffen!

Liebe Grüße,
Karin und Fast-Rettungshund Leo

07.10.12
Hallo Doro!
Ein schöner sonniger Herbsttag lockte heute zum Training und so machten Leo und ich uns frohen Mutes in Begleitung von Stefan und Zulu, die es auch nicht Zuhause hielt, auf zur Dienststelle. Zulu wurde dort in seinen inzwischen angestammten Platz im Bulli umgeladen, von wo er das Geschehen gut beobachten kann, Leo kam wie immer in den Hänger, zog dann aber kurzerhand noch ins Einsatzauto um, als dort überraschend noch ein Platz frei war: er machte damit zusammen mit Bruno, Eddie und Knox das "Junggesellen-Quartett" komplett. Auf der Fahrt unterhielten wir uns hauptsächlich über die bevorstehende Prüfung und wie uns die damit zusammenhängende Prüfungsangst beschäftigt bzw. ärgert: Hunde sind ja so sensibel, dass sie so etwas sofort mitbekommen und darauf reagieren, so dass wir uns - und ihnen - leicht die Prüfung versauen können! Aber was kann man bloß dagegen tun?!

In der Schavener Heide angekommen, wurde unsere Gruppe an der Schranke um eine ASB-Kollegin und einen weiteren Gast bereichert: die Kollegin wollte mit uns Funkpraxis trainieren und der Gast stellte sich als fremde Zielperson zur Verfügung. Gemeinsam ging es auf ins Suchgebiet, wo wir als erstes, wie immer, den Hunden freien Auslauf gaben. Da die Gruppe inzwischen sehr harmonisch ist, können ohne Weiteres alle gemeinsam laufen, was immer sehr schön ist. Anschließend begann das Training mit je 2 Verweisübungen für jeden Hund, die in rascher Abfolge nacheinander durchgeführt wurden.
Leo kam ziemlich zum Schluss dran und war hochmotiviert: kaum habe ich ihn mit "Such und Hilf!" freigegeben, schon schoss er wie abgefeuert in Richtung der liegenden Zielperson auf offenem Feld davon. Zur Ablenkung hatten wir eine stehende Person seitlich an den Feldrand gestellt (in der Prüfung können auch mal Prüfer rumstehen, die sehen wollen, ob der Hund die Zielperson bedrängt, diesen Hinweis habe ich letztes Wochenende von Kollegen im Workshop bekommen, so dass wir das kurzerhand mit eingebaut haben), aber das hat Leo gar nicht interessiert: er lief schnurstracks zum Ziel, schnupperte kurz, und fing gleich an anhaltend zu bellen, bis ich bei ihm war. Dann wurde er belohnt und ich legte ihn auf Abstand ab, was er, wie immer, brav mitmachte ("Liegen kann er ja!" wurde ihm ja immer schon von unseren Staffelkollegen bescheinigt!).
Weil wir beim Belohnen die Leckerchendose ausgekippt hatten und damit aus Versehen "unfaire Ablenkung" für den nachfolgenden Hund geschaffen hatten, bezog die Zielperson ein paar Meter weiter neu Stellung, während ich mit Leo zurückgehen wollte. Denkste! Leo machte sich frei, rannte gleich wieder zum "neuen" Ziel und zeigte wieder an! Natürlich wurde er wieder belohnt, und als ich dann mit ihm zurückging, schaute er sich noch mehrmals um, bereit jederzeit wieder loszusprinten und anzuzeigen! Aber nun kam er erstmal wieder ins Auto, bevor es in die 2. Runde ging. Diesmal lag die Zielperson nicht mehr offen auf dem Feld, sondern hinter einer dichten Baumgruppe in einer Mulde im Gestrüpp. Wieder spurtete Leo begeistert in die von mir angegebene Richtung, hob kurz die Nase und folgte der Witterung zum Ziel, wo er unverzüglich anzeigte und bis zu meinem Eintreffen anhaltend bellte. Besser kann man es sich nicht wünschen!

Nachdem alle Hunde durch waren, wurde Mittag gemacht. Dann wurden die Funkgeräte ausgegeben und die ersten Personen versteckt. Ich saß für die ersten beiden Hunde auf einem Baum und sollte einen Schlaganfall simulieren, während unser Gast als "Fremdopfer" in einer Grube versteckt wurde. Die fremde Versteckperson ist ganz wichtig, weil die Hunde im richtigen Einsatz (und bei der Prüfung!) ausschließlich fremde Personen aufspüren müssen. Aber da wir ja in letzter Zeit des öfteren aus diesem Grund verstärkt auch mit anderen Staffeln und deren Helfern gemeinsam trainiert haben, sollte das für unsere Prüflinge kein Problem sein. So auch heute nicht.
Nachdem ich von beiden Rettungsteams erfolgreich von meinen Schlaganfall "kuriert" wurde, waren wir mit Suchen dran. Leos Suchgebiet war übersichtlich groß aber dicht bewachsen. Ich setzte ihn am Ende unserer Grundlinie an und er sprang gleich los; während ich das Suchgebiet im Zickzack durchquerte, löste sich Leo gut, nahm aber immer wieder Blickkontakt auf, sofern möglich, und ich konnte anhand seiner Glocke immer feststellen, wo er sich gerade befand: er zog schöne weite Kreise um mich herum und kämmte so das Gebiet gründlich durch. Schließlich kam er zu einem Stapel Betonröhren. Aus der Ferne konnte ich sehen, wie Leo stutzte, die Nase hob und die Röhren umkreiste, bzw. durch die unteren Röhren durchlief und suchte. Schließlich bellte er einmal, überlegte kurz, und zeigte dann durch anhaltendes Bellen vor den Röhren an, dass er jemanden gefunden hatte. Und das, obwohl er niemanden sah! Seine Zielperson lag nämlich tief in einer der oberen Röhren, so dass er sie gar nicht entdecken konnte. Da hat sich der Trümmerworkshop von neulich wohl ausgezahlt! Jedenfalls hat er ausschließlich die Witterung angezeigt (sogar vor der richtigen Röhre!), auch ohne direkten Kontakt - toll! Natürlich bekam er seine Belohnung, wurde kurz abgelegt ("Liegen kann er ja!"), nochmals für die brave Ablage belohnt und dann ging die Suche weiter. Diesmal schoss er nicht gleich los, sondern sah sich erst nach mir um, ließ sich aber bereitwillig schicken, als er merkte, dass ich die Suche wirklich fortsetzen wollte. Wieder lief er große Kreise um mich herum und suchte das Gebiet gründlich ab, während ich mich durchs Gestrüpp kämpfte. Plötzlich nahm er wieder Witterung auf (das kann man tatsächlich am Glöckchenklang hören, auch wenn man den Hund nicht sieht!) und spurtete zu seiner 2. Zielperson, diesmal auch für ihn unser fremder Gast, der im Dickicht hockte. Mit tiefer Stimme zeigte Leo sicher und anhaltend an, bis ich bei ihm war. Na, wenn das nicht prüfungsreif war! Zufrieden und stolz auf meine "Langnase" (oder besser "Spürnase"!) kehrten wir zu den Autos zurück, wo wir Herrchen gleich von unseren Heldentaten berichten konnten!

Nach der Abschlussrunde dieses erfolgreichen Trainings, bei dem unsere "Schönwetter-Staffel" übrigens ihrem Spitznamen alle Ehre machte, ging es in bester Laune zurück zur Dienststelle, wo sich das abschließende Autowaschen heute mal wieder richtig lohnte: Autos und Anhänger trugen außen und innen deutliche Spuren vom gestrigen Dauerregen, die es zu beseitigen galt! Gemeinsam war aber auch das schnell geschafft und nach einer abschließenden Runde verabschiedeten wir uns bis übermorgen zum nächsten Dienstagstraining voneinander, wo wir die gute Leistung von heute fortsetzen wollen!

Soviel zum heutigen Training, bei dem Leo eine ausnehmend gute Figur gemacht hat, was ich seiner Familie natürlich nicht vorenthalten will!

Bis demnächst mal wieder!
Karin und Supernase Leo


23.09.
Hallo Familie!
Ich bin ja immer wieder beeindruckt, was sich Frauchen und die Rettungsstaffelleute alles einfallen lassen, um uns Hunde zu unterhalten!
Heute war mal wieder so eine Spaß-Aktion: Obwohl ja heute Sonntag ist, sind wir nicht zum Training in die Eifel gefahren, sondern Frauchen ist schon ganz früh aufgestanden und hat das Auto mit Kuchen und ihren Rettungsdienst-Klamotten vollgepackt. Dann bin ich eingestiegen und sogar Zulu durfte mitkommen! Frauchen hat dann erst mal einige Tankstellen besucht (hat sich später rausgestellt, dass sie nicht genug Luft in den Reifen hatte und die meisten Tankstellen noch nicht auf hatten, hatte mit unserem heutigen Ausflug also nichts zu tun, war aber ganz lustig, weil sie sich deswegen so aufgeregt hat! :-)) Schließlich sind wir dann aber trotz dieser Umwege doch zur Dienststelle gefahren. Zulu und ich kamen aber heute nicht in die Anhängerboxen, sondern haben im Auto gewartet, während Frauchen und ihre Staffelkollegen irgendwas vorbereitet haben. Dann kamen auf einmal ganz viele Leute angefahren, mindestens 20, und es stellte sich heraus, dass die extra wegen uns gekommen sind. Es wurde in unserer Dienststelle eine Prüfung abgehalten, und zwar für zukünftige Prüfer von Besuchshundediensten, quasi eine "Prüferprüfung!". Und wir stellten die potentiellen Prüflinge dar! Also habe ich heute (wieder mal!) einen Eignungstest absolviert (und natürlich bestanden!).
Ich durfte auch gleich als erster Hund anfangen und es ging (wie schon bei meinem ersten Eignungstest) mit einem Menschenkreis los, die mich alle gelockt und gefüttert haben, während Frauchen in der Mitte des Kreises stand und nichts gemacht hat. Natürlich bin ich fröhlich zu allen hingesprungen, die mich gerufen haben, habe dort Leckerchen bekommen und wurde gekuschelt. Weil es alle so toll fanden, habe ich es nicht nur bei den Personen im Kreis belassen, sondern bin auch noch zu den Prüfern in Spe gerannt und zu den ganzen Zuschauern, aber von denen habe ich keine Leckerchen bekommen. Trotzdem fanden mich alle ausgesprochen freundlich und aufgeschlossen! Danach kam wieder der Teil, wo ich mit Frauchen in der Kreismitte stehe/sitze, und die Helfer aus dem Kreis kamen ganz dicht auf uns zu: erst normal, dann forscher und schließlich sind sie sogar gerannt. Wie beim letzten Mal hat mich das überhaupt nicht aus der Ruhe gebracht. Anschließend stand ich angeleint mit Frauchen neben einer Matte, wo eine Frau langlief und genau vor uns auf die Matte fiel, dann plötzlich aufsprang und schreiend weglief. Auch das hatte mich beim ersten Test schon nicht gestört. Aber was für ein glücklicher Zufall, dass die Menschen beim Hinfallen immer genau auf einer Matte landen! Für mich war dann erst mal Pause, und Frauchen bekam ein "Zwischenfeedback" und die angehenden Prüfer bekamen dann ihrerseits die Rückmeldung, ob sie alles richtig gemacht haben (Einweisung der Helfer, Einweisung des "Prüflings", Beurteilung, etc.). War natürlich alles super, nicht zuletzt weil ich mich so gut benommen habe!
Dann kamen auch mal die anderen Hunde zum Zug und mussten allerlei Tests absolvieren, die wir bei unserem Eignungstest damals auch gemacht haben: Verhalten bei lauten Geräuschen (platzender Luftballon, Besteckkasten fällt auf Asphaltboden, etc.) und in seltsamen Situationen (Person mit Rollator / Krücke / Geh- und Blindenstock, hinkende Person mit langem Flattermantel und Hut, usw.).
Später durfte auch Zulu mal was machen: er war einer von 5-10 Hunden, die mit Ihren Hundeführern in einem großen Kreis standen, während der Test-Hund im Slalom um sie rumlaufen musste. Ich durfte dann wieder eine Übung mit Futter machen (ich hatte heute echt Glück!), nämlich unangeleint neben Fauchen an einer sitzenden Person vorbeigehen, die mir erst Leckerchen gibt, dann aber die Hand zu macht, obwohl da Leckerchen drin sind und später sogar die Hand mit den Leckerchen ganz hoch hält, so dass ich nicht dran kam. Als höflicher Hund habe ich aber brav gewartet, mit der Nase die Hand kurz angestupst (die Frau hatte wahrscheinlich vergessen, dass da noch Futter drin war, das sie mir geben wollte!) und sie dann freundlich angeguckt. Als Frauchen mich rief, bin ich dann zu ihr gegangen, habe von der Frau die Leckerchen danach aber doch noch bekommen! Wieder fanden es alle ganz toll, wir lieb ich bin!
Nach dem Mittagessen war es den "richtigen" Prüfern wohl zu langweilig, wie brav wir alle waren, und sie haben beschlossen, etwas Pep in die Sache bringen: Frauchen und ihre Kollegen wurden in einen heimtückischen Plan eingeweiht, und zwar sollten sie plötzlich renitent sein und nicht mehr kooperativ den Anweisungen der Prüfer in Spe befolgen! Das ging damit los, das bei der Aufgabe "Jemand kommt auf den Hund zu, begrüßt ihn und umarmt ihn" unsere Ausbilderin sich bei der "Einweisung" auf einmal stur stellte und darauf bestand, dass eine ganz bestimmte Person das machen sollte, und nicht der vorgesehene Helfer. Sie fing dann an, energisch mit der Prüferin in Spe zu diskutieren, was diese total überrumpelt hat! Bei der nächsten Aufgabe sollte Zulu den Hund spielen, der im Slalom um 5 - 10 Hunde geht, und diesmal protestierten die Helfer, beschuldigten Zulu der Aggressivität, er würde jetzt schon alle anstarren und mit dem Blick "fixieren" (während Zulu die ganze Zeit seinen treuen Blick nicht von Frauchen nahm und die anderen Hunde gar nicht wahrnahm!). Während mit einer besonders renitenten Helferin verhandelt wurde, die dann den Kreis auch verließ und nicht mehr mitmachen wollte (wodurch schließlich die Mindestanzahl an Helfern unterschritten wurde!), tauschten 2 andere auch noch die Hunde! Kurz, wir haben alles gegeben, um die Prüflinge richtig ins Schwitzen zu bringen und die Zuschauer hatten alle großen Spaß! Der Höhepunkt war die Diskussion, als mein Kollege Bruno (Weimaraner) mit meinem Drahtmaulkorb, der ja so richtig gefährlich aussieht - ich hatte euch doch mal eine Bild davon geschickt! - sich mit seinem Herrchen als Interessent für den Besuchshundedienst vorstellte und gerne den Test machen wollte, wobei sein Herrchen erzählte, dass er vorher in einer Kampfhundestaffel war, für die er sich aber nicht eignete, und nun zum Besuchshundedienst wollte. Den Maulkorb trug er angeblich, weil sein Herrchen sich sicherer fühlte, nachdem es einen kleinen Beißvorfall gegeben hatte... War natürlich alles gelogen, aber zur Prüfung wurde er natürlich in diesem Fall nicht zugelassen! Auch diese Situationen wurden allesamt gut gelöst und zum Schluss haben alle bestanden und waren mit sich und natürlich mit uns sehr zufrieden! Und welcher Hund kann von sich schon behaupten, so viele erfolgreiche Eignungstests bestanden zu haben (wo doch einer eigentlich reicht...!)!

So, das war also der heutige Tagesablauf. Nachdem Zulu und ich Frauchen gestern zum 1.-Hilfe-Kurs begleitet haben und auch schon so früh aufstehen mussten, bin ich jetzt doch ziemlich k.o. Morgen geht Frauchens Arbeitswoche wieder los und ich darf tagsüber zu Ronja. Da werde ich mich dann erst mal von diesem vollen Wochenende erholen!
Viele Grüße und bis bald!
Euer definitiv wesensfester Leo!

01.09.
Hallo Mama!
Heute war ein ganz aufregender Tag: Frauchen hat mich heute früh geweckt und nach einem schnellen Frühstück (für sie, nicht für mich!) hat sie ihre Gelände-Stiefel angezogen (obwohl heute gar nicht Sonntag ist!) und wir sind losgefahren. Überraschenderweise haben wir bei meinem Staffel-Kumpel "Knox" haltgemacht und ihn und sein Herrchen mitgenommen. Knox durfte dabei mit mir zusammen hinten im Laderaum fahren, das war toll! Dann sind wir aber nicht zum Training nach Brühl gefahren, sondern direkt nach Bad Neuenahr-Ahrweiler, wo wir uns mit einer anderen Hundestaffel getroffen haben. Von unserer Staffel waren aber nur Knox und ich dabei (natürlich mit unserem Herrchen bzw. Frauchen).

Unsere Hundeführer sind dann mit netten Hundeführern von der anderen Staffel weggegangen und haben sich eine "Trümmerstraße" angesehen. Wusste ich erst auch nicht, was das ist, aber das ist was ganz spannendes: eine lange Straße mit vielen eingestürzten Häusern, Bunkern, leerstehenden Gebäuden und großen Schutt- oder Geröllbergen. Überall waren Tunnel, Treppen, Keller, schräge Wände, Betonplatten, Löcher etc. Wie ein riesiger Hundespielplatz! Dann haben sie Knox und mich geholt und wir durften uns das auch anschauen und sogar überall rumklettern - erst über ein schwer begehbaren Schutthaufen und danach sogar über große Betonblöcke. Das hat total Spaß gemacht! Schließlich sind wir sogar mit unseren Frauchen und Herrchen durch ganz enge Tunnel gekrochen, das war total lustig, aber Frauchen hat schon ziemlich gestöhnt, weil es so dunkel und niedrig und eng war! Ich dachte auch erst, dass sie da bestimmt nicht durch passt, aber so dick ist sie dann doch wieder nicht und wir sind alle heil rausgekommen. Die Dunkelheit fand ich gar nicht schlimm und auch der modrige Geruch hat mich nicht gestört. In manchen Kellern stand das Wasser ziemlich hoch, weil es gestern ja den ganzen Tag geregnet hatte, aber das war für mich auch nicht schlimm.

Nachdem wir diese Einstiegsübungen so prima absolviert hatten und die anderen Hundeführer von unserer Unerschrockenheit und unserem Mut total beeindruckt waren, wurde es etwas schwieriger. Nun wurde in diesem Hundeparadies auch noch Verstecken gespielt! Kann das Leben noch schöner sein?! Von den fremden Hundeführern haben sich immer ein oder zwei versteckt, und Knox und ich mussten sie abwechselnd suchen. Aber nicht wie in der Flächensuche: hier waren die Versteckpersonen in den Häuserruinen versteckt und wir mussten sie in dunklen Kellern oder im Obergeschoss von halb eingestürzten Häusern aufspüren, während unsere Frauchen/Herrchen draußen gewartet haben. Um ins Obergeschoss zu kommen, musste ich über eine offene Metalltreppe laufen, durch die ich bis in den Keller runtersehen konnte, weil die Stufen nur aus Gitter bestanden haben. Das war ganz schön unheimlich, aber ich habe es bravourös geschafft, nachdem ich mich selbst etwas angefeuert hatte! Nachdem ich die Treppe dann einmal rauf- und runtergelaufen war, fand ich es gar nicht mehr schlimm und habe später sogar Frauchen da raufgeführt. Zwischen diesen ganzen Aktionen wurden natürlich immer wieder Pausen eingelegt, in denen Knox und ich das Erlebte besprechen und unsere Erfahrungen austauschen konnten. Wir haben ja immer abwechselnd gesucht, und mal hat er angefangen, mal ich.

Die nächste Aufgabe war dann wieder etwas knifflig: ich sollte eine vermisste Person auf einem Schuttberg suchen. Komisch war, dass ich zwar ganz schnell die Witterung aufgenommen hatte und genau wusste, wo die Person war, aber niemanden sehen konnte! Und plötzlich hörte ich genau unter mir ein Wimmern - da bin ich aber erstmal erschrocken! Dann habe ich festgestellt, dass sich die Person in einem Tunnel unter dem ganzen Schutt befindet und das war dann auch des Rätsels Lösung. Da ich nicht an sie herankam, habe ich einfach von oben gebellt und siehe da, plötzlich schob sich mein Belohnungskäse durch einen Spalt im Geröll! Na, da habe ich dann gleich weitergebellt und es kamen immer mehr Käsestückchen aus dem Boden! Etwas später hat mich Frauchen zu einem Tunneleingang geführt, der bis dahin verschlossen war und mich losgeschickt. Ich bin auch gleich rein, habe aber wieder kehrtgemacht um zu schauen, wo sie bleibt. Sie hatte aber gar nicht vor mitzukommen, und nachdem es da drin wirklich sehr eng und steinig war (sogar ich musste mich ducken!), glaube ich, dass sie wohl Angst hatte, steckenzubleiben. Also bin ich alleine weitergekrochen und habe mir in einem Labyrinth aus engen Gängen einen Weg gesucht, bis ich die versteckte Person gefunden hatte. Durch lautes Bellen habe ich Frauchen den Fund angezeigt und habe zur Belohnung von der gefundenen Person wieder Käsestückchen bekommen! Dann bin ich mit der Person zusammen durch die Gänge zurückgekrochen, wo Frauchen vor dem Tunneleingang auf mich gewartet hat. Sie war dann ganz stolz auf mich und hat mir immer wieder gesagt, wie toll ich das gemacht hätte. Das war schon fast etwas peinlich...

Nach einer längeren Pause haben wir dann noch eine "richtige" Flächensuche gemacht, komplett mit Kenndecke, Glöckchen und allem. Bei der Trümmersuche werden nämlich keine Kenndecken verwendet, damit der Hund nirgends hängenbleiben kann. Das Suchgebiet war um die ganze Trümmerstraße herum. Ich bin gleich losgeschossen und hatte sofort eine Witterung in der Nase. Und richtig: schon habe ich eine fremde Person gefunden, die aber auf einer Anhöhe saß, wo ich nicht hinkam. Ich bin direkt darunter stehengeblieben und habe gleich anhaltend gebellt, bis Frauchen kam. Die hat sich total gefreut und die Person hat mir meine Leckerchen dann von oben zugeworfen. Dann hat mich Frauchen weitergeführt und wieder neu "angesetzt" - also noch eine Person suchen! Diesmal war es eine normale Fläche, wie ich es von unserem üblichen Training kenne: Wald, Büsche, Gestrüpp,... nichts besonderes. Allerdings war die Witterung ziemlich schwer auszumachen. Ich wollte mir aber keine Blöße geben und habe mich richtig ins Zeug gelegt. Schließlich habe ich in dem Waldstück eine versteckte Hütte gefunden, die schwer zugänglich war. Ich habe aber schnell den Eingang gefunden und darin war tatsächlich eine Person, die an einer Wand stand! Ich habe gleich losgebellt, damit Frauchen schnell nachkommt. Als sie endlich da war, hat sie sich total gefreut und war wieder sehr stolz auf mich. Sie sagte, dass das gar nicht so leicht war und das ich das total super gemacht habe. Naja, ist doch klar, oder?! Wo sie mir so einen tollen Tag geschenkt hat, werde ich sie doch nicht im Stich lassen!

Danach war für uns Schluss und Knox und ich haben uns ins Auto gekuschelt, während Frauchen und Knox' Herrchen sich als Versteckpersonen für die anderen Hunde zur Verfügung gestellt haben. Danach wurden die beiden noch zum Grillen eingeladen und haben blöderweise vergessen, Knox und mich mitzunehmen. War aber nicht so schlimm, wir waren auch ziemlich müde und voll mit Käse, obwohl natürlich das eine oder andere Würstchen, bzw. ein kleines Steak noch reingepasst hätten. Naja, wir sind ja dann auch bald gefahren, so dass der Tag letzten Endes gar nicht so lang war, wie Frauchen zuerst befürchtet hatte. Und morgen geht es ja schon wieder ab zur Flächensuche in die Schavener Heide - da haben Knox und ich den anderen Kumpels von der Staffel aber viel zu erzählen! :-)

Ich hoffe, Euch geht es allen gut und freue mich auf ein baldiges Wiedersehen. Frauchen hat da mal was von einer Ausstellung gefaselt. Dafür müsste mir jemand aber mal vorher die Füße frisieren! Ich lasse mich mal überraschen.

Ganz liebe Grüße an alle, natürlich auch von Frauchen,
Dein Trümmer-Leo

Hier gibt es einen Film über Leo und seine Hundestaffel-Kumpels auf dem Katastrophenschutz-Tag in Brühl! ( http://stadttv-bruehl.de/mediathek/natur/rettungshundestaffel/)

18.08.
Habt Ihr Euch nicht immer schon gefragt, warum Campina sein Vla ausgerechnet in dieser Verpackung abfüllt? Natürlich weil da eine Collieschnauze am besten reinpasst!
Eigentlich sollte Zulu die leeren Kartonhälften zum Müll bringen, konnte sich mit der Aufgabe aber nicht so recht anfreunden, weil es sich nicht um Joghurt handelt (Hund ist da wählerisch!). Also nahm sich Leo der Aufgabe an. Als umweltbewusster Hund natürlich nicht ohne die Verpackungen vorher zu säubern: Schnauze rein, gegen den Türrahmen gedrückt und saubergeschleckt! Geht auch freistehend, weil der Karton genau um die Schnauze passt und nicht runterfällt - toll! Das Ergebnis: 1A-saubere Vla-Kartons, die nun bedenkenlos in die gelbe Tonne dürfen! :-)



Liebe Grüße,
Karin und Schleckermäulchen-Leo

24.06.2012

Betreff: "Lassie's Knobelstunde"

Hallo Mama!

Jetzt muss ich mich doch mal wieder melden! Ich hoffe, bei Euch ist alles wohlauf und auch meinen Nichten und Neffen geht es gut.

Ich hatte heute einen spannenden Tag. Weil Sonntag ist, war ja wieder Training für die Rettungshundestaffel. Schon als wir in der Dienststelle ankamen, habe ich gemerkt, dass die Cheyenne heute besonders toll duftet. Während ich gleich versuchte irgendwie in ihre geschlossene Box zu kommen und kurz davor war, den Hänger dafür auseinanderzubauen, hörte ich wie ihr Frauchen etwas von "Höhepunkt ihrer Hitze" erzählte. Als ich also nicht in ihre Box gelangen konnte, habe ich dafür einfach ihr Frauchen angesprungen, was ich ja eigentlich nicht mehr mache (also generell Menschen anspringen). Aber das war eine Ausnahme! Frauchen hat mich dann in die Box direkt neben Cheyenne einsteigen lassen, so konnte ich die ganze Zeit den tollen Duft genießen (und bei jedem Aussteigen den ganzen Boden vor ihrer Box abschnüffeln!). Ich fühle mich richtig verliebt! Um in ihrer Nähe zu bleiben, habe ich mich auch ganz toll benommen, keinen Mucks gesagt und ganz entspannt gelegen. Und ich möchte schon mal vorwegnehmen: als Fast-Profi wurde meine Suchleistung natürlich in keinster Weise beeinträchtigt!

Da wir heute nur so wenig Teams waren, konnten wir jeder 3 Durchläufe machen. Wie immer sind wir zuerst spazieren gewesen, leider nicht mit Cheyenne zusammen, sondern ich bin mit Frauchen allein gegangen. Natürlich ohne Leine, und als Cheyenne uns dann plötzlich nachgelaufen kam, war ich gerade mit Häufchenmachen beschäftigt. Bei sowas lässt sich ein richtiger Mann ja nicht aus der Ruhe bringen, so dass ich zugesehen habe, wie Frauchen sich plötzlich zu Cheyenne umdrehte und energisch weggezeigt hat. Cheyenne hat auf dem Absatz kehrt und sich davon gemacht, während ich mein Geschäft in Ruhe beendet habe.

Beim ersten Durchlauf, eine Mischung aus Verweis und gezogener Anzeige (meine Versteckperson lief weg und legte sich nur leicht versteckt am Wegrand hin), war ich von Cheyenne aber noch etwas irritiert und habe viel rumgeschnüffelt und nicht gleich gebellt. Der zweite Durchlauf lief dafür gleich viel besser: die Suche einer versteckten Person in einem nicht allzugroßen Waldstück. Da es sehr windig war, ging Frauchen mit mir erst die äußere Begrenzung ab. Etwa auf der Hälfte wusste ich schon, wo ich zu suchen habe. Frauchen hat das gleich gemerkt, mich "fertig gemacht", d.h. die Kenndecke angezogen, und losgeschickt. Zu ihrer Überraschung lief ich dann in eine ganz andere Richtung, aber das lag daran, dass ich der Witterung im Wind folgen musste. Frauchen wird das nie verstehen... Naja, sie lief jedenfalls ihr Schema und ließ mich gewähren; in meinen Augen, das Schlaueste, was sie tun kann! Sie lief sogar in die richtige Richtung, nämlich zurück, damit ich gegen den Wind suchen kann, was mir die Sache leichter macht. Ich habe die versteckte Person (Cheyennes Frauchen! Das war ja einfach!) jedenfalls ganz schnell gefunden. Wie von Frauchen instruiert, hat sie mich sofort zum Bellen aufgefordert, was ich auch tat, und sobald ich nach Frauchen schaute oder eine Bellpause gemacht habe, hat sie mich angestupst, damit ich weitermache. So habe ich ohne Pause durchgebellt bis Frauchen da war und alle haben sich gefreut! Vielleicht mache ich das beim nächsten Mal dann wieder so (wenn ich es nicht vergesse...!).

Der dritte Durchlauf war dann ganz toll: Unser Suchgebiet war wieder nicht sehr groß, Frauchen ging ähnlich vor wie bei der zweiten Suche und wieder schickte sie mich los, sobald ich Interesse zeigte. Mittlerweile kann sie mich richtig gut "lesen", wobei ich es ihr natürlich auch leicht mache. Diesmal hatte ich sogar gleich 2 Witterungen in der Nase, konnte sie aber nicht richtig zuordnen. Die eine Witterung (wieder Cheyennes Frauchen, yippie!) kam aus einem Erdloch, aber so sehr ich suchte, ich fand da niemanden. Also lief ich zurück zu Frauchen, damit sie selbst mal nachsieht, und die Ausbilderin meinte sofort: "Da zeigt sich der Collie: Lassie holt Hilfe!" (aber sie hat das nett gemeint!). Schließlich habe ich trotzdem gebellt und angezeigt, obwohl ich niemanden gesehen habe. Frauchen hat mich auch gelobt, aber gesagt, ich soll weitersuchen. Das habe ich dann getan und in einem anderen Erdloch (das aber durch einen Tunnel mit dem ersten verbunden ist, und das war dann auch des Rätsels Lösung!) fand ich schließlich Cheyennes Frauchen, kam aber nicht dran. Und während ich noch versuchte an sie heranzukommen (ich war sogar kurz davor ins Loch runterzuspringen!), bekam ich die zweite Witterung wieder in die Nase. Also lief ich nochmal eine Runde und fand dann tatsächlich noch die andere Person in einer Senke! Frauchen fand es toll, dass ich nicht nur Cheyennes Frauchen gesucht habe, sondern auch die Person, die nicht nach läufiger Hündin riecht! Die beiden befanden sich gar nicht weit voneinander entfernt, so dass ich mich irgendwann versuchsweise einfach mal auf halben Weg in die MItte gesetzt und gebellt habe! Als Frauchen dann näher kam, lief ich aber doch lieber wieder zu der zweiten Person, weil ich an die direkt herankam und zeigte vorbildlich an. Nachdem mich Frauchen dann dort belohnt und weitergeschickt hatte, rannte ich wieder zum Erdloch und bellte auch für Cheyennes Frauchen. Alle waren dann sehr zufrieden mit mir und sagten, ich hätte die knifflige Denksportaufgabe sehr gut gelöst! Da war ich dann sehr stolz und sprang gleich wieder an Cheyennes Frauchen hoch, bis mir das wieder verboten wurde... Naja, war trotzdem toll gewesen!

So, davon wollte ich eigentlich nur erzählen. Nächsten Sonntag haben wir wieder eine Vorführung (diesmal im Tierheim Düren), da fällt das Training aus, deswegen war es gut, dass wir heute drei Durchgänge hatten.

Ich wünsche Euch allen eine schöne Woche!

Liebe Grüße,
Euer Lassie-Leo

17.06.2012
Betreff: Besuchshund oder Pilot?!

Hallo Doro!
Kurz ein paar Zeilen in der Halbzeitpause: heute hatte Leo mal wieder eine Vorführung am Tag der Offenen Tür vom Marienhospital in Erftstadt (gleich neben meiner Arbeitsstelle!), wo wir auch im letzten Jahr schon mal waren. Von daher war ja eigentlich alles bekannt, bis auf die Gasthunde einer anderen (privaten) Hundestaffel, die uns freundlicherweise mit 3 Teams unterstützt hat, weil unsere Ausbilder allesamt auf einem Seminar waren und unsere Reihen dadurch sehr gelichtet!
Wie im letzten Jahr haben wir wieder 2 Durchgänge gemacht, erst Unterordnung, dann Klettergerüst und zum Schluss Tunnel. Beim ersten Durchgang war Leo sehr unkonzentriert und konnte seine Nase gar nicht vom Boden lösen: angeblich viele wohlduftende Hasenköttel! Beim Gerüst wollte er dann alles wieder rausholen und war kaum zu stoppen! Beim Tunnel habe ich ihn vor dem Tunnel abgelegt und er sollte warten bis ich auf der anderen Seite war. Das ist bei unserem Vordermann schon schiefgegangen, da ist der Hund schon früher losgelaufen. Bei Leo war es dann auch so: er lief schon los als ich noch längst nicht angekommen war, ABER: als ich "Nein!" rief, blieb er sofort (im Tunnel) stehen und ging rückwärts zurück! Das gab einen Sonderapplaus! Dann blieb er auch liegen, rannte aber, als ich ihn rief, am Tunnel vorbei zu mir hin - das gab dann einen Lacher! Zum Schluss haben wir es dann doch noch hinbekommen...



In der Pause kam dann eine Krankenpflegerin und fragte, ob wir einen Hund "übrig" hätten: im angeschlossenen Hospiz hätte heute ein Mann Geburtstag, der seinen Hund abgeben musste, als er dahin kam, und der würde sich sicher über "hündischen Besuch" freuen. Nach kurzer Beratung wurde Leo als geeigneter Kandidat auserkoren. Er kam auch munter mit, hatte weder vor der Metalltreppe noch vor der fremden Umgebung oder den Gerüchen Bedenken und war zu allen freundlich und aufmerksam. Der Schock kam dann für mich, als sich der Patient nicht, wie von mir erwartet, als alter Herr sondern als noch recht junger Kerl entpuppte! Er freute sich aber tatsächlich über Leos Besuch, fütterte ihn mit Leckerchen und plauderte mit uns auch über seinen Hund. Leo machte ihm zu Ehren auch ein paar Kunststückchen und dann mussten wir auch schon wieder gehen.

Inzwischen stellte sich heraus, dass unser zweiter Termin sich verschob, weil zeitgleich der SAR-Hubschrauber starten sollte und der uns nicht die Show stehlen wollte (oder wir ihm!). Die Gelegenheit nutzen dann gleich mehrere von uns und wir liefen mit den Hunden (und Leckerlis!) zum Landeplatz. Für keinen unserer Hunde war das aber eine Herausforderung: weder der Krach, noch der Wind oder der dicht über uns hinwegfliegende Hubschrauber konnte unsere Hunde aus der Fassung bringen! Sind halt doch echte Rettungshunde! :-)

Die 2. Vorführung lief dann für Leo wesentlich besser und konzentrierter: das Gras kannte er ja inzwischen (ich würde sogar behaupten: jeden Grashalm persönlich und mit Vornamen!), deswegen schaffte er es, seine Nase in gewohnter Höhe vor sich her zu tragen und sich bei der Unterordnung besser zu konzentrieren. Auf dem Gerüst war er dann auch langsamer und aufmerksamer und der Tunnel war vorbildlich: er blieb liegen, wartete und spurtete erst durch die Röhre, als ich ihn rief. So soll's sein!

Das Fazit vom Tage: falls er seine Prüfung nicht besteht, wäre eine spätere Karriere als Besuchshund durchaus eine Option, aber vielleicht möchte Leo ja auch Flughund werden... Mal sehen!

Damit also viele Grüße nach Kempen!
Karin und Leo

28.05.2012
Betreff: Urlaub im Hundehotel

Hallo Mama!

Du glaubst ja nicht, was ich gemacht habe: ich habe mit Zulu und Ronja im Hundehotel Urlaub von Frauchen gemacht! Wahrscheinlich war das die Belohnung, weil ich in letzter Zeit so besonders brav bin. Es war ganz spannend.
Erst habe ich mir ja nichts dabei gedacht, wir sind zu einem großen Hof gefahren, wo es nach vielen fremden Hunden roch. Das war gleich beim Aussteigen schon sehr spannend. Zulu kannte sich dort wohl aus, er ist jedenfalls gleich reingelaufen, hat kurz einen netten Mann begrüsst, der uns die Tür aufgemacht hat und ist durchgelaufen zu einem schönen Auslauf. Ich bin natürlich gleich hinterher und musste erst mal alles abschnüffeln und nach den anderen Hunden schauen. Frauchen habe ich darüber ganz vergessen und die war wohl deswegen beleidigt, jedenfalls ist sie ohne Verabschiedung gegangen. War mir aber egal, ich hatte ja Zulu und Ronja und wir durften auch zusammen in ein 3-Bett-Zimmer mit Auslauf.
Tagsüber konnten wir meistens machen, was wir wollten, drinnen oder draußen, spielen oder schlafen (oder bellen!), zwischendurch kamen wir immer wieder in einen großen Auslauf mit anderen Hunden, mit denen wir auch spielen durften. Das war sehr schön! Frauchen hatte wohl erzählt, dass wir alle 3 mit allem und jedem verträglich sind, auch wenn ich ein unkastrierter Rüde bin (was hat das denn damit zu tun?!). Zweimal am Tag bekamen wir unser Futter serviert, das wir 3 einträchtig nebeneinander gefressen haben. Da ist zwar nichts weiter bei, aber das Personal war davon sehr beeindruckt, dass wir jeder unseren eigenen Napf brav leergefressen haben und zwar nur den! Aber Futterneid kennen wir ja alle nicht (und ich schon gar nicht!). Überhaupt haben wir uns alle sehr gut benommen, schließlich wollen wir ja vielleicht wieder mal dahin. Der nette Mann hat Frauchen jedenfalls später gesagt, dass ich einen besonders tollen Charakter habe. Naja, dürfte ja für sie nichts Neues sein!
Nach 2 Tagen hat uns Frauchen wieder abgeholt: während sie im Empfangsbereich wartete, wurde unsere Zimmertür geöffnet und Zulu, Ronja und ich sind den langen Flur dahin ganz schnell runter galoppiert, ich vorneweg! Das war toll und Frauchen sagte, dass das auch super ausgesehen hätte! Ich habe mich auch sehr gefreut, sie wiederzusehen, auch wenn ich nicht gleich so ausgeflippt bin wie Zulu und Ronja - man hat ja schließlich seine Collie-Würde! Es war aber schön, wieder nach Hause zu kommen. Auf der Heimfahrt habe ich ganz entspannt im Auto gelegen und habe mich zu Hause benommen, als wenn ich nie weg gewesen wäre.

Also, Urlaub von Frauchen war ja ganz nett, aber Zuhause ist es doch auch ganz schön!

Liebe Grüße,
Dein Leo

24.05.12
Betreff: Leos anstrengendes Seminar in Bad Schwalbach

Am 18.05. ging es schon früh los, denn das Seminar sollte um 09.00 Uhr starten und wir hatten 2 Stunden Fahrt vor uns. Schlimm war das nur für mich, Leo bettete sich lediglich vom Schlafzimmer ins Auto um und schlief nahtlos weiter... So kam zumindest er ausgeruht in Bad Schwalbach an.
Das Zimmer war noch nicht bezugsfertig, so musste Leo im Auto warten, während das Seminar mit dem Theorieteil und der provokanten These "Ein guter Rettungshund braucht 70% Beutetrieb und 30% Wehrtrieb" startete. Um es gleich vorwegzunehmen: dieser Satz wurde so an das Flipchart geschrieben und sorgte schon am nächsten Morgen am Frühstücksbuffet für aufgeregte Kommentare seitens der anderen Hotelgäste! Wir taten unser Bestes, die Gemüter zu beruhigen und zu erklären, dass diese Behauptung keineswegs unsere Meinung widerspiegelt... und entfernten schleunigst das Flipchart!



Während des Vormittags klarte der Himmel auf und die Sonne kam zeitweilig raus, was mich ziemlich nervös machte, da ich nicht wusste, ob mein Auto auf dem Parkplatz im Schatten steht! Dieses Problem begleitete mich und die anderen 14 Seminarteilnehmer aber das ganze Wochenende: entweder es regnete rein, weil wir die Autofenster aufhatten oder wir riskierten Hitzestaus, da das Wetter ständig umschlug. Konsequenz: meist war das Auto innen nass, aber die Hunde haben alles gut überstanden!
Am Nachmittag ging es dann zum Hundeplatz, wo die Hunde auch erst wieder in den Autos warten mussten. Für unsere erprobten Rettungshunde, die meisten davon schon geprüft, war das kein Problem, warten in der Box gehört schließlich zum "Geschäft". Im Praxisteil kamen die Hunde auch viel raus, meist einzeln, und es wurden individuelle Probleme behandelt bzw. "live gezeigt" und in der Gruppe besprochen.
So zeigte Leo zuverlässig, dass er vom Verweistest generell nicht viel hält, zumindest nicht, wenn es Interessanteres zu untersuchen gibt. Beim Verweistest liegt eine Person deutlich sichtbar in freier Fläche und der Hund soll hinlaufen und durch Bellen anzeigen, bis der Hundeführer bei ihm ist. Ich habe das Gefühl, dass viele Hunde sich mit dieser verhältnismäßig leichten Aufgaben schwertun, weil sie den Sinn der Übung nicht einsehen: Der Hundeführer kann doch sehen, wo der Mensch liegt - warum also bellen?! Natürlich lag der Fehler bei mir und ich lernte, dass mein Kommando deutlicher gezeigt und länger gehalten werden musste. Beim 2. Anlauf klappte es auch vorbildlich! Mein eigentliches "Problem", nämlich dass Leo auch während der Suchen markiert und ich das als Ungehorsam empfinde, stieß bei den anderen Teilnehmern interessanterweise auf Unverständnis: sie kennen das auch, sogar von Hündinnen oder kastrierten Rüden, und solange der Hund weitersucht, wäre das nicht schlimm. Naja, zumindest in dieser Hinsicht wurde ich also getröstet, obwohl es mir natürlich lieber wäre, Leo würde sich voll und ganz bei den Suchen auf das Wesentliche konzentrieren... Aber vielleicht kommt das ja noch.
Spannend war auf jeden Fall, dass auch geprüfte Hunde ihre Problemchen haben und Leo, obwohl in der gesamten Gruppe der Jüngste, schon recht weit in seiner Ausbildung ist. Besonders stolz war ich, dass sich Leo so gut "benommen" hat: kein Winseln aus Langeweile, kein Quietschen, weil er zu einem anderen Hund wollte - er war ganz souverän, hat stets brav und gelassen gewartet und mich unverzüglich angesehen, sobald ich ihn ansprach. Er ist eben doch mein kleiner Streber!

Zurück im Hotel konnten wir dann endlich unser Zimmer beziehen, wo Leo dann prompt nach dem Füttern ins "Koma" fiel - dabei hatte er doch den ganzen Tag im Auto geschlafen! Es half ihm aber alles nichts: er musste nochmal raus und wir machten einen langen Abendspaziergang durch den großen Kurpark, wo er einige der anderen Hunde nun endlich näher kennenlernen durfte. Danach war dann aber wirklich Schluss für ihn und er verarbeitete die Eindrücke des Tages auf dem Rücken liegend mit fest geschlossenen Augen...

Der nächste Morgen begann wieder mit einer Runde im Park, wo wir schon einige andere aus unserer Gruppe trafen. Am liebsten liefen wir mit Mittelschnauzer "Filou", der mit Leo auch einige Eigenschaften (um nicht zu sagen "Unarten"!) gemein hat, u.a. das leidige Markieren, sich nicht unbedingt abrufen lassen, wenn andere Hunde locken, u.ä. Einige dieser Probleme wurden im Laufe des Tages auch im Seminar aufgegriffen, wo wir mit den Hunden "Bindungsübungen" u.ä. machten. Leo soll ich ruhig öfter mal ordentlich umarmen und richtig knuddeln - na, das sind doch mal tolle "Hausaufgaben"! Da sich die Gruppe einig war, dass Theorie auch zwischen den praktischen Übungen auf dem Hundeplatz ausreichend vermittelt werden kann, verbrachten wir dort den ganzen Tag und verzichteten auf den Seminarraum. Inzwischen kannten sich die Hunde untereinander, so dass auch öfter mal mehrere Hunde gleichzeitig zum Einsatz kamen.
Am 3. Tag ließen wir sogar alle Hunde auf dem Platz frei laufen und beobachteten das Geschehen: Leos "Freund" Filou, der Mittelschnauzer, mit dem er morgens im Park noch so schön gespielt hat, wollte Leo nun auf einmal gerne unterwerfen, was Leo allerdings kalt ließ. Er interessierte sich vielmehr für die Hündinnen auf dem Platz, die die albernen Rüden wiederum keines Blickes würdigten und gelangweilt neben ihren Frauchen stehenblieben. Eine Hündin machte Leo klar, dass sein Interesse auf keine Gegenliebe stösst, und - o Wunder! - er ließ umgehend von ihnen ab, wurde nicht penetrant sondern kümmerte sich gar nicht mehr um die Damen! Inzwischen hatte Filou zumindest zeitweise durch Beaglerüde Paul Verstärkung bekommen, in seinem Streben, Leo doch noch irgendwann zu unterwerfen. Leo war immer noch desinteressiert, lief stattdessen zum Teich - trinken und baden - immer mit Filou an seinem Kragen! Irgendwann erlöste ich Leo dann und brachte ihn zurück zum Auto. Die Erkenntnis des Trainers: Leo war der dominanteste Hund auf dem Platz und zwar so dominant, dass er den Mittelschnauzer "noch nicht einmal ignorierte sondern überhaupt nicht zur Kenntnis nahm, was diesen schier in den Wahnsinn trieb"! Soweit ja so gut, das Problem ist nur, dass ich manchmal das Gefühl habe, das mich Leo ganz genau wie den Mittelschnauzer behandelt, nämlich "noch nicht einmal ignoriert..."! Insofern konnte ich Filous Frustration nur zu gut nachempfinden! Später, als wir die Hunde wieder zusammen laufen ließen, ließ Filou Leo von Beginn an in Frieden und später spielten alle nett zusammen. Schon interessant diese Beobachtungen, mal ganz andere(s) "Hunde-Schauen"!



Abends war Leo jedenfalls immer ziemlich geschafft, wie die Bilder beweisen. So fand er es auch gar nicht schlimm, dass uns am Sonntagnachmittag jede Menge Verkehr die Rückfahrt verlängerte und ihm so eine Runde Extra-Schlaf bescherte. Bis Mittwoch hatte er sich aber dann wieder erholt und konnte bei seiner Trainerin in Oberhausen mit hervorragenden Leistungen glänzen: "Platz" auf 100 m Entfernung, "Kommen" aus jeder Situation, am Wegrand alleine liegen bleiben, während wir weiter weg waren und fremde Hunde an ihm vorbeigingen und ihn sogar beschnupperten! Ich bin vor Stolz fast geplatzt! Und seit wir die Hausaufgaben ernst nehmen und ständig kuscheln, wird er auch immer verschmuster! Umso schlimmer, dass ich ihn heute mit Ronja und Zulu für 3 Nächte ins Hundehotel bringen musste, während wir morgen früh nach Hamburg fahren. Hoffentlich nimmt er uns das nicht übel... Ich vermisse ihn jedenfalls jetzt schon!

So, nach diesem langen Loblied auf mein tolles Baby geht's jetzt ab ins Bett, da wir morgen schon früh los müssen.
Liebe Grüße,
Karin

14.05.
Nachdem Leo am Dienstag seine Unterordnung schwänzen musste, weil Frauchen so lange arbeiten war und nicht rechtzeitig aus dem Büro kam, waren wir gestern auf das Training sehr gespannt: es sollte ein „besonderes“ Training sein, und als Vorbereitung auf die Prüfung einen „richtigen“ Einsatz-Charakter haben.
So wurden wir in der Dienststelle diesmal „alarmiert“ und kamen also in voller Dienstkleidung und kompletter Ausrüstung in der Schavener Heide an. Dort wurden wir von unseren Staffel-Leitern bereits erwartet, bekamen Karten mit Luftaufnahmen in die Hand gedrückt, mit unseren eingezeichneten Suchgebieten und der Information, „es sei ein Tornado hier durchgefegt, es gibt jede Menge Vermisste, aber keiner weiß genau wo und wie viele“. Klingt ja spannend! Es sollten immer 2 Hundeteams (=Hund + Hundeführer + Helfer + Notfallausrüstung + Funkgerät!) parallel suchen, Leo und Wizsla-Hündin Mila sollten den Anfang machen.
Zu unsrem Suchgebiet mussten wir uns zu Fuß aufmachen (schlechter Service!), und so konnte Leo sich vorher noch ausgiebig lösen. Das Suchgebiet entpuppte sich leider als persönlicher Alptraum für Langhaarhunde: lauter Dornen- und Brombeerbüsche! Nachdem wir das Gebiet erst mal halb umrundet haben, ohne dass Leo irgendwas angezeigt hat, haben wir beschlossen, ihn einfach mal loszuschicken. Er sprang auch ganz motiviert los, wurde aber schnell durch das Dornengestrüpp gebremst. Aus Solidarität und um ihn zu motivieren, bin ich mit Leo zusammen im Zick-Zack durch das dichte Unterholz gestreift. Das Gestrüpp hat uns beide sehr behindert, Leo blieb immer wieder hängen, einmal war er sogar so „festgefahren“, dass ich ihn rausheben musste! Da war doch tatsächlich der Rettungshund selbst in Not geraten! Es war aber sehr süß, wie er dann immer wieder hilfesuchend zu mir schaute und kurz winselte, um mir zu sagen, dass er ja gerne würde, wenn er denn nur könnte…! Schließlich hatten wir das Gelände einmal zur Hälfte durchkämmt, ohne Erfolg. Aber schon zu Beginn der 2. Hälfte zeigte Leo deutlich an, dass er eine Spur hatte! Er verfolgte die Witterung zielstrebig durch dichtes Gestrüpp und schon kurz darauf hörte ich ihn laut und anhaltend bellen! Wenn er es in der Prüfung genauso macht, kann nichts schiefgehen, das war wirklich vorbildlich! Er zeigte so lange an, bis ich bei ihm war. Als ich ankam, saß/lag er halb vor einer reglosen Person und hörte erst auf zu bellen, als ich ihn in einiger Entfernung ablegte. Leider konnte ich seine tolle Leistung nicht gleich belohnen (Prüfungscharakter!), sondern musste mich erst um die Patientin kümmern. Diese war zum Glück ansprechbar, hatte vermutlich ein gebrochenes Bein und eine Schürfwunde am Kopf. Wir haben entsprechend Hilfe nachgefordert und nachdem ich die Person nochmal komplett untersucht hatte, habe ich doch erst mal Leo belohnt, der die ganze Zeit brav hinter meinem Rücken liegen geblieben war und nur einmal kurz „gewufft“ hat, um mich daran zu erinnern, dass ich ihm noch sein Leckerchen schuldig bin! Als Streber-Team haben wir es uns dann auch nicht nehmen lassen, der Patientin einen wunderschönen Kopfverband anzulegen (sogar ohne die Einweghandschuhe zu vergessen!), den sie dann auch bis zur Rückkehr bei der Einsatzleitung anbehalten musste! Zum Glück bekamen wir dann auch die Order „Einsatz abbrechen, zurück zur Einsatzleitung“, so dass Leo mit der guten Leistung aufhören durfte und sich nicht noch vergeblich und ohne Sucherfolg durchs restliche Unterholz quälen musste.
Auf dem gesamten Rückweg haben wir alle ganz viel mit ihm gespielt und er war richtig glücklich! Das parallel suchende Team war auch erfolgreich gewesen und anschließend wurden die Rollen getauscht, ich wurde Helfer und mein Helfer zum Hundeführer und wieder suchten wir Parallel in 2 Suchgebieten, diesmal mit Aussie-Hündin Sina und Weimaraner-Rüde Bruno. Sina fand die Dornen auch nicht toll, und beschloss lieber auf dem Weg zu laufen und von hier aus ihrer Hundeführerin zuzusehen, wie sich diese durchs Gestrüpp kämpfte, so lange sie keine Spur in der Nase hatte! Auch hier befanden wir uns schon auf der 2. Hälfte des Suchgebiets, als Sina Witterung aufnahm und schnurstracks 2 Jugendliche in einem Erdloch aufspürte, von denen einer so entgegenkommend war uns gleich seine Diagnose „Ich habe einen Schlaganfall!“ mitzuteilen!
Anschließend wurde die Übung dann beendet und das Training ging dann „normal“ weiter und wir machten „Spielkreise“ mit den aufzubauenden Hunden, dem neuen Staffelmitglied „Nemo“ (findet Nemo?!) und unserer jüngsten „Zoe“, einer Border-Ausssie-Mischung, die den Dreh schon richtig raus hat! Nach einer Pause durften alle Hunde miteinander spielen, was ja durch den schnellen Start diesmal ausgeblieben war und Leo spielte mit Klein-Zoe, die sich wie eine Schlange um meine Füße wand! Anschließend haben alle Hunde nochmal kurze Übungen gemacht, für Leo war das besonders wichtig, damit er kein „Dornen-Trauma“ zurückbehält und den Spaß am Suchen nicht verliert.
Als wir alle zurück in der Dienststelle waren und die Sonne immer noch – wie schon den ganzen Tag – vom Himmel strahlte, stellten wir fest, dass es ein sehr schönes und erfolgreiches Muttertags-Training war!
Bei diesem Stichwort fiel Zoes Herrchen siedendheiß ein, dass er noch vor seinem Dienstantritt besser ein Blumenstrauß besorgen sollte, wenn er den Hund gleich bei seiner Mutter abgeben wollte!
Müde (und mit wunden Füßen!) kehrten Leo und ich dann nach Hause.

04.05.
Hallo Mama!

Es war so schön, Euch vorletzte Woche mal wieder zu sehen! Am besten wäre ich gleich bei Euch geblieben! Du kannst Dir nicht vorstellen, was seit neuestem bei uns los ist! Am besten fange ich mal von Vorne an.

Also, ich finde ja (und nicht nur ich, sondern das sagen auch alle anderen!), dass ich mich prächtig entwickelt habe und ein richtig toller Kerl geworden bin. Ja, das muss - bei aller Bescheidenheit - auch mal gesagt werden! Und damit beginnt das Problem: leider wissen Frauchen und Herrchen das gar nicht zu schätzen, dass sie mit einem so tollen Hund wie mir Gassi gehen dürfen und dass ich sie immer mitnehme ist ja auch nicht selbstverständlich. Außerdem bewache ich den Garten und belle alle vom Zaun weg und muss obendrein auch noch die ganze Gegend markieren, damit alle wissen, dass ich hier das Sagen habe... Ihr seht, ich bin schon sehr beschäftigt. Aber dann kommt Frauchen und funkt mir ständig dazwischen! Als ob ich nicht schon genug Stress hätte mit diesen ganzen Aufgaben! Naja, ihr kennt sie ja, sie zetert dauernd rum und macht mir meinen Job noch extra schwer. Ich versuche zwar, sie möglichst zu ignorieren, aber dann meckert sie immer weiter, ... es macht nicht wirklich Spaß, sie beim Gassi gehen mitzunehmen.

Aber jetzt hat sie etwas Neues gemacht: sie fährt jede Woche mit mir 1,5 Stunden nach Oberhausen, um sich dort mit einer Frau zu treffen, die sich "Trainerin" nennt und Nachhilfe gibt. Ich sage Euch: das ist vielleicht was! Die Frau ist mir richtig unheimlich! Sie ruft mich freundlich, dann komme ich schon mal und sie ist dann ganz nett und freundlich zu mir (obwohl: Leckerchen hat es noch keine gegeben, aber sie freut sich so schön, dass ich auch ohne Leckerchen gerne komme!). Nun darf sie natürlich nicht erwarten, dass ein so toller Kerl wie ich jedesmal kommt, wenn sie ruft. Tut sie aber! Wenn ich aber nicht sofort höre, benimmt sie sich wie ein Rudelchef und scheucht mich weg! Dann versuche ich ganz schnell sie zu beschwichtigen. Naja, die Frau wendet zwar keine Gewalt an und tut mir auch nicht weh, aber sie imponiert mir schon sehr und langsam bekomme ich eine Idee davon, was "Respekt" heisst. Manchmal versuche ich zu Frauchen zu laufen, weil ich die besser einschätzen und manipulieren kann, aber das zieht nicht mehr. Im Gegenteil: sie fängt jetzt an, sich genauso zu benehmen und von mir Respekt zu fordern (ich glaube, die andere Frau gibt ihr auch noch Tipps!). Jetzt sind wohl die unbeschwerten Zeiten vorbei und ich kann nicht mehr machen, was ich will... Ich habe keine Ahnung, wie das weitergehen soll. Wir fahren jetzt jede Woche nach Oberhausen und sobald ich die andere Frau sehe, laufe ich sofort bei Frauchen "bei Fuß", benehme mich ganz toll und schnüffel noch nicht einmal rum, obwohl es mir niemand verbietet. Trotzdem muss ich weiter mit der Trainerin arbeiten... Das Schlimme ist ja, dass Frauchen nun ebenfalls konsequenter ist und nicht mehr versucht, mich mit Leckerchen zu bestechen. Statt dessen musste ich feststellen, dass sie nun auch wirklich richtig streng werden kann, wenn ich nicht höre! Ich weiß nicht, wo das enden soll...

Naja, meine aktuelle Strategie ist wie folgt: Ich werde jetzt erst mal so tun, als wenn ich mich darauf einlasse und ganz lieb und gehorsam sein. Dann fahren wir hoffentlich nicht mehr zu der Rudel-Chef-Frau. Und wenn Frauchen alles wieder vergessen hat (Menschen haben ja nur ein Kurzzeitgedächtnis und können sich nicht lange etwas merken), kann ich wieder das Ruder in die Pfoten nehmen und Frauchen nach meiner Pfeife tanzen lassen, wie es sich gehört. Oder ich ziehe einfach wieder zu Euch: da war es ja auch immer schön und ich kann mich nur an sorglose Zeiten in meiner Kindheit erinnern! Was meint Ihr?

Ich glaube ja, dass Frauchen genau so etwas befürchtet, denn sie muss demnächst für 2 Tage nach Hamburg fahren und ich darf nicht mit. Aber statt mich zu Euch zu bringen, soll ich mit Ronja und Zulu in ein Hundehotel! Wir 3 teilen uns da ein Zimmer - bestimmt komme ich dann beim füttern zu kurz und die beiden anderen fressen mir alles weg. Frauchen sagt zwar, dass sie in der Pension Bescheid gesagt hat, dass ich extra gefüttert werde, aber ich weiß nicht... Zulu meint, die Pension ist klasse, wir haben viel Auslauf, jedes Zimmer hat einen eigenen "Garten" und wir dürfen auch im Rudel spielen, aber ich würde lieber wie immer zu Euch kommen... Frauchen hat aber wahrscheinlich angst, dass ich dann nicht mehr zurückkomme! Mal sehen, ich schreibe dann, wie es war.

So, das war's für heute. Ich hoffe, Frauchen kriegt sich bald wieder ein und funkt mir nicht mehr dauernd dazwischen. Ich werde Euch über ihre Fortschritte berichten!

Liebe Grüße,
Euer armer, unverstandener Leo

13.04.
Nachdem der Fuß wieder so gut wie neu ist, trainiere ich jetzt wieder regelmäßig mit Leo und er macht prompt Riesenfortschritte! Das Markieren, seine neueste "pubertäre Unart", wird deutlich weniger (er passt selbst schon auf, dass es nicht Überhand nimmt, weil Frauchen das ja nicht will!), und seit es grünen Pansen zur Belohnung gibt (igitt!!! ... und nur mit Einweghandschuhen!), ist er motiviert wie ein "richtiger" Hund, d.h. normal verfressen, eben!
Beim Dienstags-Training der Rettungshundestaffel diese Woche, an dem der Staffelleiter zur Sichtung kam ("Probe-Prüfung"), musste auch Leo ran, obwohl sein Termin eigentlich erst am 24.04. gewesen wäre. Obendrein war ich nach der Arbeit spät dran und konnte nicht vorher mit Leo gehen, der also den ganzen Tag bei meinem Vater gefaulenzt hat. So mussten wir also spontan und ungeprobt die Unterordnung laufen.
Angefangen hat es mit dem Verweis-Test. Leo lief total motiviert los (vorsichtshalber habe ich ihn statt mit "Such und hilf!" mit "Wo ist das Leckerchen?!" losgeschickt!), bleib vorbildlich bei der "Zielperson" stehen, untersuchte sie kurz, und gerade als ich dachte, "nun könnte er eigentlich anfangen zu bellen", machte er kehrt, lief zum nächsten Baum, hob das Beinchen... naja. Immerhin lief er anschließend schnurstracks zur Zielperson zurück, sprang über sie drüber, und fing an durchgehend zu bellen. Wir bleiben dran...!
Danach war dann das Laufschema dran: Leo hat den ersten Teil super gemacht, er ist perfekt bei Fuß gegangen (macht er sonst nie so toll, keine Ahnung, was ihn da geritten hat, wahrscheinlich das schlechte Gewissen!), wir sind wunderschöne Ecken gelaufen, kein Flummi-Springen oder Entfernen, beim Stehenbleiben in der Grundposition hat er sich sofort gesetzt und mich angestrahlt - perfekt! Die Menschengruppe in der Freifolge war kein Problem, Menschengruppe mit 2 Hunden (Hündin und Rüde) an der Leine auch nicht, obwohl als Hunde sein Kumpel Bruno und seine Welpenfreundin Zoe schon eine Herausforderung waren! Das Sitz aus der Bewegung ging noch einigermaßen gut, das Steh auch, wenn auch schief, aber das Platz hat er zum ersten Mal komplett verweigert. Ob er sich nicht schmutzig machen wollte, der Boden ihm nicht zusagte, keine Ahnung. Ich musste zurück und ihn runterdrücken. Abrufen war wieder gut und dann kam das "Voran!", sein Problemfach: er ist wieder gut losgelaufen, dann aber ganz blöd auf einem Stöckchen ausgerutscht (ihm ist richtig die Hinterhand weggerutscht!), woraufhin er natürlich inne hielt, sich umschaute... und das Stöckchen aufhob und stolz hochwarf und mich zum Spielen aufforderte! Auf mein "Aus!!!" ließ er das Stöckchen brav fallen und rannte tatsächlich weiter, schaute aber nun nach weiteren Stöckchen, die er dummerweise auch fand. Egal, er ist dann mehr oder weniger auf Kommando stehen geblieben, und da wir das so erst seit ein paar Tagen üben (vorher sollte er Platz machen, und das klappte noch schlechter), war ich ganz zufrieden.
Zum Schluss kam nur noch die Trageübung, die für ihn ja ein Klacks ist. Ich habe dem Staffelleiter gesagt, dass Leo beim Tragen alles wieder rausreisst, aber der meinte nur, dass wir ja im Ernstfall gar nicht bis zum Tragen kommen... Spielverderber! Die Dauerablage hat Leo auch toll gemacht. In Anbetracht der Umstände war ich mit Leo sehr zufrieden. Bis auf Sina (die ja schon geprüft ist), wären alle anderen auch durchgefallen, nicht nur Leo. Aber dafür haben wir den Test ja auch gemacht, um zu sehen, wo wir stehen und woran wir arbeiten müssen. Packen wir's an! :-)

04.01.
Liebe Doro und Marc!
Wir wünschen Euch und eurer gesamten Menagerie alles, alles Gute zum neuen Jahr!
Wir haben die Silvesternacht alle gut überstanden, selbst Zulu war recht entspannt. Nachdem ich ja durch das Feuerwehrpraktikum so wenig Zeit hatte (und davon so kaputt war!), habe ich erst kurz vor Jahresende mit seiner Geräusche-CD angefangen. Aber es hat wohl gereicht, wahrscheinlich hat er sich noch an das Training vom letzten Jahr erinnert, jedenfalls war die Knallerei für Zulu diesmal noch weniger schlimm als schon im Jahr davor! Wir haben währenddessen wieder Leckerli-Spiele gemacht und später bin ich sogar raus auf die Terrasse gegangen und beide (!) Hunde sind mir nachgekommen! Leo wahrscheinlich in erster Linie, um mich zu "retten", denn den Krawall in "seinem" Garten fand er nicht in Ordnung (so ganz ohne seine Genehmigung!), aber selbst Zulu hat mir sein Vertrauen bewiesen indem er zu mir kam und sogar blieb - nicht ohne herzerweichenden "bitte-lass-uns-doch-schnell-wieder-reingehen"-Blick, aber immerhin! Den Rest der Nacht, die immer wieder von vereinzelten "Nachschüssen" durchbrochen wurde, haben beide Hunde entspannt schlafend verbracht und sich durch keinen Knall aus der Ruhe bringen lassen. Vermutlich hat auch Leos Gelassenheit zu Zulus Entspannung mit beigetragen. Ich war jedenfalls sehr stolz auf die beiden!
 Leo möchte ja sooo gerne mal seine Nichten und Neffen kennenlernen, bzw. "Zwergi" zieht es zu seinem "Schneewittchen"...! 
Er
würde euch schrecklich gerne mal besuchen, wenn es mal passt. Ich müsste dann natürlich mitkommen, denn er hat ja noch keinen Führerschein. Vielleicht hat Doro ja mal eine Aktion, bei der sie Unterstützung brauchen könnte, die ich dann gerne leiste. Ich kann auch Babysitten und 9 Welpen durch Tunnel und über Wippen jagen!
 
Leos Prüfungstermin soll übrigens schon recht bald sein: März/April steht in der Planung! Da müssen wir noch ordentlich was tun! Gestern hat er streberhaft wieder eine vorbildliche Unterordnung hingelegt, aber nur, weil er die Umgebung und die anderen Hunde kennt, und er scharf auf seine Leckerli war!
Beim Neujahrsspaziergang hatte er wieder gar nicht gehört und ist mal wieder zu anderen Hunden (die an der Leine waren) gelaufen. Natürlich wieder ausgerechnet bei Typen, die für so was gar kein Verständnis haben! Gut, dass er kein Kennzeichen trägt, die hätten uns wohl angezeigt! Naja, ich war wieder stinksauer und ab sofort gibt es kein Futter mehr im Napf, sondern nur auf Spaziergängen und auch da nur fürs kommen. Mal sehen, ob's hilft!
So, ich wünsche Euch ein paar schöne und trockene Tage, damit die Hunde viel raus können (und beim reinkommen nicht soviel Dreck mitbringen!).
Liebe Grüße, auch von Stefan! Karin und die Knall-Hunde

14.12.
Hallo Familie!
Ich hoffe, es geht Euch allen gut! Wie ich von Frauchen höre, werdet ihr immer "mehr" und ich bin inzwischen 9-facher Onkel geworden! Ich gratuliere Dir, liebe Dita!
Jetzt habe ich schon eine ganze Weile nichts von mir hören lassen - ich bin aber auch wirklich sehr beschäftigt: neben dem Rettungshundetraining und dem Longieren übt Frauchen mit mir ständig sinnlose Sachen ein: "kriechen", "umfallen", "rollen", "verbeugen", "rückwärts gehen", "schütteln", "Männchen machen" (Mensch, Frauchen: ich bin ein Collie und kein Zirkuspudel!), und noch vieles mehr. Naja, ich gebe zu, das meiste macht mir ja auch Spaß - vor allem, weil es zur Belohnung immer tolle Leckerchen gibt! Und ich finde es auch ganz lustig, wenn Frauchen mich die ganzen Kunststückchen vor anderen Leuten zeigen lässt: die sind dann immer ganz beeindruckt und finden mich toll... und geben mir dann auch Leckerchen! Frauchen behauptet dann immer, dass ich die Kunststücke viel besser mache als die Grundkommandos, aber das stimmt nicht. "Sitz", "Platz", "Steh", "Bleib" und "Komm" mache ich sehr gut, ich hab bloß nicht immer so viel Lust dazu... Warum soll ich kommen, wenn gerade andere Hunde irgendwo rumlaufen zu denen ich hinlaufen möchte? Mit den anderen zu spielen ist doch viel schöner und zu Frauchen würde ich danach immer noch kommen, aber sie will immer, dass ich SOFORT! (mit Ausrufezeichen!) angerannt komme! Sie sollte wirklich etwas Geduld üben... :-)
Aber nicht, dass ihr meint, ich würde jetzt vor lauter Leckerchen zu dick werden (mal abgesehen davon, dass ich den leisen Verdacht habe, dass Frauchen mir statt Leckerchen einfach mein normales Futter unterjubelt...): Frauchens neueste Idee ist "fangen" - oder besser "nicht fangen" zu üben. Seit ich klein bin, meint sie, ich könne nur schlecht bis gar nicht fangen. Deswegen glaube ich, sie trainiert jetzt mit mir für einen Auftritt bei "Wetten dass..." als "Der Hund, der garantiert kein Leckerchen fängt!". Ein bisschen müssen wir aber noch üben, denn ein paar Zufallstreffer sind noch dabei, wenn ich mein Futter statt in einer Schüssel, nur als einzelne Brocken bekomme - und zwar als "Luftpost"! Das meiste lasse ich jedenfalls zuverlässig fallen oder schnappe daneben. Dazu muss ich aber sagen, dass Frauchen auch wirklich kein Ass beim werfen ist -  womit sich ja die 2 Richtigen für diese Übung gefunden haben...! :-)
Naja, ich will nicht schimpfen, schließlich macht Frauchen extra wegen mir gerade ein 2-wöchiges Praktikum bei der Feuerwehr Kerpen und fährt dort im Rettungswagen mit, um möglichst viel zu lernen. Als Rettungshundeteam muss nämlich nicht nur ich als Flächensuchhund sondern auch die Rettungshundeführerin (=Frauchen!) muss als Rettungshelfer ausgebildet werden. Und geprüft werden wir auch alle beide - eben als "Team". Wenn ich später mal eine vermisste Person finden sollte, sind wir nämlich die "Ersthelfer vor Ort" und müssen der Person auch helfen können. Das ist also schon eine ernste Sache. Was mich ja an diesen Clown-Nummern schon wieder zweifeln lässt...! :-) 
So, soviel für heute. Ich wollte nur mal wieder ein Lebenszeichen von mir geben und Euch eine schöne Adventszeit wünschen. Sicher habt ihr mit so vielen Hundekindern unterm Weihnachtsbaum ein tolles und turbulentes Weihnachtsfest!
Liebe Grüße und bis bald!
Euer Leo
PS: Ich hoffe, wir kommen euch bald mal besuchen: "Zwergi" (mein Spitzname im B-Wurf) möchte doch schließlich "Schneewittchen" kennenlernen! :-))

30.11.
Hallo Doro und Marc!  
Aufregende Neuigkeiten: Bei der gestrigen Teambesprechung der Rettungshundestaffel habe ich erfahren, dass Leo schon im 1. Halbjahr 2012 (voraussichtlich sogar im Frühjahr!) zur Rettungshundeprüfung soll! Da wir ja als Team geprüft werden und man ab 2012 erstmals auch bei schlechter Erste-Hilfe-Leistung durchfallen kann (selbst bei guter Leistung des Hundes), stehen mir wieder schlaflose Nächte bevor! Aber ich bin schon ganz stolz, dass Leo schon so früh zur Prüfung zugelassen werden soll!
Liebe Grüße, Karin 


18.11.
Hallo Ihr alle! 
Hier ein paar Bilder von unserem gefährlichen "Kampf-Collie"! Außerdem auch Aufnahmen von Leo und Zulu mit Leo's 1. Preis vom Welpenclub. Wirklich ein sehr kuscheliges Hundebett, mit einer wolligen Elch-Applikation, die sicher nicht lange halten wird: Leo hat sich gleich als Erstes darüber hergemacht! Naja, und dann war ja auch noch die Kiste ganz interessant... :-)
Karin und Leo alias "Danger-Dog"



11.11.
Hallo Mama!
Frauchen hat kürzlich eine E-Mail bekommen (ich habe sie Dir angehängt) und gesagt, dass ich ein "Gewinner-Typ" bin. Was ist das eigentlich?! Ich dachte immer, ich sei ein Collie, „Amerikanischer Typ“…?! Jedenfalls muss es etwas Schönes sein, denn sie hat sich ziemlich gefreut, als sie das auch Herrchen erzählt hat. Bei Männern ist das aber vielleicht nicht so was Tolles, denn Herrchen hat nur die Augen verdreht und gefragt, wo sie denn ein weiteres Hundebett hinstellen will und ob wir nicht schon genug davon hätten...
 Egal, wenn Frauchen sich freut, freue ich mich auch. Vielleicht geht es ihr auch deswegen wieder besser. Immerhin hat sie mir gesagt, dass wir (nach über 2 Wochen Fehlzeit!!!) am Sonntag endlich wieder zum Training gehen. Hurra!!! Vielleicht kommt meine Freundin Cheyenne (eine Weimaranerin) auch, obwohl sie sicher nicht mittrainieren wird, denn sie erholt sich noch von einer schlimmen Magendrehung mit Milzabriss und einer gefährlichen (und teuren!) Operation. Naja, Hauptsache, es sind alle wieder gesund und ich bin ein Gewinner-Typ!

Liebe Frau Thiele,
herzlichen Glückwunsch! Sie und Leo haben beim Welpenclub Winterrätsel den ersten Preis und damit ein AniOne Hundebett gewonnen.
Ihr Gewinn wird Ihnen innerhalb der nächsten Tagen direkt von Fressnapf zugestellt.
Vielen herzlichen Dank für die Teilnahme an unserem Gewinnspiel und weiterhin noch viel Spaß im Welpenclub.

3.11.
Hallo Mama! 
Jetzt muss ich mich doch mal an Dich wenden, denn hier ist es in letzter Zeit ziemlich rätselhaft: Frauchen scheint jetzt schon seit einer Woche wieder "Urlaub" zu haben, jedenfalls geht sie seitdem nicht mehr zur Arbeit. Aber anders als sonst, geht sie auch gar nicht mehr aus dem Haus um mit Zulu und mir tolle Unternehmungen zu machen, wie es sich für einen richtigen Urlaub gehört! Die ersten Tage hat sie kaum ihr Körbchen verlassen und ich durfte nachts auch nicht mehr im gleichen Zimmer mit ihr schlafen... Schade eigentlich, denn geschlafen hat sie nicht nur nachts, sondern auch fast den ganzen Tag!
Eine Zeitlang dachte ich, sie versucht jetzt ein Collie zu werden, denn sie hat ganz eifrig das "Bellen" geübt (Herrchen nannte es allerdings "Husten"), leider ohne rechten Erfolg. Dabei hat sie sogar extra Leckerchen bekommen, um es besser zu können, die heißen "Hustenbonbons". Aber irgendwie konnte sie nie die richtige Tonlage treffen, wie es sich für einen Collie gehört: schön hoch und schrill... Naja, höflich wie ich bin, habe ich natürlich nichts gesagt und kam trotzdem immer angelaufen, so als hätte ich ihr Rufen in "meiner Sprache" verstanden. Auch wenn sie immer noch beharrlich übt, ich glaube, sie sieht langsam ein, dass sie es doch nie richtig lernen wird - ein Glück für die Colliewelt! 
Es ist aber schon wirklich doof, denn sie geht gar nicht mehr mit uns raus und trainiert auch nicht mal mehr mit mir. Schon vorher hat sie weniger mit mir gemacht und gesagt, sie müsse sich etwas "schonen" und statt draussen, mehr drinnen mit mir geübt. Deswegen kann ich neuerdings so unnütze Sachen wie "Männchen machen", "Socken ausziehen", "Pfötchen kreuzen" und auf Kommando "Rechts oder Links um die Couch rumlaufen".
Aber seit fast einer Woche tut nur noch Herrchen mit uns Gassigehen und Fahrradfahren, und zum Rettungshundetraining, zur Unterordnung oder zum Longieren ist niemand mit mir gegangen. Das macht es natürlich hier jetzt etwas langweilig. Zulu und ich dürfen zwar in den Garten, sind dort aber immer allein und wie oft kann man einen Holzstapel schon hin- und herräumen? Und ohne anschließendes Geschimpfe macht es auch nur halb soviel Spaß... Auch Zulu hat inzwischen so viel Langeweile, dass er sich aus Verzweiflung sogar zu Spielen mit mir hinreißen lässt, was ja sonst eher nicht so seine Art ist. Erst habe ich mir Sorgen gemacht, dass Frauchen mit mir böse ist, weil ich (natürlich unabsichtlich!) etwas falsch gemacht haben könnte. Aber nachdem Zulu ja auch so vernachlässigt wird, liegt es wohl nicht an uns. Hast Du eine Idee, was passiert sein könnte?
 
Liebe Grüße, Dein trauriger Leo
 
PS: Ich selbst bin seit ein paar Tagen verletzt - ich habe wohl etwas ins Auge bekommen. Jedenfalls war das Auge erst gereizt und hatte eitrigen Ausfluss. Dann hat Frauchen Salbe reingemacht (das hat sie immerhin noch gemacht, obwohl ich darauf gut hätte verzichten können!), und - ich gebe es ungern zu - es ist tatsächlich besser geworden! Die Salbe macht Frauchen auch immer noch weiter, obwohl meiner Meinung nach schon wieder alles gut ist. Ach ja: die Salbe, die ich für mein Auge bekomme, heißt übrigens "Bepanthen" - genauso wie die, die mir schon als Welpe so gut geschmeckt hat! Allerdings ist diese Tube jetzt viel, viel kleiner und scheint auch speziell für Augen und Nasen zu sein (offensichtlich eine Collie-Salbe!). Leider kann ich nicht sagen, ob sie genauso gut schmeckt wie die andere, denn ich komme mit der Zunge nicht ans Auge dran und Frauchen legt die Tube immer außer Reichweite...Naja, das wollte ich nur noch sagen!

02.11.2011
Hallo Doro!
Danke für die Glückwünsche zur A-Hüfte! Das heisst dann wohl, dass Leos Decktaxe
langsam unbezahlbar wird! Oder gibt es auch noch "1A"-Hüften?
Zur Zeit langweilt sich der Arme aber sehr, da ich seit Freitag total krank bin und es einfach nicht besser wird, trotz Stefans guter Pflege. Dadurch kommen die Hunde etwas zu kurz, denn Stefan geht ja "nur" mit ihnen spazieren, was ja für Zulu ausreicht, aber Leo ist absolut unterfordert, außerdem fällt dadurch sein Training aus. Wenn es mir gerade etwas besser geht, versuche ich ihn wenigstens geistig zu beschäftigen, mit dem Ergebnis, dass er inzwischen "Männchen" macht, Socken auszieht und auf Kommando rechts und links um die Couch läuft. Also alles unnütze Sachen, die er bestimmt nicht braucht!
Seit ein paar Tagen ist sein linkes Auge ziemlich gerötet. Er hatte auch gelben Ausfluss, was aber durch Bepanthen Augen- und Nasensalbe besser geworden ist.
Liebe Grüße, Karin



Hallo Mama! 
Ich habe Dir doch schon von dem Longierworkshop erzählt, zu dem mich Frauchen neulich geschleppt hat. Nun halte Dich fest: wir machen da jetzt einen ganzen Kurs! Insgesamt 6 mal lernen 4 andere Hunde und ich, wie Hund im Kreis läuft! Das ist mal wieder so eine typische "Frauchen-Aktion" - jeder andere Hundebesitzer geht mit seinem Vierbeiner Gassi oder zum Agility, sie muss mit mir zum Longieren! Dabei ist das eigentlich was für Pferde, habe ich mir sagen lassen.  
Am Donnerstag Abend war jedenfalls die erste Stunde. Als wir ankamen, waren die anderen Hunde schon da, und Frauchen war so unhöflich, mich nicht zur Begrüßung zu ihnen zu lassen (auch so eine neue Masche von ihr: ich darf fremde Hunde nicht immer begrüßen - damit macht sie mich wahnsinnig!!!). Ich habe deswegen auch gleich lautstark mit anhaltendem Quietschen und Heulen protestiert... Hat aber nichts genützt, außer dass Frauchen dann auch genervt war! Der Trainer sagte, meine "Frustrationstoleranz" sei extrem niedrig und deutete an, dass Frauchen mich wohl zu sehr verwöhnt. Als wenn ich so ein verzärteltes Hundchen wäre, das immer alles bekommt, was es will und dem man alles durchgehen lässt! Das stimmt doch gar nicht!  
Beim Longieren kam ich als letzter dran und sollte immer neben Frauchen herlaufen, die nur mit Zeichensprache mit mir kommuniziert hat, bzw. es versuchte! Ich muss schon sagen, dass sie sich dabei nicht wirklich gut anstellt, jedenfalls habe ich längst nicht immer alles verstanden, was sie von mir wollte. Schließlich habe ich sie dann auch nicht mehr so beachtet und mich mehr für meine Umwelt interessiert. Durch die lange Leine bekam ich ja immer mit, wenn sie losgegangen ist, schneller oder langsamer wurde oder auch stehenblieb. Dann wollte sie noch, glaube ich, dass ich mich vor sie hinsetze, aber das war wirklich nicht deutlich, so dass ich das mal nicht gemacht habe. Der Trainer meinte dann, ich sei sehr stur oder arrogant, aber das finde ich gar nicht! Ich glaube, der versteht mich noch weniger als Frauchen!   
Wir sind in dem Kurs eine ganz gemischte Truppe: ein Setter und ich haben wohl am wenigsten Longier-Erfahrung und bisher nur den Workshop besucht; ein Labrador hat wohl schon mal einen Kurs gemacht, ein Aussie kennt sich schon richtig gut aus und kann sogar schon ohne Leine im Kreis laufen, auch wenn das Frauchen nicht direkt neben ihm herläuft, sondern weiter innen im Kreis geht. Das sieht schon nicht schlecht aus! Aber wenn mir Frauchen erst mal vernünftig klarmacht, was sie von mir will, dann kann ich das sicher auch!
 
Die Rettungshundestaffel macht mir aber trotzdem mehr Spaß. Die letzten Male waren wir nicht in der Eifel, sondern im Kölner Grüngürtel zum Training: das war ganz toll, weil da so viel Abwechslung war! Wir waren in der Hunde-Freilauffläche wo ganz viele Leute mit Hunden (ohne Leine!) spazieren gingen. Aber das hat uns Rettungshunde nicht gestört: sobald wir unsere Kenndecke anhatten, haben wir nur noch "gearbeitet", d.h. gesucht, und haben uns für die anderen Hunde, Jogger, Radfahrer oder was da sonst noch rumlief kein Bisschen interessiert! Unsere Frauchen und Herrchen waren ganz stolz auf uns! Hoffentlich fahren wir morgen wieder da hin: morgen kommen nämlich Herrchen und Zulu mit. Herrchen wird als "Fremd-Zielperson" gebraucht und Zulu möchte ich mal zeigen, was ich inzwischen alles kann! Morgen kommt wieder ein "Neuer", der letzten Dienstag zur Unterordnung das erste Mal bei uns war (auch da hat mich Frauchen nicht zur Begrüßung hingelassen, so dass ich da auch jaulen musste!): Pepper ist ein kleiner, 6 Monate alter Welpe von der Rasse "Mallorkinische Mülltonne" (sagt ihr Herrchen!!). Dienstag wurde mit ihr ein Spielkreis gemacht, bei dem sie lernen sollte, immer zu dem Menschen zu laufen, der gerade hockte und somit das "Opferbild" darstellte. Wir anderen mussten das Begleithundeprüfungsschema laufen, was ich wieder total gut gemacht habe, obwohl der andere fremde Hund da war, zu dem ich NICHT gelaufen, sondern konzentriert bei der Sache geblieben bin. Aber da sagt dann wieder keiner was dazu, wie toll ich bin! :-)
 
Soviel für heute. Ich würde Euch gerne mal wieder besuchen kommen, aber Frauchen sagt, dass bei Euch eine Welpenwelle die nächste jagt. Was sie damit wohl meint?! Wellen sind übrigens total lustig, mit denen habe ich gerade in Holland ein paar Tage lang gespielt. Besonders spannend ist es, wenn die Schaumkronen über den Strand fliegen und auf einmal verschwunden sind, wenn ich sie einhole! Es war auch wirklich sehr stürmisch gewesen aber Herrchen hat tapfer ganz oft mit mir Bällchenjagen am Strand gespielt - das war so schööön! 
Nun aber wirklich Schluss, gleich gibt's Futter! Liebe Grüße an alle,
Euer Leo


22.10.11
Hallo Familie!
 Leo ist fit und fröhlich wie immer, wobei wir täglich darauf warten, dass er sich mit der Erkältung ansteckt, die Stefan und mich schon seit über einer Woche plagt: er schafft es immer wieder unsere Taschentücher zu finden und zu zerrupfen, so dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit ist, bis die Erkältung auch ihn erwischt! Dabei werfe ich die Taschentücher schon immer in den Kamin, damit sie wirklich "vernichtet" sind! Aber was halt so ein richtiger "Suchhund" ist...
Inzwischen hat auch Leos Longierkurs angefangen, aber davon wollte er gerne selbst berichten!
Liebe Grüße,Karin


23.09.11
Liebe Mama!

Heute war ein ganz aufregender Tag (vor allem für Frauchen): Prüfungstag!!

Schon früh morgens sind wir schön am See spazieren gewesen und haben dann eine Freundin aus der Hundestaffel abgeholt (die, die mich beim Baden vor meiner ersten Ausstellung so schön mit Käse gefüttert hat!) und sind nach Köln gefahren um für mich einen Maulkorb zu kaufen. Leider haben wir keinen passenden gefunden, Frauchen hat mit stattdessen komische Gestelle über die Nase gezogen und festgestellt, dass die für lange, schlanke Collieschnauzen alle nicht taugen. Nach richtigen Maulkörben (also Körbchen, die sich gut im Maul tragen lassen - stelle ich mir jedenfalls so vor) hat sie gar nicht geschaut. Inzwischen war es auch schon Mittag, und so bin ich mit den beiden Frauen zum Italiener gegangen. Die beiden haben Pizza gegessen, während ich mich untern Tisch schön erholt habe und sogar fest eingeschlafen bin!

Dann ging es auch schon weiter zur Dienststelle, wo schon großer Trubel herrschte: Ein großer Platz wurde mit allen möglichen interessanten Geräten und seltsamen Gegenständen bestückt und ein weiterer Platz wurde auch noch hergerichtet für alle möglichen Leute und Hunde. Dann kam eine Prüferin, stellte sich brav vor und erklärte Frauchen und den anderen Hundeführern, was passieren würde: wir sollten erst nacheinander einzeln getestet werden und anschließend noch in der Gruppe. Das Los entschied, dass ich als Letzter dran kommen sollte - bei insgesamt 5 Hunden aber kein Problem. Frauchen ist noch etwas mit mir spazieren gegangen und hat dann noch ein wenig bei den anderen zugeschaut.

Dann war ich dran: Zuerst sind wir in einen großen Kreis von Menschen gegangen und Frauchen hat sich in die Mitte gestellt. Ich durfte frei herumlaufen und habe das auch getan: überall roch es total interessant nach anderen Hunden, so dass ich erst den ganzen Platz abschnüffeln wollte, obwohl mich Frauchen dauernd rief! Naja, schließlich habe ich ihr den Gefallen getan, obwohl sie schon wieder so hektisch wurde... Dann riefen mich die ganzen Leute aus dem Kreis immer zu sich und ich bin fröhlich schwanzwedelnd zu allen hingelaufen (obwohl ich ja eigentlich immer noch lieber schnüffeln wollte...). Anschließend hat Frauchen an alle Leckerchen verteilt und ich wurde wieder von allen gerufen und habe dann die Leckerchen bekommen.
Dann musste ich wieder zu Frauchen in die Mitte und alle sind ganz dicht auf uns zu gekommen und haben einen engen Kreis um uns gebildet. Frauchen fand das aber nicht schlimm und ich natürlich schon gar nicht. Dann sind alle wieder zurück gegangen und nochmal auf uns zugekommen, diesmal aber schon forscheren Schrittes und recht energisch. War aber natürlich auch nicht schlimm. Ich habe das Spiel zwar immer noch nicht verstanden, aber wieder sind alle zurück gegangen und dann ganz schnell auf uns zugelaufen. Ich glaube, dann war ihnen das Spiel doch zu doof, jedenfalls haben sie schließlich damit aufgehört und sich eine andere Übung ausgedacht.
Frauchen hat mich angeleint und ein großer Mann in einem komischen langen Flattermantel ist an uns vorbeigelaufen und genau vor uns hingefallen! Er hatte richtig Glück, denn zufällig lag genau da eine Matte, sonst hätte er sich richtig weh getan! Hat er vielleicht sogar, denn ganz plötzlich ist er wieder aufgesprungen und schreiend weggelaufen! Ich habe ihm noch hinterhergerufen, aber er hat mich wohl nicht gehört, denn er ist nicht stehengeblieben. Die Prüferin sagte dann nur, ich hätte eine "Fluchtanzeige" oder so was gemacht. Naja, wenn sie meint...
Danach kam Frauchens Lieblingsspiel: Hundetragen! Ein Mann mit Einsatzkleidung mit dicken Handschuhen, Schutzhelm und geschlossenem Visier kam auf mich zu, hob mich hoch und trug mich von Frauchen weg. Das wäre eigentlich nicht nötig gewesen, weil ich noch nicht müde war und noch gut selber laufen konnte, aber es war auch ganz schön, mal die Beine baumeln zu lassen. Er hat mich dann auch wieder abgesetzt und ich durfte zurück zu den anderen laufen.

Foto: G.Sieger, vielen Dank!


Wir sind dann auf den anderen Platz gegangen, wo die vielen interessanten Sachen herumlagen. Da musste ich mich neben ein komisches Gerät stellen, dass plötzlich anfing zu rattern und zu dröhnen: offensichtlich war das ein Motor, der angestellt wurde. War mir aber egal, roch auch nicht besonders gut, so dass Frauchen mit mir problemlos dicht dran vorbeigehen konnte. Ich hab das Ding noch nicht mal angeschaut. Danach durfte ich über ein Klettergerüst laufen, dass etwas wackelig war: da hatte ich mich schon die ganze Zeit drauf gefreut! Das macht sooo viel Spaß! Und direkt darauf folgte schließlich der Höhepunkt des Tages: ich durfte durch eine Röhre laufen! Weil ich das so toll gemacht habe, durfte ich dann auch noch über einen Haufen Trümmer mit Planen und Holzpaletten klettern - davon konnte ich mich kaum trennen und ich hörte nur, wie die Prüferin zu Frauchen sagte, dass ich da wahrscheinlich auch drauf schlafen würde! Aber der Spielplatzteil war damit auch schon zu ende - viel zu früh, wenn Du mich fragst!
Als nächstes wurde "Erschrecken" gespielt: ich ging durch ein Tor und daneben schlug jemand mit einem Hammer auf ein großes Blech und gegen den Metallzaun. Das galt aber, glaube ich, nicht mir, jedenfalls habe ich mal nicht reagiert. Ich habe mich vielmehr auf das nächste Spiel gefreut, aber das ließ auf sich warten. Statt dessen lief jemand immer wieder mit einem Rollstuhl an mir vorbei, aber den habe ich nicht mal angesehen, was die Prüferin etwas irritiert hat. Frauchen erklärte ihr dann, dass ich nicht wirklich ängstlich sei, und mich so etwas deswegen nicht interessiert. Dafür kam noch ein Mann mit einem Regenschirm auf mich zu, den er genau vor meiner Nase auf und zu machte, obwohl es gar nicht regnete. Aber auch den schaute ich mir gar nicht so genau an, denn inzwischen kam ein komischer vermummter Mann humpelnd auf mich zu gewackelt. Das sah ganz lustig aus. Die Prüferin meinte zu dem Mann, dass er die Hunde, die so entspannt sind, nicht deswegen umrennen sollte. Vielleicht hätte ich doch mal eine Reaktion zeigen sollen?! Inzwischen wurde ein Ofen aufgebaut und wir mussten an dem "Feuer" vorbei gehen, ohne uns zu verbrennen: das war ganz spannend, denn es wurde auch heiße Luft da rausgeblasen, die man gar nicht sehen konnte: komisches Gerät! Naja, kein Thema: Zuhause haben wir ja auch einen Kaminofen und letztes Jahr waren wir ja alle zusammen beim großen St. Martinsfeuer, da ist so ein Flämmchen ja lächerlich!
Aber die Prüfung war noch nicht vorbei: ich musste im Slalom an einer ganzen Reihe (teils fremder!) Hunde vorbeigehen, dann hat mich Frauchen an einen fremden Mann gegeben, und der ist dann auch nochmal mit mir im Slalom an den Hunden vorbeigegangen. War aber kein Problem, ich habe noch nicht mal die fremden Hunde angeschaut, obwohl einige von ihnen sogar gebellt haben!
Als letzte Übung kam dann ein Verweistest. Der fand wieder auf dem interessanten Gelände mit den vielen spannenden Gegenständen statt. Die Prüferin fragte Frauchen, ob ich auch hier so ein Streber sei oder ob sie mir endlich auch mal eine andere Note als immer nur Einsen geben könnte? Als Frauchen mich dann losschickte, bin ich erstmal zu einem versteckten Menschen gelaufen, der ganz bequem in einer Kiste lag, sodass ich ruhig das Gelände weiter untersuchen konnte. Frauchen schickte mich aber nochmal suchen, und so bin ich wieder zu dem Menschen in der Kiste gerannt und habe das näher untersucht: da roch total interessant nach den anderen Hunden, die ja kurz vor mir dran gewesen waren, und ich habe da ausgiebig geschnüffelt. Frauchen verdrehte hinter mir die Augen, und da habe ich mich dann doch mal näher mit dem Menschen in der Kiste befasst. Auf den zweiten Blick sah er doch etwas wie ein "Opfer" aus, so dass ich vorsichtshalber mal gebellt und angezeigt habe. Dann war ich fertig und die Prüferin ganz zufrieden (später stellte sich heraus, dass ich hierfür tatsächlich "nur" eine "Zwei" bekommen habe!).
Da wurde ausgewertet. Bei einem Hund war der Test mit dem Slalom nicht gut gewesen und sollte wiederholt werden. Weil ich so brav war, bat uns die Prüferin, dass auch ich als "Testhund" mit in der Reihe stehe. Das war natürlich Ehrensache und der Wackelkandidat machte seine Sache jetzt viel besser.
Zum Schluss wurden die Ergebnisse bekannt gegeben: Schön waren die einleitenden Worte der Prüferin: "Es können ja nicht alle Hunde so souverän abschneiden wie Leo und Bruno..." (Bruno ist mein Kumpel, ein Weimaraner, der mit seinen 9 Monaten schon ziemlich ausgewachsen aussieht und auch total cool ist! Im Moment räumen wir beide zusammen alles auf und schneiden bei allen Übungen immer am Besten ab - dabei sind wir die Jüngsten in der Staffel! Frauchen und das Herrchen von Bruno sind dann immer ganz stolz auf uns!). Zum Schluss kam dann das Ergebnis: alle haben bestanden! Frauchen durfte noch den Prüfbogen ansehen (aber leider nicht mitnehmen oder kopieren): ich hatte überall Einsen, bis auf den Verweistest, bei dem ich nur eine Zwei hatte. Ist das nicht toll?!
Das war also ein schöner Tag. Und Frauchen freut sich jetzt, dass sie einen für den Rettungshundeeinsatz geeigneten Hund hat: MICH!!! Nächste Woche beim Tag der offenen Tür bringe ich Euch auch Fotos mit!

Liebe Grüße,
Euer Super-Leo

24.09.11
Hallo Doro!
Da hat Leo ja schön ausführlich von seinen neuesten Heldentaten berichtet! Bescheiden wie er nun einmal ist, hat er aber noch 2 Punkte unterschlagen: Er musste unter einer großen flatternden Plane herlaufen, die von Helfern rauf und runter geschwenkt wurde und er musste brav erdulden, dass das große Einsatzfahrzeug unter lautem Hupen und Getöse dicht an uns vorbeifuhr. War natürlich alles kein Thema!
Bei so vielen Tests kann man in der Aufregung schon mal die eine oder andere Prüfung "vergessen", vor allem, wenn einen wirklich nichts von alledem aus der Fassung bringt! Hierfür auch Euch nochmal vielen Dank, dass Ihr Euch mit den Welpen so viel Mühe gebt und wir Collie-Besitzer von Euch so ausgeglichene und gut sozialisierte Hunde bekommen! Ohne Eure Vorarbeit (die ja bei 9 Welpen in Leos Wurf auch ganz schön Zeit, Ausdauer und wahrscheinlich auch Nerven kostet!) hätten wir nicht so nervenstarke Hunde, die die besten Voraussetzungen für allerlei Aufgaben und Verwendungen mitbekommen: u.a. auch für den Rettungsdienst! Den Unterschied zu anderen Hunden konnte man gestern ganz deutlich feststellen: Leo und Bruno (ein Weimaraner, der auch aus einer sehr guten (Jagd-)Zucht kommt), waren allen anderen eindeutig überlegen, vor allem in Puncto Gelassenheit, Nervenstärke, freundliches Wesen und Aufgeschlossenheit, während andere Hunde ängstlich, schüchtern und nicht gut verträglich waren. Brunos Herrchen und ich waren natürlich auch entsprechend stolz, als unsere Hunde bei der Auswertung besonders lobend hervorgehoben wurden!
Ich freue mich schon auf unser Wiedersehen nächste Woche und habe vielleicht sogar eine klitzekleine Überraschung für Dich! Aber wirklich nichts Großes...! :-)
Liebe Grüße, Karin

21.09.11
Hallo Leo!
Vielen Dank für Deinen Bericht, ich habe mir schon Deinen Prüfungstermin neben dem Wassernapf notiert... 
Ja, Du musst ganz Ohr für Frauchen sein, das ist sehr wichtig an dem Tag!
Wenn Du das schaffst mit Deinem Frauchen, dann bin ich und auch meine Familie SEHR stolz auf Dich!!
Ich wollte ja eigentlich gucken kommen, zu deiner Prüfung. Aber Frauchen sagt, Dita ist gerade läufig, und sie muß hier für Ordnung sorgen.., weiß auch nicht genau,was sie damit meint!?
Bis später, deine Mama

21.09.11

Hallo Mama!

 Ich habe Dich gerade im Fernsehen gesehen!!! Frauchen hat mir eben den Film von Eurer Homepage gezeigt, und da warst Du auch drauf! Außerdem noch die Katzen und 4 Welpen, von denen Frauchen behauptet, es seien die Babys von Gina, aber das kann ja gar nicht sein, denn vor 3 1/2 Wochen war ich ja selbst noch bei Euch und habe Ginas Babys gesehen: die waren totaaal winzig! Und die im Film sind ja schon viiiel größer und können schon laufen und rumbalgen - da muss Frauchen sich also mal wieder irren!

 Ich schreibe Dir aber hauptsächlich, damit Du mir am Freitag die Daumen drückst, denn da habe ich meine Eignungsprüfung für die Rettungshundestaffel! Frauchen sagt, das ist ganz, ganz wichtig und ich soll mich nur ja gut benehmen. Aber das tue ich doch immer, oder etwa nicht?! Naja, vielleicht kannst Du ja trotzdem Pfötchen für mich drücken, schaden kann das ja sicher nicht...

Obwohl ich mich eigentlich schon auf die Prüfung freue, denn es sollen da viele lustige Sachen und Spiele gemacht werden: Über verschiedene Untergründe gehen, wie raschelnde Planen oder wackelnde Bohlen, dann an scheinbar betrunkenen Menschen in langen flatternden Mänteln vorbeigehen, Anzeigen von seltsamen Menschen mit Motorradhelmen und in unnatürlichen Posen (über Stühlen hängend o.ä.), keine Angst vor Feuer, Lärm und anderem Krach haben, etc. Außerdem muss ich mich tragen und an fremde Menschen übergeben lassen, und mich in extremen Situationen von Frauchen abrufen lassen. Das kann doch jeder, oder?! Ich finde Frauchens Aufregung jedenfalls völlig überflüssig.

Wenn jemand aufgeregt sein dürfte, dann ja wohl ich, denn Frauchen hat gestern erfahren, dass ich unbedingt einen Maulkorb haben muss und den gehen wir am Freitagvormittag dann kaufen. Für die Prüfung muss ich den wohl noch nicht benutzen, das fand Frauchen ganz gut, denn sie will mich erst langsam dran gewöhnen. Wieder mal diese übertriebene Fürsorglichkeit, denn was kann an einem Maulkorb schon schlimm sein? Ich habe zwar keine Ahnung was das ist, aber ich stelle mir vor, es ist ein Körbchen, das ich im Maul spazieren tragen soll - eine Kleinigkeit für einen Spezialisten wie mich, der den ganzen Tag das Kaminholz von Herrchen durch den Garten schleppt! Na, ich lasse mich mal überraschen.

Ich freue mich schon auf unser Treffen am nächsten Wochenende! Da werde ich Euch ganz genau von meiner Prüfung erzählen und Euch mein Maulkörbchen zeigen!

Liebe Grüße, auch von Herrchen, Frauchen und Zulu

Dein Leo

14.09.11
Hallo Doro!
Sicher seid Ihr gerade wieder im "Elternstress" mit Eurem Nachwuchs! Trotzdem möchte ich Euch über Leos Fortschritte (?!) auf dem Laufenden halten: der Longier-Workshop war sehr interessant, auch wenn wir uns den heißesten Tag der letzten Wochen ausgesucht hatten! Anders als bei Pferden, soll hauptsächlich über Körpersprache eine "Unterhaltung" mit dem Hund stattfinden. Bei Leo stellte sich das als nicht so einfach heraus, nachdem der Trainer feststellen musste, dass Leo ein recht "unhöflicher" Hund ist, und Menschen gegenüber sehr ignorant (ach, was?!). Nun, das war mir ja nicht neu, deswegen war ich ja schließlich auch in dem Workshop! Alles in allem hat Leo aber gut mitgemacht, obwohl er hin und wieder in die Leine gesprungen ist, wie bei den Ausstellungen. Aber das haben eigentlich fast alle Hunde da irgendwann gemacht, so dass mich das etwas getröstet hat. Ich werde uns auf jeden Fall zum Kurs anmelden, der aber erst ab Oktober stattfinden wird, weil der Trainer vorher noch in Ruhe Vater werden will! Leo macht sich ansonsten nach wie vor gut bei Spaziergängen und Radtouren, aufmüpfig wird er aber zunehmend beim Training: Da hört er plötzlich schlecht oder erleidet kurzfristig akute Amnesieattacken und viele Befehle sind ihm völlig neu ("Sitz!", "Platz!" - noch nie gehört!). Blöd nur, dass am Samstag wieder mal eine Vorführung der Rettungshundestaffel ansteht, die mit Unterordnungsübungen beginnt bevor die Hunde auf die Geräte dürfen! Leo ist auf die Geräte genauso scharf wie einige "Aussies" aus unserer Truppe: er kann an den Leiter, Rampen, Tunnel und Gerüsten nicht vorbei laufen ohne den Versuch durch- oder drauf zuspringen! Über Leitern läuft er inzwischen auch immer besser, obwohl die Koordinierung der Hinterbeine noch etwas zu wünschen lässt: vorsichtshalber halte ich immer noch eine Hand unter seinen Bauch, und inzwischen verlässt er sich auf meine Hand schon mehr als auf seine Hinterläufe!

Alles in allem können wir also nicht klagen. A propos Klagen: das tut hier außer Stefan ("Leo hat gar kein weiches Babyfell mehr!") sowieso nur einer, und zwar immer lauter und schriller: nachdem ich ihm ja nicht mehr soviel durchgehen lassen soll, wird Leo von mir häufiger "kurz aber bestimmt" korrigiert, was regelmäßig einen entrüsteten Aufschrei nach sich zieht (in der Öffentlichkeit jedesmal peinlich...). Seine Toleranzschwelle ist aber auch bemerkenswert niedrig, vor allem, wenn man Helden wie Zulu gewöhnt ist!

Soviel zu uns. Eure Fotos und Videos verfolge ich natürlich weiterhin gespannt und freue mich schon auf den 1. Oktober!
Lasst mal wieder von Euch hören (wenn Ihr die Zeit findet!).

Bis bald, liebe Grüße, Karin und Leo

03.09.
Hallo Mama!
Ich hoffe, es geht Euch allen gut! Ich vermisse Euch natürlich sehr, vor allem die schönen Spiele mit Euch, den Pferden und den Katzen, das tolle Essen (obwohl sich das hier inzwischen auch schon etwas gebessert hat) und dass eben immer etwas los war. Wie geht es denn Gina und meinen "Neffen"?
Herrchen und Frauchen lassen sich auch immer wieder etwas Neues einfallen, um mich zu unterhalten, das finde ich gut. Nicht nur, dass ich jetzt immer öfter am Fahrrad mitlaufen darf, heute haben sie ganz viel Holz für mich bestellt, einen riesigen Stapel, noch viel größer als der an der Hauswand, mit dem ich sonst immer spiele. Es macht nämlich großen Spaß, immer ein Stück Holz aus dem Stapel zu ziehen und damit im Garten herumzulaufen. Manchmal verteile ich so 8 bis 10 Holzstücke im Garten und Frauchen muss sie dann suchen und brav wieder zum Stapel zurückbringen. Das macht sie schon ganz gut. Heute hat sie jedenfalls das ganze neue Holz auf der Terrasse gestapelt (sie sagt, dass sie das machen musste, weil Herrchen "Rücken" hat - verstehe ich nicht, aber vielleicht durfte ich deswegen auch nicht helfen, ich habe nämlich auch einen Rücken...). Ich habe genau aufgepasst, dass sie das auch alles richtig macht und wenn sie zwischendurch nach Herrchen geschaut hat, der die Holzladungen mit der Schubkarre immer aus der Einfahrt geholt hat, habe ich als ausgewiesener Holzfachhund stichprobenartig mal die Statik überprüft und einzelne Holzstücke aus dem Stapel wieder rausgezogen. Das war sehr lustig, vor allem, weil Frauchen sich immer wieder darüber geärgert hat (war mit der Statik wohl nicht weit her...!). Naja, als sie endlich fertig war, habe ich mich gleich ganz stolz vor meinen neuen Holzhaufen gelegt und auf ihn aufgepasst! Nicht, dass Zulu da dran geht und ein Hölzchen wegnimmt!


So, das war das Abenteuer für heute. Bin gespannt, was sie sich als nächstes einfallen lassen. Zuletzt hat Frauchen mal was von Longieren erzählt, aber das ist doch was für Pferde, oder?! Na, ich lasse mich mal überraschen.

Ich schicke Euch viele Grüße und hoffe, dass ihr auch immer mal an mich denkt!
Hoffentlich sehen wir uns bald wieder!

Alles Liebe, Leo


27.08.
Hallo liebe Urlaubsfamilie!
Nun bin ich wieder zu Hause! Die Rückfahrt verlief (wie schon die Hinfahrt vor 2 Wochen) im strömenden Regen, von dem ich aber kaum etwas mitbekommen habe, weil ich tief und fest geschlafen habe! Daheim habe ich mich total gefreut Papa und vor allem Zulu wiederzusehen! Viel Zeit, Euch zu vermissen hatte ich allerdings nicht, ich war viiiel zu müde und habe mich gleich wieder an die Wand gelegt und weitergeschlafen, bis Frauchen mich ins Bett gebracht hat, wo ich schließlich ganz ins Koma gefallen bin...
Heute morgen hat Frauchen mit Zulu und mir einen schönen Waldspaziergang gemacht und ich habe auch immer brav gehorcht, selbst wenn andere Hunde kamen. Anschließend konnte sie mir nicht schnell genug an den Pelz und hat mich ordentlich durchgestriegelt! Leider auch hinter den Ohren, wo sich mein weiches "Baby"-fell total verknotet hatte (wahrscheinlich von den tollen Raufereien mit Dita und Mama!). Ich war aber ganz tapfer, auch wenn ich hin und wieder lautstark protestieren musste, weil es doch sehr geziept hat... Dafür durfte ich danach fast den ganzen Tag im Garten spielen und habe auch nicht gebellt (also, bis auf das eine Mal, wo der Nachbar an die Mülltonne vor unserem Zaun gegangen ist). Zur Belohnung hat mich Frauchen später in den Hundesupermarkt mitgenommen. Obwohl sie es mir vorher noch eindringlich verboten hat, konnte ich mich dann aber nicht beherrschen und habe im Laden das Beinchen heben müssen - und obwohl ich es (kompromissbereit wie eh und je!) immerhin an der Ecke mit dem Katzenstreu gemacht habe, war Frauchen stinksauer! Dabei fand ich das mit dem Katzenstreu doch so passend...!
Naja, ansonsten hole ich ganz viel Schlaf nach: Ich merke jetzt erst, dass die Ferien bei Euch und die vielen spannenden Eindrücke (Pferde, Katzen, "Onkel werden", etc.) ziemlich anstrengend waren! Und morgen soll ich schon wieder in die Eifel und Suchspiele machen... Aber wenn ich ehrlich bin, freue ich mich natürlich schon auf die Kumpels von der Rettungshundestaffel! Und demnächst hat mir Frauchen schon eine weitere Überraschung angekündigt: irgendwas mit "Longieren", aber da kann ich mir noch nichts drunter vorstellen. Ich werde Euch jedenfalls berichten, wenn ich mehr darüber weiss!
So, nun muss ich schleunigst ins Bett, ich bin schon wieder total müde! Ach ja, bevor ich es vergesse: Trotz des Markierens im Laden hat mir Frauchen ein neues Futter gekauft: Josera Festival. Mit Rinti, etwas Wasser und Distelöl vermischt schmeckt das totaaal lecker! Ich habe das ganz gierig aufgefressen, damit bloß Zulu nichts davon abkriegt. Der hatte Rinti pur, aber das hat mich überhaupt nicht interessiert, denn mein Futter hat mir so toll geschmeckt!
So, nun fallen mir wirklich die Augen zu.
Liebe Grüße an alle, auch an die Katzen und die Pferde, und natürlich an Gina und die Babies, und nochmal vielen, vielen Dank für die tollen Ferien, die ich bei Euch verbracht habe!

Liebe Grüße,
Euer Leo (oder "Pisser", wie Frauchen mich jetzt nennt!)


19.08.
Hallo Doro!
Ich habe jetzt auch Wochenende, nachdem wir eben noch einen Zwischentest geschrieben haben. Ich sage nur "Trikuspidalklappe"!
Ist aber alles gut gegangen - hatte nur 1 kleinen Fehler!
Bin gespannt, wie das Wochenende ohne mein Baby wird. Grüß ihn jedenfalls schön von mir, er soll die Zeit bei Euch genießen!

Bis bald, Karin

18.08.
Hallo Doro!
Danke für Deinen langen Bericht! Ich bin ja so froh, dass Ihr Leo endlich mal erzieht! :-) Bei uns jagt er immer die Tauben im Garten, aber wenn wir schimpfen, nimmt er uns nicht wirklich ernst...

Dass Leo mich nicht vermisst, überrascht mich eigentlich nicht! Ich hatte auch nicht wirklich damit gerechnet. Ich befürchte eher, dass er nächste Woche gar nicht mit nach Hause kommen wird und lieber bei Euch bleibt! Ich kann mir vorstellen, dass er Euch eher vermissen wird, wenn er wieder hier ist! Zum Glück ist Zulu ja noch da...!

Streichelt Leo doch mal kurz von mir (wahrscheinlich müsst ihr ihm vorher erklären, wer ich bin, vielleicht erinnert er sich ja noch!) und wünscht ihm viel Glück für's Röntgen! Sein Eingnungstest für die Hundestaffel ist übrigens am 23.09.2011!

Liebe Grüße und bis bald, Studier-Karin

17.08.
Hallo Doro!
Wir haben inzwischen den Richterbericht für Leo bekommen - V4! In der Beurteilung steht:
"Good size and bone, well shaped head with good expression, eyes a little bit large (was ich ja schöner finde), excellent neck, excellent body proportion, good angulation, moves well (wie sie das wohl beurteilt hat?!), good coat texture, excellent temperament."
Super, oder?! Wie geht es denn unserem Super-Hund übrigens? Benimmt er sich? Lässt er Eure Pferde und Katzen in Ruhe? Hat er das Röntgen schon hinter sich? Fragen über Fragen!
Mein Lehrgang hier ist übrigens ziemlich hart und der Stoff reicht m.E. auch für ein Medizinstudium! Ich weiß inzwischen genauestens über Nervensystem, Herz, Blutkreislauf und Atmung Bescheid, (bis hin zur kleinsten Alveole!), kann auch Blutdruck und Blutzucker messen. Und das nach nur 3 Tagen! Das Problem: ich werde das alles innerhalb von 2 Wochen wieder komplett vergessen!!! 
Liebe Grüße, auch von Stefan!
Karin (Dr. med. in spe)

03./04. 08.
Hallo Doro!
Das ist ja toll, dass Leo zu Euch kommen kann!!! Dann kann Zulu nämlich zu meinem Vater und muss nicht in die Pension. Mein Papa kann nämlich (neben Ronja) nur einen Hund von uns nehmen!
Wir würden Leo dann auf dem Rückweg von Reken bringen, mitsamt den zu erwartenden Pokalen, Schleifen, Orden etc...! Aber da sprechen wir uns sicher vorher noch.
Ich verkaufe das Leo gleich als "Geburtstagsgeschenk": 12 Tage Ferien bei Mama und Familie! Vielleicht verliebt er sich ja auch in ein süßes Kätzchen?! Oder in ein Pferd?!!! Die Idee mit dem täglichen Weidegang ist gut, Leo hört nämlich sofort auf sich aufzuregen, sobald etwas für ihn "normal" ist.



Gerade haben wir schön für Leo gesungen, was er mit schief gelegtem Kopf auch sehr genossen hat (oder wollte er nur unsere Tonlage ausgleichen?!). Tja, nun ist er also schon 1 Jahr alt! Kinder, wie die Zeit vergeht...! :-) Im Radio habe ich gerade erfahren, dass er seinen Ehrentag mit dem "mächtigsten Mann der Welt" teilt, da können wir also noch viel von ihm erwarten!
Ich werde unserem Star jetzt sein Geburtstagsfrühstück servieren bevor ich mich auf zur Arbeit mache. Den Geb.-Spaziergang darf Stefan dann übernehmen.
Ich wünsche Euch noch eine schöne Woche und freue mich schon auf das Wiedersehen am 14.08.!
Liebe Grüße, Karin und Birthday-Leo

28.07.
Hallo, Ihr Lieben!
Wir sind nun aus Leo’s erstem Urlaub zurück und haben 2 neue Erkenntnisse: 1. Leo und Zulu verstehen sich prächtig und sind inzwischen richtig dicke Kumpel; 2. Beide zusammen können sich einfach nicht benehmen!
Ansonsten war der Urlaub aber schön: das Wetter in Kärnten war toll. Wir sind viel gewandert und rumgefahren und haben sogar mit den Hunden „Canyoning“ gemacht (=einen Wildbach hochlaufen/klettern). Da es in der ersten Woche noch sehr heiß war (37° C!), war das auch für die Hunde ein schönes Erlebnis. Außerdem hat Leo viele Wasser-Unternehmungen gemacht, z.B. im Weißensee schwimmen, tauchen(!) und auch mal wieder Boot fahren. Da wir zum Golfspielen da waren, hat Zulu ihm beigebracht, wie sich ein perfekter „Golf-Hund“ benimmt und vorbildlich neben der Golftasche herläuft bzw. wartet, während der Spieler schlägt. Beim ersten Versuch hat sich Leo noch über die Golfschläger aufgeregt, aber schon nach ein paar Minuten war er ganz entspannt und ist brav an der Leine mitgelaufen. Beim nächsten Mal haben ihn die Schläger schon gar nicht mehr interessiert und ich konnte ihn sogar am Trolley festmachen und ihn alleine neben der Golftasche liegen lassen. In der Beziehung ist er wirklich sehr gelehrig! Die Autofahrt hat Leo auch gut verkraftet, aber damit hat er ja eh keine Probleme. Wir sind auch in 2 Etappen gefahren, damit die lange Strecke sich auf jeweils 2 Tage verteilt.
So, nun kennt Leo also auch Österreich und Golf. Ich glaube, er war aber auch wieder froh nach Hause zu kommen: Er hat gleich den Garten gründlich inspiziert und bei meinem Vater im Haus Ronja’s Körbchen markiert (als wenn ich nach dem Urlaub nicht schon genug Wäsche hätte!).
Am Tag nach unserer Rückkehr sind wir gleich wieder in die Eifel zum Rettungshunde-Training gefahren: da hat er sich aber gefreut, seine ganzen Kumpels wieder zu sehen! Nachdem wir jetzt schon so lange nicht mehr beim Training waren (wegen Aufführung und Gewitter ist es schon vorm Urlaub zweimal ausgefallen, und dann habe ich ja wegen Leos Ausstellung einmal gefehlt), jedenfalls waren wir zufällig an derselben Stelle, wie beim letzten Training, bei dem wir anwesend waren, und wo Leo zum ersten Mal ein „Hochopfer“ suchen musste, das sich nicht hockend am Boden sondern oben in einer Röhre versteckt hatte. Und nun war Leos erste Suche wieder in dieser Gegend und er lief schnurstracks zu den Röhren und bellte dort kurz! Dass er sich daran noch erinnert hat, fand ich schon ziemlich beeindruckend! Natürlich rannte er aber – ganz der Streber, wie wir ihn kennen! – gleich weiter und fand seine „richtige“ Zielperson und zeigte diese vorbildlich an. Auch die zweite Suche (diesmal liegende Person) war kein Problem.
Ich wünsche Euch noch schöne Urlaubstage.
Viele Grüße und bis bald!
Karin und Leo

02.07.
Hallo Ihr Beiden!
Heute gehe ich mit Leo auf die GameFair in Satzvey. Da werde ich mit ihm etwas umhertraben! Es gibt wirklich 1 Trabbild von der Ausstellung in Alzey?! Her damit!!! Ein Beweisfoto!
Leo ist schon für Reken gemeldet, wehe, er kann bis dahin nicht traben!!! Zur Zeit hat er gerade wieder so eine Anspring- und Beißphase - leider immer in so ungünstigen Momenten, wo ich ihn nicht zusammenfalten kann, ohne den Tierschutz auf den Plan zu rufen! Ich fürchte, da hilft mir auch meine ehrenamtliche Mitgliedschaft im Tierheim Düren nicht... die schmeißen mich höchstens raus!
Liebe Grüße,Karin

27.06.
Hallo liebe Mama!
Obwohl wir uns erst gestern gesehen haben, muss ich Dir heute schon wieder schreiben! Vorweg schon mal: ich fand es sehr schön, mit Euch allen zusammen zu meiner ersten Ausstellung zu fahren! So viel Schützenhilfe hätte ich ja gar nicht erwartet! Aber das ist wohl so was wie eine Erstkommunion, wo auch die ganze Familie dabei will! Dass Ihr da extra für mich die weite Fahrt auf Euch genommen habt, nur um mich bei meiner ersten Ausstellung zu bewundern, freut mich natürlich sehr! Ich habe mich ja auch ganz besonders ins Zeug gelegt, wie ihr ja gesehen habt!
Frauchen hatte zwar mit mir bis zum Umfallen "schönes Traben an der Leine" geübt, aber das war mir dann doch etwas zu langweilig für diesen aufregenden Anlass. Ich habe da lieber mit ein paar wunderschönen Sprüngen die Situation aufgelockert und versucht, etwas Schwung in die Bude zu bringen. Und der Erfolg gab mir Recht: Der Richter war von meiner Initiative so begeistert, dass er mich bei der Einzelvorstellung gleich 3 Mal um den Ring laufen ließ! Das durfte sonst keiner! Ich hatte den Eindruck, dass er sich so gefreut hat, dass endlich mal jemand etwas anderes zeigt, dass er gar nicht genug von mir bekommen konnte! Von allen anderen hat ihm das langweilige Getrabe schon nach einer Runde gereicht, aber meine Sprünge an Frauchens Seite haben ihn scheinbar sehr beeindruckt! Als Bewertung sagte er über mich, ich wäre "a very happy puppy" und hätte ein "happy go lucky temperament" - wenn das mal keine Auszeichnung ist! Nur Frauchen war nachher sauer, sie hat es mal wieder nicht verstanden! Warum kann sie nicht endlich mal begreifen, dass meine spontanen Einfälle oft viel besser sind, als das langweilige einstudierte Zeugs?! Naja, in der Pause und nach der Veranstaltung ist sie ja wieder mit mir in den Ring gegangen, und da habe ich ihr ja den Gefallen getan und bin neben ihr hergetrabt (da war ja auch kein netter Richter da, für den sich das Springen noch gelohnt hätte!). Und einen weiteren Spitznamen habe ich gestern auch bekommen: immer wenn Frauchen mit anderen über meine Vorstellung gesprochen hat, wussten alle gleich Bescheid und riefen total begeistert: "Ach ja, der Flummi! Das war Ihrer?!" Keine Ahnung, warum Frauchen daraufhin jedesmal die Augen verdreht hat... Außer ihr fanden mich jedenfalls alle toll und ich bin auch allen aufgefallen!

Heute war es sogar noch heißer als gestern. Frauchen ist deswegen nach der Arbeit mit Zulu, Herrchen und mir zum See gefahren, wo mein Freund James mir schon mal das mit dem Schwimmen gezeigt hatte (das Laufen im Wasser ohne Boden unter den Pfoten - da hatte ich Dir schon mal von erzählt). Ich konnte es gar nicht erwarten, das zu wiederholen - und es hat wieder genauso gut funktioniert wie beim letzten Mal, auch ohne James! Herrchen und Frauchen haben Stöcke ins Wasser geworfen und ich habe sie (manchmal) geholt. Später hat Frauchen auch noch einen Schwimmkong geworfen, den habe ich auch geholt, bis Herrchen ihn so weit weg geworfen hat, dass ich ihn nicht mehr sehen konnte, obwohl ich es immer und immer wieder versucht habe. Frauchen hat dann immer vom Ufer gerufen, wenn ich drum rum gepaddelt bin, aber irgendwie habe ich ihn nicht gefunden. Naja, jetzt hat mir Herrchen einen Neuen versprochen! Danach war ich jedenfalls richtig kaputt, das war nämlich ganz schön anstrengend, aber dafür war mir auch nicht mehr so warm!

So, jetzt muss ich schlafen gehen, weil ich mich vom Schwimmen erholen muss. Außerdem hat mir Frauchen für morgen was ganz Besonderes versprochen: ich darf mit zur Arbeit gehen, aber nicht in das langweilige Schloss, sondern mit einem Seminar zum Outdoor-Training in der Eifel! Das klingt ja vielversprechend!

Also gute Nacht und liebe Grüße an alle, die mich gestern begleitet und angefeuert haben!
Euer happy Leo

25.06. (3.)
Stimmt, den Trockner hat er gut überstanden! Besser als den Fön, der war ihm zu laut! Von wegen "gegen den Strich kräftig fönen"! So weit sind wir noch lange nicht! Ich habe ihn aber jetzt schön gekämmt, er ist ganz flauschig! Natürlich darf er jetzt nicht mehr raus: Stubenarrest! Er durfte eben an der Leine mal kurz pinkeln (aber nur da, wo die Füße nicht schmutzig werden...)! Seine Ohren habe ich auch saubergemacht - geht super mit Feuchttüchern! Alles andere müsst ihr morgen machen, ich kenne mich da nicht aus. Vielleicht wäre das Grooming-Seminar von unserem morgigen Richter was gewesen? 
Habe schon (fast) alles gepackt, werde aber trotzdem die Hälfte vergessen. Ihr habt doch den Hänger mit, oder?! :-)) 
Bis morgen,Karin

25.06. (2.) Hallo Doro!

 Nachdem Leo jetzt so schön gebadet ist, warte ich darauf, ihn nochmal ordentlich durchzubürsten. Aber: der trocknet ja gar nicht!!! Jetzt weiß ich ja, dass Hunde nicht in die Mikrowelle gehören, aber meinst Du, er würde einlaufen, wenn ich ihn kurz in den Trockner werfe?! Nicht, dass er morgen in der Sheltie-Gruppe starten muss! Vielleicht versuche ich es doch erst mal mit dem Fön...!

 Bin schon ganz gespannt auf morgen!!! Liebe Grüße,Karin

PS: Das mit dem Trockner ist natürlich nicht ernst gemeint. Aber vielleicht Papa's Sauna?!!!

 25.06. (1.) Hallo!
Baden vor der Ausstellung war einfacher als gedacht: In die Wanne springt er ja eh von selbst, eine RHS-Kollegin hat ihm die Leberwursttube vor die Nase gehalten und ich konnte bequem abduschen, shamponieren und ausspülen. Jetzt muss er nur noch trocknen...

 Bis morgen!

19.06.11

Hallo! So, nun sind wir von Leo's erster öffentlichen Aufführung zurück und alles ist gut gegangen, wenn man davon absieht, dass er heute früh auf dem Weg zum Auto noch schnell Nachbars Katze jagen musste und mir mit der Leine fast den kleinen Finger abgerissen hat...!
Aber bei der Vorführung war er sehr brav: bei den Unterordnungsübungen hat er sehr gut gehorcht und sich auch vom Publikum nicht ablenken lassen. Bei den Geräteübungen haben wir (warum auch immer!) eine bisher nicht geübte Variante aufgebaut, mit einigen Hindernissen, die er noch gar nicht kannte. Trotzdem: Was so ein richtiger Rettungshund werden will, der kennt auch hier keine Scheu und ist überall drüber gelaufen! Sogar über die 2. Ebene, die u.a. mit Holzplanken und einem Tragetuch (!) bestückt war - richtig toll, unser Klettermaxe! Beim Tunnel hatte er wohl einen kleinen Patzer: gerade als der Staffelleiter dem Publikum erzählte, dass Leo der "Klassenstreber" ist, büxte er nach dem Tunneldurchlauf aus und rannte zu Zulu, den Stefan an einer Parkbank festgemacht hatte und der sich lautstark darüber beschwerte!
Da ich das schon hatte kommen sehen (aber trotzdem nicht schnell genug war!), habe ich ihn gar nicht erst gerufen, sondern bin ihm ruhig hinterhergegangen - und da war er auch schon wieder auf dem Rückweg zu mir, nachdem er Zulu kurz begrüßt (oder getröstet?) hat. Das Pflichtbewusstsein hat dann doch die Oberhand gewonnen! Für die zweite Vorführung (es finden immer 2 pro Termin statt) wurde er sogar auserkoren die "Verbeller-Anzeige" vorzuführen, bei der er das potentielle "Opfer" (sorry, Marc!) aufspürt und durch anhaltendes Bellen anzeigt. Das war natürlich eine Ehre, vor allem, weil der Hund in der 1. Vorführung schon viel weiter ist als Leo, aber durch das Publikum etwas nervös war. Und auf Leo war natürlich Verlass: Kaum hatte ich ihm die Kenndecke angezogen, schon sprintete er los, setzte sich vorbildlich vor die Zielperson (besser?!) und bellte bis ich bei ihm war! Die Zielperson hat ihn durch leise "Laut!"-Kommandos zwar etwas unterstützt, aber das hat ja keiner gemerkt! :-) Nach den jeweiligen Durchgängen durften die Zuschauer und vor allem die Kinder die Hunde streicheln und sich mit ihnen fotografieren lassen. Dabei habe ich gemerkt, dass sich Leo sicher auch gut als "Besuchshund" in Krankenhäusern und Seniorenheimen eignen würde: er lässt sich total entspannt von Kindern und von Rollstuhlfahrern gleichermaßen streicheln und füttern, zeigt kleine Kunststücke (sein neuestes: "Diener machen"!) und würde auch noch Autogramme geben, wenn er das könnte!

Ein paar der von Stefan festgehaltenen Eindrücke habe ich beigefügt.
So, das war das Resümee seines ersten öffentlichen Auftritts. Bin schon gespannt auf die Ausstellung nächstes Wochenende! Ich muss jetzt noch meinen Finger verarzten, der immer noch total weh tut!
Viele Grüße,Karin und Streber-Leo

05.06.
Liebe Mama,
jetzt habe ich mich schon wieder so lange nicht gemeldet, dabei denke ich so oft an Euch! Gestern war eigentlich ein schöner Tag, obwohl es wirklich sehr heiß war. Frauchen hat den Garten gewässert, mit einem ganz langen Schlauch, aus dem Wasser kam. Das fand ich so toll, dass ich den Schlauch auch gerne mal nehmen wollte, aber ich durfte mal wieder nicht... Immer behandeln sie mich hier wie ein Hundekind! Als ich mich beschwert und den Schlauch angebellt habe, hat Frauchen mich einfach naßgespritzt. Da habe das Bellen lieber gleich wieder gelassen. Ansonsten finde ich Gartenarbeit ganz toll: den Wasserschlauch sowieso, aber auch die große Gießkanne schleppen, den riesigen Unkrautkorb durch den Garten ziehen/schieben/tragen/schubsen oder in der Erde schöne Löcher buddeln (kann ich übrigens viel besser als Frauchen, was sie wohl sehr neidisch macht, jedenfalls versucht sie immer mich am Buddeln zu hindern, während sie selbst immer weiter in der Erde gräbt!). Also wenn aus meiner Rettungshundkarriere nichts wird, werde ich, glaube ich, am liebsten Gärtner!
Ach ja, die Rettungshundkarriere! Heute war wieder Suchen-in-der-Eifel. Das war ganz toll. Gleich zu Beginn, als es hieß, dass wir uns erst mal die Beine vertreten sollten und Frauchen mich kurz losgemacht hat, habe ich eine Witterung aufgenommen und bin sofort losgestürmt! Frauchen hat mir immer hintergepfiffen und mich gerufen, wahrscheinlich, weil sie einfach zu langsam war und nicht hinterher kam. Jedenfalls habe ich das Ziel schnell gefunden, auch wenn die 2 Menschen nicht (wie sonst immer) gehockt haben, sondern rumliefen. Deswegen haben sie wohl auch ganz vergessen, mir meine Belohnung zu geben. Vorsichtshalber bin ich immer weiter mitgelaufen, bis wir schließlich wieder bei den Einsatzfahrzeugen waren, wo Frauchen immer noch herumstand und nach mir rief. Immerhin hat sie sich gefreut mich wiederzusehen und mir erzählt, dass das gar keine Opfer waren, sondern die beiden Menschen haben eine Fährte für die Mantrailer gelegt. Na, das muss einem aber auch gesagt werden!!! Die zweite Suche war dann auch viel schwieriger, das "Opfer" hat sich in einer Betonröhre versteckt. Trotz Windstille habe ich es aber dann doch gefunden, obwohl ich da schon recht lange suchen musste. Danach haben wir unser Training auch schon wieder abbrechen müssen, weil wieder diese Gewitter-Feuerwerke kamen. Dafür bin ich heute früh Zuhause und habe endlich mal Zeit, Euch zu schreiben, während Frauchen direkt in die Badewanne gewandert ist. Ich habe sie bei meiner Suche ganz schön durchs Unterholz gehetzt!
Diesen Monat stehen einige wichtige Termine an, sagt Frauchen: neben dem üblichen Training, haben wir mit der Rettungshundestaffel eine öffentliche Vorführung, inkl. Unterordnung und Geräte. Auf den Geräten und durch Tunnel laufe ich ja total gerne, nur die Leiter finde ich etwas doof: ich weiß nie, wo ich meine Füße hinsetzen soll und tappe oft ins Leere, vor allem mit den Hinterfüßen. Herrchen hat jetzt extra für mich eine Leiter gebaut, damit ich üben kann, aber es ist wirklich ganz schön schwer. Außerdem soll ich auf eine Ausstellung gehen. Das scheint nicht schwer zu sein, ich soll nur rumstehen und gut aussehen, das werde
 ich ja wohl noch hinkriegen. Mich beunruhigt nur, dass irgendwie die Rede von "vorher Baden" war... Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt und werde Euch berichten! So, jetzt mache ich mal schnell Schluss, bevor Frauchen mich an ihrem Computer erwischt. Ganz liebe Grüße an alle!
Bis bald, Dein Leo

05.06.          Hallo! Es geht doch nichts über ein kühles Plätzchen und ausreichend Getränke an heißen Tagen! LG,Karin

15.05.
Hallo Doro! 
Dieses Wochenende ist der Wahnsinn: die guten Nachrichten reißen nicht ab, die Ereignisse überschlagen sich! Erst bekommt Leo Fanpost und nun auch noch das: Leo ist geschwommen! Und nicht nur einmal, sondern immer wieder! Wir waren heute Nachmittag mit Freunden, Ina und Michael, spazieren (mit Ina, ihren 2 Hunden, Leo und Zulu gehe ich regelmäßig freitags spazieren, diesmal waren wir in voller Besetzung inkl. Männer!), und weil ja Leos "Schwimmlehrer" James (Aussie) dabei war, ging es natürlich an einen See. Dort sind alle Hunde immer wieder ins Wasser gegangen, nur James hat Futterbeutel und Schwimmdummy immer wieder apportiert, während die anderen immer nur so weit ins Wasser gingen, wie sie Boden unter den Pfoten hatten. An einer Stelle ging es recht flach ins Wasser, aber da war es etwas tückisch, denn der Boden hatte deutliche Untiefen! Im Eifer des Apportierens ist es dann passiert: er verlor unvermittelt den Boden unter den Füßen und brachte das Bringsel schwimmend ans Ufer! Für unsere Begeisterung war er dann nicht direkt ansprechbar, er hat auch die wohl verdienten Leckerlis nicht angenommen, sondern ist erst mal weggelaufen, hat sich geschüttelt und musste das Ereignis offensichtlich "verdauen"! Er konnte es wohl selbst kaum glauben! Anscheinend hat es ihm aber gefallen bzw. zumindest nicht gestört, denn er ist danach immer wieder ins Wasser und auch - wenn es sich ergab - auch immer wieder geschwommen! Ina behauptet sowieso, dass Leo wahrscheinlich noch eine Wasserratte wird, und tatsächlich läuft er bei bekannten Wasserstellen immer gerne hin und rein. Bisher ist er nur noch nie geschwommen, aber das werden wir jetzt mal weiter üben!

 Leider fallen die Beweisfotos etwas dürftig aus, das liegt am Fotografen, der heute etwas geschwächelt hat: Noch nicht mal einen Film hat er von diesem einmaligen Ereignis gemacht! Dabei ist es doch vergleichbar mit "zum ersten Mal ohne Stützräder Fahrrad fahren" bei Kindern! Männer! ;-)

 Das war also das Highlight dieses Sonntags! Ich wünsche Euch noch ein schönes Restwochenende!

 Bis bald, liebe Grüße,

 Karin und Seehund Leo

08.05.
Hallo Collie-Eltern!
Vielen, vielen Dank für den schönen, gelungenen Tag gestern! Ihr habt ja mal wieder alles perfekt geplant und organisiert - bis hin zum fantastischen Wetter! :-) Es war so interessant nicht nur Leos Geschwister und deren Fortschritte zu sehen, sondern auch mal die Halbgeschwister aus dem A-Wurf persönlich kennen zu lernen! Leo war genauso beeindruckt und so glücklich, dass er gar keine Pause machen wollte und seine Ausdauer durch das unentwegte Spiel mit seinen Geschwistern sehr strapaziert hat! Das rächt sich jetzt, denn er liegt immer noch schlapp in der Ecke, obwohl er seit der Rückfahrt nur noch schläft!
Nochmals vielen Dank für die ganze Mühe, die Ihr Euch für uns "Collie-Verwandtschaft" immer gebt! Gestern war ein wirklich toller Tag und ich hoffe sehr, dass es nicht das letzte Treffen war! Und vielleicht ist beim nächsten Mal auch schon der C- und D-Wurf dabei?!
Liebe Grüße,Karin und Leo (der zu müde ist, um selbst zu grüßen...!)

24.04.
Hallo Familie!
Frauchen sagt, wir haben jetzt Ostern und deswegen wünsche ich Euch allen ein schönes Osterfest! Sinn und Zweck von Ostern bleibt mir allerdings weiterhin verborgen, denn alle reden von Hasen aber wenn ich mal mit einem spielen will, schimpfen sie nur mit mir...
Naja, immerhin haben wir einen Ausflug nach Hamburg gemacht, das ist eine gaaanz große Stadt mit gaaanz vielen Menschen und gaaanz viel Verkehr! Vor allem, um erst mal dort hinzukommen! Herrchen schimpfte die ganze Zeit über Stau und schließlich sind wir über Land gefahren, was viel schöner war, denn wir haben immer wieder angehalten und kurze Spaziergänge in total schöner Landschaft gemacht. Da gab es auch für Zulu und mich so viele neue Gerüche, dass wir für die lange Zeit im Auto ganz gut entschädigt wurden! Schließlich kamen wir jedenfalls in Hamburg bei Herrchen's Familie an und - ich kenne es schon kaum anders! - alle fanden mich mal wieder ganz toll: wie sehr ich schon gewachsen bin, wie brav ich bin und wie gehorsam ich schon geworden bin. Naja, am Anfang versuche ich ja immer einen guten Eindruck zu machen, dann schimpfen die Leute weniger, wenn ich dann doch mal etwas kaputt mache! Frauchen sagt, dass ich im Moment wirklich schlimm bin, alles ins Maul nehme und fresse, und mir nochmal etwas zustoßen wird, wenn ich das nicht bald mal lasse! Zum Glück kommt dann immer ein Fremder daher und nimmt mich in Schutz: ich bin ja noch ein Baby, das lerne ich schon noch, und überhaupt sei ich ja so süß! Frauchen verdreht dann immer nur die Augen und sagt nichts mehr... (was bei ihr ja schon einiges heißen will!).

Aber zurück zu Hamburg: Weil das Wetter so traumhaft schön war, haben wir einen tollen langen Spaziergang an der Elbe gemacht (die Elbe, das ist ein riesengroßer Bach, über den bestimmt kein Hund drüber springen kann, noch nicht mal James, der ja sonst alles kann, das mit Wasser zu tun hat!). Da waren total viele Menschen unterwegs, auch viele Hunde und komischerweise liefen viele von denen frei rum, obwohl Frauchen gesagt hat, dass in der Stadt alle Hunde an die Leine müssen. Zeigt mal wieder, dass sie auch nicht immer alles weiß! Zulu durfte dann auch ohne Leine laufen, nur mich hat Frauchen nicht frei laufen lassen, dabei wäre ich so gerne überall hin gelaufen und hätte alle freundlich begrüßt.
Am nächsten Tag war das Wetter immer noch so toll und wir haben alle zusammen eine Hafenrundfahrt gemacht. Also das könnt ihr euch nun wirklich nicht vorstellen: wir sind in einer kleinen Barkasse (das ist ein Auto ohne Räder und ohne richtiges Dach, das auf dem Wasser fahren kann) mit ganz vielen anderen Menschen stundenlang herumgefahren und haben dabei riesige Schiffe gesehen. Zum Ein- und Aussteigen ins Boot hat mich Herrchen getragen, Zulu hingegen ist ganz alleine ins Boot und auch wieder raus gesprungen, der Angeber. Der Kapitän hat ihn dafür einen "Seehund" genannt, aber ich fand es einfach nur peinlich, wie er wieder angeben musste, dass er alles kann und macht. Naja, insgesamt war die Hafenrundfahrt für Zulu und mich ziemlich langweilig, wir sind jedenfalls zwischendurch eingeschlafen, obwohl es auch mal recht wackelig und sogar nass wurde! Danach war ich trotzdem froh, wieder festen Boden unter den Pfoten zu haben. Weil die Familie noch einkaufen musste, sind wir noch in ein total überfülltes Einkaufszentrum gegangen, wo es auch ganz viele Lebensmittelstände gab, an denen es überall lecker nach Futter roch. Ich habe mich trotzdem gut benommen und bin ziemlich brav bei Fuß gegangen, hauptsächlich, weil so viele Menschen dort waren, dass ich eh nicht gewusst hätte, wo ich sonst hinlaufen soll! Während Herrchen in ein Geschäft gegangen ist, habe ich mit Zulu und Frauchen auch ganz brav draußen gewartet und war trotz des Gedränges total entspannt. Ich glaube, das hat Frauchen ziemlich beeindruckt!
Nachmittags waren wir dann zu einem Grillfest eingeladen, wo alle auf dem Boden saßen und gegessen haben, nur Zulu und ich haben nichts bekommen! War also eine eher miese Veranstaltung, insbesondere weil Zulu und ich die ganze Zeit angeleint neben Frauchen liegen mussten, und ich noch nicht mal die vorhandene Katze jagen durfte! Ich habe sie aber immer wieder angebellt, was Frauchen sehr peinlich war, aber ansonsten habe ich mich gut benommen. Fleisch habe ich aber trotzdem nicht bekommen...
Abends sind wir noch in ein Straßencafé gegangen und haben noch lange draußen gesessen bzw. gelegen; alle haben immer wieder gesagt, dass es wie im Sommer ist und waren wegen des Wetters total aus dem Häuschen! Dabei kann ich mir so eine richtige Schlammschlacht am Elbstrand im Regen auch ganz nett vorstellen... Ich muss ja sagen, dass es mir persönlich eigentlich etwas zu warm war, wenigstens hatte Frauchen überall frisches Wasser dabei, was ganz gut war. Das Hamburger Wasser schmeckte überhaupt ganz toll: Zulu und ich konnten davon gar nicht genug bekommen und Herrchen hat deswegen für uns einen kleinen Vorrat mit nach Hause genommen!
Am nächsten Tag haben die Mädchen nach dem Osterfrühstück eine Suche veranstaltet: sie sind in der ganzen Wohnung rumgerannt und haben Sachen gesucht. Ich hätte ihnen ja gerne geholfen und habe auch kräftig mitgesucht, aber da ich nicht wusste wonach ich suchen soll, war ich wohl nicht so erfolgreich. Sie aber auch nicht, denn sie haben außer Schokoladeneiern und kleinen Geschenken nicht viel gefunden, noch nicht mal ein Spielzeug oder Käsewürfel. Ich glaube, dass das Spiel deswegen auch bald abgebrochen wurde. Um nicht wieder im Stau zu landen, hat Herrchen darauf bestanden, noch am selben Tag zu fahren. Das war auch ganz gut, denn so sind wir in weniger als 4 Stunden wieder zu Hause gewesen! Frauchen hat sich mit einem Buch auf die Terrasse gelegt und ich musste den Garten gegen alle Nachbarn verteidigen, die komischerweise auch alle draußen waren, Besuch hatten und gegrillt haben, während die Kinder überall Ball gespielt haben. Ich habe jedenfalls nach allen Seiten kräftig und ausdauernd gebellt, was Frauchen gar nicht gut fand: jedenfalls hat sie mich ziemlich genervt an die lange Leine genommen und kräftig geschimpft, wenn ich gebellt habe. Schade eigentlich, es hätte so ein spannender Tag sein können - endlich war mal richtig was los im Garten!

So, nun waren wir gerade alle schön spazieren und gleich geht Frauchen wieder auf die Terrasse. Mal sehen, vielleicht lässt sie mich ja heute mal bellen!

Ich wünsche Euch jedenfalls noch schöne Osterfeiertage und freue mich schon auf unser Treffen in 2 Wochen!

Viele liebe Grüße an alle,
Euer Leo

27.3.
Hallo Mama!

Diese Woche war für mich ganz toll: Am Wochenende durfte ich zwar nicht in die Eifel zum "Suchen-Spielen", dafür hat mich Frauchen zu einem Erste-Hilfe-Kurs mitgenommen. Das klingt aufregender als es ist: tatsächlich sitzen da ganz viele (mindestens 20!) junge Menschenwelpen rum und lachen und schreien eine Trainerin an, die zwar mitlacht aber auch ganz viel die Augen verdreht und unbeirrt weiter von schrecklichen Situationen erzählt, in die Menschen so kommen können. Kein Wunder, dass die 14-Jährigen das nicht hören wollten und immer nur Unsinn gemacht haben! Warum Frauchen sich das unbedingt anhören wollte, ist mir auch nicht ganz klar, sie sagte aber, das sei wegen mir, für den Rettungshundeführer. Naja, solange es wegen mir ist... (ist nicht überhaupt alles immer wegen mir?!). Schade nur, dass ich bei dem schönen Wetter die Suchspiele in der Eifel verpasst habe.
Das Wetter war aber die ganze Woche schön, und Frauchen ist mit mir ganz oft am Wasser Gassi gegangen, obwohl ich Wasser ja nicht so toll finde. Zulu geht auch nur widerwillig rein und manchmal folge ich ihm mit einer Pfote oder so. Aber dann sind wir mit 2 meiner Freunde, James und Semju, spazieren gewesen und James findet Wasser super und ist kaum zu bremsen! Das konnte ich erst nicht verstehen, aber dann hat er mir gezeigt, wie man sein Frauchen dazu bringt Stöckchen ins Wasser zu schmeißen. Du wirst jetzt denken, dass die Stöckchen untergehen, aber nein, das sind Zauberstöckchen, die treiben auf dem Wasser und man muss nur hin und kann sie ganz leicht von der Wasseroberfläche runterpflücken. Natürlich habe ich mich zuerst nicht getraut und James hat es mir immer und immer wieder vorgemacht, bis ich mich tatsächlich überwunden habe: ich habe mich ganz lange (und ganz laut!) selbst angefeuert, ebenso lautstark unterstützt von den beiden Frauchen und habe schließlich einen großen Schritt ins nasse Wasser gemacht, bis hin zum Stock! Und genau wie James, habe ich den Stock ins Maul genommen und zum Ufer gebracht! Puh, war ich erleichtert! Vor lauter Aufregung habe ich den Stock liegen lassen und bin weggerannt um mich zu schütteln! Nein, war das spannend!
Da Frauchen jetzt offensichtlich denkt, ich sei zum Wasserfreund mutiert, ist sie gleich am nächsten Tag wieder mit mir zum Bach gegangen, zusammen mit Zulu und Herrchen, um vorzuführen, was ich kann. Naja, zögerlich war es schon, aber schließlich habe ich tatsächlich ein Stöckchen aus dem Wasser gerettet! Zulu hat das ganz schön imponiert, glaube ich!
Außerdem habe ich jetzt ein neues Hobby: Fahrradziehen! Weil Zulu physiotherapeutisch (solche Wörter benutzen die hier im Haus! Er soll halt einfach für seinen Rücken mehr Gymnastik machen!) mit Herrchen viel Radfahren soll, fährt auch Frauchen mit mir manchmal mit. Das macht total Spaß, denn endlich wird Frauchen mal so schnell, wie ich es gerne habe! Dabei sitzt sie auf einem Zweirad und ich laufe an der Leine mit, bzw. vor, denn wenn ich schneller laufe, wird sie automatisch auch schneller und so ist das wie ein Wettrennen! Natürlich trage ich dabei ein Geschirr (= blöde Leinenkonstruktion, die sich total doof um den ganzen Körper wickelt), und deswegen kann ich ganz toll ziehen, ohne mich zu erwürgen. Ich glaube, ich würde gerne mal bei Euch das Sacco-Kart ausprobieren: was muss das schön sein, als ganzes Rudel zusammen zu laufen und zu ziehen!
So, jetzt muss ich mich fertig machen für das Versteckspiel mit der Rettungshundestaffel. Frauchen hat mir für heute eine tolle Überraschung versprochen: angeblich sollen ganz besondere Zuschauer kommen! Ich bin mal gespannt..!
Ganz liebe Grüße und bis bald!
Dein Leo

27.3:
Die Bilder von unserem Besuch bei Leo und der Rettungshundestaffel findet man hier!
Unser anschließender Spaziergang hier!

Leo, Magic, Dita, Gina, Michel und Queenie beim Spaziergang in Satzvey

04.03.:
Hallo Mama!
Frauchen ist gerade mit Zulu Fahrrad fahren, so dass ich mich wieder heimlich an den PC schleichen konnte um Dir zu schreiben! Gestern habe ich wieder so tolle Sachen erlebt, davon muss ich Dir berichten!
Zum ersten Mal durfte ich mit Frauchen zur Arbeit fahren! Das war schon mal sehr spannend, denn Frauchen arbeitet in einem großen Schloss mit großen Treppen und ganz glatten Fußböden: sie nennen das "Marmor" und es läuft sich ganz blöd darauf. Aber ich war ganz tapfer und bin ohne weiteres durch die ganze Halle gelaufen, auch wenn es ein komisches Gefühl war. Es war auch ganz lustig, dass ich mich beim Laufen im Fußboden gespiegelt habe, so als ob ein anderer Hund direkt unter mir läuft (war aber keiner, ich habe zur Kontrolle immer wieder nachgeschnüffelt!). In Frauchens Büro habe ich ein Bett und eine Wasserschüssel bekommen, und einen Ball. Den habe ich gleich mal kaputt gemacht und mich dann an die Zerstörung der langen Laufleine gemacht, mit der Fauchen mich festgemacht hat, weil ich immer rauslaufen wollte. Da kamen auch so viele Leute, die ich alle begrüßen wollte, aber nicht durfte. Dabei fanden die mich alle ganz toll und erzählten mir immer wieder, wie groß ich geworden bin! Naja, weiß ich zwar selber, dass ich der Größte bin und wahrscheinlich wollte Frauchen deswegen, dass ich mich ruhig auf meine Decke lege: ich glaube, sie ist eifersüchtig! Aus Mitleid habe ich mich schließlich also schön hingelegt und bin dann sogar eingeschlafen.
Irgendwann wurde ich von lauter Musik und leckerem Essensgeruch aus einem anderen Raum geweckt. Frauchen ist mit mir aber erst in den Schlosspark gegangen, und das war ganz gut, denn ich musste auch total dringend! Und kaum im Schlosspark angekommen, haben wir gleich einen Collie getroffen! Da habe ich mich gefreut! Der Collie sah etwas komisch aus, er hatte ziemlich lange Haare auf der Stirn, und sein Frauchen sagte, er sei ein englischer Collie. Er sprach aber genauso wie ich und so glaube ich eher, dass er verkleidet war, denn viele Menschen liefen auch in lustigen Kostümen rum und nannten das "Weiberfastnacht". Jedenfalls haben wir schön zusammen gespielt. Als wir wieder im Schloss waren, ging Frauchen mit mir in den Raum mit Musik und Essensgeruch, wo ganz viele Menschen in lustigen Kleidern zu lauter Musik am essen, reden und lachen waren. Sie nannten das "Karneval feiern". Naja, war ziemlich laut und mich haben sie beim Essen verteilen vergessen, aber ich lag ja auch ganz ruhig bei Frauchen unterm Tisch und habe aufgepasst. Nachdem aber nichts passierte und auch kein Essen auf den Boden fiel, bin ich dann wieder eingeschlafen, trotz des ganzen Lärms.
Frauchen hat sowieso immer nur von meinen Heldentaten erzählt, das kenne ich ja schon alles. Neu war die Geschichte, wie ich in der Hundeschule ganz souverän über eine am Boden liegende Leiter gegangen bin, während alle anderen Hunde herumgehampelt sind und versucht haben rechts und links auszuweichen. Natürlich wurde ich wieder Streber genannt, aber Frauchen berichtete ganz zufrieden, dass das eine gute Herkunft ausmacht, wenn den Welpen schon ganz früh alles gezeigt wird. Ich kann mich zwar gar nicht mehr richtig erinnern, aber Frauchen sagt, dass ich und meine Geschwister schon als Babys über Leitern und Brücken und Wippen und durch Tunnels gelaufen sind. Aber wahrscheinlich verwechselt sie das, denn ich bin in allem ein Naturtalent und welcher Züchter macht sich schon die Mühe, einen Haufen Welpen an Geräte zu gewöhnen?!
Jedenfalls sind wir dann bald nach Hause gefahren, viel früher als Frauchen sonst nach Hause kommt und das war auch gut so. Herrchen und Zulu waren auch schon da und dann haben wir alle zusammen eine Radtour gemacht! Ich durfte zum ersten Mal am Fahrrad laufen!!! Zuerst bin ich nur ganz normal neben Frauchen hergegangen, die zwischen uns das Fahrrad schob, aber irgendwann hat sie sich aufs Rad gesetzt und war auf einmal viel schneller als sonst! Das war toll! Später im Feld hat sie mich dann von der Leine losgemacht und ich konnte endlich mal laufen, ohne ständig wieder zurückzumüssen, weil Frauchen immer so langsam ist. Ich bin mal gespannt, ob wir das jetzt öfter machen.
Jedenfalls habe ich gestern wieder viel gelernt: Marmorböden, Büro, Karneval und Radfahren!
Ich muss jetzt mal Schluss machen, bevor Zulu und Frauchen zurückkommen.
Grüße bitte alle von mir, auch Blacky, falls Du ihm mal schreibst! Ich würde mich so freuen, wenn wir uns mal wieder treffen, am liebsten noch zusammen mit Wibo und Bona! Das wäre toll!
Liebe Grüße,
Dein Leo

03.03.:
Hallo Ihr Lieben!
Jetzt muss ich den Gang ins Bett doch noch kurz aufschieben um Euch von Leo's brandaktuellem Erfolg zu berichten: Gerade wollte ich ins Bad um mich "Bettfein" zu machen, da fällt mein müder Blick in die Badewanne - und was sehe ich da?! Leo liegt friedlich schlafend auf dem Rücken IN DER BADEWANNE! Da hat sich seine lange Mühe und das stete Üben schließlich doch noch ausgezahlt und sein langgehegter Wunsch ging endlich in Erfüllung! (Beweisfoto ist natürlich beigefügt, wenn auch nicht ganz "Jugendfrei"! Aber ich wollte ihn nicht wecken...!).
Liebe Grüße und gute Nacht,
Karin

17.02.:
Liebe Mama!
Jetzt habe ich mich schon so lange nicht mehr gemeldet! Ich habe aber wirklich viel zu tun, so dass mir kaum Zeit bleibt, mich bei Dir zu melden! Aber gestern ist etwas ganz Aufregendes passiert, das muss ich Dir jetzt doch erzählen! Frauchen hatte ja am Sonntag schon angekündigt, dass wir diese Woche etwas Spannendes vorhaben. Aber der Reihe nach.
Wie gesagt, bin ich ja wirklich sehr beschäftigt. Nach der Welpenspielgruppe am Mittwoch bin ich ja schon lääängst in die Junghundegruppe aufgerückt, wo es gleich viel erwachsener zugeht: vor dem Unterricht wird nicht mehr mit den anderen Hunden getobt, was den meisten von uns nicht leicht fällt! Die Konzentration und somit unser Gehorsam lassen in der ersten Hälfte entsprechend zu wünschen. Nach der Pause, wo wir -endlich!- alle miteinander toben dürfen, geht es dann meist besser.

Neben der Hundeschule mache ich aber auch noch eine weitere Ausbildung zum Rettungshund, sozusagen „berufsbegleitend“! Ich möchte mir neben meinem Job als Familienhund für alle Fälle ein weiteres Standbein aufbauen, und da ist die Rettungshunde-staffel für mich genau richtig: Lauter nette Kameraden, viel laufen und schnüffeln, jede Menge Natur und total leckere Belohnungen (Käsewürfel!), die ich nur da bekomme! Diese Zusatzausbildung ist natürlich sehr zeitraubend und nicht einfach, aber ein Kerl wie ich schafft das locker! Zweimal die Woche muss ich dafür trainieren, und das ist nicht so eine Spielerei wie in der Hundeschule: Dienstags findet abends die "Unterordnung" statt (als ob ich mich je irgendwem unterordnen würde!). Da muss ich lernen, ganz gehorsam zu sein, weil ich irgendwann eine Prüfung machen muss, die sich "Begleithundeprüfung" nennt. Frauchen hat da auch schon viel gelernt: für jeden Schritt und jedes Kommando gibt sie mir Leckerchen, und so mache ich meistens auch, was sie will. Anfangs machte sie das sehr gut, wird aber in letzter Zeit etwas nachlässiger und lässt schon mal einige Leckerchen aus. Außerdem habe ich die Vermutung, dass sie mir einfach mein Abendbrot während des Trainings verfüttert, denn Zuhause bekomme ich anschließend nichts mehr. Ich werde dem mal nachgehen, aber solange ich mir da nicht ganz sicher bin, mache ich vorsichtshalber noch mit.

Sonntags sind wir dann mit der ganzen Mannschaft inkl. Einsatzfahrzeugen etc. den ganzen Tag in der Eifel und suchen "Opfer". Natürlich noch keine richtigen Opfer: die Herrchen und Frauchen von den anderen Rettungshunden (die sich plötzlich nicht mehr Herrchen und Frauchen, sondern "Hundeführer" nennen, obwohl sie uns überhaupt nicht führen, sondern ganz im Gegenteil: wir führen sie zu den Opfern!), naja, die anderen Hundeführer tun nur so, als ob sie Opfer wären und verstecken sich in Wald und Flur. Das klingt wohl einfacher als es ist, denn wir trainieren auf einem Militärübungsgelände, und da sind auch Bunker und Gräben, was die Suche viel schwieriger macht. Ich bin der Zweitjüngste und mache mit einem anderen "Anfänger" noch nicht so schwere Übungen. Charly (so heißt der andere) ist ein Labrador und genau 1 Tag jünger als ich! Mit uns wird ein sogenannter "Spielkreis" geübt, d.h. es stehen viele Hundeführer einfach so rum, und von manchen bekomme ich dann meine Käsewürfel. Jetzt sind die Menschen ja nicht so praktisch veranlagt wie wir Hunde: die Leute könnten sich ja in einer Reihe aufstellen und uns nacheinander unsere Leckerchen füttern. Aber als Menschen machen sie es ja gerne kompliziert, und so bekomme ich immer nur von bestimmten Personen die Leckerchen. Natürlich habe ich sofort durchschaut, dass immer nur derjenige, der sich hinhockt (das soll ein Opferbild darstellen) mir ein Leckerchen gibt, wenn ich zu ihm hinlaufe. Da sie sich immer abwechselnd, ohne erkennbare Reihenfolge hinhocken, muss ich immer schauen und hin- und herrennen. Wie gesagt, das könnte optimiert werden, aber so lange ich letztendlich die Käsewürfel bekomme, ist es mir egal, wenn ich obendrein noch etwas rennen darf!
Eine andere Übung, die ich auch mache, geht so: ein Mensch läuft mit meiner Käsewürfeldose weg und versteckt sich etwas im Wald. Frauchen lässt mich dann los (mit dem blöden Spruch "Such und Hilf!" - was für ein Quatsch! Ich sehe den Menschen doch und hole mir nur meine Leckerchen zurück, muss also gar nicht suchen; und helfen tue ich nur insofern, als dass ich ihm die Käsewürfel abnehme und er sie nicht mehr tragen muss!). Jedenfalls schieße ich wie eine abgefeuerte Kanonenkugel los und renne so schnell es geht zum "Opfer". Je nachdem ist das Opfer recht verspielt (oder verwirrt?!) und will mir die Leckerchen nicht gleich geben. Dann setze ich mich hin und gucke freundlich-hungrig (klappt bei Frauchen doch auch immer!) und wenn er trotzdem nicht kapiert, dann muss ich schon mal laut werden und belle ihn an. Spätestens da bekomme ich dann meine Käsewürfel! Die Hundeführer nennen das Bellen "anzeigen" und freuen sich darüber wie über Schnitzel als Zwischenmahlzeit, aber die anderen Hunde und ich wissen, dass sie das nur sagen, weil es ihnen peinlich ist, dass sie immer so lange brauchen, bis sie uns das Futter geben!
Du kannst jedenfalls richtig stolz auf mich sein, denn ich habe als Einziger einen tollen Beinamen: bei der Rettungshundestaffel nennen mich alle "Streber", weil ich so gut bin und alles von Anfang an perfekt mache und sofort verstehe! Die Ausbilder sind alle ganz begeistert von mir und bei Gelegenheit werde ich mal ein paar Verbesserungsvorschläge machen, z.B. brauchen sie mit unseren Leckerchen gar nicht erst wegzulaufen, sondern können sie uns direkt geben und wir toben dann anschließend alle zusammen rum und lassen das mit den Prüfungen weg. Darauf sind sie nämlich noch gar nicht gekommen!
Nun aber nochmal zurück zu gestern: Der Staffelleiter hat letzten Sonntag ganz heimlich mit Frauchen gesprochen und uns für gestern in die "Hauptwache" einbestellt. Und Du wirst es nicht glauben: dort habe ich gestern meine erste "Uniform" bekommen! Sie heißt "Kenndecke" und zeichnet mich als Rettungshund aus! Und das, noch bevor ich die Eignungsprüfung abgelegt habe - so viel Vertrauen hat der Staffelleiter in mich! Er sagt, dass ich den Eignungstest mit Links bestehen werde und deswegen schon mal eine Kenndecke haben darf. Ist das nicht toll?! Frauchen war ganz stolz (obwohl ich immer die ganze Arbeit mache und sie ja immer nur daneben steht) und hat mir die Decke gleich angezogen. Da ich noch nie etwas auf dem Rücken getragen habe, noch nicht mal ein Geschirr, fand ich es etwas ungewohnt und musste mich gleich kratzen. Ich werde wohl dafür sorgen, dass ich die Decke nur bei der Arbeit tragen muss, da bin ich durch die Käsewürfel so abgelenkt, dass mich die Decke nicht stört und ansonsten kann sie ja einfach so im Auto liegen. Aber wenn ich Dich das nächste Mal besuche, bringe ich sie auf jeden Fall mit und zeige sie Dir! Blacky wird bestimmt ganz neidisch, denn ihm würde sie sicher auch gut stehen: sie ist ganz in einem hübschen Gelb-Orange gehalten und darauf steht in schwarzen Buchstaben "ASB-Rettungshund". Zu der Decke gibt es demnächst noch eine Glocke und eine Lampe, damit man mich auch hört und auch im Dunkeln sieht.
So, das war das Neueste von mir. Ich wiege übrigens inzwischen über 20 kg und Frauchen will mich seitdem nicht mehr jede Woche wiegen: sie sagt, ich sei ihr zu schwer! Dabei habe ich so eine tolle Figur (im Gegensatz zu ihr...)! :-)
Lasst doch bald wieder von Euch hören!
Liebe Grüße an alle, vor allem auch von Frauchen,
Euer Leo

6.2.:
Hallo, Ihr Zwei!
Sicher habt Ihr Euch schon Sorgen gemacht, dass Klein-Leo nun darunter leiden könnte, weil er in der Badewanne nicht auf dem Rücken schlafen kann. Ich kann Euch in dieser Hinsicht nun vollkommen beruhigen: er hat nach nur wenigen Tagen selbst eine Lösung für diesen Missstand gefunden! Das beigefügte Beweisfoto beweist eindrücklich, dass "Schlafen-in-der-Wanne" ohne weiteres durch "Schlafen-AN-der-Wanne" ersetzt werden kann! Der Hund ist einfach sooo schlau! Demnächst lassen wir ihn wahrscheinlich noch unsere Steuererklärung machen...
Naja, morgen gehen wir erst mal wieder "retten-lernen" üben, hoffentlich lässt der Sturm bis dahin nach. Ich wollte Euch nur umgehend über die geniale Lösung des Badewannen-Problems in Kenntnis setzen (das Leo zugegebenermaßen wirklich belastet hat!).
Wir wünschen Euch noch ein schönes Rest-Wochenende!
Liebe Grüße,
Karin und Prof. Leo

02.02.:
Hallo!
Wir waren mit Leo in Köln zur Tut-Anch-Amun-Ausstellung. Nach der Ausstellung waren wir dann zusammen essen und auf dem Heimweg im Baumarkt, was Leo die Gelegenheit gab nacheinander ins Maredo und ins Bauhaus zu pinkeln! Wahrscheinlich spielt Stefan schon wieder mit dem Gedanken, ihn zurückzugeben, diesmal weil er undicht ist...!
Leo ist bei der Rettungshundestaffel inzwischen der Oberstreber und kann mittlerweile auf Kommando bellen (und DAS als Hund – boah, tolle Leistung! Miauen wäre ja immerhin originell...).
Auch in der Welpenspielgruppe fällt er streberhaft auf, so dass er inzwischen in die nächste "Klasse" versetzt wurde: heute ist sein erster Tag in der Junghundegruppe! Ich finde es immer nur lustig, dass er fast jedes Mal mit einem blutigen Kragen nach Hause kommt - Stefan macht sich schon Gedanken, was wir immer treiben! Aber irgendwo ist immer ein Welpe dabei, der gerade zahnt und dafür Leos weiße Mähne als Zahnzieh-Hilfe missbraucht!
So, wir machen jetzt unseren Gruppenspaziergang mit 2 von Leos Freunden, die uns gleich abholen kommen.
Karin und Leo
PS: Falls Ihr es noch nicht wisst: in der Badewanne kann man als Hund nicht auf dem Rücken schlafen! (soll ich Euch von Leo noch unbedingt mitteilen: er hat es gerade ausgiebig getestet!)

24.01.:
Hallo Doro!
Keine Sorge, Leo hat die Zeit " hinter Gittern" gut verkraftet. Er war dafür aber auch schon gut vorbereitet, weil ich ihn ja (fast) überall mit hinnehme und er schon öfters im Auto warten musste (beim Einkaufen, Tanken, etc.). Das hat ihm noch nie etwas ausgemacht, meistens pennt er ja sowieso. Ist überhaupt 'ne ziemliche Schlafmütze! A propos, ich schicke Dir mal noch ein paar "Werbebilder", u.a. mit einer "Schlafstudie von Leo": Sein Hauptjob bei uns ist es ja, unsere maroden Türrahmen festzuhalten, wie auf einem Bild besonders deutlich zu sehen ist! Und ein sportliches Surf-Bild habe ich auch noch gemacht! (Übrigens: 18,6 kg am Samstag und inzwischen ist Leo tatsächlich höher als Ronja!)
Viele Grüße und viel Spaß mit den Bildern!
Karin

23.01.:
Hallo Doro!
Wie versprochen, hier eine kurze Rückmeldung (mit Foto!). Das war übrigens ein guter Tipp, den Fotoapparat mitzunehmen, so kann ich auch Stefan mal Leo "hinter Gittern" zeigen (s. Suchbild...)!

Das Wetter war leider sehr bescheiden: kalt und Nieselregen. Aber die Leute waren alle total nett und "normal" und ich habe mich dort auf Anhieb wohlgefühlt. Die Leute bei der anderen Rettungshundestaffel neulich waren zwar auch nett, aber so etwas "abgehoben", das hatte mir nicht so gefallen. Dort wurde ich ja auch entsetzt angesehen, als ich sagte, ich wollte etwas mit dem Hund machen, das Spaß und Sinn bringt. Sofort kam die Aussage: "In erster Linie geht es hier darum, Menschen zu retten. Wenn man nur was mit dem Hund zusammen machen will, ist man hier falsch." Naja, war ich wohl auch.
Heute waren die Leute ganz anders drauf! Während des Trainings ist auch tatsächlich einer mit seinem Hund zum Einsatz gerufen worden (Mantrailing). Alle anderen sind geblieben und haben trainiert. Wir "Opfer" haben uns versteckt und die Hunde haben uns nacheinander gesucht - und gefunden! Die Entwicklungsstufen sind ganz unterschiedlich: außer Leo ist noch ein weiterer Welpe dabei, ein Labrador, der laut seinen Besitzern erst 4 1/2 Monate alt ist. Nachdem sich rausgestellt hat, dass er am 05.08.2010 geboren wurde, fühlte ich mich genötigt sie darüber aufzuklären, dass die Zeit schneller fliegt als man denkt! Dann gibt’s noch einen weiteren Anfänger, der aber schon 2 Jahre alt ist. Außer unserer "Babygruppe" gibt es noch die, die sich in der Ausbildung befinden, einige davon stehen schon kurz vor der Prüfung und dann noch die, die schon einsatzbereit sind, wozu auch die Trainer gehören. Mit Leo waren heute 13 Hunde da, u.a. 4 (!) Weimaraner, 2 Vizsla, 2 Australian Shepherd, 1 weißer Schäferhund und sogar eine riesige Deutsche Dogge! Sag also nicht, ich biete Eurem Kleinen keine Abwechslung!
Die meiste Zeit hat Leo natürlich im Käfig gelegen (aber sogar das macht er souverän und bellt und jault nicht so rum wie viele der anderen Hunde!). Zweimal haben wir "trainiert": dabei hat die Ausbilderin seine Leckerchenbox genommen (wir hatten auch seinen Lieblingsball probiert, aber Käse war ihm eindeutig lieber!) und ist 20-30 Meter weggegangen und hat ihn gelockt. Ich habe ihn dann losgelassen und er ist schnurstracks zu ihr hingerannt. Sie hat ihn dann mit Käsewürfeln gefüttert und war ganz begeistert, wie vorsichtig er ist und wie zart er aus der Hand knabbert (Kunststück: vor uns war der Labbi dran, der hat die arme Frau gleich umgerannt!). Wenn sie ihm das Futter verwehrt hat, hat er sie auch nicht bedrängt, sondern ganz artig Sitz gemacht, wenn sie dann zu langsam war, sogar Platz. Ich war mal wieder so stolz auf unseren Zwergi! Nachdem alle Hunde einmal dran waren, war Pause, und danach haben wir das nochmal gemacht, natürlich genauso gut! Mit den anderen Anfängern haben wir statt dessen einen " Spielkreis" gemacht, bei dem immer einer hockt und den Hund lockt und belohnt, während die anderen stehen.
Das macht Leo aber erst beim nächsten Mal, da er ja heute noch "neu" war (insgeheim glaube ich aber, dass die Trainerin nicht wollte, dass er den anderen schon wieder die Schau stiehlt...!). Nach jeder Runde stehen dann alle zusammen und erstatten Bericht. Danach ging es dann zum Glück nach Hause, ich war inzwischen auch schon ziemlich durchgefroren!
Insgesamt hat mir alles total gut gefallen und Leo, glaube ich, auch. Am schönsten fand er natürlich den Käse-Teil, aber auch die vielen anderen Hunde. Wieso er jetzt abends total kaputt ist, ist mir schleierhaft, er hat ja die ganze Zeit nur rumgelegen...! Aber die Erfahrung, mit den anderen Hunden zusammen zu warten, machte er ja heute so auch zum ersten Mal, und wer weiß, was die anderen alles erzählt haben! Am Dienstag geht's dann zur Unterordnung, da sieht er seine neuen "Kollegen" dann schon wieder. Und am Mittwoch darf er dann wieder in der Spielgruppe Welpen berammeln!
Soweit also der „kurze“ Bericht!
Liebe Grüße,
Karin

22.01.:
Hallo Doro!
Gerade kommt mich der Kleine wieder am PC besuchen und schnüffelt gleich wieder wedelnd am Päckchen - das ist so süß! Hätte ich den Fotoapparat zur Hand, würde ich das filmen! Naja, kann ja noch kommen.
Soviel für heute, morgen ist unser großer Auftritt bei den „Rettungswelpen“. Bin schon ganz gespannt. Wenn er da wieder alles in Grund und Boden rammelt schmeißen sie uns wahrscheinlich gleich raus. Drück die Daumen!!!
Liebe Grüße, auch an Marc,
Karin

22.01.:
Hallo Doro!
Gerade eben war ich mit Leo in der Hundeschule: er hat alles berammelt, was ihm vor die Pfoten kam! Er hat überhaupt nicht damit aufgehört! Das war richtig peinlich! Wenn der so weiter macht, sehe ich für seine Rettungshund-Karriere schwarz: "Vergiss den Verletzten, da hinten ist eine läufige Hündin!". Morgen nehme ich mal eine Kamera mit, vielleicht ist es die einzige Chance, dort ein Bild von ihm zu machen! Ich werde jedenfalls berichten, wie es weitergeht!
Liebe Grüße,
Karin
PS: Jetzt musste ich aber eben lachen: Leo kam gerade zu mir ins Arbeitszimmer, ging an Deinem Päckchen (das hochkant auf dem Fußboden steht) vorbei und begann wild zu schnüffeln und zu wedeln! Jedes Mal wenn er jetzt daran vorbeiläuft, schnüffelt er es intensiv wedelnd ab. Ganz offensichtlich erkennt er den Geruch von seinem "Elternhaus"!
So, das musste ich Euch eben noch mitteilen!

12.01.:
Hallo Doro!
Heute hat für Leo die Schule wieder begonnen. Da hat er sich aber gefreut seine ganzen Kumpels wieder zu sehen! Wie ein Verrückter ist er mit Ihnen um die Wette gelaufen, hat gerauft, getobt und sah am Ende aus wie eine Wildsau! Völlig verdreckt, um nicht zu sagen „paniert“, konnte ich ihn dann nach dem Unterricht wieder mitnehmen! Es war aber eine wahre Freude zu sehen, wie sehr er sich über das Wiedersehen mit seinen Freunden gefreut hat – die hat er wirklich sehr vermisst! Ich bin mal auf Freitag gespannt, was er zu seinem „Familientreffen“ sagt! Ich freue mich schon total!

Am Samstag geht's mit Leo in die Hundeschule und am Sonntag ist dann sein 1. Tag als Rettungshund-Azubi!
Bis übermorgen!
Karin

04.01:
Hallo, Ihr 2!
Vielen Dank für Euren Beistand in der „Krise“: Bis jetzt hat Leo - Gott sei Dank! - den Genuss der Tube Bepanthen unbeschadet überstanden! Ich bringe Euch aber nächsten Freitag mal die (Rest-)Tube mit, damit Ihr sehen könnt, warum wir uns solche Sorgen gemacht haben! Ihr wart auf jeden Fall unsere Rettung: Die Idee mit dem Sauerkraut (wären wir ohne Euch nie draufgekommen!) war offensichtlich goldrichtig. Ich denke mal, die Tube müsste jetzt auch " verdaut" bzw. ausgeschieden sein, oder?! Nochmals ganz großen Dank an Euch, und unser Bedauern, dass wir so spät noch angerufen haben! Wir versuchen jetzt, ihn von Tuben und diversen Arzneien fernzuhalten, aber nachdem er gerade gelernt hat, wie er aus seinem Laufstall ausbrechen kann, ist er recht schwierig zu beobachten! Komisch, dass er so etwas auf Anhieb behält, er sich hingegen auch nach der 1000sten Wiederholung nicht merken kann, was " Platz" bedeutet... :-)
Naja, er ist schon ein Süßer und ich hoffe, dass ihm sein Schutzengel auch weiter so treu zur Seite steht! Ansonsten werde ich Stefan dazu bringen, Kameras zu installieren!
Diese Woche hat Leo noch "Schulferien" , aber nächste Woche geht's wieder in die Welpengruppe. Da kann er sich mit seinen Kumpels wieder austoben.
Liebe Grüße,
Karin und das Tubenmonster

01.01:
Happy New Year to Wall Street!
Schön zu hören, dass auch Ihr gut ins neue Jahr gekommen seid! Bei uns war es auch toll: Zulu hat sich wieder berappelt, war aber trotzdem abends recht entspannt, hat nur bei den Einzelkrachern vor Mitternacht ein paar Mal gebellt (die Spinner haben hier schon um 18.00 Uhr angefangen rumzuballern!), später war er dann ganz ruhig, aber aufmerksam. Haben sich meine Trainingseinheiten mit Eurer CD also gelohnt! Leo hat sich überhaupt nicht interessiert, die „coole Socke“ (laut Stefan!) hat Silvester sogar auf dem Rücken an die Wand gelehnt liegend verpennt! Später bin ich mit ihm noch rausgegangen, da fand er die bunten Lichter lustig (dachte wohl, es sind leuchtende Vögel, was ja nachts im Dunkeln sogar Sinn macht!) und die Knallerei hat ihn immer noch nicht beeindruckt! Dieses Ergebnis unserer tierquälerischen St. Martins-Tortur werde ich umgehend auch an gewisse Skeptiker in St. Hubert berichten! Für mich war es ein voller Erfolg und es hat mich so froh gemacht, endlich mal wieder einen total entspannten Hund zu Silvester zu erleben (und keine Panik mehr bei dem anderen)!
Wenn man vom Teufel spricht: Gerade rief mich meine Freundin an und fragte, wie unser Silvester verlaufen sei und ob wir uns treffen!
Vielleicht kann ich ja vorher kurz in Wall vorbeikommen und Doro (und Leos Familie!) zu besuchen? Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen (und Leo auch!).
Liebe Grüße, auch von Stefan und nochmal alles Gute für das kommende Jahr!
Karin

30.12.:
Hallo, liebe Collie-Eltern und Collies!
Zum Jahresausklang noch ein paar schöne Grüße von uns und unserem 15,5 kg-Hund! Seit wir ihn hin und wieder mal füttern, nimmt er auch tatsächlich zu! Gestern habe ich für die Hundis sogar 3 Bleche Hundekekse gebacken (pro Hund 1 Blech?!). Sind aber auch dankbare Abnehmer: Zulu und Leo haben beide bestätigt, dass sie noch nie in ihrem Leben bessere Kekse gegessen haben – was bei Leo zugegebenermaßen nicht wirklich viel heißt, und Zulu war wahrscheinlich nur höflich… Immerhin habe ich mir viel Mühe gegeben, was Stefan ziemlich irritiert hat, schließlich habe ich für ihn noch keine Kekse gebacken! Aber er ist auch wesentlich anspruchsvoller als die Hunde und mit seinen Küchenkünsten kann ich mich eh nicht messen.
Im Moment üben wir gerade wieder „Silvester“ – jetzt in der Endrunde! Ich bin echt gespannt auf morgen! Übrigens habe ich beim Aufräumen Eure Original-Geräusche-CD gefunden, von der ich überzeugt war, sie bereits zurückgegeben zu haben. Wie man sich irren kann! Ihr hättet ja auch mal etwas sagen können!
Leo hat heute den ultimativen Kampf mit unserem Staubsauger ausgefochten: Als er gesehen hat, wie Zulu gestaubsaugt (gesaugt? gesäugt? gestaubgesaugt?!) wurde, hat er schier einen hysterischen Anfall bekommen! Naja, Leckerchen hat er trotzdem noch gefressen, auch neben dem Saugrohr, und später hat er sich auch selbst absaugen lassen, der kleine Spinner. War also mal wieder ein Sturm im Wasserglas! Aber ob das je zu seiner Lieblingsbeschäftigung gehören wird, wie bei Zulu, wage ich zu bezweifeln…

Seit ich Urlaub habe, also seit letztem Dienstag, haben wir ein neues Spiel: die Mittags-Futterration im Futterbeutel suchen-finden-bringen-abgeben-und-sich-hinlegen-und-warten. Das macht er wirklich hervorragend! Er springt dabei sogar mit Begeisterung in die Badewanne und holt den Futterbeutel da raus, so dass ich einmal sogar vorher etwas Wasser in die Wanne gelassen habe… Da war er aber überrascht! Die Wanne mag er trotzdem noch. (… aber das Gesicht war zum kaputtlachen!) Ich bin wirklich stolz auf ihn, wie schön er apportiert und kann es kaum erwarten, in der Welpengruppe damit anzugeben! Andererseits zweifele ich etwas an seinem logischen Denkvermögen: wenn ich mit Futterbeutel von der Küche in den Flur gehe, ohne Beutel zurückkomme und ihm das Kommando zum Suchen gebe, wieso läuft er dann schnurstracks ins Wohnzimmer (sprich: andere Richtung!)?! Seltsam, oder?!
So, nun ist der kurze Gruß doch wieder länger geworden als geplant. Eigentlich wollte ich nur erzählen, dass ich Eure CD gefunden habe…
Ich muss jetzt mal Schluss machen, da mir die Knallerei von CD schon tierisch auf den Geist geht! Je mehr sich die Hunde daran gewöhnen, desto nervöser macht es mich!
Ich wünsche Euch und den Hunden einen ruhigen Silvesterabend!
Liebe Grüße,
Karin

04.12.:
Hallo, Ihr Lieben!
Zuerst nochmal herzlichen Dank für einen weiteren schönen und unterhaltsamen Nachmittag! Auch Leo hat es gut gefallen, er hat sich nur völlig verausgabt: Marc wird schon erzählt haben, wie das arme Baby total entkräftet auf dem Behandlungstisch eingeschlafen ist und auch später, wo er ging und stand ins Koma fiel! Auf der Heimfahrt war er zu müde, seinen Ochsenziemer zu knabbern und Zuhause hat er gerade noch sein Abendbrot fressen können und ist sofort ins Bett gegangen. Auch jetzt pennt er tief und fest neben mir, wo ich ihn hingelegt habe! Aus dem geplanten Clickertraining scheint heute Abend also nichts zu werden…

Ich wünsche Euch noch ein schönes Wochenende (habe gehört, dass derzeit in Kempen ein schöner Weihnachtsmarkt ist – wär doch was für uns?!).
Bis bald, liebe Grüße,
Karin (Leo kann leider nicht grüßen, ist zu erschöpft…! )

01.12.:
Hallo Mama!!!
Wie schön, von Dir hören!
Na klar kommen wir gerne am Samstag - inzwischen bin ich ja auch schon so viel gewachsen, dass mich in Kempen sicher keiner mehr erkennt (Frauchen ist wohl etwas paranoid: sie sagt wir können uns da seit St. Martin nicht mehr blicken lassen!).
Gestern war ich zum ersten Mal auf einer Weihnachtsfeier! Das war ganz toll, ich war der Star des Abends! Erst wusste ich ja nicht, was eine Weihnachtsfeier ist, aber nun weiß ich, das ist eine Party, bei der ganz viele Leute sich treffen um alle abwechselnd einen jungen Hund (mich!) zu streicheln, knuddeln, loben, etc. Da wird auch ein extra Unterhaltungsprogramm für mich gemacht, bei dem dann alle klatschen. Das war sehr lustig und ich habe kräftig mitgebellt und getanzt, bis Herrchen ausgerechnet da mit mir Gassi gehen musste, gerade als es so lustig war! Jedenfalls ist das eine ganz tolle Sache. Ich hoffe, es gibt noch ganz viele Weihnachtsfeiern!
Ich freue mich schon riesig auf Samstag, obwohl ich nicht sicher bin, dass ihr tatsächlich auch Schnee habt. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals Schnee bei Euch gesehen zu haben, und mit irgendwelchen Schlitten hat das auch nichts zu tun, also meinst Du bestimmt etwas anderes. Aber egal, ich komme ja hauptsächlich um Euch zu besuchen, und natürlich zum Impfen: ich freue mich schon so sehr auf den Pieks-mit-Leckerli!
Ach ja, Frauchen hat gestern von einer Hundeschule mit Schafen gehört, gar nicht so weit weg von uns. Sie will sich da gleich mal erkundigen, hoffentlich macht sie das auch. Noch hängt sie mit ihrem Kaffee irgendwo im Haus herum.
Viele Grüße an alle anderen,
Dein Leo



Datum: 30.11.2010 18:18:31
An: Leo,
Betreff: Re: Der erste Schnee!!!
Hallo, lieber Leo!
Durch den Schnee bin ich hier auch ganz aus dem Häuschen… erst hat Frauchen hier alles herumgeschippt, und dann sind wir spazieren gegangen und dann mussten wir hinterher Klumpen abweichen.., und Frauchen hat uns schon wieder von dem Schlitten erzählt, dass wir bald tolle Touren damit machen.., verstanden habe ich aber nicht, warum sie sich dann erst über den Schnee geärgert hat..??
Toll, dass Du schon so viel gelernt hast, Du scheinst der Gelehrigste von allen zu sein!
Vielleicht sehen wir uns ja bald? Frag mal Deine Herrchens, ob sie an diesem Samstagnachmittag mit Dir zum Impfen kommen wollen? Wenn ja, dann können wir ja schön was zusammen machen!
Bis denne!
Deine Mama Queenie

26.11.:
Hallo Familie!
Nun da ich schon so groß bin, kann ich sogar schon selbst Nachrichten schreiben, schließlich habe ich Frauchen oft genug an diesem komischen Apparat sitzen sehen! Sie hat natürlich keine Ahnung, denkt immer, ich sei noch ein Baby (nennt mich auch oft so!), aber ich lasse sie ruhig ahnungslos bleiben. Manchmal nennen die sich ja auch Mama und Papa, sind eben auch schon mal etwas bekloppt! Aber meistens sind sie ja ganz nett, und so lange sie mir viele Leckerchen geben, will ich mich gar nicht beschweren.
Entschuldigt bitte meine Rechtschreibung: schließlich sitze ich zum ersten Mal am Computer und in der Hundeschule, in die mich Frauchen jeden Mittwoch schleppt, lernt Hund ja nichts Gescheites wie Rechtschreibung, Grammatik, Rechnen oder Programmieren. Nur so doofe Sachen wie Sitz, Platz, Bleib... während ich viel lieber mit meinem neuen Kumpel „Ayk“ spielen möchte. Aber der muss auch die ganze Zeit an der Leine neben seinem Frauchen herlaufen. In der Pause toben wir dann zusammen und schimpfen auf unsere Frauchen, das macht Spaß! Ich bin ja so froh, dass ich endlich einen richtigen Freund habe: er ist ein altdeutscher Schäferhund und hat auch noch genauso ein kuscheliges Babyfell wie ich und mag auch lieber ruhiger Spielen, genau wie ich. Die anderen haben schon so " Erwachsenen-Fell" und toben auch so grob, das mögen wir beide nicht.
Na, und Zuhause ist es ja ganz öde: der alte Zulu lässt sich überhaupt nicht animieren, da kann ich mich an seinen Kragen hängen oder "Schwanz-Surfen" (das ist, wenn man sich mit der Schnauze am Schwanz festhält und durch die Gegend schleifen lässt - müsst ihr auch mal probieren!), der reagiert gar nicht.
Ronja ist da schon anders: die wird richtig sauer, wenn ich ihr am Fell ziehe, aber ich mache es natürlich trotzdem (manchmal sogar extra, um sie zu ärgern!!!); sie ist halt ein richtiges Mädchen, zickig, eben - sagt Herrchen auch immer, und der muss es ja wissen! Obwohl, in dieser anderen Welpengruppe, in die er immer samstags mit mir geht, lernt Hund ja gleich überhaupt nichts! Da sind total wenig andere Hunde, und die da kommen, sind alles so wilde, undisziplinierte Rowdies, die einfach jeden übern Haufen rennen! Richtige Rüpel, meistens Labradors, aus denen auch bestimmt nichts Gescheites wird...
Ich muss mich mal etwas beeilen, obwohl ich ja so viel zu erzählen habe! Frauchen sitzt zwar unten vor der Glotze und denkt, ich schlafe irgendwo ruhig, aber wenn sie mich doch vermisst und sucht, möchte ich nicht am Computer erwischt werden - das gibt bloß wieder Ärger, weil sie meint, dass ich alles kaputtmache! Dabei bin ich immer ganz vorsichtig: Das Loch in ihrer Jeans war irgendwie ein Versehen und für die kaputte Tischlampe bei Opa kann ich nun wirklich nichts - wer ahnt denn schon, dass die Lampe runterfällt, wenn man an dem Deckchen zieht?! Das hing ja auch so unordentlich da runter, eigentlich wollte ich es ja nur gerade machen oder wegnehmen, damit es schöner aussieht... Genau wie bei der großen Bodenvase: die große Schleife im Blumenstrauß sah wirklich nicht so toll aus, da wollte ich sie wegnehmen; konnte ja nicht wissen, dass sie da festgemacht war und gleich die ganze Vase umkippt, wenn ich daran ziehe, oder?! Und ansonsten habe ich wirklich noch nichts kaputtgemacht!
Aber warum ich Euch überhaupt schreibe: Heute ist etwas ganz Tolles passiert: wir haben nämlich einen Zaubergarten! Als ich heute früh in den Garten ging, war da auf einmal alles weiß! Dabei bin ich ganz sicher, dass das gestern Abend noch nicht so war und ich habe nachts auch gar nicht gehört, dass jemand das Weiß gebracht und so schön verteilt hat. Es kann also nur Zauberei sein! Herrchen hat das Weiß " Schnee" genannt, dabei schmeckt es eigentlich nur nach Wasser. Frauchen hat mal wieder gleich rumgemeckert, ich soll nicht so viel davon naschen, sonst würde ich Durchfall bekommen. Aber die hat ja keine Ahnung, wie lustig das ist, da reinzubeißen und dann ist da gar nichts! Ich könnt mich kaputtlachen! Aber sie wollte es auch gar nicht probieren (manchmal sind die Zwei wirklich langweilig...).

Dafür haben wir vormittags dann einen Ausflug in die Eifel gemacht, da gab es noch mehr Weiß-Schnee. Wir waren in einem Wildpark und haben da einen großen Rundgang gemacht. Da gab es ja vielleicht lustige Tiere! Kleine Pferde mit Hörnern, die Ziegen genannt werden, aber auch größere Pferde mit Geweihen, die Hirsche heißen sollen. Und richtig dicke kleine Kühe, mit Borsten und kurzen Beinen! Zulu sagt, die heißen Wildschweine, aber das glaube ich nicht, denn die waren gar nicht wild: ich habe sie nämlich angebellt und sie haben sich gar nicht drum geschert, eben wie richtige Kühe. Na ja, ehrlich gesagt, waren die mir im ersten Moment schon nicht geheuer und ich habe deswegen gebellt, aber Frauchen ist mit mir eine Weile da stehen geblieben, und dann wurden sie doch langweilig. Eben wie Kühe! Schon schade, dass die in der Hundeschule nicht mal interessante Sachen unterrichten. Dabei würden mich so viele Fragen interessieren: wie sehen Stofftiere und Hausschuhe (und überhaupt eigentlich alles!) von innen aus? Wie schmecken Tischdecken und Teppiche? Wohin verschwindet das Wasser in der Badewanne? Warum bekomme ich die Leckerchendose nicht alleine auf? Und wann schaffe ich es endlich auf den Tisch zu springen, wo die ganzen tollen Spielsachen versteckt werden?! Und warum können Tauben fliegen und ich nicht?! (Und wie schmecken Tauben?!) Von vielen Sachen hat leider auch Zulu keine Ahnung, obwohl der in einer anderen Hundeschule war und sogar zwei Menschensprachen kann - sagt er jedenfalls. Ich glaube ja nicht, dass Menschen mehr als eine Sprache haben, wäre ja auch blöd - wozu denn auch?! Aber er behauptet, dass Beauty und Maya jetzt auch die andere Sprache lernen, die er auch kann, aber warum, weiß er selber nicht. Wie gesagt, ich persönlich glaube ja manchmal, dass er schon etwas senil ist...

Aber um nochmal auf dieses tolle Weiß-Ereignis im Zaubergarten zurückzukommen: so etwas habt Ihr bestimmt noch nie gesehen und ich kann Euch gar nicht beschreiben, wie das ist. Am besten, Ihr kommt es Euch mal hier ansehen. Oder ich bringe Euch etwas davon mit, wenn wir das nächste Mal zu Besuch kommen. Frauchen sagt, wir würden bald wieder zum Pieksen-mit-Leckerchen kommen, da freue ich mich schon drauf! Wann ist es denn soweit?
Oje, ich glaube, Frauchen hat gemerkt, dass ich nicht mehr im Körbchen liege. Gleich kommt sie mich bestimmt suchen und will mich dann kämmen, weil ich aussehe, wie eine von den Dreckskühen im Wildpark! Naja, meine Lieblingstiere bleiben die Tauben, die sind echt toll. Am liebsten hätte ich selber eine. Aber vielleicht lerne ich in der einen oder anderen Hundeschule doch noch so was Vernünftiges wie fliegen! Zulu sagt ja, dass es fliegende Hunde gibt, und das möchte ich auch werden, wenn ich groß bin! Dann würde ich zusammen mit meiner Taube und meinem Freund durch die Stadt fliegen!
So, ich hoffe, dass wir uns bald wiedersehen! Viele Grüße an die anderen!
Euer Leo
PS: Stimmt das wirklich, dass Blacky schon so lange vor mir zweistellig war? Das hat Frauchen doch bestimmt nur gesagt, um mich zu ärgern oder anzuspornen, oder?! Manchmal ist sie eben richtig gemein!

19.11.2010/23.11.2010:
Hallo Ihr!
Tolle Neuigkeiten: Seit heute sind wir ZWEISTELLIG und bringen nunmehr ganze 10 kg auf die Waage! Zumindest Leo alleine, bei mir, bzw. mit mir, sind es natürlich deutlich mehr...!
Zur Feier dieses Ereignisses haben wir heute einen ganz langen Spaziergang zusammen mit Ronja und Zulu gemacht. Leo, der sich bisher als äußerst wasserscheu erwiesen hat, ist dabei sogar über sich hinausgewachsen (12 kg?!) und ist Wasserratte Ronja durch stehendes Wasser im Feld gefolgt, quasi durch flache kleine Seen geplanscht. Alles in allem also ein erfolgreicher Tag!
Liebe Grüße, bis bald!
Karin und "Big Leo"
PS: Ich habe gesehen, dass es in der Eifel auch Weihnachtsmärkte mit Feuerwerk gibt (Gerolstein). Das ist doch wieder was für Leo und mich! Mal sehen, was sich da machen lässt...!

10.11.2010:
Hallo Doro!
So, nun bin ich zurück vom Kempener St. Martins-Zug und muss sagen: das war nicht ohne! Es war ziemlich hart, allerdings weniger für Leo, als mehr für mich: neben guten Ratschlägen („Sie tun Ihrem Hund keinen Gefallen, wir haben auch einen Collie, die leiden da sehr“) über Beschimpfungen („Wissen Sie eigentlich, was Sie Ihrem Hund da antun?! Der ist fürs Leben traumatisiert!“) bis hin zu offenen Bedrohungen („Man sollte Sie anzeigen wegen Tierquälerei und Ihnen den Hund wegnehmen!“), wurde ich von allen Seiten angegriffen! Dabei hat sich Leo prima gehalten: Bei den Blaskapellen, vor denen er letzte Woche noch Angst hatte, hat er überhaupt nicht mehr reagiert, die Menschenmenge hat ihn sowieso kalt gelassen, und beim Feuerwerk hatte er auch keine Angst, hat nicht gezittert (hat er letzte Woche aber auch nicht), war die ganze Zeit ansprechbar und hat gefressen. Allerdings hat er aber wegen der Lautstärke gebellt (anfangs etwas mehr - deswegen die erboste Menge, und das waren nicht Wenige! -, später hat er sogar aufgehört und nur noch gebellt, wenn regelrechte Feuerwerkskaskaden abgeschossen wurden). Hat aber alles nichts genützt, ich kann froh sein, unversehrt da rausgekommen zu sein (mitsamt meinem nunmehr „traumatisierten“ Hund)! Übrigens sollte Tierärzten, die diese Tierquälerei gutheißen, die Zulassung entzogen werden (aber keine Angst, ich habe keine Namen genannt!). Soviel jedenfalls zu meinem vergeblichen Versuch, die Massen zu beruhigen!
Zum Glück war meine Freundin dabei, sie war aber leider die Einzige, die zu mir hielt! Nachdem wir am Wochenende erst angepöbelt wurden, weil wir den Hund mit ins Einkaufszentrum genommen hatten (auch Tierquälerei!) und kürzlich schon jemand das Ordnungsamt angerufen hatte, weil Zulu 5 Minuten im Auto auf mich warten musste (bei Regen und 15°C!) und dabei gehechelt hat (was er immer tut!), komme ich mir langsam wie ein richtig schlechter Mensch vor! Das muss ich Dir jetzt schreiben, damit Euch klar wird, wem Ihr da Euren Welpen anvertraut habt! Und weil ich mir den Frust von der Seele schreiben muss… Dabei bin ich so stolz auf Leo, weil er sich wirklich ganz toll verhalten hat, die „Generalprobe“ letzte Woche hat richtig viel gebracht! Immerhin war er diesmal ganz alleine, ohne Rudel zum Vorbild! Ich bin jetzt wirklich gespannt auf Sylvester!
Nachdem nun feststeht, dass ich mich in Kempen nicht mehr blicken lassen kann, müssen wir mal sehen, wie Leo zu seinem nächsten Impftermin kommt! Wahrscheinlich wird Stefan mit ihm fahren müssen, da gegen mich vermutlich ein Haftbefehl läuft… Nee, nee, warum mischen sich diese Leute nicht da ein, wo es wirklich nötig ist? Gegen den Hunger in der Welt, den Walfang, Schlachtviehtransporte, Urwaldabholzung, Pelzmode, für den Weltfrieden, Klimaschutz, etc. Da gibt es doch wirklich genug Themen!
Ich hoffe, Ihr genießt Euren Urlaub! Ich gebe Euch den guten Rat, die Welpenbesitzer beim nächsten Wurf sorgsamer auszuwählen, damit die Welpen nicht wieder bei solchen Tierquälern wie mich landen…
Unserem traumatisierten Hund geht’s übrigens super: er wiegt heute (3 ½ Monate) 9,1 kg, hat schon richtig langes Fell, lässt sich ganz gerne kämmen und kann nachts schon (fast) durchschlafen!
Bis bald, liebe Grüße,
Karin und Trauma-Leo

09.11.2010:
Hallo Doro!
Leo und mir steht morgen ein voraussichtlich verregneter St. Martins-Zug in Kempen bevor; auch heute hat es schon den ganzen Tag genieselt, es ist feucht-kalt und einfach ungemütlich! Ich hoffe ja, dass wenn es morgen regnet, es wenigstens so sehr schüttet, dass wir dann gar nicht erst hingehen, obwohl das natürlich schade für die erwarteten Massen und vor allem die Kinder wäre, die sich schon auf den Umzug freuen! Angeblich werden 30.000 Zuschauer erwartet, kann das sein?! Ich bin mir gar nicht so sicher, ob das dann wirklich das Richtige für Leo ist... Naja, ich werde Euch auf jeden Fall berichten.
Morgen ist ja auch wieder Wiege-Tag: Leo bringt inzwischen bestimmt schon 10 kg auf die Waage, nachts das Doppelte... Komisch, bei mir ist das umgekehrt: ich habe eher nachts im Dunkeln die "Traumfigur"...!
So, jetzt gehe ich noch eine Runde mit Baby kuscheln - wir sind im Moment ja so sehr in den kleinen Schatz verliebt (Stefan verzeiht ihm sogar den schwarzen Fleck!). Er ist auch wirklich angenehm: ganz süß, ruhig und entspannt, gar nicht hektisch, lieb, verspielt und macht alles brav mit - einfach ein Traumhund! Da sieht man es ihm schon mal nach, dass er vorhin Stefan in den Keller gefolgt ist und dort gleich Bächlein und Häufchen hinterlassen hat! Vor allem, weil Stefan es klaglos weggemacht hat!!! Auch sonst macht er aber bisher kaum etwas kaputt. Im Gegenteil: Nach der Bächlein/Häufchen-Affäre kam Stefan an und fragte mich, ob ich Leo meine Schuhe vor sein Bett gestellt hätte; hatte ich nicht, die standen wie immer an der Treppe und er hat wohl nacheinander beide Schuhe zu seinem Bett geschleppt und sorgsam nebeneinander hingestellt! A wonder-dog!
Weiterhin also viel Spaß; ich melde mich demnächst wieder mit dem Bericht von den "Martins-Massen"!

Viele Grüße auch an Marc,
Karin

07.11.2010:
Hallo Urlauber!
Hier ist es kalt und ungemütlich, gestern hat es sogar den ganzen Tag geregnet. Das hält Stefan und mich aber nicht davon ab, Klein-Leo die Welt zu zeigen: inzwischen „kann“ er auch Einkaufszentrum (das war gestern, wegen Regen!), Bahnfahren und „im-Café-unterm-Tisch- pennen“. Natürlich alles wie immer vorbildlich und völlig problemlos! Wir sind sehr stolz auf ihn.
Trotzdem lässt Stefan fragen, ob wir ihn ggfls. zurückgeben können, da es so aussieht, als wenn seine Fellfärbung einen bleibenden schwarzen Fleck auf dem Schwanz bekommt, und das hatte er so nicht geplant. Ich habe ihm gesagt, dass wir ihn bestimmt umtauschen können, wenn ihr demnächst wieder neue Welpen habt. Dann geht nur das ganze Spiel wieder von vorne los. Jetzt will er sich das nochmal überlegen und doch lieber Leo (mit Fleck!) behalten…! (Das möchte ich sehen, dass sich Stefan nochmal von Leo trennt – die zwei sind ein Herz und eine Seele! Inzwischen ist sogar Pipi-wegmachen kein Problem für Stefan!)

Das mit dem Herz und der Seele klappt langsam auch mit Zulu: im Zug haben beide erstmals zusammen gekuschelt (s. Beweisfoto)! Auch wenn es von Leo ausging, hatte Zulu immerhin nichts dagegen. Vielleicht kommt die große Freundschaft doch noch?!
Soviel also von hier. Ich wünsche Euch einen schönen Urlaub.
Bis bald!
Karin und Leo

29.10.2010:
Hallo Doro!
Heute haben wir mal wieder einen schönen Waldspaziergang gemacht, bei tollem Wetter - und ich hatte sogar die Kamera dabei! Da habe ich natürlich gleich geknipst bis die Batterie stöhnend eine weiße Fahne schwenkte... Während nun der Akku lädt, habe ich Dir ein paar schöne Bilder für Leo's Album rausgesucht, die ich Dir mitschicke!
Viele Grüße,
Karin

24.10.2010:
Hallo Doro!
Nun war der liebe Leo schon zweimal in der Schule: am Samstag nochmal mit Stefan! Inzwischen kann er „Sitz“, „Bleib“ und ansatzweise „Platz“. Was er nicht kann und wo er sich auch erstaunlich lernresistent zeigt ist „Knabbere den Tisch nicht dauernd an!“. Im Großen und Ganzen ist er aber sehr lernbegierig und bringt sich auch schon mal selber gerne etwas bei: neuerdings übt er fleißig „Rückenschlafen“, wie das beigefügte Beweisfoto zeigt!

Wozu das gut sein soll, weiß ich zwar nicht, ihm ist diese Disziplin aber sehr wichtig, er übt auch ausgiebig nachts: da rumort er so lange in seiner Kiste, bis er endlich auf dem Rücken gegen die Wand liegt und nicht mehr dauernd umkippt!
Ich hoffe, Euch geht es gut.
Ich bin schon sehr gespannt auf St. Martin. Zulu findet die Geräusche-CD gar nicht schlimm, ich muss wohl mal lauter machen!
Bis bald, viele Grüße,
Karin

21.10.2010:
Hallo Doro und Marc!
Seit gestern bin ich nun in "Elternzeit" zu Hause und natürlich voller Eifer, Klein-Leo die Welt zu zeigen! Also haben wir erst mal bei Regen und Sturm mit Zulu, Ronja und meinem Vater einen Spaziergang gemacht, anschließend hat Leo bei meinem Vater die Teppiche umdrapiert, warum auch immer.
Wieder Zuhause war große Pause angesagt - Leo allein im Wohnzimmer, während ich am PC beschäftigt war. Kein Problem! Am liebsten schläft er vor der Spülmaschine und scheint auch sonst ein sehr reinlicher Hund zu sein, der es mit der Ordnung sehr genau nimmt: vorhin standen meine Clogs in der Küche, während ich Sachen in die Schränke räumte, da kam er aus dem Wohnzimmer, wo er gerade Zulus Knochen fraß, holte meinen Schuh, schleppte ihn vor meinen Platz auf dem Sofa (wo die Schuhe sonst auch stehen, wenn ich auf der Couch rumliege), und fraß dann weiter am Knochen! Schön aufgeräumt!
Aber zurück zu gestern: Nachmittags war dann " Einschulung": Mit genau 11 Wochen und 6,4 kg (und ohne Schultüte!) ging es also am 20.10.2010 (denkwürdiges Datum!) auf in die Welpengruppe!

Anfangs war Leo sehr schüchtern, taute aber schon bald auf und tollte mit den anderen Welpen durch den Auslauf. Die anderen Welpenbesitzer begrüßten uns sehr freundlich mit "Was für ein süßer Sheltie!"... Ich wollte es mir ja nicht gleich mit ihnen verderben und habe freundlich aufgeklärt, dass ihre Hunde mit einem waschechten amerikanischen Collie ("Wie Lassie!") spielen durften! Ich dachte ja, es geht nun so weiter und Leo darf die ganze Zeit spielen, aber dann befahl der " Klassenlehrer" auf einmal, die Hunde an die Leine zu nehmen und " bei Fuß" im Kreis zu laufen. Na toll! Klappte aber erstaunlich gut und ich war mit unserem Schatz zufrieden... bis auf einmal das Kommando " Halt!" kam, und die Hunde " Sitz" machen sollten! Das hatten wir noch nie geübt, aber unser Naturtalent hat auch dieses Manko lässig überspielt und brav gehorcht - immer wieder, und schließlich sogar " Sitz und bleib!" vortäuschen können! Mann, war ich stolz! Kein Mensch hat gemerkt, dass Leo den
Befehl zum ersten Mal hört! Na ja, als ich den Erfolg Stefan abends vorführen wollte, schaute mich Leo tatsächlich so an, als ob er den Befehl noch nie gehört hat, aber wir erwarten ja keine Wunder! Nachher üben wir jedenfalls weiter!
So, das war also Leo's erster Schultag! Am Samstag geht er mit Stefan in eine andere Welpenspielgruppe, wo wohl tatsächlich hauptsächlich gespielt wird. So hat er von allem etwas. Und wahrscheinlich ist er auch dort wieder der Allersüßeste!
Das war der erste Zwischenbericht. Ich werde jetzt mit Zulu " Feuerwerk" hören, während ich etwas arbeite.
Liebe Grüße nach Kempen und bis bald!
Karin

18.10.2010:
Hallo Doro, hallo Marc!
Nun sind Leo's erste 36 Stunden im neuen Zuhause um, da wird es doch Zeit, einen kurzen Erlebnisbericht an seine "Familie" zu schicken!
Also, die Autofahrt hat er (und der Weidenkorb!) gut überstanden: erst hat er interessiert aus dem Fenster gesehen, dann haben wir etwas " Fang-die-Leine" und "Such-das-Leckerchen" in seinem Korb gespielt, später noch " Beobachte-Stefan-ob-er-auch-richtig-fährt", dabei ist er dann sogar etwas eingeschlafen. Irgendwann wurde es ihm doch zu lang, da hat er etwas gequietscht, was wir stoisch ignoriert haben. Eigentlich wollte ich für Marc schreiben, dass Leo die ganze Fahrt über geweint hat und wir ihn die ganze Zeit ordentlich getröstet haben, aber das wäre ja gelogen, und das tun wir ja nicht...

Zuhause hat er erst mal Bächlein im Vorgarten gemacht und sich von Zulu alles zeigen lassen. Da fand Zulu alles noch ganz in Ordnung, hat sich von Leo noch sein Bett streitig machen und berammeln lassen (der Dussel!), aber nachdem Leo über Nacht geblieben war und immer noch keine Anstalten machte, uns wieder zu verlassen, hat Zulu schon zweimal die Hausordnung gezückt und Leo hat es respektiert. Zulu hofft zwar immer noch, dass es sich nur um einen leidigen Besuch handelt, der irgendwann auch wieder geht, ich glaube aber, dass ihn die Realität langsam einholt...
Um den bisherigen Trubel mit seinen Geschwistern zu kompensieren, hat Leo gestern schon recht viel erlebt: wir waren zusammen Auto fahren und spazieren, einmal mit Zulu, einmal mit Zulu, Ronja und meinem Vater, Leo hat einen Wald kennengelernt, meine Schwiegermutter besucht und mit den Nachbarskindern gespielt, die sich sofort in ihn verliebt haben, aber auch demonstrativ Zulu die Treue gehalten haben!

Apportieren kann Leo schon wie ein Großer, bisher ist er stubenrein, bleibt auch schon mal alleine in seinem Ställchen, hat nur in der 1. Nacht anfangs etwas geweint, letzte Nacht schon gar nicht mehr. An der Leine läuft er auch sehr gut, und das Beste: Stefan möchte auch Zulu auf Rohfutter umstellen! Die Fütterung habe ich Stefan von Beginn an ganz überlassen, und er findet Leo's Fütterung ganz okay und meinte heute Morgen zu mir, dass Zulu das auch kriegen sollte und nicht mehr "diese Aldi-Sch…"! *freu*
Soweit also die Neuigkeiten aus Nörvenich. Vielleicht könnt Ihr mir doch mal die Route von Eurem Futterlieferanten schicken, ansonsten mache ich mich nachher mal im Internet schlau.
Bis bald also und liebe Grüße von Leo an Queenie, Blacky und die anderen!
Viele Grüße,
Karin